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Die Novellenliteratur des Bürgerlichen Realismus



Bürgerliche
r Realismus und Novelle
Die Romanlileratur des Bürgerlichen Realismus lässt sich als Bericht über den Seelenzustund des 19. Jahrhunderts lesen. Doch auch die im Umfeld des Bürgerlichen Realismus entstandene Novellenliteratur liefert das Sozio- und Psychogramm eines Zeitalters, das nicht zu Unrecht als das bürgerliche schle [ ... ]
Die soziokulturellen Voraussetzungen
In der zweiten Jahrhunderthälfte avanciert die Novelle zu der neben dem Roman beliebtesten Gattung, wobei der Bürgerliche Realismus neue und eigene Akzente im Hinblick auf deren spezifische inhaltliche und formale Ausrichtung zu setzen vermochte. Die Novelle galt als die moderne Gattung schlechthin. [ ... ]
Programmatik und Genre
Die Novelle galt als eine zeitgemäße und den Zielen des Bürgerlichen Realismus gemäße Gattung; insbesondere die aufgrund der formalen Knappheit in ihr auszubildende einfache und schmucklose Sprache machte sie zu einem modernen Genre. Dieses kam der Abneigung der bürgerlichen Realisten gegen alle Rhe [ ... ]
Individuum und Gesellschaft
Neben dem Bildungs- und Entwicklungsroman war es mithin die realistische Novelle, in der die Verzahnung zwischen Gesellschaft und Individuum herausgearbeitet werden konnte. In nahezu allen Novellen des Bürgerliehen Realismus geht hierbei die pessimistische Weltsicht der Realisten ein: In ihnen spieg [ ... ]
Theodor Storm (I8I7-I888)
Theodor Storm ist fast ausschließlich als Novellist bekannt geworden. Begonnen hat er seine literarische Arbeil mit Prosaminiaturen, wie etwa Marthe und ihre Uhr aus dem Jahr 1848, sowie mit kulturhistorischen Skizzen. Des Weiteren schrieb er Märchen, Gespenstergeschichten und phantastische Novellen [ ... ]
Gottfried Keller (I8I9-I890)
Zusammen mit Storni darf Gottfried Keller als der wohl wichtigste Vertreter der Novelle des Bürgerlichen Realismus gelten. Der Aufstieg der novellistischen Erzählkultur in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist insbesondere mit seinem Namen verbunden, ungeachtet der Tatsache, dass Keller den Ga [ ... ]
Die Leute von Seldwyla (I856 und I873/74)
Kellers sicherlich populärste Novellensammlung erschien in zwei Teilen 1856 und 1873/74; der erste Teil enthält bekannte Werke wie Pankraz, der Schmoller, Romeo und Julia auf dem Dorfe, Frau Regel Amrain und ihr .Jüngster, Die drei gerechten Kammacher sowie Spiegel, das Kätzchen. Viel beachtete Nove [ ... ]
Romeo und Julia auf dem Dorfe
Theodor Storm hat unter Kellers Novellen insbesondere Romeo und Julia auf dem Dorfe geschätzt. Wie in vielen seiner eigenen Werke scheitert auch in Kellers vermutlich bekanntester Novelle die Liebe zwischen zwei jungen Menschen an der Borniertheit, Raffgier und Habsucht der Väter und der Dorfgemeins [ ... ]
Die drei gerechten Kammacher
Zwar ist Frau Regel Amrain auch Unternehmerin, als solche verkörpert sie jedoch einen bodenständigen, innerhalb der Novelle positiv bewerteten Kapitalismus. Im Mittelpunkt der Novelle Die drei gerechten Kammacher indes steht die Kritik eines frühkapilalistischen Systems, das Arbeit ausschließlich un [ ... ]
Spiegel, das Kätzchen. Ein Märchen
