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Abschließendes Urteil



J. Riviere schreibt in seinem RiMBAUDbuch : Es ist die Größe Rimbauds, das Chaos, das er, scheiternd vor dem , zur Stellvertretung des hervorrief, in eine Sprache von geheimnishafter Vollkommenheit übergeführt und künstlerisch bewältigt zu haben. Er hat, wie Baudelaire, mutig und im Vorauswissen des Künftigen, den auf sich genommen, von dem er selber sprach und der das Schicksal seines Jahrhunderts war.
      Als er an die Grenze kam, wo sein die Welt wie das Ich deformierendes Dichten sich selbst zu zerstören begann, hatte er, der erst Neunzehnjährige, Charakter genug, zu verstummen. Dies Verstummen ist ein Akt seiner dichterischen Existenz selber. Was vorher äußerste Freiheit in der Dichtung war, wurde nunmehr eine Freiheit von der Dichtung. Manche Späteren, die von seinem Vorbild mehr verführt als geführt sind, hätten von ihm lernen können, daß es für sie besser gewesen wäre, überhaupt stumm zu bleiben. Aber es sind Lyriker nach ihm gekommen, deren Werk zeigt, daß noch nicht alles getan war für die Sprachwerdung der modernen Seele.
     

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