Deutsche Literatur - Der literarische Treffpunkt


Autoren

Index
» Autoren
» RIMBAUD
» Les Illuminations

Les Illuminations



Von hier aus lassen sich Les Illuminations charakterisieren. In bezeichnender Mehrdeutigkeit heißt der Titel sowohl wie . Eine inhaltliche Gliederung des Werks ist nicht möglich. Rätselhafte Bilder und Vorgänge ziehen vorüber. In der Sprache wechseln Trunkenheit und harte Brüche, eintönig insistierende Wiederholungen und ungestützte Wortketten. Selten, daß die Betitelung eines Stücks seinem Verständnis nützt. Die zersplitterte Thematik bewegt sich zwischen Rückblick und Vorblick, zwischen Haß und Verklärung, zwischen Prophetie und Verzicht. Erregungenwerden ausgestreut in einen Raum, der von den Sternen zu den Gräbern reicht und den namenlose Gestalten, Mörder und Engel bevölkern. Epirus, Japan, Arabien, Karthago, Brooklyn treffen sich auf einem Schauplatz. Umgekehrt aber tritt das, was in der Wirklichkeit zusammengehörte, zu völliger Kontaktlosigkeit auseinander . Die Dramatik der Stücke ist es, die Welt zu zertrümmern, damit Unordnung die sinnliche Epiphanie des unsichtbaren Geheimnisses wird. Der Beginn eines Textes setzt schon so weit entfernt von der anstoßenden Idee oder Sache ein, daß der Text sofort den Charakter des Fragments erhält, eines zufällig zu uns gelangten Splitters aus einer anderen Welt. Da und dort wird etwas erzählt, so in Conte . Ein Fürst - welcher? - tötet Frauen; sie kommen wieder. Er tötet seine Männer; sie folgen ihm. Ein Genius von überirdischer Schönheit begegnet dem Fürsten, und beide sterben. Ekstatisches Töten und Sterben gelingt nicht; die Getöteten leben, der mit dem Genius Gestorbene hat später seinen gewöhnlichen Tod. Vielleicht ist der Sinn: selbst die Zerstörung mißlingt, selbst sie führt ins Triviale. Doch das Auffälligste dieses besteht darin, daß es mit den Mitteln erzählerischer Bestimmtheit die Absurdität aussagt, wissend zudem, daß auch sie nicht genügt. , lautet der Querschläger des Schlusses.

      Les Illuminations sind ein Text, der nicht an einen Leser denkt. Sie wollen nicht verstanden werden. Sie sind ein Gewitter halluzinatorischer Entladungen und rechnen höchstens damit, jene Furcht vor Gefahr zu wecken, der die Liebe zur Gefahr entspringt. Auch sind sie ein Text ohne Ich. Denn das Ich, das in einigen Stücken auftaucht, ist jene künstliche, fremde Ichheit, die in den Voi/anf-Briefen entworfen worden war. Allerdings, dies bewahrheiten die Illuminations, daß ihr Dichter, wie ein Satz lautet,

 Tags:
Les  Illuminations    





Impressum | Datenschutz

Tags: a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z
Kontact Sitemap
Copyright © litde.com