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Ruskin, John - Leben und Biographie



John Ruskin war ein Universalgenie und einer der einflussreichsten Geister des 19. Jahrhunderts. Seine kunstkritischen und ethischen Bücher erreichten hohe Auflagenzahlen. Der russische Schriftsteller Lew -»N. Tolstoi nannte ihn den hervorragendsten Moralisten der Zeit. Marcel -> Proust verehrte Ruskin und reiste mit dessen Schriften durch Frankreich und Italien.
      Ruskin erlebte in seinem wohlhabenden puritanischen Elternhaus eine strenge Erziehung. Mit 18 Jahren begann er an der Oxford Universi-ty, wo er von 1869 an selbst lehrte, Architektur, Geologie und Mineralogie zu studieren. Ruskin zeichnete und aquarellierte wie sein Vorbild William Turner , den er in seiner erfolgreichen fünfbändigen Schrift Modem Pain-ters gegen Kritiker verteidigte. 1848/49 verfasste er Die sieben Leuchter der Baukunst, 1851 - schrieb er an seinem dreibändigen Werk Die Steine von Venedig, einer Erfassung des Baubestandes der Stadt, mit dem er sich dem als zerstörerisch empfundenen industriellen Fortschritt entgegenzustemmen begann.

      Mit seinen Ideen beeinflusste Ruskin die Präraffaeiiten, die Arts-and Crafts-Bewegung von William Morris , die Architektur von Frank Lloyd Wright sowie des Bauhauses. Um 1860 wandte sich Ruskin sozialen Problemen zu und attackierte das gesellschaftliche System. Seine radikalen Aufsätze stießen auf heftige Ablehnung. Die letzten zehn Jahre seines Lebens verbrachte Ruskin, ein typischer Vertreter der viktorianischen Epoche, in geistiger Umnachtung.
      Die sieben Leuchter der Baukunst
Die Schrift ist eine Mischung aus Moralpredigt und detaillierter Analyse der von John Ruskin bevorzugten gotischen Bauformen, wobei er die französische und italienische Gotik den »unreinen« Formen der nordischen - der deutschen und englischen -vorzieht. Entstehung: Die Vorarbeiten entstanden während einer Reise durch Frankreich und Italien, die Ruskin mit seiner Ehefrau Euphemia Gray unternahm. Die Reise erfolgte im Revolutionsjahr 1848/49, dessen Zerstörungswut einen Schock ausgelöst hatte. Ruskin fertigte selbst die Illustrationen zu dem Band an, die Zeichnungen, aber auch die Druckplatten. Den Anstoß, das Buch zu schreiben, hatte ihm, wie er im Vorwort zur ersten Auflage festhält, seine Furcht vor »der »Vernachlässigung und Zerstörung derjenigen Baukunst, die ich am meisten liebe« gegeben.
      Inhalt: Ruskin gliedert seine Stellungnahme zur Baukunst in sieben Kapitel, die er nach den Werten benannt, welche die Architektur für ihn vermittelt: Aufopferung, Wahrheit, Kraft, Schönheit, Leben, Erinnerung, Gehorsam. Er unterscheide! zwischen der Baukunst und dem Bauen, wobei er unter »Bauen« diejenige Tätigkeit ansieht, »welche die Teile eines Gebäudes oder Behälters zusammenfügt«. Dieses Bauen sieht Ruskin auf das Gebiet der nützlichen Bauten beschränkt. Die Baukunst dagegen, »obwohl sie als unzertrennliche Bedingung die
Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit des Gebäudes zugibt und einschließt«, soll der äußeren Gestalt eines Bauwerks Eigenschaften aufprägen, die »schön, anmutig oder ehrwürdig, im Ãœbrigen aber entbehrlich sind«. Die Baukunst sieht Ruskin in fünf natürliche Kategorien eingeteilt. Demnach existieren für Ruskin religiöse, gedenkende, bürgerliche, kriegerische und schließlich häusliche Gebäude.
      Es fällt dem heutigen Kunst- oder Architekturinteressenten nicht immer leicht, Ruskin bei seinen von viktorianischen Vorstellungen geprägten Exkursionen zu folgen. Oft ist des Autors Ansicht jedoch unverändert gültig, wenn er etwa »das Gutgearbeitete in einem einfacheren Material dem minder Guten in einem besseren« vorzieht. Die Architektur müsse die »Wahrheit sagen«, fordert er, keine falschen Tatsachen vortäuschen. Er möchte die überlieferten Bauten pfleglich genutzt sehen und verdammt die mit der beginnenden Industrialisierung aufkommenden Mietskasernen. Seine größte Sorge ist, dass überlieferte Bauten und Bauformen falsch verstandenen Reformen zum Opfer fallen. Wirkung: Die sieben Leuchter der Baukunst fand in seinerzeit ein starkes Echo. Schon in frühen Arbeiten von Ruskin macht sich Unduldsamkeit gegenüber des Fortschritts bemerkbar. Er wetterte gegen die Zerstörung der Kunstschätze ebenso wie die der Umwelt wie etwa die Vergiftung der Flüsse durch die Industrie. In seinem späteren Werk verschärfte sich dieser Ton, der auch seine Zeitgenossen aufbrachte. Dennoch hatten Ruskins Ideen außerordentlichen Ein-fluss auf die Kunstströmungen und -auffas-sungen seiner Zeit. Denkmal- und Umweltschützerberufen sich bis heute auf ihn.


