Deutsche Literatur - Der literarische Treffpunkt


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Wittgenstein, Ludwig - Leben und Biographie



Ludwig Wittgenstein war der wichtigsten Vertreter der analytischen Philosophie, einer Strömung, die sich im 20. Jahrhundert vor allem im angelsächsischen Raum entwickelte und bei der Logik und Sprache im Zentrum der philosophischen Untersuchungen stehen.
      Wittgenstein war das achte Kind einer reichen Wiener Industriellenfamilie, die engen Kontakt zum zeitgenössischen künstlerischen Wiener Milieu pflegte. Nach einem abgebrochenen Ingenieurstudium ging Wittgenstein 1910 nach Cambridge, um bei Bertrand -^Russell Philosophie und Logik zu studieren. Im Ersten Weltkrieg meldete sich Wittgenstein freiwillig an die Front. 1918 beendete er sein Frühwerk, den Tractatus logico-philosophicus, in dem er Sprache als logisch geregeltes Abbild der Welt versteht. Nach der Fertigstellung des Tractatus wandte sich Wittgenstein für ein Jahrzehnt von der Philosophie ab. Er verschenkte sein ererbtes Vermögen und lebte u.a. als Volksschullehrer.

      Nach Kontakten mit dem Wiener Kreis, einer Gruppe von neopositivistisch orientierten Wissenschaftlern, kehrte Wittgenstein nach Cambridge zurück und lehrte dort ab 1929. Ab 1939 hatte er eine Professur inne, die er 1947 vorzeitig niederlegte. Bis zu seinem frühen Tod lebte Wittgenstein in England, Irland und Norwegen. In dieser Zeit schuf er sein zweites Hauptwerk, die Philosophischen Untersuchungen . Wittgenstein unterzieht darin sein Frühwerk einer umfassenden Kritik und entwickelt eine neue Konzeption von Sprache, die nicht minder einflussreich wurde als jene des Tractatus: Sprache gleicht hier eher einem logischen Spiel als einem logischen Kalkül.
      Tractatus logico-philosophicus
Der Tractatus logico-philosophicus ist einer der Klassiker der modernen Sprachphilosophie, durch den Sprache zum wichtigsten Thema der Philosophie des 20. Jahrhunderts wurde. Bis heute wird die darin entwickelte Bildtheorie von Sprache kontrovers diskutiert. Entstehung: Wittgenstein schrieb den Tractatus in den Jahren 1911-18, angeregt durch die logischen Untersuchungen von Bertrand ^Russell und Gottlob Frege . Zunächst war das Buch als rein logische und sprachphilosophische Abhandlung konzipiert, doch als Wittgenstein im Ersten Weltkrieg an der Front war, begann er, in das Buch auch Themen wie den Sinn des Lebens, Ethik und Ästhetik aufzunehmen. Aufgrund der ungewöhnlichen Struktur des Werks hatte Wittgenstein Probleme, einen Verleger zu finden; erst durch Russells Einfluss konnte es erscheinen. Struktur: Der Tractatus besteht aus streng durchnummerierten Sätzen von 1 bis 7, die durchnummerierte Untersätze enthalten. Durch diese strenge Struktur sollen das Ideal einer klaren Sprache und die wichtige Rolle der Logik ausgedrückt werden. Inhalt: Im Tractatus versucht Wittgenstein, eine Grenze zwischen sinnvollen und unsinnigen Sätzen, zwischen dem Sagbaren und dem Unsagbaren zu ziehen.
      Wittgenstein vertritt die Auffassung, dass sinnvolle Sätze Bilder der Tatsachen in der Welt sind und Sprache die Welt abbildet. Dieser Bildtheorie zufolge sind Sprache und Welt strukturgleich. Sprache besteht aus Sätzen, und Sätze bestehen aus Namen. Die Welt besteht aus Tatsachen, und diese wiederum bestehen aus Gegenständen. Aus der gleichen Struktur von Sprache und Welt erklärt sich auch, dass beide dieselbe Grenze haben: »Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt«, lautet Satz 5.6 des Tractatus.
      Eine wichtige Funktion kommt bei der Abbildung der Welt durch Sprache der Logik zu, da sie die Regeln angibt, durch die sinnvolle Sätze von unsinnigen unterschieden werden können. Alles, was sich klar sagen lässt, sind Tatsachensätze, deren Struktur die Logik beschreibt. Ãœber alles andere, wie z.B. Ethik, Ästhetik, den Sinn des Lebens und Mystik, lässt sich nur schweigen, aber es »zeigt« sich in unserer Sprache und in unserem Leben.
      Mit dieser Unterscheidung zwischen Sagen und Zeigen weist Wittgenstein der Sprache eine weitere wichtige Funktion zu. Durch sie wird der Schlusssatz des Buches »Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen«verständlich. Wittgenstein war der Ansicht, mit seiner Konzeption die philosophischen Probleme im Wesentlichen endgültig gelöst zu haben, denn die Fragestellungen dieser Probleme beruhen, wie er im Vorwort formuliert »auf dem Missverständnis der Logik unserer Sprache«. Wirkung: Das Buch wurde nach seinem Erscheinen schnell bekannt, insbesondere in England, wo Wittgenstein aufgrund dieses Erfolges zum Professor ernannt wurde.
      In Wien beeinflusste das Buch eine Gruppe von Naturwissenschaftlern und Philosophen, die sich »Wiener Kreis« nannte. Viele Mitglieder der Gruppe emigrierten aus politischen Gründen in den 1930er Jahren in die USA und beeinflussten dort die Philosophie nach dem Zweiten Weltkrieg maßgeblich. Neben Frege und Russell wurde Wittgenstein dadurch zu einem der Gründer einer der wichtigsten philosophischen Strömung im 20. Jahrhundert, der analytischen Philosophie. Der Tractatus schuf ein Ideal von Klarheit, Ausdrucksschärfe und Genauigkeit, das viele Philosophen übernahmen. Sprachanalyse gehört seit diesem Werk zu den zentralen Aufgaben der modernen Philosophie. Darüber hinaus hatte der Tractatus aber auch großen Einfluss auf die Literatur und andere Künste.
      Viele Autoren griffen Wittgensteins Unterscheidung zwischen Sagen und Zeigen auf, wie z.B. Thomas -^Bernhard, Peter -^Handke und Ingeborg -»Bachmann. Literatur wird z.B. bei Bachmann als eine Kunst gesehen, bei der die Funktion, etwas Unsagbares zu zeigen, im Vordergrund steht.


