Deutsche Literatur - Der literarische Treffpunkt


Autoren

Index
» Autoren
» Walker, Alice

Walker, Alice - Leben und Biographie



Alice Walker zählt zu den profiliertesten Schriftstellerinnen der Gegenwart. Sie veröffentlichte zahlreiche Romane, mehrere Erzähl- und Gedichtbände sowie eine Reihe von Kinderbüchern.
      Walker war das jüngste von acht Kindern einer mittellosen Landarbeiterfamilie. Mit acht Jahren wurde sie von einem ihrer Brüder mit einer Waffe am Auge verletzt; sie fühlte sich körperlich entstellt und zog sich zurück. In ihrer häuslichen Isolation las sie viel und begann Gedichte zu schreiben. Ab 1961 studierte sie mit einem Begabtenstipendium am Spelman College für junge afroamerikanische Frauen in Atlanta Literaturwissenschaft. 1965 schloss sie ihr Studium am Sarah Lawrence College in New York ab. In den 1960er Jahren begann Walker sich für die Bürger- und Frauenrechtsbewegung zu engagieren. Ab 1972 war sie als Dozentin an verschiedenen Universitäten tätig. Die Autorin lebt heute in Kalifornien.

      Seit 1968 erschienen Gedichte, Romane und Kurzgeschichten Walkers. Zu ihren bekanntesten Romanen gehören Das dritte Leben des Grange Copeland , Meridian , Im Tempel meines Herzens und Sie hüten das Geheimnis des Glücks .

     
Afroamerikanischer Frauenliteratur
Zora Neale Hurston 1937 Und ihre Augen schauten Gott: Janie Starks versucht ihre Identität als Frau nicht nur in den Beziehungen zu einer Reihe von Männern, sondern auch als Erzählerin zu finden.
      Paule Marshall 1969 Erwählter Ort, zeitlosesVolk: In einer armen Gemeinde auf einer Karibikinsel leben Schwarze und Weiße zwargemeinsam, doch in wirtschaftlicher Versklavung.
      Maya Angelou 1970 Ich weiß, dass der gefangene Vogel singkDas Buch ist der erste Band der Au-tobiografie von Angelou, die ihr Selbst- und Rollenverständnis als Frau zwischen US-amerikanischer Kultur und afrikanischem Leitbild abklären möchte.
      Alice Walker 1982 Die Farbe Lila: Durch die Freundschaft mit der Sängerin Shug Avery, der Geliebten ihres Ehemanns, lernt sich Cecile sowohl als Frau als auch als Schwarze zu emanzipieren.
      Gloria Naylor 1982 Die Frauen vom Brewster P/oce:Sieben Geschichten erzählen das Leben von sieben Frauentypen, die in einem Slum, in einer Sackgasse im doppelten Sinne, wohnen.
      Audre Lorde 1982 Zam/'-e/ne/Wytr/ob/ografie.Erzählungen aus dem eigenen Leben der Autorin in den 1930er bis 1950er Jahren werden vermischt mit afrikanischen und karibischen Mythen.
      Toni Morrison 1987 Menschenkind: Die Versklavung, ein Fluchtversuch, der Mord an ihrerjüng-sten Tochter und die afrikanischen Traditionen werfen lange Schatten über das Leben von Sethe.
      Terry McMillan 1996 Männer sind die halbe Miete: hus dem Urlaubsflirt der 40-jährigen Karrierefrau Stella wird Liebe. Einziger Schönheitsfehler: Winston Shakespeare ist gerade mal halb so alt wie sie...

