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Weininger, Otto - Leben und Biographie



Die 1903 in erweiterter Fassung erschienene Dissertation Geschlecht und Charaktervon Otto Weininger wurde zu einem Kultbuch der literarischen und künstlerischen Moderne; es spiegelt den Zeitgeist der Jahrhundertwende -auch in seinen Widersprüchen.
      Weininger. Sohn eines jüdischen Goldschmieds, studierte 1898-1902 an der Universität Wien Philosophie und Psychologie und besuchte mathematische, naturwissenschaftliche und medizinische Vorlesungen. 1902 promovierte er; im selben Jahr konvertierte er zum Protestantismus. Parallel zu Sigmund -> Freud und anderen Wissenschaftlern entwickelte Weininger die Theorie der Bisexualität in der Natur und beim Menschen. Die Nachricht vom Selbstmord Weiningers in Beethovens Sterbehaus in Wien am 4. Oktober 1903 erregte großes Aufsehen und machte sein Buch berühmt. Aus dem Nachlass von Weininger erschienen die Schriften Ãœber die letzten Dinge und Die Liebe und das Weib .
      Geschlecht und Charakter
Mit Geschlecht und Charakter über die Psychologie der Geschlechter entwickelt Otto Weininger biologistische, romantische und psychologische Ideen seiner Zeit weiter. Die von ihm entworfene Karikatur der Frau bzw. des Juden entspricht einigen Tendenzen der zeitgenössischen wissenschaftlichen, philosophischen und literarischen Strömung.
      Inhalt: Weininger stellt die Theorie der psychisch-physischen Bisexualität des Menschen auf. Jeder und jede Einzelne nimmt eine Zwischenstufe zwischen den idealtypischen Polen »Mann« und »Weib« ein. Alle werden nach einem mathematisch formulierten »Gesetz der sexuellen Anziehung« von ihrem »Komplement« angezogen: Ein Mann mit der Gleichung !/ M + '/+ W sucht eine Frau mit der Gleichung 3/4 W +'/« M .
      Im ersten Teil seines Werks begründet Weininger seine Psychologie auf dem psycho-phy-sischen PaTallelismus: Die Sexualität präge sämtliche Teile des Körpers wie auch der Psyche. Daraus leitet Weininger eine Theorie der Homosexualität ab, die seiner Ansicht nach angeboren sei und einen Sonderfall der menschlichen Bisexualität darstelle; beim Homosexuellen seien die »normalen« Anteile an M und W vertauscht. Dem Weib ordnet Weininger den Trieb, dem Mann den Geist zu; die höchste Erscheinungsform des Männlichen sei das Genie, während die Frau aus biologischen Gründen zu keiner geistigen Orientierung oder schöpferischen Produktivität fähig sei.
      Im zweiten Teil seines Werks setzt Weininger sein dualistisches Denken fort, indem er die Bipolarität von Wahrheit und Falschheit, Gut und Böse, Gott und Teufel, Heiligem und Verbrecher, Mutter und Prostituierter, anführt. Diese Pole führt er ebenso bei den Geschlechtern sowie bei den menschlichen Rassen der Arier und Juden an. Weininger bezeichnet die rechtliche Gleichstellung von Männern und Frauen, Juden und Nicht-Juden als moralische Pflicht. Die Unterdrückung der Frau werde durch die sexuelle Anbindung des Weibes an den Mann erklärt, sie könne daher nur durch die endgültige Ãœberwindung der männlichen Sexualität beseitigt werden. Weininger wollte mit seinem Werk vor allem vor den Gefahren einer »Verweiblichung« der Kultur seiner Zeit warnen.
      Wirkung: Das Werk ist von den Zeitgenossen sehr ernst genommen, von den Gegnern im Detail kritisiert und von vielen Rezensenten mit
Lob überhäuft worden. Viele sahen in Weinin-ger den Helden, der ihre innere Unruhe und ihre Revolte verkörperte. Der österreichische Kultur-und Gesellschaftskritiker Karl Kraus sowie August -> Strindberg haben das Werk begeistert aufgenommen; es beeinflusste Schriftsteller und Philosophen wie Georg -> Trakl und Ludwig -> Wittgenslein. Vertreter der wissenschaftlichen Psychologie verrissen es jedoch, so z.B. in einer bibliografischen Zusammenstellung der Veröffentlichungen über die Psychologie der Geschlechter im Psychological Bulletin von 1910. In dem Artikel wird festgestellt, dass Werke wie Geschlecht und Charakter oder Ãœber den physiologischen Schwachsinn des Weibes von Paul Julius Moebius überholt seien und dass die moderne Forschung auf diesem Gebiet zu einer soziologischen Erklärung der psychologischen Unterschiede zwischen Mann und Frau neige.
      Die Thesen von Weinin-ger dienten als Quelle frauenfeindlicher und antisemitischer Ideologien. Der Philosoph Theodor Lessing sah in ihm ein Beispiel des so genannten jüdischen Selbsthasses . Weiningers Leben und Freitod sind in dem Theaterstück Weiningers Nacht von Joshua Sobol und in dem Roman Weiningers Ende von Miklos Hernädi literarisch gestaltet worden.
     


