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Schopenhauer, Arthur - Leben und Biographie



Arthur Schopenhauer ist der neben Friedrich ^Nietzsche populärste deutsche Philosoph des 19. Jahrhunderts.
      Der Sohn eines Kaufmanns und der erfolgreichen Schriftstellerin Johanna Schopenhauer veröffentlichte bereits im Alter von 30 Jahren sein Hauptwerk Die Welt als Wille und Vorstellung, das er mit seinen weiteren Schriften nur ergänzte [Ãober den Willen in der Natur, 1836; Die beiden Grundprobleme der Ethik, 1841; Parerga und Paralipomena, 1851). Unter dem Einfluss von -> Piaton, Immanuel -» Kant, des deutschen Idealismus und des Buddhismus gelangte Schopenhauer zu einer radikalen Kritik des Glaubens an objektive Erkenntnis sowie einem pessimistischen Menschen- und Weltbild. Ab 1820, zur selben Zeit wie G.W.F. ->Hegel, lehrte Schopenhauer an der Universität Berlin. Von der Fachphilosophie kaum beachtet, führte er ab 1831 in Frankfurt am Main ein zurückgezogenes Leben als Privatgelehrter.

      Die Welt als Wille und Vorstellung
In seinem Hauptwerk Die Welt als Wille und Vor-stellungerklärt Arthur Schopenhauer dem Menschen zu einem Triebwesen und den Intellekt zum bloßen Diener des Triebs. Sein pessimistisches Menschen- und Weltbild wurde bis weit ins 20. Jahrhundert hinein in Philosophie, Psychologie und Kunst lebhaft diskutiert. Vorgeschichte: Schopenhauers Lehre ist nur vor dem Hintergrund der Aufklärung zu verstehen, die seit dem Ende des 18. Jahrhunderts das Denken im Abendland bestimmte. Die Aufklärungsphilosophen sahen den Menschen als durch Aberglauben und Autoritätshörigkeit verdorbenes Vernunftwesen. Sie wollten ihn anleiten, seine Vernunft frei und selbstständig zu gebrauchen. Dann werde, so hofften sie, ein menschenwürdiges, glückliches Zusammenleben in der Gesellschaft möglich. Höhepunkt der Aufklärungsphilosophie in Deutschland ist das Werk von Immanuel -> Kant, der in seiner Kritik der reinen Vernunft das Erkenntnisvermögen untersucht. Ihm zufolge kommt Erkenntnis durch ein kompliziertes Zusammenspiel von Anschauung und Begriffen zustande. Der Mensch erkennt die Dinge nicht, wie sie an sich sind, sondern wie sie ihm aufgrund der Beschaffenheit seines Erkenntnisvermögens erscheinen. Inhalt: Schopenhauer greift die Gedanken von Kant auf und vereinfacht sie zu derEormel: »Die Welt ist meine Vorstellung.« Sagt der Mensch »die Welt«, so spricht er von einem Bild, das er sich unbewusst selbst gemacht hat. Das »Ding an sich« ist vom »Schleier der Maya« - eine Metapher aus der altindischen Vedanta-Philoso-phie - verdeckt. Mit den Begriffen verhüllt der Mensch es noch mehr, denn sie sind nur Abbilder seines Bildes von der Welt.
      Schopenhauer meint den »Schleier der Maya« lüften zu können. Der Weg zur Erkenntnis des »Dinges an sich« führt ihm zufolge durch den menschlichen Leib. Dieser ist Teil der Vorstellung von der Welt, verrät jedoch zugleich, was sich hinter der Vorstellung verbirgt. Blickt der Mensch in seinen Leib hinein, entdeckt er als treibende Kraft den Willen. Diesem sinnfreien Lebenstrieb ist alles unterworfen, auch das Erkenntnisvermögen - eine Auffassung, mit der Schopenhauer den aufklärerischen Glauben an das Vernunftwesen Mensch und den Fortschritt in der Geschichte erschüttert.
      Doch Schopenhauer gibt die Autonomie des Intellekts nicht vollständig preis. Er hält es für möglich, dass sich der Intellekt vorübergehend aus seiner dienenden Funktion befreit oder gleichsam aus ihr herausfällt. So kommt eine
»reine« Erkenntnis zustande, die das Wesentliche und Bleibende aller Erscheinungen, die ewigen Ideen, erfasst. Aus ihr geht die Kunst hervor, der er daher eine Sonderstellung gegenüber Wissenschaft und Philosophie einräumt: Sie bleiben der »unreinen« Erkenntnis verhaftet und gebrauchen die Begriffe, die bloßen Abbilder des Bildes von der Welt.
      Doch nicht nur in der Kunst kann sich der Mensch zeitweise über seine Triebhaftigkeit erheben, sondern auch im Handeln aus Mitleid, das Schopenhauer als Fundament aller Moral betrachtet. Dauerhafte Erlösung vom Willen ist nur durch seine bewusste Verneinung, durch die Entscheidung für Entsagung und Askese möglich. In diesem Konzept der »Selbstabtö-tung« erweist sich die Nähe von Schopenhauers Lehre zum Buddhismus am deutlichsten. Wirkung: In der Philosophie beeinflusste Schopenhauer vor allem Friedrich-^Nietzsche und die Lebensphilosophie . Nietzsche übernahm den Begriff des Willens, wendete ihn jedoch als »Willen zur Macht« ins Positive und lehnte jede moralische Beschränkung ab {Also sprach Zarathustra, 1883-85). Nach Bergson bringt eine schöpferische Kraft im Ringen mit der Materie die Vielfalt des Lebens hervor [Schöpferische Entwicklung, 1907).
      Auch in der Psychologie fand das Werk große Resonanz, von Eduard von Hartmann bis hin zu Sigmund -> Freud, dem Begründer der Psychoanalyse. Freud, der Triebenergien als Ursachen des psychischen Geschehens ansah , nannte Schopenhauer seinen Vorläufer. Ãoberdies wurde Schopenhauers Philosophie zu einem wesentlichen Bestandteil des Anregungsfundus der modernen Literatur , Malerei und Musik .


Die philosophie arthur schopenhauers (i788-i860)

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Schnitzler, arthur

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Arthur schnitzler

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Schopenhauer, arthur

Auf die Sixtinische Madonna Maier, Hans. In: Frankfurter Anthologie 11, 1988, S. 109- 112. .....
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Schopenhauer, arthur

Seh. war zusammen mit Friedrich Nietzsche der populärste deutsche Philosoph des 19. Jahrhunderts, obwohl oder besser weil dem großen Ruf eine gewisse Unkenntnis des Werks zugrunde lag, wie auch bei Nietzsche. Als Sohn eines Großkaufmanns und der später >berühmten< Schriftstellerin Johanna Seh. wächs .....
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Der »psychologische tiefenforscher« - arthur schnitzler: »der weg ins freie« (i908)

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Schopenhauer,  Arthur    





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