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Salinger, J(erome) D(avid) - Leben und Biographie



Das bislang nur vier Bücher umfassende Werk von J. D. Salinger fand bei Publikum und Literaturwissenschaft des 20. Jahrhunderts große Beachtung. Zentrales Thema des Autors ist die Verlorenheit der Seele in einer von Ã"ußerlichkeiten geprägten Welt.
      Bereits als Schüler begann der in New York City aufgewachsene Salinger zu schreiben. Nach kurzem Besuch der New York University wechselte er zum Literaturstudium am LJrsinus College, blieb jedoch ohne Hochschulabschluss. Ab 1940 veröffentlichte er erste Erzählungen in Zeitschriften. Zwei Jahre später folgte die Einberufung zum Kriegsdienst.

      1948 druckte der New Yorker die Erzählung Ein perfekter Tag für Bananen fische. Salingers erster und bislang einziger Roman Der Fänger im Roggen wurde zu einem Welterfolg und genoss in der USA bald Kultstatus. Die damit einhergehende Publicity - verstärkt durch eine Sammlung zuvor im New Yorker erschienener Geschichten -widerstrebte dem Autor, der sich 1954 nach New Hampshire zurückzog.
      Mit den Erzählungen Franny undZooey und Hebt den Dachbalken hoch Zimmerleute und Seymor wird vorgestellt konzentrierte Salinger seine Prosa auf die Familie Glass, die bereits in mehreren Geschichten der Neun Erzählungen im Zentrum stand. Gleichzeitig wandte er sich dem Zen-Buddhismus zu. 1965 druckte der New Yorker mit Hapworth 16, 1924 die bislang letzte veröffentlichte Geschichte des Autors, der abgeschieden in Comish, New Hampshire, lebt.
      Der Fänger im Roggen
Der Adoleszenzroman von J. D. Salinger wurde in den USA zur Bibel gleich mehrerer Generationen Jugendlicher und besitzt bis heute in weiten Teilen der Welt Kultstatus. Inhalt: Der 16-jährige Holden Caulfield wird aus Pencey, einem Internat in Pennsylvania, verwiesen, weil er in vier von fünf Fächern durchgefallen ist. Eigentlich soll er bis zu Beginn der Ferien in der Schule bleiben, doch er packt kurzentschlossen seine Sachen und macht sich auf den Weg in seine Heimatstadt New York. Da seine Eltern noch nichts von seinem Rauswurf wissen und ihn erst drei Tage später erwarten, irrt Holden ziellos durch die winterliche Stadt und steigt in einem Hotel ab. Verschiedene Annäherungsversuche an Frauen schlagen fehl. Der Hotelpage vermittelt Holden eine Prostituierte, von deren Zuhälter er verprügelt wird. Am nächsten Morgen veriässt Holden das Hotel, schließt seinen Koffer im Bahnhof ein und verabredet sich mit Sally Hayes, einer ehemaligen Schulfreundin. Sie gehen gemeinsam ins Theater und zum Schlittschuhlaufen. Als Holden ihr vorschlägt, mit ihm auszureißen, zerstreiten sie sich.
      Nach einer weiteren desillusionierenden Begegnung mit einem ehemaligen Schulkameraden schleicht Holden sich nachts nach Hause zu seiner neunjährigen Schwester Phoebe. Anschließend geht er zu einem ehemaligen Lehrer, um bei ihm zu übernachten; da erdessen sexuelle Annäherung fürchtet, schläft er schließlichauf dem Bahnhof. Am nächsten Tag trifft er sich mit Phoebe, um ihr zu sagen, dass er nach Westen fliehen will. Weil Phoebe ihn begleiten möchte, verspricht er jedoch nach Hause zu kommen und macht mit ihr einen Ausflug in den Zoo. Aufbau: Die Geschehnisse der drei Tage vor den Weihnachtsferien werden aus der Sicht Holden Caulfields erzählt, der sich, inzwischen 17-jährig, in einem Sanatorium bei Hollywood befindet und seine Geschichte im Rahmen einer Therapie erzählt. Durch diese Perspektive prägt Holdens jugendliche Sprache den Roman. Der scheinbar simplen Handlung liegt eine tief greifende, komplexe Struktur ineinander verwobener Leitmotive zu Grunde. Durch zahlreiche Symbole weitet sich Holdens Bekenntnis zu einer vielschichtigen Darstellung des Erwachsenwerdens. Der Romantitel verweist ebenfalls auf diese symbolische Ebene. Holden möchte, nach einem von ihm falsch erinnerten Gedicht von Robert Burns, ein Fänger im Roggen sein, der die Kinder vor dem Fall, d.h. vor der Sexualität und dem Heranwachsen, bewahrt. Doch als er Phoebe auf einem Karussell nach einem am Band hängenden goldenen Ring greifen sieht, versteht er, dass er sie vor dem Fallen weder bewahren kann noch darf. Wirkung: Obwohl von den Kritiken eher zurückhaltend behandelt, wurde Der Fänger im Roggen bald nach seinem Erscheinen zu einem Buch, dasvon derjungen Generation begeistert gelesen wurde. Bereits in den 1950er Jahren entwickelte sich der Roman zur Lieblingslektüre der akademischen Jugend und wurde in der
Folge zu einem der meistinterpretierten Werke an US-amerikanischen Schulen und Universitäten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
     


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