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Monologische Dichtung



Seit 1871 wurde die Dichtung Rimbauds zunehmend zu einem Monolog. Von einigen Stellen der Prosawerke sind Entwürfe erhalten. Vergleicht man sie mit den endgültigen Fassungen, so ergibt sich, in welcher Richtung Rimbaud veränderte. Die Sätze werden noch knapper, das Ãoberspringen von Zwischengliedern wird noch kühner, die bizarre Wortgruppe noch häufiger. Zeitgenössische Mitteilungen berichten, daß er ganze Stöße Papier zu verbrauchen pflegte, ehe eine Fassung ihn befriedigte, daß er sich Skrupel machte, ob ein Komma zu setzen, ein Adjektiv zu streichen sei, und daß er sich Sammlungen seltener oder ausgefallener Wörter angelegt hatte, mit denen er dann seine Texte bediente. Alle diese Tatsachen belegen, daß Rimbaud nicht anders gearbeitet hat als die Klassiker der Klarheit. Seine monologischen Dunkelheiten sind nicht unkontrollierter Ausstoß, sondern planmäßiges Künstlertum und als solches durchaus folgerichtig innerhalb einer Dichtung, deren nicht erfüllbare Leidenschaft zum nur noch den Weg weiß, das Bekannte zu zerwühlen und zu verfremden. Rückblickend schreibt Rimbaud an einer späten Stelle: , aber einige Seiten danach:

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