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Wahlöö, Per/ Sjöwall, Maj - Leben und Biographie



Das Autoren-Ehepaar Per Wahlöö und Maj Sjöwall gewährte den Lesern mit seinen Kriminalromanen tiefe Einblicke in die schwedische Gesellschaft der 1960er und 70er Jahre. Von einer sozialistischen Position aus - beide waren Mitglied der schwedischen Kommunistischen Partei - kritisierten sie Machtmissbrauch, Korruption und soziale Kälte im vermeintlichen Wohlfahrtsstaat Schweden.

      Wahlöö begann wie seine spätere Ehefrau Sjöwall seine publizistische Karriere als Journalist; er arbeitete für schwedische Zeitschriften und Zeitungen. Zeitweise lebte er in Spanien, bis er 1956 wegen seiner politischen Einstellung vom Franco-Regime ausgewiesen wurde. Seine Spanienerfahrungen verarbeitete er in den Romanen Wind und Regen und Dos Lastauto . Sein erfolgreichster Roman wurde Mord im 31. Stock, eine Anti-Utopie der schwedischen Presselandschaft.
      Sjöwall war nach ihrem Journalistik- und Grafik-Studium in Stockholm als Artdirector bei einer schwedischen Zeitschrift tätig, ehe sie Wahlöö kennen lernte und mit dem Schreiben der Geschichten um Martin Beck begann.
      1965 veröffentlichte das Autoren-Ehepaar Die Tote im Götakanal, den ersten gemeinsam recherchierten und gemeinsam geschriebenen Kriminalroman mit Martin Beck. Bis 1975 ließen sie jährlich einen Band um den Stockholmer Kommissar und seine Kollegen folgen.
      Die Terroristen
Die Terroristen ist der letzte von zehn Bänden des Kommissar-Beck-Zyklus von Per Wahlöö und Maj Sjöwall. Leser konnten nicht nur das Berufsleben, sondern auch die private Entwicklung der überaus menschlich gezeichneten Figuren verfolgen. In seinem Romanleben steigt Martin Beck, ein melancholischer Held mit einer gescheiterten Ehe und romantischen Affären, bis zum Leiter der Reichsmordkommission in Stockholm auf. Zugleich wachsen aber auch seine Zweifel am schönen Schein des bürokratischen Wohlfahrtsstaats Schweden, den Sjöwall/ Wallöö als Polizeistaat entlarven.
      Inhalt: In Die Terroristen begegnet Kommissar Beck der organisierten Kriminalität in Form der internationalen Terrorgruppe ULAG, die in Stockholm einen Anschlag auf einen US-amerikanischen Senator plant, der Schweden besucht. Beck soll das Attentat verhindern. Dies gelingt durch eine geschickte Manipulation in den Medien: Zwar geht die Bombe hoch, aber die Polizei hat die Terroristen über die Ankunftszeit und die Fahrtroute des Senators getäuscht. Parallel zum Antiterroreinsatz beginnt der Prozess gegen die Bankräuberin Re-becka Lind, die in höchster persönlicher Verzweiflung versucht, Geld zu erbeuten. Sie will den Vater ihres Kindes, einen amerikanischen Soldaten, dem sie als Deserteur Unterschlupf gewährt hatte, in die USA folgen. Weil sie weder privat noch über die Bank an einen Kredit gelangt, greift sie zum Messer, stürmt eine Bank und wird gefasst. Ihrem Freund wird unterdessen in den USA der Prozess gemacht; er sieht schließlich nur noch im Selbstmord einen Ausweg. Weil sie von den Behörden keine Hilfe erhält, erschießt Rebecka den Regierungspräsidenten. Das unerwartete Attentat nimmt am zweiten Tag des Staatsbesuchs des amerikanischen Senators seinen Lauf, als dieser gerade zusammen mit dem schwedischen Regierungspräsidenten in einer Kirche einen Kranz niederlegen will.
      Wirkung: Der im Todesjahr von Wahlöö veröffentlichte Roman war ebenso wie die vorausgegangenen Bände ein großer Erfolg. Die Kritik verglich den Kommissar-Beck-Zyklus mit Ho-nore de -» Balzacs Menschlicher Komödie. Für Aufregung sorgte das Buch Jahre nach seinem Erscheinen, als 1986 der schwedische Regierungspräsident Olof Palme analog zum Roman Die Terroristen von einem Einzeltäter mit einer Pistole erschossen wurde.
     


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Wahlöö,  Per/  Sjöwall,  Maj    




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