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Tucholsky, Kurt - Leben und Biographie



Der scharfzüngige und hellsichtige Chronist Kurt Tucholsky gilt als einer der bedeutendsten Gesellschaftskritiker und Satiriker der Weimarer Republik. Mit seiner oft bissigen und vielfach unterhaltsamen Kritik verfolgte der »pessimistische Aufklärer« das Ziel einer demokratischen, humanen und zivilisierten Gesellschaft.
      Der promovierte Jurist Tucholsky stammte aus einer gutbürgerlichen, assimilierten jüdischen Familie. Ab 1913 schrieb eT für Die Schaubühne{ab 1918 Die WeltbühnE) und legte sich mit zunehmender Publizität vier Pseudonyme zu. Seine Erfahrungen im Ersten Weltkrieg und seine Enttäuschung über die »Republik ohne Republikaner« ließen ihn politisch stark nach links tendieren und insbesondere Justiz und Militär der Weimarer Republik scharf angreifen. Der Meister der kleinen Form, der stilsicher von der Glosse zur Reportage oder vom Kabarettsong zum kleinen Roman wechselte, wandte sich auch dem Alltagleben sowie der Literatur- und Theaterkritik zu.

      Desillusioniert über die politischen Verhältnisse in Deutschland, verstummte Tucholsky, der ab 1924 überwiegend im Ausland gelebt hatte, nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten und nahm sich 1935 das Leben.

      Schloss Gripsholm
Kurt Tucholskys Roman um den Sommerurlaub eines unkonventionellen Liebespaars trägt neben seinen heiter-unbeschwerten Zügen auch einen zeitkritischen Unterton, der auf die Gefährdungen demokratischer Kultur verweist. Inhalt: Schloss Gripsholm beginnt mit einem fiktiven Briefwechsel, in dem der Verleger Ernst Rowohlt seinem Autor nahe legt, eine kleine Liebes- oder Sommergeschichte zu schreiben, welche die Leute »ihrer Freundin schenken können«. Danach setzt die eigentliche Handlung ein - der Schweden-Urlaub des Ich-Erzählers Peter und seiner Freundin, der Sekretärin Lydia. Die beiden mieten sich in einem Anbau von Schloss Gripsholm ein. Dort verleben sie heiter verliebte Tage, mokieren sich über konservative Touristen und lassen die Seele baumeln. Zwischenzeitlich bekommen sie Besuch, zunächstvon Peters Freund Karlchen, dann von Lydias Freundin Billie, woraus sich eine Nacht zu dritt entwickelt. Auf einem ihrer Spaziergänge lernen Peter und Lydia die kleine, tief verstörte Ada kennen, die im nahen Kinderheim wohnt und unter der tyrannischen Direktorin leidet. Die beiden setzen sich dafür ein, dass die Kleine wieder zu ihrer Mutter nach Zürich zurückkehren kann, und nehmen sie bei ihrer Abreise mit. Aufbau: Tucholsky erzählt seine Urlaubsgeschichte mit großer Leichtigkeit, unterläuft jedoch vielfach das Genre des unterhaltsamen Reise- bzw. Liebesromans. Die eingestreuten Reflexionen über das Wesen der Liebe oder die Unmöglichkeit, einer Urlaubsidylle Dauer zu geben, verleihen dem Roman melancholische Züge. Auch die mit verschiedenen niederdeutschen Dialekten versetzte oder aus einem Privatidiom bestehende Sprache der Figuren trägt nicht allein zum Bild einer privaten Idylle bei; der Dialekt als eine Form authentischer Sprache unterstreicht darüber hinaus den Anspruch der Personen, angesichts eines uniformer werdenden Alltags ihre Individualität zu wahren.
      Das Gegenbild zu der von Zwängen freien Liebesbeziehung und den liberalen, demokratischen Auffassungen des Liebespaars erscheint im zweiten Handlungsstrang des Romans, der Geschichte der kleinen Ada. Die Leiterin des Kinderheims, die machthungrige und brutale Frau Adriani, eine Deutsche, wird als autoritärer Charakter geschildert, der Angst verbreitet und an dem humane Vorstellungen abprallen. Diese Figur verweist auf die antidemokratischen Kräfte, welche die Weimarer Republik zunehmend zersetzten. Ihre Welt, Sinnbild einer Gesellschaft, die nur Herrscher und Beherrschte kennt, löst im Ich-Erzähler die Vision eines Gladiatorenkampfs aus, die - mit prophetischem Blick - deutlich macht, dass es von der Unterdrückung der Schwachen bis zu nackter Gewalt nur ein kleiner Schritt ist. Wirkung: Die Sommergeschichte wurde rasch ein großer Publikumserfolg. Ihre anhaltende Beliebtheit führte zu mehreren Verfilmungen, zuletzt durch Xavier Koller, der in Gripsholm die zentralen Motive des Romans mit in Berlin spielenden Szenen verband.


