Deutsche Literatur - Der literarische Treffpunkt


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Ringelnatz, Joachim - Leben und Biographie



Joachim Ringelnatz gilt als der größte lyrische Humorist seiner Zeit. Seine parodistischen, in antibürgerlichem Gestus gehaltenen und amoralisch wirkenden Gedichte zeichnen sich sowohl durch beißenden Spott und erotische Derbheit als auch durch melancholisch-introvertierte Züge aus.
      Ringelnatz wuchs in gutbürgerlichen Verhältnissen auf. Ohne Wissen der Eltern heuerte er als Schiffsjunge an und fuhr später als Matrose und Freiwilliger bei der Marine zur See. Danach absolvierte er in Hamburg eine kaufmännische Lehre und arbeitete in verschiedenen Berufen, u.a. als Hausmeister und Reisebüroangestellter. Seine künstlerische Laufbahn begann in der Schwabinger Künstlerkneipe »Simplicissimus«, wo Ringelnatz als Hausdichter und Kabarettist tätig war. 1920 erhielt er ein Engagement an der Berliner Kleinkunstbühne »Schall und Rauch« von Hans von Wolzogen.

      Ringelnatz unternahm Tourneen im deutsch-sprachigen Raum und trug seine eigenen Dichtungen unter dem 1919 gewählten Namen Ringelnatz - der seemännischen Bezeichnung für das Glück bringende Seepferdchen - vor. Daneben verfasste er Kindergedichtbände , Prosawerke wie den Band Die Woge [] 922) - eine Sammlung von zwölf Marinegeschichten - sowie ernsthafte Gedichte, die in Ton und Motivik oft an Bertolt -> Brecht, Gottfried ^Benn und Alfred ^Döblin erinnern. Ringelnatz betätigte sich auch als Maler; er schuf über 200 Ölbilder, Aquarelle und Zeichnungen. Unter der nationalsozialistischen Diktatur erhielt Ringelnatz 1933 Auftrittsverbot und starb verarmt im folgenden Jahr.

      Kuttel Daddeldu
Mit der Figur des gutmütig krakeelenden, betrunkenen Matrosen Kuttel Daddeldu erlangte Joachim Ringelnatz Berühmtheit und schuf eine neue Figur in der deutschsprachigen humoristischen Literatur, die er bei seinen Auftritten im Kabarett mit großem pantomimischen Talent darzustellen wusste. Inhalt: Den Kern des Gedichtbands Kuttel Daddeldu bilden moritatenhafte Seemannslieder, in denen Kuttel von wilden Seefahrten und chaotischen Landgängen Bericht erstattet; er erzählt von Bordellen und Hafenkneipen, von seiner Braut Marie und von seinen in aller Welt verstreuten Kindern. Dabei strotzt der sympathische Seemann gerade in seinen grotesken Verzerrungen von einer unbändigen Lebensfreude. Auf burschikos unbekümmerte Art und mit kernigem Humor besteht Kuttel Daddeldu die Abenteuer des Seemannsberufs und des Lebens.
      Form: Die ringelnatzsche Sprache ist von schlichter Natur. Die Struktur seiner Seemannsballaden wird nicht von regelmäßig gebauten Strophen gebildet; seine Verse sind in ihrer Metrik uneinheitlich, in den Reimen und im rhythmischen Gesamtaufbau aber von hoher Geschlossenheit. Wie in vielen anderen Gedichten schildert Ringelnatz auch in Kuttel Daddeldu die Welt aus der Sicht der kleinen Leute: Außenseiter und Arme. Den täglichen Existenzkampf meistern sie mit einem Mundwerk, das sich um Konventionen und Etiketten wenig schert. Wirkung: Die Seemannsballaden fanden ein breites Publikum. Insbesondere der Neuausgabe des Kuttel Daddeldu aus dem Jahr 1923, in die noch verschiedene andere lyrische und sozial akzentuierte Gedichte des Autors aufgenommen wurden, war ein großer Erfolg beschieden. Die Nationalsozialisten wussten den anarchischen Frohsinn des Seemanns nicht zu schätzen und setzten die Seemannsballaden auf die »Schwarze Liste«.


Joachim ringelnatz (i883-i934)

Ringelnatz, Joachim - genau so sieht er aus: Visage fürs Visier geschaffen, kneiffaltig-knochiges Sturmhaubengesicht, ein geiernder Raubritterschädel als Maximum an Romantik auf einem sehnigen Minimum an Körper, nervenstrangulierter Kondorhals, mager wie eine ramponierte Sprungfeder der Phantasie, d .....
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Arnim, achim von (eigentl. karl joachim friedrich ludwig von a.)

