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Rasputin, Valentin - Leben und Biographie



Valentin Rasputin ist einer der wichtigsten Autoren der russischen Dorfprosa und einer der meistgelesenen Schriftsteller der ehemaligen Sowjetunion. Im Zentrum seiner Werke stehen zumeist einfache Leute aus abgelegenen Dör-fern sowie der Konflikt zwischen ihren jahrhundertealten Traditionen und der sozialistischen Umgestaltung ihrer Lebensformen.
      Rasputin wurde in einem sibirischen Dorf am Fluss Angara geboren. In den 1950er Jahren studierte er an der historisch-philologischen Fakultät in Irkutsk und war anschließend bei verschiedenen Zeitungen tätig. Ende der 1960er Jahre formierten sich in der Novelle Geld für Maria und dem Roman Die letzte Frist die Schlüsselthemen seines Werks: die Traditionen der Menschen, ihre Religiosität und ihre archaische Sprache, die den Hintergrund bilden für die großen Fragen der menschlichen Existenz. Anfang der 1990er Jahre verstärkte Rasputin sein publizistisches Engagement, bei dem er mit der extremen Rechten gegen den moralischen Verfall und die Ãoberfremdung Russlands agitierte. Im Jahr 2000 erhielt er den Solschenizyn-Preis für sein Lebenswerk. Rasputin lebt noch heute in der Nähe seines Geburtsortes.

      Abschied von Matjora
Abschied von Matjora von Valentin Rasputin ist das Hauptwerk der Dorfprosa, einer der wichtigsten Strömungen innerhalb der sowjetischen Literatur. Im Zentrum des Romans steht der Konflikt zwischen dem russischen Dorf, seinen Bewohnern und ihren konservativen Lebensformen sowie der sowjetischen Gesellschaft, deren technikgläubige Fortschrittsideologie die Grundlagen der Dorfgemeinschaft bedroht.
      Inhalt: Im sibirischen Fluss Angara liegt nahe der Stadt Bratsk die Insel Matjora und auf ihr seit über 300 Jahren ein gleichnamiges Dorf. Für ein Kraftwerk soll der Fluss aufgestaut werden, was die Ãoberflutung der Insel zur Folge hätte. Vor diesem Hintergrund spielt die Auseinandersetzung zwischen einer Gruppe von Dorfbewohnern um die 80-jährige Bäuerin Darja Pinignia und dem sowjetischen Funktionär Zhuk , der die Umsiedlung der Dorfbewohner organisiert. Die Mehrheit ist bereits aufs Festland gezogen, lebt jetzt in einer modernen Sowchosensiedlung und kommt nur noch zur Heuernte auf die Insel. Die wenigen auf der Insel Verbliebenen wollen jedoch bis zum letzten Moment Abschied von ihrer Heimat nehmen. Der Vorgang des Abschiednehmens prägt die künstlerische Struktur des Romans und macht ihn zu einem exemplarischen Werk der Dorfprosa.
      Als im Frühsommer eine Sanitätsbrigade damit beginnt, den Friedhof des Inseldorfs zu zerstören, wird die Unvermeidbarkeit des Abschiedes deutlich. Darja - Sprachrohr des Autors und seiner tief konservativen Ideologie - fordert, zunächst die Toten auf das Festland umzubetten, erst dann würde sie sich bereit erklären, die Insel zu verlassen. Das Ende des Romans ist offen: Das Boot, das die Alten am Tag vor der Ãoberflutung abholen soll, verirrt sich im Nebel. Aufbau: Die Schlüsselthemen in Abschied von Matjora sind in zwei großen, eng verwobenen Konflikten gestaltet - der Rolle des Dorfs in der sozialistischen, technisierten Gesellschaft und der Auseinandersetzung der Generationen. Die jungen Menschen, im Roman vertreten durch Darjas Enkel Andrej, sind bereits so weit entwurzelt, dass sie sogar anstreben, in dem Kraftwerk zu arbeiten, das ihre Heimat zerstören soll. Die mittlere Generation - zu ihr gehört neben Darjas Sohn Pawel auch der Autor Rasputinselbst -, kann sich zwischen der Liebe zum Heimatdorf und der Notwendigkeit des sozialistischen Fortschritts nicht entscheiden. Lediglich für die Alten bleibt die Dorfgemeinde die einzige Quelle geistiger und sittlicher Werte. Diese Werte, die zum Besitz der ganzen Nation geworden sind, stehen der Vision des Dorfs als einer anonymen landwirtschaftlichen Produktionsstätte gegenüber.
      Wirkung: Abschied von Matjora überraschte Mitte der 1970er Jahre die Literaturkritik im Westen mit seinem gesellschaftlichen Engagement und einer deutlich hinterfragten ideologischen Botschaft. Auch in der UdSSR gehörte der Roman zu den viel diskutierten Werken der Zeit. Durch die Einführung des Themas Ã-kologie in die russische Literatur erhält er innovative Züge. Noch stärkere Aufmerksamkeit erhielt der Roman durch die Verfilmung von Eiern Klimov 1982, die mit ihrer offenen Kritik am sowjetischen Funktionärswesen die Entwicklungen von Glasnost und Perestroika vorwegnahm.