Tucholsky, kurt

Geb. 9.1.1890 in Berlin; gest. 21.12.1935 in Hindaas Er hat die erste deutsche Republik nur um eine kurze Zeitspanne überlebt. Am 21. Dezember 1935 begeht er, nach quälender Krankheit und mehreren schweren Operationen, im schwedischen Hindaas Selbstmord. Den Bruch mit seiner deutschen Existenz, mi .....
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Tucholsky, kurt

Er hat die erste deutsche Republik nur um eine kurze Zeitspanne überlebt. Am 21. Dezember 1935 begeht er, nach quälender Krankheit und mehreren schweren Operationen, im schwedischen Hindäs Selbstmord. Den Bruch mit seiner deutschen Existenz, mit dem er in selbstauferlegtem Schweigen und der Weigerun .....
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Kurt tucholsky (i890-i935)

Schäferliedchen Der Kaiser ist ein braver Mann, doch leider nicht zu Haus, und mancher gute Bürgersmann zieht still sein Schnupftuch raus. Und er beweint so tränennaß den kaiserlichen Bann - und sonst noch was und sonst noch was, was ich nicht sagen kann. Wie war sie schön, die große Zeit! Man f .....
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Augen in der großstadt - kurt tucholsky

Wenn du zur Arbeit gehst am frühen Morgen, wenn du am Bahnhof stehst mit deinen Sorgen: da zeigt die Stadt 5 dir asphaltglatt im Menschentrichter Millionen Gesichter: Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick, , die Braue, Pupillen, die Lider - .....
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Tucholsky, kurt

An das Baby Wiese, Benno von. In: Frankfurter Anthologie 2, 1977, S. 139 - 142. Augen in der Großstadt Nemitz, Werner. In: Anleitung, 1980, S. 74 - 77. Riha, Karl. In: Deutsche Großstadtlyrik, 1983, S. 87 - 95. Der Graben Walter, Dirk. In: Gedichte und Interpretationen 5, 1983, S. 277 - 28 .....
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Lanthaler, kurt

Biografie: *9.11.1 in Bozen. K. Lanthaler studierte nach dem Abitur in Italien an der Deutschen Film-und Fernsehakademie, Berlin. 1993 erschien der erste von vier Tschonnie-Tschenett-Romanen, die seither auch als Diogenes-Taschenbücher erschienen sind. K. Lanthaler wurde unter anderem mit dem Staats .....
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Lehmkuhl, kurt

Biografie: *3.2.1 in Ãœbach-Palen-berg, Kreis Heinsberg. K. Lehmkuhl studierte Jura und ist seit 1982 als Journalist für die Aachener Zeitung tätig, davon seit 1986 als Lokalredakteur in Erkelenz. Seit 1997 veröffentlichte er mehrere Werke, vornehmlich Kriminalromane, die im Städtedreieck Aachen, Kö .....
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Siodmak, kurt bzw. curt

In Filmen auch Curtis Siodmak Biografie: *10.8.1 in Dresden, t2.9.2 Los Angeles. K. Siodmak machte 1927 seinen Dr. phil. an der Universität Zürich — anderen Angaben zufolge studierte er dort Mathematik -und studierte außerdem an den Technischen Hochschulen in Dresden und Stuttgart. 1933 emigrierte .....
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Kurt hager - aus: zu fragen der kulturpolitik der sed, referat auf der 6. tagung des zentralkomitees der sed

[...] Die sozialistische Gesellschaft ist die einzig rechtmäßige Erbin aller fortschrittlichen geschichtlichen Leistungen und Traditionen, allen Strebens nach einem menschenwürdigen Dasein. In der DDR wird schon viel getan, damit das große kulturelle und künstlerische Erbe zum festen Besitz der Ar .....
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Joachim g. boeckh, gÜnter albrecht, kurt bÖttcher, klaus gysi, paul gÜnter krohn, hermann strobach

Geschichte der deutschen Literatur. Bd. 5: 1600-1700 [...] Die innerhalb der Literaturentwicklung des 16. und 17. Jahrhunderts - die sich insgesamt als Ãœbergangsepoche vom Feudalismus zum Kapitalismus darbietet - kurz vor 1600 gesetzte Zäsur bezeichnet den Anfang einer neuen gesellschaftlichen un .....
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Kurt pinthus - zuvor (vorrede zur anthologie 'menschheitsdämmerung)

[...] Die Jünglinge dieser Generation fanden sich in einer Zeit, aus der jedes Ethos geschwunden war. Es galt, in jeder Situation Haltung zu bewahren; möglichst umfangreich und mannigfaltig mußte die Menge des genießerisch Rezipierten sein; Kunst wurde ganz nach ästhetischem, Leben ganz nach statis .....
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Kurtchen schnarchte fürchterlich