Auch in seiner Novelle Spiegel, das Kätzchen geht es um die materielle Bedingtheit und Ausrichtung des bürgerlichen Lebens, um die Deformierungen, die die Malerialisierung der Gesellschaft dem Einzelnen zufügen. Zwar ist auch hier der kritische Blick auf die Fehlentwicklungen der bürgerlichen Gesell [ ... ]
Kleider machen Leute
Auch im Mittelpunkt der im zweiten Teil des Zyklus erschienenen Novelle Kleider machen Leute steht Kellers Kritik an einer Gesellschaft, in der das Leben und der Umgang der Menschen miteinander beherrscht wird von der Vermischung von Sein und Schein, von Täuschung und Realität. Zwar überspielt Kelle [ ... ]
Züricher Novellen (I878)
Mit den Züricher Novellen aus dem Jahr 1878 führt Keller die Tendenz des zweiten Teils seines Seldwylcr Novellenzyklus fort. In ihm wird ein nachahmenswertes bürgerliches Verhalten und Handeln entworfen, wobei es Keller zugleich um den Entwurf eines Menschenbildes geht, das sozial integrierend wirkt [ ... ]
Conrad Ferdinand Meyer (I825-I898)
Die größten literarischen Leistungen des zweiten im Umfeld des Bürgerlichen Realismus zu behandelnden Schweizer Autors liegen auf dem Gebiet der Novellendichtung. Meyers Novellen Das Amulett (1873), Der Schuß von der Kanzel (1877), Der Heilige (1880), Die Hochzeit des Mönchs (1884) und Die Versuchun [ ... ]
Das Amulett (I873)
Meyers berühmteste, zwei Jahre nach der Reichsgründung entstandene Novelle Das Amulett handelt von einem durch selbstgerechte Arroganz, Egoismus und übersteigertes Selbstbewusstsein gekennzeichneten Menschen. In seiner Ignoranz und Selbstherrlichkeit erinnert Schadau an den Protagonisten aus Storms [ ... ]
Wilhelm Raabe (I83I-I9I0)
Verglichen mit Storni, Keller und Meyer nimmt sieh Raabes novellistisches Werk bescheiden aus, Raabe ist vornehmlich Romancier. Allerdings kommen ihm die novellistische Form und der novellistische Blick bei seinem Interesse an den Nebensächlichkeiten und Marginalien des Lebens entgegen: '|...| das K [ ... ]
Ferdinand von Saar (I833-I906)
Die Zuordnung Ferdinand von Saars zum Bürgerlichen Realismus ist nicht unproblematisch. Denn zwar steht im Zentrum seiner Novellen zumeist der 'einzelne, häufig isoliert[el und sich selbst überlassen[ej Mensch".'''' Gesellschaftliche Realität ist dabei ausschließlich im subjektiven Erleben und Erlei [ ... ]
Marie von Ebner-Eschenbach (I830-I9I6)
Die Dorf- und Schloßgeschichten der aus dem mährischen Adel stammenden Autorin thematisieren adelig-patriarchale und ländliche Lebensformen, wobei sie ihr Augenmerk insbesondere auf die zwischen der reaktionären Feudalaristokralie und dem Landproletariat herrschenden Spannungen richtet. Dabei werden [ ... ]
Louise von Francis (I8I7-I893)
Wie Marie von Ebner-Eschenbach schreibt auch die zweite bekannte Autorin des Bürgerlichen Realismus vorzugsweise moralisch-didaktische Novellen. In Anlehnung an Keller führt Louise von Francois Bürgerlichkeit als die gesellschaftliche Verantwortung und das soziale Bewusstsein des Einzelnen wie als e [ ... ]
Paul Heyse (I830-I9I4)
Zwar war Paul lleyse, der Herausgeber des Deutsehen Novellensehatzes, mit seinen etwa 150 Novellen der beliebteste Erzähler des bürgerlichen Lese-publikums in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Als repräsentative Figur des Bürgerlichen Realismus darf er dennoch nicht gelten. Denn wie Conrad Fe [ ... ]

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