Wittgenstein, ludwig

Im September 1920 nahm im abgelegenen Trattenbach in Niederösterreich ein Sonderling saue Tätigkeit als Volksschullehrer auf. Die ihm eigentlich zugewiesene Stelle in einem Wallfahrtsort hatte er ausgeschlagen: »Hier gibt es einen Park und einen Springbrunnen, ich wünsche aber gänzlich ländliche Ver .....
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Weerth, georg ludwig

Kein schöner Ding ist auf der Welt, als seine Feinde zu beißen — ein Gedichttitel, der — als Selbstaussage verstanden — vielfältigen Aufschluß über W.s Lebenshaltung, Schreibabsichten und literarische Technik zu geben vermag und zugleich Nähe und Differenz zu Heinrich Heine kennzeichnet: Negat .....
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Otto ludwig (i8i3-i865)

Krankheit und Ãœberschätzung der eigenen Fähigkeiten beschatteten sein Leben und führten ihn zunächst in falscher Richtung auf das Drama. Im Erfolg seines Bühnenstücks 'Der Erbförster" glaubte er, sein dramatisches Talent bestätigt zu sehen. Im Ringen um ein neues Drama im Sinne Shakespeares gelang .....
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Ludwig uiiland (i787-i862)

Ludwig Uhland war der bedeutendste Vertreter der schwäbischen Romantik. Ursprünglich Jurist, widmete er sich später dem Studium der altdeutschen Sprache und Dichtung und erhielt eine Professur in Tübingen. Er gehörte der Frankfurter Nationalversammlung an, in der er als Vorkämpfer für ein mit einem .....
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Ludwig achim von arnim (i78i-i83i)

