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Sillitoe, Alan - Leben und Biographie



Alan Sillitoe gehört zu den bekanntesten und ausdrucksstärksten englischen Autoren des 20. Jahrhunderts. In zahlreichen Kurzgeschichten, Romanen, Dramen, Gedichten und Kindergeschichten zeigte er sich als engagierter Chronist der proletarischen Arbeitswelt.
      Der Arbeitersohn verließ mit 14 Jahren die Schule, um als Dreher in einer Fahrradfabrik zu arbeiten. 1946-49 leistete er als Funker bei der Royal Air Force in Malaya Wehrdienst, bevor er an Tuberkolose erkrankte. Zurück in England, begann er während eines mehr als einjährigen Krankenhausaufenthalts zu schreiben. 1952-58 lebte er vorwiegend in Frankreich und Spanien.

      Mit seinem ersten Roman Samstagnacht und Sonntagmorgen wurde Sillitoe 1958 auf einen Schlag berühmt. Grundthema des Buchs ist der innere Widerstand eines jungen Arbeiters gegen die Fremdbestimmtheit seiner Lebensverhältnisse, deren Begrenztheit und Enge die Entfaltung einer eigenen Identität verhindern. Dieses Thema variierte Sillitoe mehrfach in seinen späteren Werken. Zu den herausragenden Eigenschaften seiner Romane und Erzählungen gehören die Schärfe der Beobachtung, eine einnehmende sprachliche Direktheit und das psychologische Einfühlungsvermögen, mit dem die Rebellion der meist jungen Protagonisten geschildert wird.
      Die Einsamkeit des Langstreckenläufers
Die Einsamkeit des Langstreckenläufersst die bekannteste Erzählung von Alan Sillitoe. Wie in seinem ersten Roman Samstagnacht und Sonntagmorgen gelang es ihm auch in der verknappten Form der Erzählung, die geistige Auflehnung eines in seiner Lebenssituation gefangenen gesellschaftlichen Außenseiters glaubwürdig und eindrucksvoll zu schildern. Inhalt: Der 17-jährige Colin Smith, der wegen Diebstahls in einer Erziehungsanstalt in Essex einsitzt, bringt seine Geschichte zu Papier, die im Arbeitermilieu von Nottingham spielt.
      Als Colins Vater an Kehlkopfkrebs stirbt, kommen Colin, seine Mutter und die fünf Geschwister durch eine Zahlung der Versicherung in den Genuss kurzzeitigen Reichtums. Nachdem sie sich ein Fernsehgerät angeschafft und das restliche Geld gemeinsam verjubelt haben, fällt es Colin schwer, sich mit der erneuten Armut zu arrangieren. Zusammen mit seinem verschlossenen, zum Jähzorn neigenden Freund Mike bricht er in das Büro einer Bäckerei ein und stiehlt eine Geldkassette.
      Nur durch Zufall gelingt es einem von Vorurteilen geleiteten und äußerst hartnäckigen Kriminalbeamten, Colin und Mike zu überführen. Später wird Mike freigesprochen und Colin kommt als vermeintlicher Anstifter ins Besserungsheim. Wegen seiner Fähigkeiten als Langstreckenläufer gewinnt er bald die Sympathie und Unterstützung des Direktors, der in ihm einen aussichtsreichen Läufer für den alljährlichen Sportwettkampf der Erziehungsanstalten erkennt. Colin durchschaut, dass die Freundlichkeit des Direktors lediglich seinemehrgeizigen Wunsch nach beruflicher Profilierung entspringt. Und so fasst er den Entschluss, bei der Meisterschaft als ErsteT bis kurz vors Ziel zu laufen und sich dann vom zweitbesten Läufer überholen zu lassen. Dass er mit diesem Akt der Rebellion gegen eine für ihn inakzeptable Autorität seine Chancen auf vorzeitige Entlassung verspielt, ist ihm vollkommen bewusst.
      Doch sein Training, das er täglich am frühen Morgen beginnt, bedeutet ihm weit mehr als nur die Möglichkeit einer Auflehnung gegen die an ihn gestellten Erwartungen. Erst durch das Laufen erschließt er sich einen Zugang zu seiner eigenen Identität. In der Synchronisation von Laufen und Denken entdeckt er den einzigen Zustand in dem er sich wirklich frei fühlt - und er erkennt, dass er sich dieser Freiheit ebenso sicher sein kann wie seiner Einsamkeit.
      Form: Zu den formalen Stärken der Erzählung gehören insbesondere die gekonnte Verknüpfung der verschiedenen Zeitebenen sowie die Ungezwungenheit und Treffgenauigkeit der dialektgefärbten Sprache. Wirkung: Die Einsamkeit des Langstreckenläufers gilt als eine der gelungensten Erzählungen aus dem weiteren Umfeld der »Angry Young Men«, einer in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre bekannt gewordenen Generation junger englischer Schriftsteller, die sich in ihren häufig resignativen Erzählungen und Theaterstücken dem Alltag des englischen Kleinbürgertums widmeten.
      Die wichtigsten Bücher von Alan Sillitoe
Samstagnacht undSonntag-morgen, 1958 Der junge Akkordarbeiter Arthur Seaton versucht in diesem Roman der Monotonie seines Fabrikalltags durch ein ausschweifenden Leben an den Wochenenden zu entkommen.
      Die Einsamkeit des Langstreckenläufers 1959 Die Erzählung handelt von dem 17-jährigen Colin Smith, der wegen Diebstahls in einer Erziehungsanstalt lebt. Als der Anstaltsleiter seine Fähigkeiten im Langstreckenlauf entdeckt und ihn zum Aushängeschild seines Hauses machen will, widersetzt sich Colin.
      Der Tod des William Posters 1965 Im ersten Teil der Romantrilogie verlässt Frank Dawley, Fabrikarbeiter aus Nottingham, seine Familie, seine Freunde und seinen Beruf, um sich auf die Suche nach seiner eigenen Identität und nach einer gesellschafts-verändernden Aktivität zu begeben.
      Derbrennende Baum 1967 Der zweite Teil der Romantrilogie berichtet von den Kämpfen, an denen Dawley auf Seiten der algerischen Rebellen in der Wüste teilnimmt. Später plant er den Aufbau einer sozialen Kommune.
      Die Flamme des Lebens 1974 Der dritte Teil der Romantrilogie beschreibt den Verlauf und das letztendliche Scheitern von Dawleys Kommune-Experiment. Dawley findet Glück als Schriftsteller in einem bürgerlichen Idyll.
     


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