Johnson, uwe

Geb. 20.7.1934 in Kammin/Pommern; gest. 23.2.1984 in Sheerness Schon Mitte der 1950er Jahre erkannte der Leipziger Literaturhistoriker Hans Mayer das große erzählerische Talent des damals zwanzigjährigen Germanistikstudenten J. und empfahl seinen Schüler, der eine hervorragende Diplomarbeit über E .....
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Saint-john perse - exil (i942) (auszüge)

II A nulles rives dediee, ä nulles pages confiee la pure amorce de ce chant... D'autres saisissent dans les temples la corne peinte des autels: Ma gloire est sur les sables! ma gloire est sur les sables!... Et ce n'est point errer, 6 Peregrin, Que de convoiter l'aire la plus nue pour assembler a .....
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Saint-john perse - verbannung (auszüge)

II Keinen Ufern zugedacht, keinen Blättern anvertraut die reine Lok-kung dieses Lieds ... Andere greifen in den Tempeln nach dem bemalten Hörn der Altäre: Mein Ruhm ist auf dem Sand! Mein Ruhm ist auf dem Sand!... Und es heißt nicht, daß man irrt, o Fremdling, Wenn man die nackteste Tenne begehr .....
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Auf dem nachttisch - john dos passos

(John Dos Passos .....
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Austin, john latigshaw

Der Name A.s ist eng verbunden mit den Bemühungen um die »Philosophie der normalen Sprache« . die im wesentlichen von ihm — zu nennen wären außerdem noch Ludwig Wittgenstein und Gilbert Ryle — begründet wurde. Dem Oxforder philosophischen Klima gemäß entfaltete A. seine Ãœberlegungen vornehmlich .....
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Dewey, john

Neben William James haben D.s Schriften am meisten zur Verbreitung des Pragmatismus beigetragen. Für D. in spezifischer Weise charakteristisch war, wie er die Philosophie für die Pädagogik fruchtbar machte. Die Kombination von philosophischem Denken und Interesse an sozialen Problemen der Gesellscha .....
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Locke, john

Auch jenseits der Philosophie waren die Interessengebiete von L. weit gespannt: So bedachte er seine Landsleute reich mit Traktaten über Weinbau, mit Reiseberichten und praktischen ökonomischen Kompendien, wie das eigene Hab und Gut zu mehren sei. Die Nachwelt versetzte der Enzyklopädist L. mit sein .....
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Mill, john stuart

Tatsachenwissen und die »Benutzung mathematischer Figuren«, die »eine genaue Beweisführung« zulassen, war das Lernziel der jungen Gradgrinds in der Musterschule ihres Vaters, in der sie von ihrem zartesten Alter an. »kaum daß sie allein laufen konnten«, geschulmeistert worden waren. Charles Dickens .....
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Searle,john rogers

Der Name von S. ist unauflöslich mit dem Begriff »Sprechakt« verbunden. Ein Sprechakt ist eine sprachlich vollzogene Handlung, die in einen Kommunikationskontext eingebettet ist und nach bestimmten Regeln abläuft, damit das Gelingen der Sprachhandlung, vor allem die erfolgreiche Ãœbermittlung der In .....
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Uwe johnson (geb. i934)

siedelte 1959 nach West-Berlin über, als sein erstes Romanmanuskript von ostdeutschen Verlagen nicht angenommen wurde. Hier fand er sogleich einen Verlag für seinen Roman 'Mutmaßungen über Jakob", der das Thema der Teilung Deutschlands zum Gegenstand hat. Auch seine nächsten Werke behandeln menschli .....
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Uwe johnson: »mutmassungen über jakob« (i959) - romanpoetik der unbestimmtheit

Im Netz der Ãœberwachung Wer Wegweiser für das Leseabenteuer in der Unübersichtlichkeit dieses Romans braucht, der lese zunächst die am Schluß angefügten »Angaben zur Geschichte Jakobs«. Sie sind ein Inhaltsabriß. Und so erinnert das Ganze an jene Text-Bild-Rätsel in Zeitungen und Magazinen, unte .....
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Brentano, brecht, horst wessel und johnson

Wenn das deutsche Volk in der Welt weniger als das Volk der Dichter und Denker, sondern eher als das »der Richter und Henker« gilt, so ist das nicht zuletzt darauf zurückzuführen, daß in diesem Land die Machthaber mit besonderer Vorliebe eben die Dichter und Denker bekämpft und ver- folgt haben .....
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Johnson, uwe

Schon Mitte der 50er Jahre erkannte der damals in Leipzig ansässige Literaturhistoriker Hans Mayer das große erzählerische Talent des damals zwanzigjährigen Germanistikstudenten J. und empfahl seinen Schüler, der eine hervorragende Diplomarbeit über Ernst Barlach angefertigt hatte, dem westdeutschen .....
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