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Traditionsbruch



Die Revolte dieses Programms, aber auch der Dichtungen selbst, richtet sich zugleich nach rückwärts und wird Zertrümmerung der Tradition. Zwar weiß man von der Lesegier des Knaben und Jünglings Rimbaud. Seine Verse sind voller Anklänge an zeitgenössische und frühere Autoren des 19. Jahrhunderts. Doch auch das Anklingende hat den scharfen Ton, der aus Rimbaud, nicht aus den Vorbildern kommt. Das aufgenommene literarische Gut hat sich bei ihm durch Ãoberhitzung oder Uhterkältung in eine völlig andere Substanz verwandelt. Die Anklänge haben für die Beurteilung Rimbauds nur untergeordneten Aussagewert. Sie bestätigen, was sie in allen anderen Fällen auch bestätigen: kein Autor kann im Nichts anfangen. Sie ergeben also nichts für Rimbaud Spezifisches. Dieses ist vielmehr zu erkennen an der gewaltsamen Veränderung des Angelesenen und an seiner Haltung, die den Traditionsbruch will und zum Traditionshaß verschärft.

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