Deutsche Literatur - Der literarische Treffpunkt


Autoren

Index
» Autoren
» RIMBAUD
» Modernität und Stadtpoesie

Modernität und Stadtpoesie



Ein Text wie dieser zeigt Rimbauds Verhalten zur Modernität. Es ist zwiespältig wie bei Baudelaire : Widerwillen gegen die Modernität, sofern sie materieller Fortschritt und wissenschaftliche Aufklärung ist; Ergreifen der Modernität, sofern sie neue Erfahrungen bringt, deren Härte und Nacht ein hartes und Gedicht verlangen. Daher Rimbauds Stadtpoesie. Man findet sie in den lllu-minations. Sie ist von grandioser Gewalt, treibt Baudelaires Traumstadt ins Ãoberdimensionale. Zu den besten Stücken gehören die mit Ville oder Villes betitelten . Mit inkohärenten, aufgetürmten Bildern erdichten sie Städte der Phantasie oder der Zukunft, alle Zeiten überspannend, jede Raumordnung verkehrend; Massenhaftes ist in Bewegung, tönt und brüllt; Dingliches und Undingliches durchkreuzen einander; zwischen kristallenen Sennhütten und kupfernen Palmen, über Schluchten und Abgründen geschieht Zusammenbruch der Apotheosen>; künstliche Gärten, künstliches Meer, eine Kirchenkuppel aus Stahl von fünfzehntausend Fuß Durchmesser, riesige Kandelaber, die Oberstadt so hoch hinaufgebaut, daß die Unterstadt nicht mehr zu sehen ist...; und dazu die Sätze : alles Vertraute haben solche Städte abgestoßen, kein Denkmal des Wahns ist da, keiner der Millionen Menschen kennt den andern, und doch ist das Leben des einen gleichförmiger Zwang wie das aller anderen; Gespenster sind diese Menschen, Kohlenrauch ist ihr Waldschatten und ihre Sommernacht; ohne Tränen wird gestorben, ohne Hoffnung geliebt, und

 Tags:
Modernität  Stadtpoesie    


Impressum

Tags: a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z
Kontact Sitemap
Copyright © litde.com