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Selby Hubert - Leben und Biographie



Der radikale Humanist Hubert Selby erzählt in seinen realistischen Romanen und Kurzgeschichten von den Kehrseiten des amerikanischen Traums von Freiheit, Reichtum und Glück. Selby heuerte als 16-Jähriger bei der Handelsmarine an. Wegen Tuberkulose musste der schwächliche Jüngling ab 1946 vier Jahre im Krankenhaus verbringen. Nach Jobs als Lehrer, Sekretär, Stenotypist und Versicherungsange-stellterinden 1950er und frühen 1960er Jahren gelang ihm 1964 mit seinem schockierend deutlichen ersten Roman Letzte Ausfahrt Brooklyn über einen Arbeiterstreik ein Skandalerfolg. Diesen Triumph konnte der über Nacht berühmt gewordene Autor mit späteren Romanen - u.a. Mauern , Der Dämon , Requiem für einen Traum und Willow free -nicht wiederholen. Von den Kritikern wurde seine späte Sammlung von Erzählungen, Lied vom Stillen Schnee , besonders gewürdigt.


      Letzte Ausfahrt Brooklyn
In Einzelschicksalen und mit ungewohnter Deutlichkeit erzählt Hubert Selby von den Brutalitäten während eines Streiks 1952 im New Yorker Stadtteil Brooklyn. Inhalt: Fünf Episoden und eine Coda sind dem gewalttätigen Alltag von Verlierern und Gestrandeten gewidmet: Die Trinkerei einer Gruppe Halbstarker endet in einer Prügelei mit der Polizei, der Transvestit Georgette stirbt durch einen Messerstich. Der junge Arbeiter Tommy feiert am gleichen Tag die Hochzeit mi seinem polnischen Mädchen sowie die Taufe ihres wenige Tage alten gemeinsamen Kindes. Dann verschwindet er mit einem Kumpel zur Motorradtour. Die 18-jährige Prostituierte Tralala, die ihre Freier von Komplizen ausrauben lässt, stirbt qualvoll nach einer Vergewaltigung durch betrunkene Soldaten. Arbeiterfunktionär Harry wird während des Streiks von Fabrik- und Ge-werkschaftsführung gleichermaßen verraten. Er gibt seinen homosexuellen Neigungen nach und wird von Rowdies zusammengeschlagen. Aufbau: Selby, im ruppigen Alltag auf den Straßen Brooklyns groß geworden, weiß, wovon er spricht. Der Titel seines Romans bezieht sich auf eine Straßenabzweigung, doch ist »exit« auch ein klinischer Ausdruck für Tod. In Schlaglichtern erzählt Selby vom Schicksal seiner Anti-helden. Ihre Sprache ist so schmutzig wie die Gosse, in der sie leben. In die dokumentarische Schilderung der Tagesabläufe sind innerer Monolog, Fieberfantasien, Gesprächs- und Erinnerungsfetzen eingefügt. Seinem musikalischen Vorbild Ludwig van Beethoven eifert Selby erzählerisch nach durch fünfsätzige Struktur und motivische Wiederholung. In der Coda werden alle Stränge wieder zusammengeführt. Die Streikepisode ist eine bittere Satire auf die unselige Allianz aus industriellen Profitgeiern, korrupten Gewerkschaftsfunktionären und chauvinistischen Angebern. Inmitten naturalistischer Dramatik beschwört Selby einen christlichen Humanismus, der dem Grauen die Liebe Gottes gegenüberstellt. Die Episode über die Hure Tralala beginnt mit dem biblischen Zitat: »Ich will aufstehen und in der Stadt umhergehen auf den Gassen und Straßen und suchen, den meine Seele liebt« . Doch aus dem erbarmungslosen Milieu der Wohnsilos, Fabrikhallen, Transvestiten- und Soldatenspelunken gibt es keinen Ausweg: »Es währet vom Morgen bis an den Abend, so werden sie zerschlagen ... . Wirkung: Letzte Ausfahrt Brooklyn wurde 1967 in den USA wegen Obszönität für einige Monate verboten, in England und Italien stand das Buch jahrelang auf dem Index. Schriftstellerkollege Anthony -> Burgess schrieb 1968 in einem Vorwort »Nun kann dieses aufrichtige und schreckliche Buch< seinen rechtmäßigen Platz einnehmen als eines der wichtigsten Werke unserer Zeit.« Berühmte Regisseure wie Stanley Kubrick und Brian de Palma gaben ihre Pläne wieder auf, den sperrigen Roman auf die Kinoleinwand zu übertragen. 1989 verfilmten Uli Edel und Produzent Bernd Eichinger schließlich den Stoff.
     


Fichte, hubert

Hat er je darüber gesprochen oder geschrieben, den Wörtern verfallen. Namen nachhorchend? Für den einen Fichte unserer Geistesgeschichte, den Philosophen Johann Gottheb Fichte, war das Ich absolut, nicht nur Bewußtsein von sich selbst, sondern auch Tat, denn es setzte erst sich und dann die Welt ; f .....
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