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Rimbaud, Arthur - Leben und Biographie



Mit vollendeter Virtuosität schrieb Arthur Rimbaud in jungen Jahren Gedichte, die von der radikalen Auflehnung gegen alle Konventionen der Gesellschaft, gegen Moral und Religion geprägt sind. Sein revolutionäres Poesiekonzept ließ ihn zu einer zentralen Gestalt der literarischen Moderne werden. In den Briefen des Sehenden fordert er die »lange, ungeheure und systematische Entregelung aller Sinne«.

      Nach ersten poetischen Versuchen in der Tradition der Romantik und des Parnass löste Arthur Rimbaud in seinen heute als Schlüsseltexte der Moderne geltenden Dichtungen Eine Zeit in der Hölle und Illuminationen Charles -» Baudelaires Forderung nach Schaffung einer neuen dichterischen Sprache radikal ein. Seine fremdartigen Metaphern und dunklen Chiffren, die eine Vielzahl von Assoziationen und Interpretationen zulassen, stark rhythmisierte Wortfolgen und eine rätselhaft verkürzte Sprache machen die Originalität seiner wegweisenden Lyrik aus.
      Nach der Trennung der Eltern wuchs der Sohn eines Offiziers bei der streng katholischen Mutter auf. Rimbaud galt als überdurchschnittlich begabter, aber aufsässiger Schüler. Erste Gedichte, die er mit 15 Jahren zu schreiben begann, schickte er dem zehn Jahre älteren Paul Verlaine nach Paris, darunter sein berühmtes Langgedicht Das trunkene Schiff, in dem ein vagabundierendes Schiff zur »absoluten Metapher« wird. Die intime Freundschaft der beiden Dichter endete mit einem heftigen Streit.
      Im Absinthrausch schoss Verlaine auf Rimbaud und musste für zwei JahTe ins Gefängnis. 1874, im Alter von 19 Jahren, beendete Rimbaud abrupt sein dichterisches Schaffen und arbeitete fortan als Handelsvertreter und Waffenhändler in fernen Ländern, u.a. im Orient und in Afrika. Schwer erkrankt, kehrte er nach Frankreich zurück, wo er im Alter von nur 37 Jahren starb.
      Eine Zeit in der Hölle
Rimbauds ausdrucksstarke lyrische Prosa Eine Zeit in der Hölle markiert einen Wendepunkt in der Geschichte der französichen Lyrik. Entstehung: Während seines krisenreichen Zusammenlebens mit Paul Verlaine , das mit den Schüssen auf Rimbaud am 10. Juli 1873 endete, zog sich der Dichter mehrfach auf den Bauernhofseiner Familie zurück, wo er sich auf dem Speicher einschloss und dichtete. Das vermutlich zwischen April und August 1873 vollendete Werk war das einzige, das Rimbaud selbst drucken ließ. Ursprünglich plante er eine Veröffentlichung unter dem Titel Heidenbuch oder Negerbuch. Da Rimbaud die Druckkosten, die ihm die Druckerei in Rechnung stellte, nicht bezahlen konnte, kam es bis auf wenige Auto-renexemplarc nicht zur Auslieferung. Erst 1901 wurden die Druckwerke wiederentdeckt. Inhalt: Die im Prolog als Tagebuch eines Verdammten bezeichnete Gedichtsammlung besteht aus den neun verschieden langen Teilen Prolog, Böses Blut, Höllennacht, Fieberfantasien I und //, Das Unmögliche, Der Blitz, Morgen und Abschied, die durch wiederkehrende Motive verknüpft sind. Sinnfragen nach Gott, dem Glauben, der Sünde und der Begründung des Daseins werden gestellt. Das nicht mehr in strengen Versen, sondern in rhythmischer Prosa geschriebene, stark autobiografische Werk beschäftigt sich mit der Erfahrung des Scheiterns und deT Desillusionierung, die der Dichter in einem bewusst durchkomponierten Kunstwerk zu verarbeiten sucht. Voller Scham und Enttäuschung nimmt Rimbaud Abschied von der vorangegangenen Epoche, die für ihn einer »Zeit in der Hölle« gleichkam. Er verwirft seine zuvor insbesondere in den Briefen formulierten dichterischen Vorstellungen von der Zerstörung herkömmlicher Kommunikationsmöglichkeiten und der poetischen Gestaltung einer anderen Wirklichkeit. Die Epoche als »Seher« des Unbekannten, in der er noch die »systematische Ent-regelung aller Sinne« forderte, ist für ihn weitgehend abgeschlossen. Rimbaud proklamiert den Verzicht auf die Dichtung und die abendländische Welt überhaupt.
      In einer Art Selbstanalyse zeichnet der Poet den Weg seiner Irrtümer nach, der ihn aus einem glücklichen Leben in die Hölle der Poesie führte. Die Dichtung erscheint ihm als ein Fluch, dem er ausgeliefert war. Die an der Seite von Verlaine unternommenen Versuche mit Rauschgiften zur Bewusstseinserweiterung verurteilt er im Nachhinein, da sie Ã"ngste und Halluzinationen auslösten und ihn in einen Zustand nahe dem Tod brachten. Vor die Wahlgestellt, entweder in diesem Zustand zu verharren oder auf die Dichtung zu verzichten, zieht er es vor, in ein normales Leben zurückzukehren. Am Ende der Niederschrift scheint der Autor den Ausweg aus seiner moralischen und künstlerischen Krise gefunden zu haben. Er gelangt zu der Feststellung »Ich kann nicht mehT sprechen«.
      Wirkung: Die Dichtung von Rimbaud blieb zu seinen Lebzeiten weitgehend unbekannt. Später setzte eine lebhafte Mythenbildung um sein Leben und Werk ein. Viele bedeutende Dichter nachfolgender Generationen wie die Symbolisten, Expressionisten und Surrealisten beriefen sich auf ihn. In Deutschland wurden seine Gedichte durch Ãobersetzungen von Stefan -»George und Paul -»Celan u.a. bekannt.
      Die wichtigsten Bücher von Arthur Rimbaud
Das trunkene Schiff 1884 In der heute wohl berühmtesten Dichtung Rimbauds , die aus 25 vierzeiligen Alexandrinerstrophen besteht, machte Rimbaud das Motiv eines Schiffs zum lyrischen Ich.
      Briefe des Sehenden, 1912 und 1926 In den Briefen an seinen Lehrer Georges Izambard vom 13. Mai 1871 und an Paul Demenyvom 15. Mai 1871 entwirft Rimbaud seine revolutionäre Poetik, die bewusstes Freisetzen des Unbewussten fordert.
      EineZeit in der Hölle 1873 In rhythmischer Prosa verarbeitet Rimbaud die zurückliegende Epoche und überwindet seine moralische und künstlerische Krise, indem er den Verzicht auf die Dichtung proklamiert.
      Illuminationen 1886 In dem Lyrikzyklus wird in einer poetischen Sprache von bis dahin unbekannter Ausdruckskraft eine irreale Welt gezeigt, in der die üblichen Sinnzusammenhänge aufgehoben sind.
     


