Deutsche Literatur - Der literarische Treffpunkt


Autoren

Index
» Autoren
» Ransmayr, Christoph

Ransmayr, Christoph - Leben und Biographie



Mit seinem ausgeprägten Sinn für bildhafte Darstellungen, in denen sich realistische Details mit fantastischen Transformationen und inter-textuellen Bezügen verbinden, gehört Christoph Ransmayr mit zu den bedeutendsten deutschsprachigen Vertretern postmodernen Erzählens.
      Als Sohn eines Volksschullehrers wuchs Ransmayr in Roitham bei Gmunden am Traunsee auf. Nach seinem Studium der Philosophie und Ethnologie in Wien war er 1978-82 als Kullur-redakteur für die Monatszeitschrift Extrablatt tätig und schrieb zudem Reportagen und Essays für die Magazine Transatlantik, Geo und Merian. Seit 1982 lebt Ransmayr als freier Schriftsteller. Ausgedehnte Reisen führten ihn in eine Vielzahl von Ländern in Asien, Amerika und Afrika sowie nach Australien.

      Charakteristisch für Ransmayrs Romane sind die Schilderung grenzüberschreitender Erfahrungen sowie die literarische Bearbeitung historischer Ereignisse und deren Verknüpfung oder Brechung mit Momenten aus der Gegenwart. Der Autor wurde u.a. mit dem großen Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste , dem Kafka-Preis , dem Aristeion-Preis der EU sowie dem Hölderlin-Preis ausgezeichnet. Seit 1994 lebt und arbeitet Ransmayer im irischen West-Cork.