      Dorfprosa
Vorläufer: Vorläufer der Autoren der sowjetischen Dorfprosa sind - allerdings nur auf thematischer Ebene - der Dichter Sergej Esenin , der als erster russischer Schriftsteller die Themen Dorf und neue kommunistische Gesellschaftsordnung verband, vor allem aber der Nobelpreisträger Michail -» Scholochow, der in seinen Werken die Kollektivierung der Landwirtschaft verherrlichte. Entwicklung: Die Dorfprosa kam in den 1960er Jahren als literarische Strömung auf und durchdrang in den 1970ern die gesamte Literaturentwicklung in Russland. Ende der 1980er Jahre verlor sie an Bedeutung.
      Bedeutung: Im Mittelpunkt der anfänglich ganz unpolitischen Dorfprosa stehen der dörfliche Mensch mit seinem traditionellen Wertesystem und-eng mit diesem verbun-den -die Verherrlichung des alten, heiligen Russlands. Diese Wertsysteme unterliegen einem sozial und ideologisch bedingten Wandel, dem sie nicht selten zum Opfer fallen. Die Dorfprosa ist gleichzeitig ein Beispiel für den starken EinflussderStaats-doktrin auf die Literatur. Die Herkunft aus dem Volk war, spätestens seit mit Chruschtschow ein Mensch aus dem Dorf erster ZK-Sekretär wurde, in der Sowjetunion gesellschaftlich positiv besetzt. Wichtigste Vertreter: Zu den Initiatoren der Dorfprosa gehörten Wassili Below und Valentin Rasputin, die v.a. den Abschied von einer traditionell geprägten Lebensweise thematisierten. Der sehr populäre Schriftsteller und Filmregisseur Wassili Schukschin versucht mit seinen Helden größtmögliche Lebensnähe und Lebenswahrheit zu vermitteln.
     


Andreae, johann valentin

Geb. 17. 8. 1586 in Herrenberg ; gest. 27. 6. 1654 in Stuttgart »Neun Jahre habe ich nun zu Stuttgart in der Sklaverei zugebracht und nirgends die Regierung weniger regierend, den Rat weniger ratsam, die Gesellschaft weniger gesellschaftlich, die Religion weniger religiös, die Regeln weniger regelm .....
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Thomas valentin die puppe

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Valentin, karl (d. i. valentin ludwig fey)

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Die theatralischen vorbilder wedekind und valentin

Er stand da, häßlich, brutal, gefährlich, mit kurzgeschorenen roten Haaren. Er sang zur Gitarre seine Lieder mit spröder Stimme, etwas monoton und sehr ungeschult. Brecht über Frank Wedekind, 191815 [. . .] die Gitarre gegen seinen hohlen Bauch gedrückt, mit einer krächzenden konsonantischen Sti .....
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Rasputin,  Valentin    





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