Ende Januar 1927 lernte Kurt Tucholsky auf einem Ball die Berlinerin Lisa Matthias kennen. Was sich zwischen ihm und dieser Dame innerhalb von einigen Jahren abgespielt hat, war dem deutschen Leser bisher nicht bekannt. Doch sind wir von den Qualen einer so beschämenden Unwissenheit endlich befreit .....
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Schwitters, kurt

Ein bieder gekleideter Mann spricht 1918 im Berliner »Cafe des Westens« den DADA-Künstler Raoul Hausmann an, stellt sich als Kurt Schwitters vor und antwortet auf die Frage, was er mache: »Ich bin Maler und ich nagle meine Bilder.« Zwar wird nichts aus der erhofften Aufnahme in den »Club DADA«, aber .....
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Bracharz, kurt

Biografie: *1 in Bregenz. K. Bracharz war von 1972-1990 Berufsschullehrer für kaufmännische Fächer und Englisch, übte kurzfristig andere Berufe aus und ist seit 1997 freier Schriftsteller, Kolumnist und Ãœbersetzer in Bregenz. Kriminalromane: 1986 Pappkameraden, de-tebe 21475, NA Deuticke HC 1995; .....
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Kurt marti neapel sehen

A Semantischer Aspekt Lernziel: Die Schüler sollen beschreiben können, wie sich die Bedeutung der Kernbegriffe im Handlungsablauf verändert, und dadurch befähigt werden, die zwei Teile der inhaltlichen Gliederung gegeneinander abzusetzen sowie die gesellschaftskritische Intention der Erzählung zu .....
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Kurtmartin magiera in den sand geschrieben

Analyse Die Geschichte ist nur auf dem Hintergrund der europäischen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse zu verstehen. Die Industriestaaten brauchen mehr Arbeitskräfte, als ihre eigene Bevölkerung stellen kann. Einige Staaten haben einen Ãœberschuß an arbeitsfähigen Menschen, die nu .....
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Kurt schwitters (i887-i948)

Poesie als fortlaufende Grenzüberschreitung Wie kaum ein anderer deutscher Künstler aus neuerer Zeit hat Kurt Schwitters, freilich erst Jahrzehnte nach seinem Tod, Weltruhm erlangt. Bilder von Schwitters werden in allen großen internationalen Museen gezeigt. Mit guten Gründen kann man Schwitters al .....
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Bartsch, kurt

Abriß Kunert, Günter. In: Frankfurter Anthologie 5, 1980, S. 265-268. Die Leichenwäscherin ist tot Maiwald, Peter. In: Frankfurter Anthologie 13, 1990, S. 263-267. Hamlet Würffei, Stefan Bodo. In: Ophelia, 1985, S. 171 - 175. Rosa Luxemburg Würffei, Stefan Bodo. In: Ophelia, 1985, .....
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Feltz, kurt

Der Theodor im Fußballtor Riha, Karl. In: Fußball im Gedicht, 1982. S. .....
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Heynicke, kurt

Erhebe die Hände Weller, Christopher D. In: Expressionist Poetry, 1978, S. 301 -311. .....
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Leonhard, kurt

Ecce homo Johannimloh, Norbert. In: DU 14, 1962, H. 3, S. 81 - 84. .....
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Marti, kurt

atomreaktor würenlingen Kranz, Gisbert. In: Siebenundzwanzig Gedichte, 1972, S. 17- 18. das leere grab Schröer, Henning. In: Moderne dt. Literatur, 1972, S. 167 - 169. der name Hahn, Ulla. In: Gedichte und Interpretationen 6, 1982, S. 208 - 214. großer gott klein Fritz, Walter Helm .....
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Schwitters, kurt

An Anna Blume Thomson, Philip. In: GQ 45, 1972, S. 46 - 56. Scheffer, Bernd. In: Anfänge, 1978, S. 74 - 90. Geier, Manfred. In: Germanistische Linguistik, 1979, H. 1/2, S. 139 - 183. Kolf, Bernd. In: Deutsche und rumäniendt. Lyrik, 1981, S. 195 - 199. Augstein, Rudolf. In: Frankfurter Anthologie .....
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Steininger, kurt

Kinderschuhe Hippe, Robert. In: Fünfzig Gedichte, 1980, S. 74 - 75. .....
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Kurt schwitters - an anna blume

O du, Geliebte meiner siebenzwanzig Sinne, ich liebe dir! — Du deiner dich dir, ich dir, du mir- — Wir? Das gehört nicht hierher. Wer bist du, ungezähltes Frauenzimmer? Du bist — bist du? — Die Leute sagen, du wärest — laß sie sagen, sie wissen nicht, wie der Kirchturm steht. Du trä .....
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Tucholsky,  Kurt    





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