Die philosophie arthur schopenhauers (i788-i860)

Neben Feuerbach dürfte Arthur Schopenhauer die Weltanschauung des Bürgertums und auch die Programmalik und Theorie des Bürgerlichen Realismus nachhaltig beeinflusst haben. Entsprach die Philosophie Feuerbachs der Materialisierung des Denkens in Absetzung von einem spekulativen Idealismus, so kamen d .....
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Schnitzler, arthur

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Arthur schnitzler

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Schnitzler, arthur

Fließen die Thränen Weinzierl, Ulrich. In: Frankfurter Anthologie 18, 1995, S. 99 - 102. .....
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Schopenhauer, arthur

Auf die Sixtinische Madonna Maier, Hans. In: Frankfurter Anthologie 11, 1988, S. 109- 112. .....
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Schopenhauer, arthur

Seh. war zusammen mit Friedrich Nietzsche der populärste deutsche Philosoph des 19. Jahrhunderts, obwohl oder besser weil dem großen Ruf eine gewisse Unkenntnis des Werks zugrunde lag, wie auch bei Nietzsche. Als Sohn eines Großkaufmanns und der später >berühmten< Schriftstellerin Johanna Seh. wächs .....
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Der »psychologische tiefenforscher« - arthur schnitzler: »der weg ins freie« (i908)

Spätzeit des Habsburgerreichs Aus der Schriftstellergruppe, die sich 1892 unter dem Namen »Jung Wien« eine Zeitlang zu einem friedlichen Wettbewerb zusammenschloß, gehen zwei überragende Autoren hervor: Arthur Schnitzler und Hugo von Hofmannsthal. Mehr als die anderen repräsentieren sie die wiene .....
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Schnitzler, arthur

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Rimbaud,  Arthur    





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