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Upanishaden - Leben und Biographie



Die Upanishaden sind eine Gruppe von anonymen Sanskrittexten, welche einen Anhang zu den Veden bilden, der ältesten religiösen Literatur der Inder. Sie enthalten noch kein fest umrissenes philosophisches System, sondern spiegeln eine spirituelle Wahrheitssuche mit vielfältigen Lösungsvorschlägen. Manche Forscher bezeichnen über 200 Texte mit dem Namen Upanishaden, im Mittelpunkt der meisten Kommentare zu diesem Werk stehen jedoch nur 10-14 Texte. Entstehung: Die Ablösung der von der Priesterkaste der Brahmanen beherrschten vedischen Epoche der vier Veden integriert und in vedischer Prosa abge-fasst. In diese Gruppe gehören Brihad-Aranya-ka-, Chandogya-, Taittiriya-, Aitareya-, Kaushi-taki- und Kena-Upanishad. Zu den mittleren Vers-Upanishaden werden Kathaka, Isha, Mundaka, Shvetashvatara und Mahanarayanagezählt. Als mittlere Prosa-Upa-nishaden bezeichnet man Prashna, Maitreya unäMandukya. Deutlich jünger sind die wieder in Prosa abgefassten Upanishaden der Spätzeit, zu denen u.a. Kaivalya, Brahma, Brahmabindu und Paramahansa gehören. Nachkanonische Upanishaden wurden noch bis ins 18. Jahrhundert verfasst. Sie zeigen oft deutliche sektiererische Tendenzen und genießen nicht dieselbe Autorität wie die älteren Upanishaden. Inhalt: Als roter Faden zieht sich die Beantwortung einiger wiederkehrender Fragen durch die upanishadischen Lehren, wie z.B. die Frage nach dem Tod, dem Wesen der Wirklichkeit oder dem Wesen des Göttlichen und seiner Beziehung zum Menschen. Die älteren Upanishaden entwickeln die Grundzüge der indischen Philosophie. Die mittleren Upanishaden betonen stärker die All-Einheitslehre und die jüngeren konzentrieren sich häufig auf einen bestimmten Aspekt, der die Lehre ihrer jeweiligen Schule legitimieren soll. Die Philosophie der Upanishadenhat drei Schwerpunkte:

1. Die Lehre von Brahman und Atman beschreibt die Verbindung des göttlichen EINEN , welches mit der Weltseele identisch ist, zur lndividualseele, die wiederum im Kern mit dem Atman identisch ist. Da die Selbst- und Sinneswahrnehmung der Menschen zumeist eine andere ist, muss erörtert werden, warum das Bewusstsein dieser Einheit verloren ist und auf welche Weise es wiederhergestellt werden kann.
      2. Die Karma-Lehre besagt, dass alle Lebewesen einem ewigen Kreislauf von Wiedergeburten unterworfen sind, solange sie nicht das Bewusstsein der Einheit ihrer Seele mit Brahman realisiert haben. Das Ziel des Lebens ist die Befreiung aus dem Kreislauf durch Erkenntnis der Einheit. Nach dem streng kausalen Gesetz des Karma gestalten sich die Schicksale aufgrund der Taten und Verdienste in früheren Leben.
      3. In den mittleren und späteren Upanishaden ist die Lehre von der Maya ausgebildet, welche bedeutet, dass die Welt der Erscheinungen, wie sie sich der Sinneswahrnehmung darstellt, eine Täuschung ist. Da die Welten und Geschöpfe das sind, was der Atman ist, existierten sie nur in unserem Bewusstsein.
      Wirkung: Die Wirkung der Upanishaden erstreckt sich über ihren Einfluss auf den orthodoxen Brahmanismus und die sechs traditionellen indischen philosophischen Systeme bis zum Neu-Hinduismus unserer Zeit. Sie inspirierte westliche Philosophen der Romantik, darunter vor allem Arthur -* Schopenhauer, ebenso wie einige heutige esoterische Strömungen.


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