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Scholochow, Michail - Leben und Biographie



Michail Scholochow war der bedeutendste Vertreter der orthodoxen Sowjetliteratur. Seine im Stil des sozialistischen Realismus verfassten Romane und Erzählungen spielen fast sämtlich im Milieu der Donkosaken.
      Scholochow wuchs im Dongebiet auf, ohne selbst der Herkunft nach Kosake zu sein. Nach dem Besuch der Dorfschule schlug er sich mit Gelegenheitsarbeiten durch und war 1920 kurzzeitig Sekretär eines dörflichen Revolutions-komitees. 1922-24 lebte er in Moskau, danach kehrte er für immer an den Don zurück. Sein erster Erzählband Donkosaken fand kaum Beachtung. 1928 erschien der erste Teil des Romans Der stille Don, der ihn auf einen Schlag berühmt machte und für den er 1965 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde. Ob Scholochow wirklich der Autor war, ist umstritten. Er schrieb zwei weitere Romane, die in ihrer literarischen Qualität weit hinter Der stille Don zurückblieben: Neuland unterm Pflug , eine Glorifizierung der Landwirtschaftskollektivierung, sowie den linientreuen Kriegsroman Sie kämpften für die Heimat .


      Der stille Don
Der stille Don von Michail Scholochow ist eines der Hauptwerke der Sowjetliteratur. In einer epischen Breite und Farbigkeit, die nur mit dem Roman Krieg und Frieden von Lew N. -> Tolstoi vergleichbar ist, verbindet der Roman eine fiktive Familienchronik mit der Darstellung der revolutionären Umwälzungen in Russland. Entstehung: Das monumentale Werk von zusammen ca. 1500 Seiten erschien in vier Teilen, doch ist seine Entstehungsgeschichte völlig unklar: die vielen Ungereimtheiten der offiziellen Version stellen den Hauptgrund dar, warum ScholoihowsUrheberschaftvon Teilen der Literaturwissenschaft bis heute angezweifelt wird. Inhalt: Der stille Don schildert das Leben in einem Donkosakendorf in einer Phase des historischen Umbruchs. Die Handlung setzt 1912 ein und erstreckt sich über den Ersten Weltkrieg bis zum Ende des Bürgerkriegs 1920. Im Mittelpunktsteht der junge Kosake Grigori Melechow - seine Jugend, seine unglückliche Ehe mit Natalja und seine große, tragisch endende Liebe zu Axinja, der Frau seines Dorfnachbarn Stepan Astachow, die in den Revolutionswirren ums Leben kommt. Als Kavallerist in einem Kosakenregiment nimmt Grigori am Weltkrieg teil; im Bruderkrieg der Donkosaken , der nach der Revolution ausbricht, wechselt er, getrieben von seinem Streben nach Wahrheit, Gerechtigkeit und privatem Glück, mehrfach die Seiten, kämpft mal gegen die Rote Armee und mal in ihren Reihen, immer aber für die Sache des Kosakentums. Nach dem endgültigen Sieg der Bolschewiki muss er untertauchen und kehrt schließlich in sein Heimatdorf zurück, wo von seiner Familie einzig sein kleiner Sohn Mischatka am Leben geblieben ist. Die Welt der Donkosaken ist untergegangen und Grigori ein Gescheiterter, der die historische Notwenigkeit der Revolution nicht zu begreifen vermag. Ãober Grigori Melechows Lebensgeschichte hinaus liefert der Roman ein Panorama der Revolutionswirren am Don, das durch historische Genauigkeit besticht, und schildert zugleich detailfreudig die Sitten und Traditionen deT Donkosaken -von der kosakischen Selbstverwaltung über Kleidung, Essen und Festtagsbräuche bis hin zu alltäglichen Verrichtungen wie Netzfischen im Don, Landarbeit und dem Umgang mit Pferden. Aufbau: Formal knüpft der Roman an die Erzähltraditionen des Realismus an. Die Ver-schachtelung der verschiedenen Handlungsebenen lässt sich als System konzentrischer Kreise beschreiben: Im innersten Kreis stehen Grigori und seine Geliebte Axinja, im nächsten Grigoris Familie, es folgt das Kosakendorf und schließlich die Gesellschaft der Donkosaken insgesamt. Als Gegenfiguren zu den Kosaken treten Kommunisten und Rotarmisten auf, deren Charaktere jedoch blass bleiben. Durch detailgetreue Schilde-rungen des Bürgerkriegsgeschehens und die Einführung historischer Persönlichkeiten gewinnt die Darstellung große Authentizität. Der Text, der viele volkssprachliche Wendungen enthält, ist von Dialogen und szenischen Darstellungen geprägt; auktoriale Kommentare und innere Monologe fehlen fast völlig, sodass die Figuren über ihre Handlungen charakterisiert und nicht eindeutig positiv oder negativ gezeichnet sind. Wirkung: Der stille Don stellte den ersten Versuch dar, die historischen Umwälzungen in Russland in ihrer ganzen Komplexität literarisch zu bewältigen - ein vergleichbar monumentales Unterfangen hat danach nur Alexander -> Solschenizyn mit seinem unvollendeten Romanzyklus Das Rote Rad unternommen. Der sozialistische Realismus ist von Scho-lochows Epos nachhaltig beeinflusst worden. In der sowjetischen Kritik wurde nach Erscheinen der Vorwurf laut, der Autor zeichne die »reaktionären« Kosaken zu positiv. Doch gerade in der unparteiischen Haltung des Erzählers liegt die bleibende Größe des Romans.


Bakunin, michail alexandrowitsch

»Laßt uns also dem ewigen Geiste vertrauen, der nur deshalb zerstört und vernichtet, weil er der unergründliche und ewig schaffende Quell alles Lebens ist. - Die Lust der Zerstörung ist zugleich eine schattende Lust.» Mit diesen Worten endet der Aufsatz über Die Reaktion in Deutschland, den B. unter .....
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Scholochow,  Michail    





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