      Die letzte Welt
Die letzte Welt von Christoph Ransmayr stellt eine postmoderne Auseinandersetzung mit den Metamorphosen von -> Ovid dar, jenem epischen Sagengedicht, das eine Vielzahl von Verwandlungsmythen aus der griechischen und römischen Kultur zu einem Gesamtwerk verknüpft. Durch Transformationen und Bezüge zur Gegenwartskultur nimmt der Roman eine Neugestaltung des Prinzips der Verwandlung vor.
      Inhalt: Der römische Bürger Cotta bricht in die am Schwarzen Meer gelegene Provinzstadt Tomi auf, um dort nach dem Dichter Ovid und einer letzten Fassung von dessen Hauptwerk, den Metamorphosen, zu suchen. Die graue Stadt am Rande des römischen Reichs, deren Bewohner von der Eisengewinnung leben, ist ein Ort des Verfalls, der von Ãœberschwemmungen und Erosionen heimgesucht wird. An diesen Ort war Ovid wegen einer gesellschaftskritischen Rede und seines als staatsfeindlich eingestuften Werks vom Imperator Augustus verbannt worden. Vor seiner Abreise hatte der Dichter die Manuskripte seiner Metamorphosen verbrannt; er selbst soll Gerüchten zufolge inzwischen verstorben sein. Einige Stofffetzen, die Cotta in der Umgebung von Tomi findet, bestärken diesen jedoch in der Vermutung, dass Ovid noch am Leben sei oder zumindest in der Verbannung an seinem Werk weitergearbeitet habe. Pythagoras, Ovids ehemaliger Diener, führt Cotta zu einem Platz mit Steinmonumenten, in denen die Schlussverse der Metamorphosen eingraviert sind. Von der schönen, aber an Schuppenflecken leidenden Echo erfährt Cotta von Ovids Projekt eines Buchs der Steine, in dem sich das Ende der Welt ankündige, und in den Teppichen der taubstummen Weberin Arachne linden sich weitere Motive von Ovids Erzählungen. Mit den Bewohnern von Tomigehen unterdessen Verwandlungen vor sich, sie versteinern oder verwandeln sich in Tiere; die Stadt selbst wird nach und nach von Pflanzen überwuchert.
      Aufbau: Der Roman blendet verschiedene Referenzsysteme ineinander, zu denen das Zeitalter des Kaisers Augustus, bestimmte Phänomene der Gegenwart, insbesondere aus dem Bereich moderner Medien, sowie das im Anhang erläuterte »ovidische Repertoire« gehören. So werden etwa die Reden der Großveranstaltungen in Rom mit Mikrophonen übertragen, und in Tomi begegnet Cotta dem Filmvorführer Cyparis, der selbst eine Figur Ovids ist und dessen Filme ebenfalls Motive aus dem Werk des Dichters enthalten. Die sinnfälligen Szenerien in der Gegend von Tomi verknüpfen antike und mythologische Momente mit solchen der modernen Industriegesellschaft. Den ovidischen Metamorphosen folgend, gestaltet Die letzte Welt das Prinzip der Verwandlung gleichermaßen als Gegenstand des Erzählens und als literarische Verfahrensweise. In seiner Verknüpfung verschiedener Zeiten und Mythen setzt der Roman das Prinzip der Verwandlung an die Stelle eines kontinuierlichen Geschichtsverlaufs. Die Welt Ovids erscheint als ein Gegenentwurf zu dem von Rom repräsentierten »Reich der Notwendigkeit und der Vernunft«, welches eine »Dauer und Unwandelbarkeit der Macht« intendiert. Das von Cotta gesuchte Werk Ovids, die Metamorphosen, zeigt sich am Ende in jenem Verwandlungsprozess, der sich in der Welt von Tomi vollzogen hat, deren Bewohner letztlich allesamt Transformationen von Figuren Ovids sind. In dieses Werk gehen schließlich auch Cotta und Ovid selbst ein. Die Fiktion erweist sich so als Wirklichkeit und die Wirklichkeit als Fiktion.
      Wirkung: Die letzte Welt gehört zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Büchern deT Gegenwart und wurde in mehr als 20 Sprachen übersetzt. Nachdem das Buch bei seinem Erscheinen in vielen Feuilletons gewürdigt wurde, hat es inzwischen auch ein breites Interesse in der Literaturwissenschaft auf sich gezogen.
Die wichtigsten Bücher von Christoph Ransmayr
Strahlender Untergang 1982 In dieser in rhythmischer Prosa verfassten Untergangsvision wird der Mensch einer streng wissenschaftlich überwachten Extremsituation in der Wüste ausgesetzt.
      Die Schrecken des Bisesund der Finsternis, 1984 Der Roman verknüpft eine historische Nordpol-Expedition aus den Jahren 1872-74 mit der fiktiven Geschichte einer Suche nach den Ereignissen dieser Expedition.
      Die letzte Welt 1988 Der Roman handelt von einer Suche nach dem verbannten Dichter -> Ovid und dessen Hauptwerk Metamorphosen, die schließlich in eine von den Metamorphosen geprägte Welt führt.
      Morbus Kitahara 1995 Konflikte um Schuld, Rache und Vergeltung stellt dieser Roman in der Fiktion einer anderen geschichtlichen Entwicklung nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs dar.
      Der Weg nach Surabaya, 1997 Der Band versammelt zehn 1979-89 entstandene Reportagen und sechs literarische Kurzprosatexte aus den Jahren 1989-96.
     


Grimmeishausen, hans jacob christoph von

Geb. 1621 in Gelnhausen; gest. 17.8.1676 in Renchen/Baden In der Vorrede zum Satyrischen Pilgram , G.s erster Veröffentlichung, fragt Momus, der personifizierte literarische Neid, was denn »von einem solchen Kerl wie der Author ist / zu hoffen« sei. Man wisse ja wohl, »daß Er selbst nichts studirt .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Deutschsprachige autoren

Wieland, christoph martin

Geb. 5.9.1733 in Oberholzheim bei Biberach; gest. 20.1.1813 in Weimar »W. war in der Nähe von Biberach, einer kleinen Reichsstadt in Schwaben, 1733 geboren. Sein Vater, ein evangelischer Geistlicher, gab ihm eine sorgfältige Erziehung und legte bei ihm den ersten Grund der Schulkenntnisse. Hierauf .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Deutschsprachige autoren

Gottsched, johann christoph

Wäre es nach Friedrich Wilhelm I., dem »Soldatenkönig«, gegangen, sähe die Literaturgeschichte des 18. Jahrhunderts in Deutschland anders aus. Seine Soldatenwerber hatten ein Auge auf einen hünenhaften jungen Mann geworfen, der das Gardemaß der »Langen Kerls«, der Elitetruppe des preußischen Königs, .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