      Die Farbe Lila
Alice Walker thematisiert in ihrem bekanntesten Roman die zweifache Unterdrückung schwarzer Frauen durch eine rassistische weiße Gesellschaft sowie durch die patriarchale Haltung schwarzer Männer innerhalb der afroamerikanischen Kultur. Die Farbe Lila wurde insbesondere durch die gleichnamige Verfilmung von Steven Spielberg aus dem Jahr 1986 mit Whoopi Goldberg in der Hauptrolle einem breiten Publikum bekannt.
      Inhalt: Celie, die mit 13 Jahren erstmals von ihrem Vater vergewaltigt wurde, übernimmt mit dem Tod der Mutter nicht nur die Haushaltspflichten, sondern bleibt Objekt der sexuellen Begierde ihres Vaters. Um ihre Schwester Nettie zu schützen, wehrt sie sich nicht. Zweimal wird Celie schwanger, die beiden Kinder gibt der Vater weg. Als der Witwer Albert Nettie heiraten will, bekommt er stattdessen Celie. Diese muss sich nun um die Kinder und den Haushalt von Albert kümmern sowie die Feldarbeit erledigen. Albert schlägt sie regelmäßig und beutet sie sexuell ebenso aus wie ihr Vater.
      Eines Tages bringt Albert seine Geliebte, die glamouröse Sängerin Shug Avery, nach Hause. Celie pflegt die kranke Shug und die beiden gänzlich unterschiedlichen Frauen freunden sich an. Celie erfährt von Shug, dass ihr Mann eigentlich Albert heißt und dass körperliche Liebe schön sein kann. Celie verliebt sich in sie und lernt von ihr eine gewisse Selbstachtung. Als erster Schritt in die Emanzipation beginnt Celie, für sich und Shug Hosen zu nähen; hieraus entwickelt sich später ein florierendes Geschäft, mit dem Celie auch finanzielle Unabhängigkeit erlangt. Als Celie Briefe von Nettie entdeckt, die Albert ihr jahrelang vorenthalten hatte, erfährt sie, dass Nettie inzwischen zusammen mit Celies Kindern in Afrika lebt.
      Mit zunehmendem Selbstbewusstsein kann Celie die übermächtige Vaterfigur beiseite schieben ; sie entdeckt, dass der Mann, der sie aufzog, nicht ihr leiblicher Vater war. Shug erklärt Celie, dass Freude am Leben und an der Schöpfung der Wille Gottes sei und dass es Gott ärgere, »wenn du irgendwo in einem Feld an der Farbe Lila vorbeigehst und sie nicht siehst.« Celie beschließt, ihren Mann zu verlassen und mit Shug nach Memphis zu gehen.
      Mit Celies Aufbruch aus ihrer Unterdrückung erfährt auch Albert eine Verwandlung: Er leidet unter seiner Einsamkeit sowie dem Verlust der beiden Frauen. Als Shug mit einem jugendlichen Liebhaber auf Reisen geht, verbindet der Liebeskummer die Verlassenen Celie und Al-bert; doch trotz der Annäherung lehnt Celie Al-berts Antrag ab, zu ihm zurückzukehren. Ihr Herz gehört Shug, mit der sie eine geistige wie körperliche Liebe verbindet und die schließlich zu ihr zurückkehrt. Als ihre Schwester Nettie mit den Kindern in das eigene Haus, das der Vater ihnen vererbt hat, zurückkehrt, beginnt für Celie endlich ein glückliches Leben. Aufbau: Der Roman ist in Briefform geschrieben. Die Briefe richten sich zunächst an Gott; Wortstellung und Schreibweise sind umgangssprachlich. Im letzten Teil des Romans sind die Briefe an die Schwester Nettie gerichtet, als Antwort auf die Briefe, die Nettie über Jahre hinweg an Celie geschrieben hatte. Wirkung: Für ihren bedeutendsten Roman erntete Walker neben goßer Anerkennung auch die Kritik, dass sie mit den schwarzen Männern zu hart ins Gericht gegangen sei. Der Roman wurde mit dem Pulitzerpreis und dem American Book Award ausgezeichnet.


 Tags:
Walker,  Alice    





Impressum | Datenschutz

Tags: a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z
Kontact Sitemap
Copyright © litde.com