Ein Jahrhundert der Widersprüche |
| Kaiser Karl V. war es nicht gelungen, die politische und religiöse Einheit des Reiches zu retten. 1556 legte er die Kaiserkrone nieder und zog sich in ein spanisches Kloster zurück. Das Reich zerfiel in mehrere Territorialstaaten. In Spanien und Frankreich bildete sich eine einheitliche, nationale, |
Erneuerung der Lyrik |
| Der antike Vers wurde nach Längen und Kürzen gemessen. In den romanischen Sprachen, die aus der lateinischen Sprache entstanden waren, wurden die Verse nach ihrer Silbenzahl bestimmt. Beides entsprach nicht der Eigenart der deutschen Sprache. Martin Opitz (1597-1639) führte die Zählung nach betonten |
Poetik und Rhetorik |
| Martin Opitz verfolgte mit seinem Buch von der deutschen Poeterey Das Regelsystem der Rhetorik nicht das Ziel, eine neue, eigene Dichtungslehre für die deutsche Sprache zu entwickeln - mit Ausnahme der schon genannten Akzentlehre -; er wollte die lateinische Dichtungslehre auf die deutsche Sprache ü |
Das gelehrte Drama |
| Die katholische Reformbewegung in Deutschland ging von Bayern aus. Ihre Stütze waren die Jesuiten, die seit 1542 in Ingolstadt lehrten. Mit ihrer Hilfe versuchten die bayerischen Herzöge, eine straffe zentralisti-sche Neuordnung in Staat und Kirche durchzusetzen. Der Staat überwachte die Erziehung z |
Der Roman zwischen Idealbild und Satire |
| Ordnung und Chaos, göttlicher Heilsplan und menschliche Sündhaftigkeit - das waren die großen Themen der Literatur im 17. Jahrhundert, am sinnfälligsten dargestellt im Roman. Dabei gingen religiöse Vorstellungen und staatspolitische Interessen ineinander über. So wie der eine Gott die ganze Welt zus |