Grimmeishausen, hans jacob christoph von

In der Vorrede zum Satyrischen Pilgram , G.s erster Veröffentlichung, fragt Momus, der personifizierte literarische Neid, was denn »von einem solchen Kerl wie der Author ist / zu hoffen« sei. Man wisseja wohl, »daß Er selbst nichts studirt, gelernet noch erfahren: sondern so bald er kaum das ABC beg .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

Hölty, ludwig heinrich christoph

»Man kann sich ihn aus dem Gebäude der deutschen Literaturgeschichte hinwegdenken, ohne daß dieses zusammenbräche, aber es fehlte ein hebgewordener Schmuck, den wir ungern vermissen würden« . Zum Schmuck für den bürgerlichen Salon ist H. vor allem als Textdichter für Wolfgang Amadeus Mozart und Joha .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

Hölty, ludwig christoph heinrich

Der Bund Peters, Günter. In: Der zerrissene Engel, 1982, S. 180-188. Die Mainacht Sowinski, Bernhard und Schuster, Dagmar. In: Sturm und Drang, 1992, S. 46 - 49. Frühlingslied Stahl, August. In: Gedichte und Interpretationen 2, 1983, S. 294 - 306. Ihr Freunde, hänget, wann ich gestorb .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Index der Gedichttitel

Meckel, christoph

Als ich nach Hause kam Segebrecht. Wulf. In: Gedichte für Schule, 1993, S. 154- 157. An wen auch immer ich mich wende Weinrich, Harald. In: Frankfurter Anthologie 6, 1982, S. 257 - 261. Andere Erde Segebrecht. Wulf. In: Gedichte und Interpretationen 6, 1982, S. 341 -350. Der Pfau Gir .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Index der Gedichttitel

Tiedge, christoph august

Elegie auf dem Schlachtfelde bei Kunersdorf Biesterfeld, Wolfgang. In: Aufklärung und Utopie, 1993, S. 72 - 83. .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Index der Gedichttitel

Wieland, christoph martin

Doch auch die Weisheit kann Unsterblichkeit erwerben Vollmann, Rolf. In: Jb DSG 14, 1970, S. 580 - 583. Ein bürgerliches Schicksalslied Hinderer, Walter. In: Reiz der Wörter, S. 106 - 109. 1978, Idris und Zenide Menhennet, Alan. In: GLL 18, 1964/65, S. 91 100. .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Index der Gedichttitel

Andere erde - christoph meckel

Wenn erst die Bäume gezählt sind und das Laub Blatt für Blatt auf die Ämter gebracht wird werden wir wissen, was die Erde wert war. Einzutauchen in Flüsse voll Wasser 5 und Kirschen zu ernten an einem Morgen im Juni wird ein Privileg sein, nicht für Viele. Gerne werden wir uns der verbrauchten Welt .....
[ mehr ]
Index » Gedichte aus sieben Jahrhunderten Interpretationen

Leicht - christoph meckel

Leicht sind Gespräche über den neuen Minister, die Partei, das Programm, die zweifelhaften Geschäfte weniger leicht vom Traum zu sprechen und von den Sachen der Liebe, unmißverständlich vom Glück und der Nacht in den Bergen. Lange schon ist mir das Selbstverständliche nicht mehr beantwortet worde .....
[ mehr ]
Index » Gedichte aus unserer Zeit - Interpretationen

Ludwig christoph heinrich hölty (i748-i776): ihr freunde ... fragment, dem keine zeile fehlt

Ihr Freunde hänget, wann ich gestorben bin, Die kleine Harfe hinter dem Altar auf, Wo an der Wand die Totenkränze Manches verstorbenen Mädchens schimmern. Der Küster zeigt dann freundlich dem Reisenden Die kleine Harfe, rauscht mit dem roten Band, Das, an der Harfe festgeschlungen, Unter den golde .....
[ mehr ]
Index » Stationen der deutschen Lyrik » Klassische Zeit der Elegien

Christoph meckel drusch, der glückliche magier

Christoph Meckel, der nicht nur als Schriftsteller, sondern auch als Graphiker einen guten Namen hat, erweist sich hier als ein überaus phantasiebegabter Erzähler. Die meisten Schüler werden seine Geschichte mit großer Begeisterung lesen, da sie sprachlich sehr lebendig und einfach formuliert ist. D .....
[ mehr ]
Index » Erzählungen der Gegenwart

