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Scholem Alejchen - Leben und Biographie



Neben Mendele Mojcher Sforim und Jizchak Lejb Perez gilt Scholem Alejchem als der dritte jiddische Klassiker. Er war ein Vorkämpfer des Jiddischen als Literatursprache und beschrieb in einem satirischhumoristischen Stil den Untergang des traditionellen jüdischen Lebens in Osteuropa, insbesondere im Schtetl des Russischen Reichs. Sein Werk spiegelt stark zionistische Ideen wider.
      Scholem Alejchem verbrachte seine Kindheit in Woronkow. Dort erhielt er eine traditionelle jüdische Erziehung, ehe er auf das Russische Gymnasium in Perejaslaw wechselte. Dank der Erfolge mit Beiträgen in der Petersburger jiddischen Zeitung DosJidi-scheFolksblatsov/ie ersten Novellen und Romanen konnte er in Kiew die Jahresschrift Dijidi-sche folksbibliothek finanzieren, die alle jiddische Literatur zusammentragen sollte. 1894 erschienen die ersten Teile zu Tewje der MilchmannunA Menaehem-Mendl. Geschockt von den Pogromen 1905 verlies Scholem Alejchem Russland. Er ging nach New York, wo ihn das Schicksal jüdischer Einwanderer und der eigene Misserfolg enttäuschten. Trotz Tuberkulose begab er sich auf eine Lesereise durch Osteuropa. Weltruhm erlangte Scho lern Alejchem 1964 dank des Musicals Anatev-ka, das auf Tewje, der Milchmann basiert.


      Tewje, der Milchmann
Der autobiografisch geprägte Roman Tewje, der Milchmann von Scholem Alejchem beschreibt die gesellschaftliche Existenz der osteuropäischen Juden im Schtetl, insbesondere im so genannten Ansiedlungsrayon des Russischen Reichs, ein Gebiet, das von Litauen bis zum Schwarzen Meer und von den östlichen polnischen Gebieten bis nach Charkow reichte. Entstehung: Zwei Jahre nach seinen ersten Texten zu Menachem-Mendl begann Scholem Alejchem mit seinem Briefroman Tewje der Milchiger, den er 1894-1916 schrieb; die einzelnen Kapitel erschienen zunächst unabhängig voneinander in jiddischen Zeitungen. 1924 wurde die erste Buchausgabe auf Jiddisch in New York herausgegeben. Inhalt: Tewje, der Milchmann, beliefert in Boj-berick reiche Sommergäste aus Jehupez mit Milch, Butter und Käse. Er ist mit dem täglichen Broterwerb beschäftigt und mit einem gottgefälligen Leben. Weil er in Not geratene wohlhabende Damen retten konnte, wird er reichlich mit Geld beschenkt, das ein betrügerischer Spekulant durchbringt. Außer dem Geld verliert er auch seine sieben Töchter. Model, die ihr irdisches Sein verbessern will, heiratet einen Revolutionär, mit dem sie letztendlich in die Verbannung geht. Zeitel wählt einen armen Schneider, Chawe heiratet einen Christen. Sprinze ist ohne Mann, aber schwanger, und nimmt sich das Leben. Bejlke macht eine gute Partie mit einem reichen Fabrikanten, der sich seines Schwiegervaters schämt und ihn mit viel Geld zu einer Reise auf Nimmerwiedersehen nach Palästina schickt. Das Gottesvertrauen Tewjes richtet ihn immer wieder auf, bietet ihm aber keinen Fingerzeig für eine Verbesserung der Situation.
      Aufbau: Der Briefroman ist in der Ich-Form geschrieben und in acht Kapitel unterteilt. Der Roman gipfelt im siebten Kapitel mit Tewjes Aufbruch ins Heilige Land, analog zu den sieben Wochentagen und dem Sabbalh als Festtag. Die einzelnen Kapitel sind im Stil von Gleichnissen geschrieben. Jede Geschichte beginnt mit einer harmonischen Situation, die zerstört wird. Am Ende schaut der tief getroffene Held dennoch Gott vertrauend in die Zukunft. Am Ende des Romans steht ein achtes Kapitel, das die Vertreibung Tewjes aus seinem Dorf nach seiner Rückkehr beschreibt. Wirkung: Dank des Musicals Anatevka , das auf der Grundlage des Romans Tewje, der Milchmann entstand, gelangte Scholem Alejchem in den 1960er Jahren zu hoher Popularität. Wegen seiner sozialkritischen und satirischen Texte wurde er insbesondere in den 1920er und 1930er Jahren auch in der Sowjetunion wahrgenommen.


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