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Bürgerlicher realismus
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Die Phase des programmatischen Realismus (1848-1870)



Gustav Fr
eytag: Soll und Haben (I855)
Nicht ein überragendes (Jenie, sondern ein tüchtiger und gewissenhafter Schriftsteller wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum populärsten Autor des deutschen Bürgertums: Gustav Freytag. Viele seiner Werke erreichten Miilionenaunagen; doch insbesondere sein 1855 erschienener Roman Soll [ ... ]
Adelige Unmoral versus bürgerliche Solidität
Anders als im jungdeutschen Roman, beispielsweise im Unterschied zu Karl Gutzkows Die Riller vom Geiste (1850/51), geht es Freytag mithin auch nicht um den Entwurf eines umfassenden Zeitbildes oder eines Panoramas der gesamten Gesellschaft. Vielmehr konzentriert er sich auf die bürgerliche Lebenswel [ ... ]
Bürgerliche Leistungsethik und jüdischer Materialismus
Die Entwürfe der adeligen Welt ebenso wie die Schilderung der jüdischen Kaufmannskreise dienen in Soll und IIahen vornehmlich der Benennung und Abgrenzung des spezifisch Bürgerlichen der bürgerlichen Welt und Mentalität im Vergleich mit nicht-bürgerlichen Lebensformen und Klassen. Die Ãobereinstimmu [ ... ]
Gottfried Keller: Der grüne Heinrich (I854/55)
Kellers Roman Der grüne Heinrich darf als das bedeutendste Dokument der erlebten Krise der bürgerliehen CJeselisehaft im 19. Jahrhundert gelten. Zwar vertritt der Roman kein derart eindeutiges und eindimensionales Konzept von Bürgerlichkeit wie Freytags Soll und Haben, der in vielem einer ideologisc [ ... ]
Künstlertum versus Bürgerlichkeit
Kellers Grüner Heinrich ist ein repräsentativer Desillusionsroman des Bürgerlichen Realismus; dennoch lallt die Nähe des Romans zu den klassischidealistischen Bildungsidealen auf. Die Bezüge des Grünen /leinrieh zu Goethes Wilhelm Meisler sind wesentlich auffälliger als bei Freytag. Auf seiner Reise [ ... ]
Bildungsideale
Das im Roman entworfene Bildungsideal zielt dementsprechend - auch in diesem Punkt dem traditionellen Schema des Bildungs- und Entwicklungsromans in der Nachfolge Goethes folgend auf die Synthese von Ich und Welt, von Individuum und Gesellschaft. In Schiller ist dieses Ideal im Roman gegenwärtig22; [ ... ]
Realität versus Phantasie, Romantik versus Realismus
Mit seinem Grünen Heinrich legt Keller einen antiromantischen Künstlerroman vor. Der Roman diskutiert die Künstlerexistenz, doch die Unterschiede zu den Bildungs- und Entwicklungsromanen der Romantik könnten größer nicht sein. Die Künstlerromane Ludwig Tiecks und Novalis' bestätigen ohne Einschränku [ ... ]
Die Kunst als Bildlingsmoment
Keller führt so in seinem Roman implizit auch eine ästhetische Diskussion um die Möglichkeiten des romantischen und des realistischen Schreibens, um Romantik und Realismus. Innerhalb dieser poetologischen Debatte wird dem romantischen Kunstkonzept eine Absage erteilt, die in ihrer Terminologie an di [ ... ]
Ã"sthetische Diskussionen
Es ist nieht ohne Bedeutung, dass Keller in diesem Zusammenhang auch Fragen der Ã"sthetik diskutiert.21* Vor dem Hintergrund des Einflusses der Feuerbachschen materialistischen Philosophie - Keller hatte Feuerbach während seiner Heidelberger Studienjahre persönlich kennen gelernt - diskutiert er in [ ... ]
Die väterliche Norm
In Heinrichs Vater hat Keller indirekt ein positives Gegenbild zu seinem Romanprotagonisten entworfen. Der Vater ist Steinmetz und Baumeister und damit als eine Figur konzipiert, die im Sinne einer bürgerlichen Arbeits- und Künstlerauffassung Kunst, Handwerk und beruflich-bürgerliche Tätigkeit als B [ ... ]
Friedrich Spielhagen: Sturmflut (I877)
Friedrich Spielhagen war einer der populärsten Autoren der Gründerzeit und sein Roman Sturmflut eines der erfolgreichsten Werke der Gründerzeit. Rr wurde in bildungsbürgerlichen Kreisen als Entwicklungsgeschichte der eigenen Klasse und damit auch als eine ,Bibel des Bürgertums' sowie der gesamten Na [ ... ]

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