Barr, christopher

Pseud. für: Gamber, Hans und Fischer, Claus Cornelius Christopher Barr, so kündigte eine der ersten Verlagsinformationen an, signalisiere »das Auftreten eines neuen deutschen Autors. Seine Romane sind der harten amerikanischen Schule verpflichtet und haben internationales Thrillerflair«. Hinter de .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Deutschsprachigen Krimi-Autoren

Gottwald, christoph

Biografie: *1 in Köln. Chr. Gottwald studierte Germanistik, Soziologie und Philosophie und arbeitete zunächst von 1978 bis 1981 als Taxifahrer. 1980 inszenierte er an der Studiobühne der Universität Köln sein Theaterstück He-phaistos oder Die Geburt der Halbgötter. Im gleichen Jahr erschien sein ers .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Deutschsprachigen Krimi-Autoren

Güsken, christoph

Biograhe: *1 in Mönchengladbach. Chr. Güsken studierte Theologie, arbeitete als Museumswärter, Aktenabhänger und Buchhändler. Seit 1995 lebt er als freier Autor in Münster. In seinen Kriminalromanen erzählt er die Abenteuer der beiden Privatschnüffler Bernie Kittel und Henk Voß. Kriminalromane: 199 .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Deutschsprachigen Krimi-Autoren

Johann christoph gottsched - der biedermann, 2. teil

Die Poesie ist eine Kunst, so der Wahrheit und der Tugend viele Dienste tun kann, wenn sie in den Händen eines verständigen und redlichen Bürgers ist und mehr nach den Regeln der Weltweisheit als nach dem verderbten Geschmacke des unverständigen Pöbels eingerichtet wird. Sie preiset die Tugend in Lo .....
[ mehr ]
Index » Textsammlung zur deutschen Literaturgeschichte

Johann christoph gottsched - versuch einer kritischen dichtkunst

Von den dreien Gattungen der poetischen Nachahmung und insonderheit von der Fabel 1 .§ Die Nachahmung der Natur [...] kann auf dreierlei Art geschehen. Die erste ist eine bloße Beschreibung oder sehr lebhafte Schilderei von einer natürlichen Sache, die man nach allen ihren Eigenschaften, Schönheit .....
[ mehr ]
Index » Textsammlung zur deutschen Literaturgeschichte

Georg christoph lichtenberg - aphorismen

Es ist ein Fehler, den der bloß witzige Schriftsteller mit dem ganz schlechten gemein hat, daß er gemeiniglich seinen Gegenstand eigentlich nicht erleuchtet, sondern ihn nur dazu braucht, sich selbst zu zeigen. Man lernt den Schriftsteller kennen und sonst nichts. So hart es auch zuweilen widergehen .....
[ mehr ]
Index » Textsammlung zur deutschen Literaturgeschichte

Lichtenberg, georg christoph

Der Sohn des nachmaligen Landessuperintendenten seiner Heimat und Enkel eines erweckten Pietisten sollte eigentlich nach dem Willen seines hessischen Landesherren Ludwig IX. von Darmstadt an der Universität Gießen unterrichten — und wurde in Göttingen Professor. Er wollte nach zwei zusammen fast z .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

Nicolai, christoph friedrich

»Das Genie ist der wahre Probierstein eines schönen Geistes, nicht Regeln und eine übel angebrachte Gelehrsamkeit«. Der dies in jungen Jahren äußerte, sollte gleichwohl als einer der größten Philister und Poesiefeinde in die deutsche Geistesgeschichte eingehen. Nicht streitsüchtig, aber doch recht .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

Wieland, christoph martin

»Freuen Sie sich mit mir! Herr Wieland hat die ätherischen Sphären verlassen, und wandelt wieder unter den Menschenkindern.« Gotthold Ephraim Lessings ironische Bemerkung im 63. Literaturbrief , den er W.s Trauerspiel Lady Johanna Gray , dem ersten deutschen Drama in Blankversen, widmet, bezieht sic .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

 Tags:
Ransmayr,  Christoph    





Impressum | Datenschutz

Tags: a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z
Kontact Sitemap
Copyright © litde.com