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Zweig, Stefanie - Leben und Biographie



Stefanie Zweig wurde durch die mit einem »Oscar« prämierte Verfilmung ihres Romans Nirgendwo in Afrika weltbekannt. Ihr gesamtes Werk ist stark von ihrer eigenen Geschichte geprägt. Immer wieder thematisiert sie ihre Kindheitserinnerungen, ihre jüdischen Wurzeln und ihre kulturelle Ambivalenz und Identitätssuche.
      1938 floh Zweig mit ihrer Familie vor den Nationalsozialisten ins kenianische Exil, wo sie ihre Kindheit verbrachte. Zwei Jahre nach Kriegsende kehrte die Familie nach Deutschland zurück, in ein für sie fremdes Land. Nach dem Abitur und einem Volontariat bei der Allgemeinen Wochenzeitung der Juden in Deutschland arbeitete Zweig bei verschiedenen Frankfurter Zeitungen im Feuilleton. Darüber hinaus begann sie auch schriftstellerisch tätig zu werden. Ihre literarische Karriere begann 1978 mit Kinder- und Jugendbüchern.

      Zweig debütierte mit Eltern sind auch nur Menschen. Für den Jugendroman Ein Mundvoll Erde , in dem sie sich erstmals ihrer Kindheit in Kenia näherte, wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Die literarische Verarbeitung für Erwachsene lieferte sie 1995 mit dem Roman Nirgendwo in Afrika. 1996 erschien der Fortsetzungsroman Irgendwo in Deutschland, in dem sie von der Rückkehr der Familie nach Deutschland erzählt. Die nachfolgenden Romane orientieren sich thematisch jedoch wieder an Afrika.

      Nirgendwo in Afrika
Dem Roman Nirgendwo in Afrikaliegt die eigene BiogTafie der Autorin zugrunde. Vor dem Hintergrund der nationalsozialistischen Herrschaft in Deutschland verarbeitete Stefanie Zweig literarisch ihre bewegende Familiengeschichte. Ihr gelingt es, ohne Verklärung ein realistisches Bild vom Leben deutscher Emigranten im Exil zu zeichnen; sie erzählt sowohl von der Ãoberwindung als auch von der NichtÃoberwindung kultureller Differenzen.
      Inhalt: 1938 flieht der jüdische Anwalt Walter Redlich aus Oberschlesien nach Kenia, weil er im nationalsozialistischen Deutschland seinen Beruf nicht mehr ausüben darf. In Kenia hingegen kann er als Verwalter einer Farm arbeiten, seine Frau Jettel und Tochter Regina sollen so schnell als möglich nachkommen. Bei ihrem Eintreffen ist die anspruchsvolle Jettel zunächst entsetzt von der Primitivität des Lebens und vom sozialen Abstieg der Familie. Tochter Regina dagegen lebt sich in der neuen Heimat besser ein als ihre Eltern. Sie findet in dem Koch Owuar einen verlässlichen Freund, hat zahlreiche Kontakte zu kenianischen Kindern und lernt dadurch spielend die Landessprache Suaheli, später in der Schule auch Englisch. Von der afrikanischen Kultur ist Regina ebenso fasziniert, wie sie das ungezwungene Leben auf dem Land liebt. Für die Eltern bleibt die Situation jedoch schwierig: Walter versteht wenig von der Arbeit eines Farmers, Jettel vermisst das gesellschaftliche Leben in Deutschland. Die Situation verschlimmert sich, als der Zweite Weltkrieg ausbricht. Alle in Kenia lebenden Deutschen werden zeitweise von den Briten interniert - auch wenn sie Flüchtlinge sind.
      Als Walter nach Kriegsende eine Stelle als Richter in Frankfurt am Main angeboten bekommt, will er zurückkehren. Jettel möchte jedoch nicht wieder zurück, sie sei zu alt, um neu anzufangen. Regina fürchtet, bei einer Rückkehr innerlich zerrissen zu werden. Und da der Konflikt zwischen den Protagonisten, die unterschiedliche Erfahrungen von Entwurzelung und Heimat gemacht haben, nicht zu lösen ist, muss eine Entscheidung fallen, die nicht alle zufrieden stellen kann... Form: Der Leser erlebt aus dem Blickwinkel Reginas eine spannungsgeladene Ehegeschichte, die Geschichte der Gewöhnung an die neue Umgebung sowie die Geschichte von Liebe, Freundschaft und Verrat. Großen Raum nehmen auch die detaillierten Landschaftsbeschreibungen ein. Die Autorin wählt ein verlangsamtes Erzähltempo und lässt sich viel Zeit bei der Entwicklung der Charaktere. Die Protagonisten entwickeln ganz unterschiedliche Sichtweisen auf das Eigene und das Fremde. Häufig wiederkehrendes Motiv, insbesondere bei Tochter Regina, ist das der Zerrissenheit. Wirkung: Nirgendwo in Afrika wurde in Deutschland schnell zu einem Verkaufserfolg. Internationale Bekanntheit erreichte Stefanie Zweig allerdings erst durch die Verfilmung des Stoffes durch Caroline Link. Der gleichnamige Film wurde 2002 nicht nur mit dem Bayerischen und dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet, sondern auch als bester fremdsprachiger Film in Hollywood mit einem Oscar prämiert.


Zweig, stefan

Geb. 28.11.1881 in Wien; gest. 23.2.1942 in Petropolis bei Rio de Janeiro »Jeder von uns, auch der Kleinste und Geringste, ist in seiner innersten Existenz aufgewühlt worden von den fast pausenlosen vulkanischen Erschütterungen unserer europäischen Erde; und ich weiß mir inmitten der Unzähligen k .....
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Zweig, stefan

Letztes Gedicht Wegner, Matthias. In: Frankfurter Anthologie 13, 1990, S. 179 - 182. Weinzierl, Ulrich. In: Frankfurter Anthologie 18, 1995, S. 123 - 126. Ãoberglänzte Nacht Hubert, Gerda. In: Abend und Nacht in Gedichten, 1963, S. 78 - 82. .....
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Stefan zweig (i88i-i942)

begann mit symbolistischen Gedichten, wandte sich aber bald unter dem Einfluß des Wiener Arztes Sigmund Freud den Hintergründen der menschlichen Seele zu. Vornehmlich in seinen Novellenbänden 'Amok" und 'Verwirrung der Gefühle" entwickelte er die expressionistische Erzählkunst zu hoher Blüte. Als me .....
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Zweig, arnold

Die Wirkung Z.s ist merkwürdig zweigeteilt: in der DDR wurde er mit Ehrungen überschüttet, war er Abgeordneter der Volkskammer und Präsident der Akademie der Künste ; in der Bundesrepublik drang er trotz einiger prominenter Fürsprecher kaum in das Bewußtsein der literarischen Ã-ffentlichkeit; beste .....
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Zweig, stefan

»Jeder von uns, auch der Kleinste und Geringste, ist in seiner innersten Existenz aufgewühlt worden von den fast pausenlosen vulkanischen Erschütterungen unserer europäischen Erde; und ich weiß mir inmitten der Unzähligen keinen anderen Vorrang zuzusprechen als den einen: als Ã-sterreicher, als Jude .....
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Zweig,  Stefanie    





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