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Sade, (Donatien-Alphonse-Francois), Marquis de - Leben und Biographie



Donatien-Alphonse-Francois Marquis de Sade trieb in seinem Werk den aufklärerischen Gedanken einer von aller Bevormundung befreiten Sexualität ins Extrem. Seine Romane verdanken ihre Bedeutung nicht so sehr ihrer ästhetischen Qualität als vielmehr der Radikalität, mit der sie die rousseauistische Ãoberzeugung einer im Prinzip guten Natur widerrufen. Dass der Autor von allen politischen Systemen seiner Zeit verfolgt wurde, zeigt die Brisanz seiner pomograhschen Romane und die Radikalität der in ihnen vertretenen Positionen.

      Sade, der einer altadligen französischen Familie entstammte, wurde mit 14 Jahren Soldat, nahm am Siebenjährigen Krieg teil und erhielt danach das Amt eines königlichen Statthaltersund Gouverneurs in der Provence. Auf Schloss Lacoste führte Sade ein ausschweifendes Leben; er spielte, verschuldete sich und umgab sich mit Mätressen. Einige Affären wurden schließlich gerichtsnotorisch. Seine Schwiegermutter nutz-te ihren Einfluss, um Sade in Sicherheitsverwahrung nehmen zu lassen. Nach dem Aufenthalt in mehreren Gefängnissen, zum Schluss in der Bastille, wo Sade an seinen Romanen arbeitete, wurde er 1789 durch die französische Revolution befreit.
      1797 erschien das zehnbändige Werk Justine, das einen Skandal auslöste. Sade stritt die Autorschaft ab, wurde 1801 verhaftet und 1803 in die Irrenanstalt von Charenton eingeliefert, wo eT bis zu seinem Tod verblieb.
      Die hundertzwanzig Tage von Sodom oder Die Schule der Ausschweifung
Das Romanfragment stellt die wohl kompromissloseste Entfaltung der Weltanschauung des Marquis de Sade dar, die von einem Elementarrecht auf sexuellen Exzess als der einzigen Grundlage der condition humaine ausgeht. UnteT Berufung auf den Zwang der Natur und auf die instrumentelle Gewalt der Vernunft beschreibt der Roman die hemmungslose sexuelle Ausbeutung und Schändung zum Zweck des eigenen Lustgewinns.
      Entstehung: Dem 1785 in der Haft entstandenen Werk sind inhaltlich und äußerlich die Spuren der Gefangenschaft des Autors anzumerken: die Fantasie des zur Enthaltsamkeit gezwungenen Autors verausgabt sich im gedanklichen Entwurf eines sexuellen Exzesses von 600 auf einen Zeitraum von 120 Tagen verteilten Perversionen. Das Manuskript galt lange als verschollen ; 1904 wurde von dem Berliner Sexualwissenschaftler Iwan Bloch eine unvollständige und fehlerhafte Fassung erstveröffentlicht. Inhalt: Der Herzog von Blangis hat 42 Knaben und Mädchen auf seinem Schloss gefangen setzen lassen. Unterstützt von drei anderen Wüstlingen - einem Kirchenfürsten, einem Richter und einem Financier - will er an seinen Gefangenen alle nur denkbaren Perversionen verüben: Im ersten Quartal geht es um 150 eher durchschnittliche Perversionen, im zweiten um solche mit mehreren Partnern, im dritten um die so genannten kriminellen und schließlich im vierten um Perversionen mit tödlichem Aus-gang. Eine konventionelle Erzählhandlung wie in anderen Romanen Sades gibt es hier nicht. Es handelt sich um das Protokoll des sexuellen Machtmissbrauchs in einem totalitären System, das alle nur denkbaren Details der sexuellen Akrobatik seiner Protagonisten beschreibt. Aufbau: Die von Sade imaginierten Exzesse tragen den Charakter von Zwangsfantasien, denen jede vitale Erotik fehlt. Zwar verspricht der Roman zu Beginn, er wolle den Leser erregen, doch geht es ihm eher um eine