In 'Des Knaben Wunderhorn" sammelten Brentano und Arnim eine Fülle von Liedern, die sowohl aus dem Volke stammten wie auch für das Volk gedacht waren. Gerade die Tatsache, daß sie selbst auch einige Strophen und ganze Gedichte einstreuten, verlieh der Sammlung ihr eigenes Gepräge. Goethe, dem die be .....
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Ludwig tieck (i773-i853)

Tieck, der gleich Wackenroder aus Berlin stammte und mit diesem gemeinsam in Erlangen studierte, ist der fruchtbarste und vielseitigste unter den Frühromantikern. Ein Mensch der Phantasie, der Stimmungen und Träume und zugleich mit einem scharfen Verstände begabt, ist es ihm zeitlebens nicht gelunge .....
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Frühlingsglaube - ludwig uhland

Vergleich Ludwig Uhland, Frühlingsglaube, mit Eduard Mönke, Er ist 's Charakteristisch für Uhlands Gedicht ist die in jeder Strophe durchgeführte Wendung vom Außen zum Innen . Die beiden Strophen sind gleich in den Reimvokalen, bei den klingenden Reimen auch in den Reimwörtern. Feinfühlig ist vermi .....
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Zinzendorf, nikolaus ludwig von

Lied vor eine Königl. Erb-Printzeßin Reichel, Jörn. In: Gedichte und Interpretationen 2, 1983, S. 40 - 52. .....
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Uhland, ludwig

Am 18. Oktober 1816 Binder, Alwin und Scholle, 1975, S. 95 - 96. Dietrich. In: Ca ira, Das Glück von Edenhall Baumgärtner, Alfred Clemens. In: Erzählgedicht, 1979, S. 87 - 93. Ueding, Gert. In: Balladen / Interpretation, 1988, S. 212 - 225. Das Schloß am Meer Titzmann, Michael. In: .....
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Ludwig anzengruber (i839-i889)

seine eindringlichen und eigenwilligen Gestalten. In der Tradition des Wiener Volksstückes stehend , erhob er das realistische Volksstück zur wertvollen literarischen Gattung. Kraftvolle Charakterzeichnung und starke theatralische Effekte sind seine Vorzüge. Es sind derbrealistische Allegorien, in d .....
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Mit ludwig thoma (i867-i92i)

leistete auch Bayern einen bedeutenden Beitrag zur naturalistischen Heimatdichtung. Am stärksten ist Thoma dort, wo er unmittelbar aus der Seele seiner Bauern heraus gestaltet. Neben den großen Romanen 'Andreas Vöst", 'Der Wittiber" und 'Der Ruepp" stehen kleine, meisterliche Erzählungen, zusammenge .....
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Ludwig christoph heinrich hölty (i748-i776): ihr freunde ... fragment, dem keine zeile fehlt

Ihr Freunde hänget, wann ich gestorben bin, Die kleine Harfe hinter dem Altar auf, Wo an der Wand die Totenkränze Manches verstorbenen Mädchens schimmern. Der Küster zeigt dann freundlich dem Reisenden Die kleine Harfe, rauscht mit dem roten Band, Das, an der Harfe festgeschlungen, Unter den golde .....
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Valentin, karl (d. i. valentin ludwig fey)

Bertolt Brecht: »Dieser Mensch ist ein durchaus komplizierter, blutiger Witz.« Alfred Kerr: »Woraus besteht er? Aus drei Dingen. Aus Körperspaß. Aus geistigem Spaß. Und aus gewollter Geistlosigkeit.« Kurt Tucholsky: »ein selten trauriger, unirdischer, maßlos lustiger Komiker, der links denkt.« Alfre .....
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Uhland, ludwig

Der Tod des »Volksdichters«, als der er in der Flut der Glück- wünsche zu seinem 75. Geburtstag knapp über ein halbes Jahr zuvor häufig angesprochen wird, demonstriert noch einmal das Ausmaß seiner Beliebtheit quer durch die sozialen Schichten. Gedenkfeiern finden i .....
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Tieck, ludwig

