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Zweig, Arnold - Leben und Biographie



Arnold Zweig war einer der bedeutenden linksliberalen Autoren der späten Weimarer Republik. Der Pazifist wurde berühmt mit dem Anti-kriegs- und Justizroman Der Streit um den Sergeanten Grischa; in ihm zeichnet er das Gesamtbild einer unbarmherzigen Kriegsmaschinerie, in der Macht eindeutig vor Recht geht.
      Der Sohn eines Spediteurs studierte nach seiner Schulausbildung an verschiedenen Universitäten Germanistik, Anglistik, Romanistik, Philosophie, Kunstwissenschaft und Psychologie. Erste literarische Anerkennung erlangte er mit seinem Roman Die Novellen um Claudia . Die Werke des Religionsphilosophen Martin -> Buber machen ihn mit den Problemen der Juden Osteuropas bekannt. Mit Sigmund -^ Freud verband ihn ab 1929 eine enge Freundschaft.

      Nach der Teilnahme am Ersten Weltkrieg, unter anderem in Serbien und Frankreich , lebte Zweig als freier Schriftsteller zunächst am Starnberger See, dann in Berlin. Mit dem Roman Der Streit um den Sergeanten Grischa fand er das literarische Thema, das ihn sein ganzes Leben nicht mehr loslassen sollte: die möglichst konkrete Darstellung des Ersten Weltkriegs, die ihren Niederschlag unter anderem in den Romanen Junge Frau von 1914 und Erziehung vor Verdun fand. 1933 emigrierte Zweig nach Palästina, wo er jedoch schriftstellerisch nie richtig Fuß fassen konnte. 1948 kehrte er mit seiner Frau Beatrice nach Berlin zurück. Zweig wurde Abgeordneter der Volkskammer und 1950 erster Präsident der Deutschen Akademie der Künste in Berlin. Hier blieb der spätere Sozialist und Marxist, der in allen seinen Werken entschieden für eine humanistische Gesellschaftsordnung eintrat, bis zu seinem Tod.
      Der Streit um den Sergeanten Grischa
Vom stark sehbehinderten Arnold Zweig an insgesamt 63 Vormittagen diktiert, erregte der ursprünglich als Drama konzipierte pazifistische Roman bei seinem Erscheinen großes Aufsehen. Der Streit um den Sergeanten Grisc/io verhalf seinem Autor zu literarischer Weltgeltung und ist mehr als ein reiner Antikriegsroman: Zweig stellt hier das wilhelminische System gnadenlos an den Pranger - ein System, in dem sogar die Unschuldigen zu Mitschuldigen werden. Entstehung: Noch bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs zeigte Zweig vaterländische Begeisterung. Er glaubte an die Verteidigung deutscher Kulturwerte, legte eine klar nationalistische Haltung an den Tag und meldete sich freiwillig zum Kriegsdienst. Als Reservist wurde er 1915 eingezogen und den unbewaffneten Arbeitssoldaten zugeteilt. Er erlebte den Krieg in Flandern, Ungarn, Serbien und schließlich in der Nähe von VeTdun. Die grausame Härte des Grabenkampfs unmittelbar vor Augen, wurde ihm bewusst, dass es in jenem Krieg nicht um die Verteidigung höherer Werte, sondern um rein materielle Ziele ging.
      Ersten Niederschlag fand diese Einsicht in dem Drama Der Bjusehew, mit dem Zweig die Inhumanität der deutschen Heeresführung im deutschen Osten anprangern wollte. Das Drama schildert den authentischen Fall eines entwichenen und wieder aufgegriffenen russischen Kriegsgefangenen, der erschossen wird, obwohl sich der kommandierende General für Recht und Gerechtigkeit im deutschen Heer und damit gegen ein Todesurteil einsetzt. Mehrere Jahre später weitete Zweig diese novellistische Begebenheit mit großer Erzählfreude zu einem vielfigurigen Roman aus. Inhalt: Getrieben von der Sehnsucht nach seiner Frau und seiner neugeborenen Tochter flieht der russische Sergeant Grigorij lljitsch Pa-protkin aus einem deutschen Gefangenenlager. Tief in den Wäldern trifft er auf das Partisanenmädchen Babka und seine Männer, die ihm für eine Weile Unterschlupf gewähren. Babka rät ihm, sich im Falle seiner Ergreifung als der Ãœberläufer Bjusehew auszugeben. Doch gerade dies wird Grischa zum Verhängnis: Die deutschen Militärbehörden verdächtigen ihn als russischen Spion und verurteilen ihn zum Tode. Nachdem er seine wahre Identität beweisen kann, wird das Todesurteil zurückgenommen. Doch die Maschinerie ist in Gang gesetzt. Selbst einflussreiche Befürworter wie der den alten preußischen Tugenden verhaftete General von Lychow und seine Freunde können Grischanichl mehr helfen. Juristische Zuständigkeiten werden ignoriert, das Urteil wM vollstreckt.
      Zweig gibt anhand seines kunstvoll ausgesponnenen Präzedenzfalles Einblicke in Machtstrukturen und entlarvt ein -System von mörderischer Folgerichtigkeit. Gleichzeitig zeichnet er seine Figuren mit liebevoller Eindringlichkeit und gewinnt selbst General von Lychows mächtigem Gegenspieler Schieffen-zahn noch einige sympathische Züge ab. Wirkung: Als erster Roman von Format, der das hinter dem Krieg stehende Machtprinzip anprangerte, erzielte das Buch bei seinem Erscheinen große Wirkung. Von Linken und Liberalen wurde Zweig als »tapferer Friedenssoldat« gefeiert. In rechten und rechtsradikalen Blättern wurden Autor und Buch auf das Ãœbelste beschimpft. Sofort nach Erscheinen bewarben sich etliche Verleger aus dem Ausland um die Ãœbersetzungsrechte für den Roman, der in New York binnen kürzester Zeit eine Auflage von 2 5 000 Exemplaren erreichte.


