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Waugh, Evelyn - Leben und Biographie



Der konservative Zyniker und Kulturpessimist Evelyn Waugh warnte in seinen Gegenwartsromanen vor einem drohenden Sinn- und Werteverlust. Neben Graham -» Greene zählt Waugh zu den bedeutendsten katholischen Schriftstellern Englands.
      Der Sohn eines Verlegers war nach seinem Kunststudium an Privatschulen tätig, bevor ihm erste schriftstellerische Erfolge eine unabhängige Existenz erlaubten. Mit komisch-satirischen

Gegenwartsromanen wie Auf der schiefen Ebene übte Waugh Kritik an gesellschaftlichen Missständen und an der Vergnügungssucht seiner Generation. Als Journalist unternahm er ab 1928 ausgedehnte Reisen durch Europa, Amerika, Afrika und den Nahen Osten. In seinen Reisebüchern kritisierte Waugh die Entkolonisierung des Empire, was ihm den Ruf eines Reaktionärs eintrug. Viel Beachtung fanden Waughs Biografien. Nach seiner Konversion zum Katholizismus beklagte Waugh in seinen Werken zunehmend den Werteverlust der modernen Gesellschaft {Eine Handvoll Staub, 1934; Tod in HollywooD).
      Zu den eindrucksvollsten literarischen Auseinandersetzungen mit dem Zweiten Weltkrieg zählt Waughs Kriegstrilogie Ohne Furcht und Tadel .
      Tod in Hollywood
Die bissige Satire, mit dem Untertitel Eine anglo-amerikanische Tragödie, auf die US-amerikanischen Bestattungsbräuche mit Seitenhieben auf den Filmbetrieb in Hollywood ist typisch für das von Zynismus und Sarkasmus geprägte Frühwerk von Evelyn Waugh.
      Inhalt: Der Roman spielt im Hollywood der Nachkriegszeit. Durch den Selbslmord seines Proteges, eines abgewirtschafteten britischen Filmautors, kommt der junge Dichter Barlow in Kontakt mit einem exklusiven Beerdigungsinstitut. Hier wird der Tod durch hübsche Leichen-kleidung, Schminke, bisweilen sogar operative Verschönerungen der Verblichenen verdrängt. Mit Aimee, einer Kosmetikerin des Instituts, beginnt Barlow eine kurze Affäre. Als Autor in Hollywood bislang ohne Erfolg, nimmt er einen Job in einem ähnlichen Institut an, das jedoch seine Segnungen nicht Menschen, sondern Tie-Ten angedeihen lässt. Das Liebesabenteuer mit Barlow stürzt Aimee in einen tiefen inneren Konflikt: Sie kann sich nicht entscheiden zwischen dem skrupellosen Zyniker Barlow und ihrem Chef und Verlobten Mr. Joyboy, einem infantilen Weichling mittleren Alters. In ihrer Not wendet sie sich an einen Briefkastenonkel und befolgt schließlich dessen zynisch gemein-ten Rat, Selbstmord zu begehen. Als Joyboy um den Ruf seines Unternehmens fürchtet, sorgt Barlow dafür, dass Aimees Leiche diskret im Tierkrematorium entsorgt wird. Wirkung: Der kurze Roman, der den Infantilismus des US-amerikanischen Lebens, die Heuchelei und Verantwortungslosigkeit anprangert, löste aufgrund seiner anti-amerikanischen Haltung heftige Kontroversen aus. In Europa förderte er eine US-kritische Einstellung, die sich in der Nachkriegszeit auch auf die allgemein empfundenen Ohnmacht gegenüber dem US-amerikanischen Aufstieg zur Weltmacht stützte. Der Roman, der inzwischen zu den großen Satiren der Weltliteratur gezählt wird, wurde 1964 von Tony Richardson verfilmt.
      Die wichtigsten Bücher von Evelyn Waugh
Aufderschiefen Ebene 1928 Ohne eigene Schuld wird der biedere Theologiestudent Paul Pennyfeather in Intrigen und Machenschaften von Studenten, Mitgliedern der High-Society und der Kirche verwickelt.
      Schwarzes Unheil 1932 Die bitterböse Satire spielt auf einer fiktiven afrikanischen Insel. Nach seinem Studium in Oxford will Kaiser Seth in seiner Heimat die »Segnungen« der Zivilisation einführen.
      Eine Hand-vollStaub 1934 Der Engländer Tony Last wird bei einer gescheiterten Amazonas-Expedition von einem Mischling gerettet, der sich jedoch weigert, ihn wieder in die Zivilisation zu entlassen.
      Wiedersehen mitBrides-head, 1945 Waugh beschreibt den Niedergang der katholischen Familie Marchmain: Während der Sohn dem Alkohol verfällt, verliert die Tochter den Geliebten durch ihre Fixierung auf den Glauben.
      Tod in Hollywood 1948 Durch die Beschreibung eines amerikanischen Beerdigungs- sowie eines Tierbestattungsinstituts führte Waugh in dem Roman die Verharmlosung desTodes ad absurdum.
      Ohne Furcht und Tadel 1965 In seiner zunächst in drei Einzelbänden [Männerin Waffen, 1952; Offi-cers and Gentlemen, 1955; Bedingungslose Kapitulation, 1961) erschienenen Trilogie vertrat Waugh das Geschichtsbild, dass sich alle hehren Kriegsziele in ihr Gegenteil verkehren.
     


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