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Theodor Fontane: Gesellschaftsromane 1882-1898


Theodor Fontanes nahezu gesamtes Romanwerk entsteht im Kontext des Bürgerliehen Realismus und aus einer bürgerlichen Mentalität heraus. Der im Umfeld des späten Realismus sehreibende Fontane hat den Glauben an bürgerlich-humane Werte nicht verloren; doch auch er sieht sie i

m Zuge der Materialisierung und Ökonomisierung der wilhelminischen Gesellschaft zunehmend aus der bürgerlichen Klasse verdrängt. Es macht die Eigenheit des Autors Fontane aus, dass er die verloren gegangenen bürgerlichen Standards in den Kreisen des Landadels noch zu linden glaubt. In diesem Punkt unterscheidet er sich von anderen Vertretern des späten Realismus, von Storm, Keller, Spielhagen und vor allem von Raabe. Doch wie Raabe geht auch Fontane von der Notwendigkeit einer gesellschaftlichen Ordnung aus, für einen Umsturz der Verhältnisse war Fontane zu keinem Zeitpunkt zu haben. Zwar gibt er in seinen Briefen vage zu bedenken, dass die "neue, bessere Welt |...] erst beim vierten Stand"78 beginne; umgesetzt hat er diese Überzeugung in seinen Romanen aber nicht. Die Arbeiterklasse und die Arbeiterbewegung bleiben auch bei ihm als Thema ausgeschlossen, die soziale Frage' wird innerhalb der Fontaneschen Romanwelt nicht gestellt. Stattdessen .konstruiert' Fontane einen verklärten Blick auf die Realität der wilhelminischen Ära und Gesellschaft, wobei diese Sicht auch bei ihm aus einem dezidiert bürgerlichen Programm resultiert: Das Hässliche, und dazu gehören offenbar auch die proletarische Welt und die mit ihr verbundenen gesellschaftspolitischen Konflikte, wird ausgeklammert. Diese Tendenz der Fontaneschen Romane soll hier nicht als Vorwurf formuliert werden; vielmehr geht es diesbezüglich um die Frage nach der Eingebundenheit seines Werks in die Programmatik des Bürgerlichen Realismus.


Literarische Voraussetzungen
Unter literaturhistorischen Gesichtspunkten entsteht der Bürgerliche Realismus als eine Gegenbewegung sowohl zur Romantik als auch zum Jungen Deutschland und zum Vormärz. Deren literarische Programme [...]
- Die Kritik des Jungen Deutschland (I839-I840) und des Vormärz (I840-I848)
- Die Kritik an der Romantik
- Der französische Realismus
- Der russische Realismus
- Der englische Realismus

Kulturphilosophische Voraussetzungen
[...]
- Die Philosophie Arthur Schopenhauers (I788-I860)
- Die Philosophie Ludwig Feuerbachs (I804-I872)
- Die Bedeutung der Naturwissenschaften

Theorie und Ästhetik des Bürgerlichen Realismus
Lange Zeit galt der Bürgerliche Realismus im Gegensatz zur Romantik und zum Naturalismus als eine Bewegung ohne klares theoretisches und programmatisches Profil.1 Begründet wurde ein solches Urteil ni [...]
- Verklärungsstrategien: Realismus und Idealismus
- Literatur und Mimesis
- Literatur und Realität
- Die philosophische Basis
- Der programmatische Realismus

Bürgerlicher Realismus und Roman
[...]
- Rückzugsphantasien
- Individuum und Gesellschaft
- Genre und Programmatik
- Struktur und Räumlichkeit
- Bürgerlicher Realismus und Bildungs- und Entwicklungsroman

Die Phase des programmatischen Realismus (1848-1870)
[...]
- Friedrich Spielhagen: Sturmflut (I877)
- Die väterliche Norm
- Gottfried Keller: Der grüne Heinrich (I854/55)
- Gustav Freytag: Soll und Haben (I855)
- Bildungsideale

Adalbert Stifter: Der Nachsommer (1857)
Im Unterschied zum Grünen Heinrich erzählt Adalbert Stifters zwei Jahre nach Kellers Beitrag zur Lrzählliteratur des Bürgerlichen Realismus erschienener Roman Der Nachsommer den problemlosen Entwicklu [...]
- Bildung
- Bürgerliche Schreibmotivation
- Bürgerliche Refugien: Die Rosenhauswelt
- Verklärungsstrategien
- Liebe

Wilhelm Raabe: Der Hungerpastor (1863/64)
Wilhelm Raabes 1864 erschienener Roman Der Ilungerpastor erzählt den Bildungsweg einer in kleinbürgerlichen Verhältnissen aufgewachsenen Halbwaise, der es trotz der finanziellen und milieubedingten Wi [...]
- Bildung als Sozialisation
- Bürgerliche Identität oder: Das Ankommen in der Realität
- Bürgerlichkeit versus jüdischer Materialismus
- Verklärungsstrategien

Wilhelm Raabe: Abu Telfan (1868)
Auch Raabes dritter Roman Abu Telfan oder Die Heimkehr vom Mondgebirge aus dem Jahr 1868 (Vorabdruck in Über Land und Meer, 1867''''), der Roman um den Helden Leonhard Hagebucher, lässt sich perspekti [...]

Der späte Realismus (1870-1900)
Der Roman des späten Realismus erzählt nicht mehr, wie noch Goethes Wilhelm Meisler, geradlinige Bildungswege. Vielmehr werden die Diskontinuitäten, denen ein Individuum ausgesetzt ist, gleichermaßen [...]
- Louise von Francis: Die letzte Reckenburgerin (I87I)
- Der verdeckte Philister
- Wilhelm Raabe: Die Akten des Vogelsangs (I896)
- Wilhelm Raabe - Der Philister
- Das 'uns tyrannisierende Gesellschafts-Etwas

Theodor Fontane: Gesellschaftsromane 1882-1898
Theodor Fontanes nahezu gesamtes Romanwerk entsteht im Kontext des Bürgerliehen Realismus und aus einer bürgerlichen Mentalität heraus. Der im Umfeld des späten Realismus sehreibende Fontane hat den G [...]

Marie von Ebner-Eschenbach
Marie von Ebner-Eschenbach darf als eine der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftstellerinnen ihrer Zeit gelten. Insbesondere ihre gesellschaftskritische, auf den Adel bezogene Haltung, aber auch d [...]
- Bozena (I875)
- Das Gemeindekind (I887)

Die Novellenliteratur des Bürgerlichen Realismus
[...]
- Züricher Novellen (I878)
- Das Amulett (I873)
- Kleider machen Leute
- Louise von Francis (I8I7-I893)
- Spiegel, das Kätzchen. Ein Märchen

Lyrik im Bürgerlichen Realismus
[...]
- Lyrischer Realismus
- Programmatik und Gattung




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