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Spengler Oswald - Leben und Biographie



Oswald Spengler, einer der umstrittensten Denker der Weimarer Republik, brachte in seinem Hauptwerk Der Untergang des Abendlandes, das das moderne Geschichtsbild mitgeprägt hat, die von seiner Generation empfundene Angst um die Grundfesten der Kultur zum Ausdruck und stellte sie gleichzeitig in einen philosophisch-kulturhistorischen Kontext.
      Spengler studierte in München, Berlin und Halle Naturwissenschaften und Mathematik. Danach war er drei Jahre lang Gymnasiallehrer in Hamburg, ehe er als Privatgelehrter nach München zog.

      Unter dem Findruck »des Niedergangs der Kunst« und des gesellschaftlichen Wandels kam Spengler 1911 zu der seinem späteren Werk zu Grunde liegenden Erkenntnis, die Zeichen einer um sich greifenden Krise seien nicht als »einmalige Konstellation zufälliger ... Tatsachen« zu deuten, sondern als »Typus einer historischen Zeitwende«. In den nächsten 10 Jahren vollendete Spengler, vom Denken -> Goethes und Friedrich -» Nietzsches stark beeinflusst, sein Werk Der Untergang desAbendlandes.
      Obwohl das Werk von der politischen Rechten Deutschlands für ihre Zwecke genutzt wurde, blieb Spenglers persönlicher Einfluss - auch nach weiteren Veröffentlichungen [Neubau des Deutschen Reiches 1924; Der Mensch und die Technik 1931; Jahre der Entscheidung, 1933) -beschränkt.
      Der Untergang des Abendlandes
Mit seinem Buch Der Untergang des Abendlandes in ihren »Altersstufen« eine frappierende Parallelität aufweisen. Als Beweis hierfür führt Spengler so genannte »homologe Bildungen« an; hierunter versteht er kulturelle Erscheinungen, deren Entstehung zwar Jahrhunderte auseinander liegt und die sich äußerlich unterscheiden , die aber denselben Platz in der Phasenaufteilung einnehmen. Ã"hnlich verhält es sich mit dem vom Autor geprägten Begriff der »Gleichzeitigkeit«: »Ich nenne >gleichzeitig< zwei geschichtliche Tatsachen, die, jede in ihrer Kultur, in genau derselben - relativen - Lage auftreten und also eine genau entsprechende Bedeutung haben. Gleichzeitig vollzieht sich die Entstehung der lonik und des Barock. Polygnot und Rembrandt, Polyklet und Bach sind Zeitgenossen. Gleichzeitig erscheinen in allen Kulturen die Reformation, der Puritanismus, vor allem die Wende zur Zivilisation.« Durch die Einordnung solcher funktionsgleicher »Tatsachen« in die entsprechenden historischen Epochen der vier Kulturen entsteht ein komplexes Rastervon jeweils »gleichzeitigen« Geistes-, Kunst- und politischen Epochen.
      Diese Interpretation, die als eine der frühsten Erscheinungen der strukturalistischen Methode gelten darf, hat nach Spenglers Ansicht nicht nur den Vorteil, dass man im Stil eines Paläontologen die fehlenden Stücke des Entwicklungspuzzles verschollener Kulturen rekonstruieren, sondern auch die Weiterentwicklung einer bestehenden Kultur, namentlich der abendländischen, vorherbestimmen könne. So sagt Spengler für das westliche Europa nach der momentanen »Herrschaft des Geldes« die »Ausbildung des Cäsarismus« und den »zunehmend primitive Charakter der politischen Formen« voraus. Aufbau: In der sprachlichen Ausführung bisweilen brillant, scheint die Analyse jeder Chronologie und Systematik zu entbehren. Die teilweise künstlich anmutenden Definitionen und Peri-odisierungen der behandelten Kulturen erscheinen willkürlich eingestreut. Auf der anderen Seite untermauert Spengler seine Argumentation mit Erklärungen philosophischer Begriffe wie Ausdehnung, Zeit, Raum, Takt und Tempo sowie mit der Unterscheidung der Prinzipien des Schicksals und der Kausalität in der Geschichtsschreibung.
      Beeindruckend ist die Vorgehensweise Spenglers, in einzelnen Kapiteln nicht nur den bildenden Künsten und den Staatsstrukturen, sondern auch dem mathematischen Wissen der einzelnen Kulturen eine besondere Bedeutung beizumessen. Als wichtigstes Unterscheidungskriterium zwischen Kulturen kommt Spenglers Vorstellung von Kulturseelen zum Tragen. So sei die antike Kultur in ihrem Wesen apollinisch, die ägyptische mystisch, die abendländische in ihrem Streben nach dem Unendlichen faustisch.
      Bestimmender als dieser Seelencharakter sei indes die unaufhaltsame Entwicklung einer
Kultur hin zur Zivilisation, mit der Spengler den Verfall des abstrakten Denkens, die schaffende Kunst sowie den geordneten Staat verbindet. Wirkung: Die deutlich fatalistische, antidemokratische und daher letztlich konventionelle Zivilisationskritik Spenglers erfuhr in rechten Kreisen der Weimarer Republik den größten Zuspruch und verzerrte das Gesamtbild des Werks bis heute.
     


Andrae, oswald

De Fahn Schutt, Jochen. In: Reuter, 1975, S. 196 - 200. .....
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Spengler, oswald

Oswald Sp. studierte in Halle, Berlin und München Natur- Wissenschaft und Mathematik, Geschichte, Philosophie und Kunst. Nach seiner Promotion war er von 1908 bis 1911 als Gymnasiallehrer in Hamburg und München tätig. Eine kleine Erbschaft ermöglichte ihm das Dasein eines Privatge- lehrten. Nach .....
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Oswald von wolkenstein

Am Dom zu Brixen findet sich ein Gedenkstein, der einen bärtigen Mann mit Kreuzesfahne und Schwert zeigt. Vor einer Pilgerfahrt ins Heilige Land ließ ihn der Dichter selbst errichten: Es ist die älteste lebensgetreue Darstellung eines deutschen Dichters. Später folgen das ebenfalls porträthafte erst .....
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