Weininger, otto

Am 8. 10. 1903 schreibt die Wiener Allgemeine Zeitung: »Vor einigen Tagen hat sich hier in Wien ein junger Mann, namens Otto Weininger, Doktor der Philosophie, durch einen Revolverschuß getötet... Geistige Zerrüttung infolge angestrengten Studiums, hieß es. habe den Vierundzwanzigjährigen zum Selbst .....
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Otto flake

Daß in Deutschland sich um die Probleme des Tages einer müht, der nicht befürchtet, sich mit seiner Opposition in aussichtslosen Widerspruch zu der Realität zu setzen, ist so selten, daß es gebucht werden will. Brauchen wir nicht eine Stärkung von außen? Macht es nicht Mühe, tagaus, tagein dasselbe .....
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Osso, eis —» eis, egon und eis, otto ott, arnold e.

Pseud. für: Wilfried Otterstedt Biografie:*. A. E. Ott arbeitete nahezu ausschließlich als Hörfunkautor und veröffentlichte seit Beginn der 60er-Jahre eine Vielzahl von Kriminalhörspielen, überwiegend in der Produktion Radio Bremen. Seine Stücke sind konventionelle Spannungs- und Detektivgeschichten .....
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Eis, egon und eis, otto

Pseud. für: Egon Eisler und Otto Eisler; auch unter den Pseud.: Egon van Eyss, Osso van Eyss, Osso Eis Biografie: Egon Eis: *6.10.1 in Wien, t6.9.1 in München. Otto Eis: *19.3.1 in Budapest, tl4.1.1 in Hollywood. O. Eis, Sohn eines Bauunternehmers, begann seine literarische Tätigkeit mit Humoresken, .....
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Cotton, jerry

Pseud. für: Walter Appel, Kurt Brand, Rolf A. Bürkle, Edmund Diedrichs, Günter Dönges, Uwe Erichsen, Paul Ernst Fackenheim, Wolfgang Fechtner, Holger Friedrichs, Horst Friedrichs, Horst Gehrmann, Karl Heinz Günther , Karl Heinz Hackmann, Fritjof Haft, Uwe Haft, Helmut Hartmann, Gerhart Hartsch, Pete .....
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Otto ludwig (i8i3-i865)

Krankheit und Ãœberschätzung der eigenen Fähigkeiten beschatteten sein Leben und führten ihn zunächst in falscher Richtung auf das Drama. Im Erfolg seines Bühnenstücks 'Der Erbförster" glaubte er, sein dramatisches Talent bestätigt zu sehen. Im Ringen um ein neues Drama im Sinne Shakespeares gelang .....
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Wiemer, rudolf otto

Wenn Gott Mensch wäre Schröer, Henning. In: Moderne dt. Literatur, 1972, S. 152- 154. .....
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Loeben, otto heinrich graf von

Loreley Mohr, Franz Karl. In: Wächter 38, 1957, H. 3, S. 42 - 52. .....
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Linde, otto zur

Vorstadt Neis, Edgar. In: Mond in der Lyrik, 1971, S. 63 - 64. .....
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Krille, otto

Die Spulerin Neis, Edgar. In: Welt der Arbeit, 1975, S. 36 - 37. .....
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Ernst, otto

Nis Randers Wilhelmsmeyer, Johannes. In: Gedichtstunde, 1964, S. 141 - 144. Neis, Edgar. In: Sechsundsechzig Balladen, 1991. S. 102- 104. .....
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Bierbaum, otto julius

Abendlied Nentwig, Paul. In: Dichtung im Unterricht, 1969, S. 130- 131. Er entsagt Buch, Hans Christoph. In: Frankfurter Anthologie 6, 1982, S. 117- 120. .....
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Ludwig, otto

Dichter zu sein, hieß zu L.s Lebzeiten, als Dramatiker etwas zu gelten: »Nach der Seite hin einen guten Wurf, und man ist durch. Alles andre wird doch nur wie Larifari betrachtet« . Mehr als zwei Jahrzehnte literaturkritischer und schriftstellerischer Arbeit setzte L. an diesen großen Wurf. Doch als .....
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Weininger,  Otto    




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