T. ist als Klassiker kein lebendiger Bestandteil der heute gelesenen Literatur. Daß sein Name am geläufigsten blieb in Verbindung mit der maßgeblichen deutschen Shakespeare-Ãœbersetzung, zu der er streng genommen keine Zeile beitrug, die er vielmehr, nach August Wilhelm Schlegels Rückzug, als Reda .....
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Ludwig, otto

Dichter zu sein, hieß zu L.s Lebzeiten, als Dramatiker etwas zu gelten: »Nach der Seite hin einen guten Wurf, und man ist durch. Alles andre wird doch nur wie Larifari betrachtet« . Mehr als zwei Jahrzehnte literaturkritischer und schriftstellerischer Arbeit setzte L. an diesen großen Wurf. Doch als .....
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Ludwig achim von arnim - von volksliedern â–  an kapellmeister reichardt

[...] Ein schönes Lied in schlechter Melodie behält sich nicht, und ein schlechtes Lied in schöner Melodie verhält sich und verfängt sich, bis es herausgelacht; wie ein Labyrinth ist es: einmal hinein, müssen wir wohl weiter; aber aus Furcht vor dem Lindwurm, der drin eingesperrt, suchen wir gleich .....
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Ludwig tieck - shakespeares behandlung des wunderbaren

Man hat oft Shakespeares Genie bewundert, das in so vielen seiner Kunstwerke die gewöhnliche Bahn verläßt und neue Pfade sucht; bald Leidenschaften bis in ihre feinsten Schattierungen, bald bis zu ihren entferntesten Grenzen verfolgt; bald den Zuschauer in die Geheimnisse der Nacht einweiht und ihn .....
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Gertrud kolmar (gertrud chodziesner, i894-i943): ludwig xvi., i775

Begegnung mit dem künftigen Henker Das Gedicht konfrontiert zwei historische Gestalten miteinander, den auf einem Höhepunkt seines Lebens stehenden letzten französischen König vor der Großen Revolution, und einen noch unbekannten »Schüler aus Arras«, Ludwigs späteren großen Widersacher Robespierr .....
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Ludwig uhland (i787-i862): frühlingsglaube - nun muss sich alles, alles wenden

Frühlingsc.laube Die linden Lüfte sind erwacht, Sie säuseln und weben Tag und Nacht, Sie schaffen an allen Enden. O frischer Duft, o neuer Klang! Nun, armes Herze, sei nicht bang! Nun muß sich alles, alles wenden. Die Welt wird schöner mit jedem Tag, Man weiß nicht, was noch werden mag, Das B .....
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Tieck, ludwig

An denselben Gnüg, Hiltrud. In: Entstehung, 1983, S. 96 - 98. Glosse Klussmann, Paul Gerhard. In: Gedichte und Interpretationen 3, 1984, S. 342 - 357. Melankolie Loquai, Franz. In: Gedichte und Interpretationen 3, 1984, S. 99- 113. O Wald, was sagst du? Naumann, Walter. In: Traum und .....
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Strauss, ludwig

Land Israel Bayerdörfer, Hans-Peter. In: Ludwig Strauss, 1982, S. 50 - 66 und S. 123 - 127. .....
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Feuerbach, ludwig

F. hat sein philosophisches Programm 1848 in Heidelberg auf die kurze Formel gebracht: »die Menschen aus Theologen zu Anthropologen, aus Theophilen zu Philanthropen, aus Kandidaten des Jenseits zu Studenten des Diesseits, zu freien, selbstbewußten Bürgern der Erde zu machen«. Dieses Programm war Res .....
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Altenberg, ludwig

Am Donoper Teich bei Detmold Neis, Edgar. In: Städte und Landschaften, 1978, S. 61 - 62. .....
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Hölty, ludwig heinrich christoph

»Man kann sich ihn aus dem Gebäude der deutschen Literaturgeschichte hinwegdenken, ohne daß dieses zusammenbräche, aber es fehlte ein hebgewordener Schmuck, den wir ungern vermissen würden« . Zum Schmuck für den bürgerlichen Salon ist H. vor allem als Textdichter für Wolfgang Amadeus Mozart und Joha .....
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Wittgenstein,  Ludwig    





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