Deutsche Literatur - Der literarische Treffpunkt


Autoren

Index
» Autoren
» Rigveda

Rigveda - Leben und Biographie



Die Sammlung des Rigveda ist nicht nur das älteste Denkmal altindischer Literatur, sondern die älteste vollständig über-lieferte Literatur überhaupt. Seine Sprache wirkt lebendig, ausdrucksstark und kunstvoll metrisch gebunden.
      Entstehung: Westliche Forscher datieren nach archäologischen, sozial- und literaturhistorischen Sachverhalten die Entstehung des Rigveda in den Zeitraum von 1200 bis 1000 v.Chr. Dieser Befund ist jedoch keineswegs gesichert. Die hinduistische Tradition betont den Offenbarungscharakter des Rigveda, in dem die Seher in Versen ausdrücken, was war, was ist und für die Dauer der Schöpfung sein wird . Nach der Tradition wurde der große Seher Vyasa zu Beginn des gegenwärtigen Zeitalters Kali Yuga damit beauftragt die Hymnen zu sammeln und zu ordnen. Sprache: Der Rigveda ist in einer vedischen Sprache geschrieben, welche den Ãobergang zum Sanskrit zeigt, aber noch nicht die Festigkeit der Grammatik aufweist, was ihre spontanen und vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten erklärt. Die Hymnen wurden jahrhundertelang wegen der magischen Wirkung des richtig ausgesprochenen Wortes absolut zuverlässig durch eine mündliche Tradition überliefert, welche über ausgefeilte Mnemotechniken verfügte. Trotz der Verschriftlichung im Hochmittelalter wird in Indien noch heute mancherorts die mündliche Tradition gepflegt. Struktur: Rigveda Samhita besteht aus 1028 Hymnen. Am gebräuchlichsten ist die Einteilung des Gesamttextes in zehn Abschnitte . Die Hymnen sind im allgemeinen entweder nach den Seherfamilien, welche sie hervorbrachten, oder nach den Göttern, welche durch sie verehrt werden, geordnet. Eine Ausnahme ist das zehnte Mandala: Es enthält Hymnen von verschiedenen Sehern an verschiedene Götter und hat als wahrscheinlich jüngster Teil des Rigveda Samhita insgesamt mehr philosophisch-spekulativen Charakter.

      Inhalt: Wgvedovereinigt Lobpreisungen an einzelne Götter, Dialog-Hymnen, Lieder mit weltlichem Charakter, Rätsel- und Heldendichtungen. Im Westen am bekanntesten ist sicher das Schöpfungslied aus Mandala X. Die meisten Hymnen sind an die Hauptgötter Götter lndra . Agni und Varuna gerichtet. Von besonderer poetischer Schönheit ist die Hymne an die Göttin der Morgenröte Ushas. Es gibt auch Lieder für Dämonen, Könige und Ahnen, für Tiere und Abstrak-ta. Manchmal klingen Zweifel an der Existenz der Götter an, welche die spätere Einheitslehre der indischen Philosophie vorbereiten.
      Berühmt sind auch einige der Dialog-Hymnen, wie z.B. die zwischen dem irdischen König
Puravas und der Nymphe Urvasi, in der Urvasi dem König klarmacht, dass es keine dauerhafte Ehe zwischen Göttern und Sterblichen geben kann, oder der Dialog der Zwillinge Yama und Yami, dem ersten Menschenpaar, in dem Yami versucht, ihren Bruder zum Inzest zu überreden. Die so genannten Familienbücher spiegeln durch ihre Rahmenhandlungen nebenbei auch den Zerfall der Urgesellschaft, und berichten zum ersten Mal über die sozialen Hauptgruppen der altindischen Gesellschaft, mit denen das Kastensystem in Indien häufig gerechtfertigt wurde. Wirkung: Rigveda Samhita ist die höchste Autorität des orthodoxen aber auch des Neu-Hin-duismus und bildet darüber hinaus die Grundlage aller indischen Literatur. Die vielschichtige Symbolik der Hymnen war durch alle Jahrhunderte Anlass für gelehrte Kommentare.


 Tags:
Rigveda    





Impressum | Datenschutz

Tags: a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z
Kontact Sitemap
Copyright © litde.com