Zweig, arnold

Die Wirkung Z.s ist merkwürdig zweigeteilt: in der DDR wurde er mit Ehrungen überschüttet, war er Abgeordneter der Volkskammer und Präsident der Akademie der Künste ; in der Bundesrepublik drang er trotz einiger prominenter Fürsprecher kaum in das Bewußtsein der literarischen Öffentlichkeit; beste .....
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Zweig, stefan

Geb. 28.11.1881 in Wien; gest. 23.2.1942 in Petropolis bei Rio de Janeiro »Jeder von uns, auch der Kleinste und Geringste, ist in seiner innersten Existenz aufgewühlt worden von den fast pausenlosen vulkanischen Erschütterungen unserer europäischen Erde; und ich weiß mir inmitten der Unzähligen k .....
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Arnold gehlens kraut und rüben

Im Mitteilungsblatt des Rheinisch-Westfälischen Verleger- und Buchhändler-Verbandes wurde unlängst ein Festvortrag veröffentlicht, den der Soziologe Arnold Gehlen, Professor an der Technischen Hochschule in Aachen, vor den Mitgliedern dieses Verbandes gehalten hat. Thema: »Soziologische Beiträge .....
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Osso, eis —» eis, egon und eis, otto ott, arnold e.

Pseud. für: Wilfried Otterstedt Biografie:*. A. E. Ott arbeitete nahezu ausschließlich als Hörfunkautor und veröffentlichte seit Beginn der 60er-Jahre eine Vielzahl von Kriminalhörspielen, überwiegend in der Produktion Radio Bremen. Seine Stücke sind konventionelle Spannungs- und Detektivgeschichten .....
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Breuer, w. arnold

Biografie: *17.8.1 in Heidenheim/ Brenz. W. Arnold Breuer war von 1974 bis 1980 Regierungsinspektoranwärter bzw. Regierungsinspektor z.A. bei der Oberfinanzdirektion Stuttgart. Er schied auf eigenen Wunsch aus der Beamtenlaufbahn aus, arbeitete als Filmstatist in Berlin und war und ist nebenberuflic .....
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Stefan zweig (i88i-i942)

begann mit symbolistischen Gedichten, wandte sich aber bald unter dem Einfluß des Wiener Arztes Sigmund Freud den Hintergründen der menschlichen Seele zu. Vornehmlich in seinen Novellenbänden 'Amok" und 'Verwirrung der Gefühle" entwickelte er die expressionistische Erzählkunst zu hoher Blüte. Als me .....
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Toynbee, arnold joseph

T. ist mit seinem Hauptwerk A Study of History , entstanden in zwölf Bänden von 1934 bis 1961. als der Universalhistoriker par excellence des 20. Jahrhunderts ins Bewußtsein der Öffentlichkeit eingegangen. Die herausragende Leistung T.s besteht darin, daß er die Historiographie zur Kulturtheorie un .....
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Rüge, arnold

Ãœber sein Verhältnis zur Hegeischen Philosophie äußert sich R. an einer Stelle seiner autobiographischen Aufzeichnungen Aus früherer Zeit: »Wir hatten ihn nie so verstanden, wie die Anwälte der religiösen und staatlichen Knechtschaft, die genug in ihm fanden, was für sie, aber auch gegen sein eigen .....
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Zweig, stefan

Letztes Gedicht Wegner, Matthias. In: Frankfurter Anthologie 13, 1990, S. 179 - 182. Weinzierl, Ulrich. In: Frankfurter Anthologie 18, 1995, S. 123 - 126. Ãœberglänzte Nacht Hubert, Gerda. In: Abend und Nacht in Gedichten, 1963, S. 78 - 82. .....
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Gehlen, arnold

Der Philosoph. Anthropologe und Soziologe G. war einer der umstrittensten deutschen Intellektuellen des 20. Jahrhunderts, der auch diejenigen faszinierte, die seinem Werk eher ablehnend gegenüberstanden. Philosophisch war er der Mann der Institutionen, des »objektiven Geistes«, und doch in jeder Zei .....
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Scholl, albert arnold

Retrospektiv Ried, Georg. In: Interpretationen moderner Lyrik, 1981, S. 103- 111. .....
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Arnold, gottfried

Ein Christ, ein Wunder Kranz, Gisbert. In: Siebenundzwanzig Gedichte, 1972, S. 70-73. .....
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Zweig, stefan

»Jeder von uns, auch der Kleinste und Geringste, ist in seiner innersten Existenz aufgewühlt worden von den fast pausenlosen vulkanischen Erschütterungen unserer europäischen Erde; und ich weiß mir inmitten der Unzähligen keinen anderen Vorrang zuzusprechen als den einen: als Österreicher, als Jude .....
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