literarische Auseinandersetzung mit der Ideenwelt der Aufklärung: Er zeigt in Ãobereinstimmung mit der Aufklärungsphilosophie, dass Gott und das Gesetz nur Konvention sind, die keinen Gehorsam beanspruchen dürfen, dass die Natur nicht per se gut, sondern allein am Erhalt der Gattung interessiert ist, und schließlich, dass sich die viel gerühmte Vernunft auch zur Rechtfertigung von Lust und Verbrechen missbrauchen lässt. Wirkung: Auf Sade beriefen sich die »poetes maudits« der französischen Literatur wie Charles ^Baudelaire und Arthur->Rimbaud, aber auch Edgar Allan -> Poe, wobei sie Sades eher konventionell erzählte Literatur durch ihre stilistische Radikalität übertrafen. Mit der Etablierung des Begriffs »Sadismus« als einer sexualpathologischen Kategorie wurde das Werk des französischen Marquis auch außerhalb der Literatur bekannt. Pier Paolo Pasolini verlagerte den Stoff des Romans in die Republik von Salö, dem letzten Zufluchtsort der italienischen Faschisten kurz vor dem Zusammenbruch der Herrschaft Benito Mussolinis . In diesem immer wieder indizierten Film erscheinen die Gräuel und Massaker von Sades Roman als Abbild des Faschismus, aber auch des gedankenlosen Hedonismus der Nachkriegsära.
      Pornografische Literatur
Begriffserklärung: Pornografie bedeutet die explizite Darstellung von Geschlechtsteilen und sexuellen Handlungen zum Zweck der Stimulation des Lesers oder Betrachters. Anwendung: In eher repressiven Gesellschaftssystemen kann der Pornografie die Funktion einer subversiven Literatur zukommen. Zumal am Vorabend der französischen Revolution wird die Pornografie zu einer der entscheidenden publizistischen Kräfte im Kampf gegen Aristokratie und Klerus. Die Propagandisten der Pornografie nehmen für sich in Anspruch, nach der moralischen und politischen Autonomie des Individuums auch die Emanzipation des Körpers und seiner Bedürfnisse zu betreiben. Aus dieser Perspektive soll die Pornografie sogar zur Emanzipation der Frau bei-getragen haben, weil sie erstmals die verborgene Wahrheit des weiblichen Begehrens enthüllt habe.
      Allerdings unterschlägt eine solch verharmlosende Bestimmung der Pornografie die beunruhigende und problematische Dimension der Sexualität. Während sich im Zuge der sozialen Permissivität die Pornografie mittlerweile in eine letztlich gefällige Darstellung des Erotischen verwandelt hat, findet sich ihr ursprünglich kritischer Impetus nur noch im Obszönen. Während die Pornografie zumeist ihren Frieden mit der moralischen Konvention gemacht hat, will das Obszöne immer noch den Skandal: Es verletzt Tabus und beharrt auf der Einsicht in die trostlose soziale und biologische Natur der menschlichen Verfassung.
     


Condorcet, marie jean antoine xicolas, marquis de

Sein Tod war unwürdig. Doch als gälte es. das Ende zu überhöhen, haben die Biographen dem fünfzigjährigen - »- " '" Mann, der am Morgen des 2$. März l im Gefängnis von Bourg-la-Rcine tot aufgefunden wurde, im nachhinein den Schierlingsbecher in die Hand gedrückt. »Sie sagten: .....
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Sade, donatien alphonse franfois, marquis de

»Nicht nur werde ich den ganzen Winter kein Feuer machen können, sondern ich werde außerdem noch von Ratten und Mäusen aufgefressen, die mich nachts keinen Augenblick schlafen lassen ... Wenn ich bitte, man möge mir gnädigst eine Katze ins Zimmer geben ..., die sie vertilge, so antwortet man mir, Ti .....
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