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Sagan, Francoise - Leben und Biographie



Francoise Sagan variiert in ihren auflagenstarken Romanen ihre melancholischen Grundthemen Einsamkeit, Lebensüberdruss und Langeweile. Ihre Protagonisten sind zumeist materiell privilegierte Personen, die sich vorzugsweise an mondänen Orten den Annehmlichkeiten eines luxuriösen Lebens hingeben. Resigniert erleben sie die Flüchtigkeit der Liebe und die Vorläufigkeit jeglichen Glücks. Sagans nihilistischer Ansatz wurde als Ausdruck eines existenzalisti-schen Weltgefühls gewertet.

      Die in Südfrankreich unter dem Namen Francoise Quoirez geborene Schriftstellerin wuchs in Paris in einer wohlhabenden Familie auf. Im Alter von 18 Jahren schockierte die ehemalige Klosterschülerin die literarische Ã-ffentlichkeit mit ihrem Romanerstling Bonjour tristesse, der zu einem Bestseller wurde und in Hollywood verfilmt wurde. Auch in ihren anderen Romanen zeichnet Sagan ein Bild der großbürgerlichen Gesellschaftsschicht, die von Einsamkeit und Sinnlosigkeit geprägt ist .
      Bei einem Unfall mit ihrem Sportwagen wurde ihr 1957 die Leidenschaft für schnelle Autos beinahe zum Verhängnis. Die zweimal geschiedene Mutter eines Sohnes verlor den Großteil ihres Geldes in Spielcasinos und geriet über Jahre hinweg durch ihren aufwändigen
Lebensstil und ihren exzessiven Alkohol-Drogenkonsum in die Schlagzeilen.
      Bonjour tristesse
Mit dem Roman Bonjour tristesse schuf Francoise Sagan einen neuen Typ von Frauenliteratur, der sich von vorhergehenden deutlich absetzte. In ihrem Erstlingswerk gelang es der jungen Autorin, die Stimmung der bürgerlichen Nachkriegsjugend einzufangen, die in der kapitalistischen Welt keinen nennenswerten Sinn zu finden wusste. Das Lebensgefühl einer von Un-lustgefühlen gezeichneten Generation, die zu starken Gefühlen nicht mehr fähig ist, analysierte sie nüchtern, kühl und leidenschaftslos.
      Entstehung: Nach einer misslungenen Literaturprüfung an der Sorbonne schrieb Sagan den Roman im Sommer 1953 in nur zwei Monaten nieder. Die fertigen Seiten las sie ihrer Freundin, der Tochter des Nobelpreisträgers Andre ^Mal-raux, vor, die ihr Mut machte, das Buch einem Verleger vorzulegen. Unter dem von Marcel -^Proust entlehnten Pseudonym Sagan schickte sie das Manuskript an den Verlag Julliard, der es gleich annahm.
      Der Titel des Romans geht auf ein Gedicht von Paul Eluard zurück, das dem Buch vorangestellt wird.
      Inhalt: Die 17-jährige Ich-Erzählerin Cecile verbringt mit ihrem verwitweten Vater Raymond, einem alternden Don Juan, unbeschwerte Ferien in den mondänen Kreisen der französischen Riviera. Die beiden verbindet eine kameradschaftliche und die Freiheit des anderen tolerierende Freundschaft. Vervollständigt wird die Idylle von der rothaarigen Freundin des Vaters, der Halbweltdame Elsa, und dem jungen Studenten Cyril, den Cecile beim Segeln kennen lernt. Die Atmosphäre ist durchweg sinnlich.
      Scheinbar leidenschaftslos und aus einem Gefühl der Langeweile heraus verliert Cecile ihre Jungfräulichkeit . In diese Idylle bricht die schöne und intelligente Anne ein, eine Freundin von Ceciles verstorbener Mutter. Der Vater fühlt sich von ihrer Andersartigkeit angezogen, trennt sich von der rothaarigen Freundin und plant schon bald eine Heirat mit der vernunftbetonten Anne. Die Ich-Erzählerin erkennt, dass ihr sorgloses Leben durch die bürgerliche Heirat des Vaters bedroht wird. Sie befürchtet, von Anne aus ihrer Sorglo-sigkeit gerissen und in ihrer Freiheit eingeengt zu werden. Zusammen mit Elsa und Cyril zettelt sie eine Intrige an, die - zunächst als kleiner Scherz geplant - erschreckende Folgen hat. Es gelingt ihr, ihren Vater zu einem nochmaligen Rendezvous mit seiner früheren Freundin Elsa zu überreden. Anne überrascht beide und fährt enttäuscht fort. Noch am selben Abend erfahren Vater und Tochter, dass Anne mit ihrem Auto tödlich verunglückt ist, wobei offen bleibt, ob es sich um einen Selbstmord handelt. Cecile, deren Gefühle für Anne von Abneigung und stiller Bewunderung zugleich geprägt waren, bedauert ihren Tod, zeigt aber keinerlei Reue. Vater und Tochter setzen ihr früheres oberflächliches Leben fort. Die Langeweile wird ergänzt durch eine neues, durchaus angenehmes Gefühl von Traurigkeit. Wirkung: Der Roman, dem man bisweilen Trivialität nachsagt, überzeugt die Literaturkritik bis heute durch die große Stilsicherheit und die außergewöhnliche formale Vollendung. Das Buch wurde gleich ein sensationeller Erfolg. Sagan erhielt noch im Jahr des Erscheinens den Grand Prix des Critiques. Ãobersetzungen in etliche Sprachen folgten, allein in Amerika verkauften sich innerhalb von einem Jahr eine Million Exemplare. Die zeitgenössische Kritik rühmte die junge Autorin als eine »Colet-te der neuen Generation«, nahm jedoch Anstoß an der »schamlosen« Art, wie sie ein moralisch verkommenes Milieu als sympathisch darstellte. Das Buch wurde ebenso wie zahlreiche Folgewerke Sagans verfilmt. Die Hauptrollen in dem unter der Regie von Otto Preminger entstandenen Film Bonjour tristesse spielten Jean Seberg, Deborah Ken, David Niven und Juliette Greco.


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Sagan,  Francoise    





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