Geb. 26. 1. 1781 in Berlin; gest. 21. 1. 1831 in Wiepersdorf »Von Rechts wegen sollte dieses Büchlein in jedem Hause... am Fenster, unterm Spiegel, oder wo sonst Gesang- und Kochbücher zu hegen pflegen, zu finden sein, um aufgeschlagen zu werden in jedem Augenblick der Stimmung oder Unstimmung.« Jo .....
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Campe, joachim heinrich

Am 26. 8. 1792 ernannte die französische Nationalversammlung C. zusammen mit Friedrich Gottlieb Klopstock, Friedrich Schiller, Johann Heinrich Pestalozzi, George Washington und dreizehn weiteren Ausländern zum Ehrenbürger Frankreichs, weil er sich durch »Gesinnung und Werke als Freund der Freiheit. .....
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Fuhrmann, joachim

Wo isser denn? Roesch, Claudia H. In: Bild des Kindes, 1989, S. 23 - 24. .....
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Haecker, hans joachim

Der Abend der Medici-Gräber Pieczonka, Annette. In: Sprachkunst / Bildende Kunst, 1988, S. 224 - 229. Der Morgen der Medici-Gräber Pieczonka, Annette. In: Sprachkunst / Bildende Kunst, 1988, S. 200-210. Der Tag der Medici-Gräber Pieczonka, Annette. In: Sprachkunst / Bildende Kunst, 198 .....
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Leidel, hans joachim

Die drei Wespen des Sir James Jeans Johannimloh, Norbert. In: DU 14, 1962, H. 3, S. 84 - 87. .....
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Neander, joachim

Der Lobende Weber, Albrecht. In: Deutsche Barockgedichte, 1967, S. 114- 117. .....
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Ringelnatz, joachim

An der Alten Elster Kleßmann, Eckart. In: Frankfurter Anthologie 7, 1983, S. 151 - 154. An meinen längst verstorbenen Vater Kleßmann, Eckart. In: Frankfurter Anthologie 6, 1982. S. 145 - 148. Ansprache eines Fremden an eine Geschminkte vor dem Wilberforcemonument Graefe, Heinz. .....
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Rochow, joachim

Abends Günther, Joachim. In: Doppelinterpretationen, 1986, S. 164- 166. Rochow, Joachim. In: Doppelinterpretationen, 1986, S. 160- 163. .....
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Uhlmann, joachim

Melancolia von Dürer Kelletat, Alfred. In: Drei Deutungen, 1971, S. 10 - 15. Säule Kelletat, Alfred. In: Festschrift Merentitis, 1972, S. 194- 198. .....
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Wittstock, joachim

Türkenhügel Anger, Horst. In: Deutsche und rumäniendt. Lyrik, 1981, S. 320-324. .....
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Joachim da fiore

Der trühe Lebensgang J.s ist nur legendarisch faßbar: Er soll in Celico'Kalabnen geboren und am Hofe Rogers IL erzogen worden sein. Auf einer Reise nach Konstantinopel und ins Heilige Land bekehrte er sich zum religiösen Leben, kehrte nach Kalabnen zurück und trat in den Zisterzienserorden ein. 1177 .....
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Schenken - joachim ringelnatz

Schenke groß oder klein, Aber immer gediegen. Wenn die Bedachten Die Gaben wiegen, Sei dein Gewissen rein. Schenke herzlich und frei. Schenke dabei Was in dir wohnt An Meinung, Geschmack und Humor, So daß die eigene Freude zuvor Dich reichlich belohnt. .....
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Index » Gedichte aus sieben Jahrhunderten Interpretationen

Joachim wittstock - tÃœrkenhÃœgel

Tafelberg, den Vögeln entgegengebogen daß sie ihn nachtlang beschweren ein Hügel — allein ohne gefallene Türken doch aller, die je gegen sie gekämpft So sind auch Heldengräber nicht Gräber für Helden doch jener, die südwärts ritten erst wenn der Halbmond sich lodernd über sie goß wurden sie .....
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Sapper, hans-joachim

Biografie: *27.5.1 in Berlin. H.-J. Sapper wuchs bis zur Flucht der Eltern 1956 in Falkensee auf. Er ist heute als Dezernent im Bereich Innere Kommunikation der BfA tätig. H.-J. Sapper schrieb zahlreiche Kurzgeschichten von Schulzeiten an. Nach einem Unfall 1997 für nahezu zwei Jahre ans Haus gefe .....
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Joachim g. boeckh, gÜnter albrecht, kurt bÖttcher, klaus gysi, paul gÜnter krohn, hermann strobach

Geschichte der deutschen Literatur. Bd. 5: 1600-1700 [...] Die innerhalb der Literaturentwicklung des 16. und 17. Jahrhunderts - die sich insgesamt als Ãœbergangsepoche vom Feudalismus zum Kapitalismus darbietet - kurz vor 1600 gesetzte Zäsur bezeichnet den Anfang einer neuen gesellschaftlichen un .....
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Index » Textsammlung zur deutschen Literaturgeschichte

Ringelnatz, joachim

Von Behörden ließ Hans Bötticher, Sohn des Musterzeichners und Schriftstellers Georg Bötticher, sich mit der Berufsbezeichnung »Artist« registrieren. Gearbeitet hat er in etwa vierzig Berufen, war Kommis in Leipzig und Tabakladenbesitzer in München, Bibliothekar beim Grafen Yorck von Wartenburg und .....
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Ringelnatz,  Joachim    





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