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Die Voyant-Briefe (leere Transzendenz, erstrebte Abnormität, dissonantische )



1871 schrieb Rimbaud zwei Briefe, in denen er das Programm künftigen Dichtens entwarf. Das Programm deckt sich mit der zweiten Phase seines eigenen Dichtens. Da die Briefe um den Begriff des Sehers kreisen, hat man sich daran gewöhnt, sie die Voyant-Briefe zu nennen . Sie bestätigen auch für Rimbaud, daß modernes Dichten mit gleichwertiger Reflexion über das Dichten einhergeht.
      Für den Dichter den Rang eines Sehers zu beanspruchen, ist gewiß nicht neu. Einer der Ursprünge des Gedankens lag bei den Griechen.
      Der Renaissance-Platonismus hatte ihn wieder aufgegriffen. Zu Rimbaud war er durch Montaigne gedrungen, der in einem Essay zwei Stellen aus Platon über den poetischen Wahnsinn kombinierte. Rimbaud hatte schon als Schüler den Abschnitt Montaignes auswendig gelernt. Anregungen aus Victor Hugo mögen hinzugekommen sein. Das Ausschlaggebende aber ist, welche Wendung Rimbaud diesem alten Gedanken erteilt. Was sieht der Seherdichter, und wie wird er zu einem solchen? Die Antworten sind recht ungriechisch und sehr modern.
      Das Ziel des Dichtens heißt:

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Die  Voyant-Briefe  (leere  Transzendenz,  erstrebte  Abnormität,  dissonantische  )    


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