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Racine Jean - Leben und Biographie



Jean Racine ist einer der bedeutendsten Vertreter der klassischen französischen Bühnendichtung. Wie in seinem Hauptwerk Phädra sind die Figuren seiner Stücke meist dem Schicksal ausgeliefert, dem sie jedoch als Individuen - und nicht als Marionetten der Götter wie in den antiken Vorbildern - entgegentreten.
      Racine wuchs als Waise bei den Großeltern und einer Tante auf. Er besuchte die jansenis-tisch geprägte Schule von Port-Royal, wo erbereits erste literarische Versuche unternahm, und studierte am College d'Harcourt in Paris. 1663 siedelte er endgültig nach Paris über, wurde bei Hofe bekannt und war vorübergehend mit —» Moliere befreundet. 1673 wurde er Mitglied der Academie francaise. Permanente Intrigen am Hof, aber auch die Ernennung zum Hofhistoriographen von Ludwig X

I

V.

veranlassten Racine 1677 zum Rückzug vom Theater.

      Bereits in seiner ersten Tragödie Die Thebais oder Die feindlichen Brüder setzte Racine die effektvollen Stoffe der griechischen Mythologie ein. Der Durchbruch gelang ihm mit An-dromache , gefolgt von den politischen Stücken Britannicus und Mithridates . In seinem Hauptwerk Phädra schöpfte Racine alle Möglichkeiten der französischen Tragödie aus. Die Komödie nach Aristophanes, Die Prozesssüchtigen , zeigte ihn als Satiriker. Ferner schrieb er höfische und geistliche Lyrik sowie eine den Jansenismus rechtfertigende Abhandlung.

      Phädra
Racines letzte nach einem antiken Stoff gestaltete Tragödie Phädra, in der er die Heldin ganz in den Vordergrund stellt, ist das vollkommenste seiner Liebesdramen. Die innere Spannung in der Polarität von Leidenschaft und Tugend, Liebestrieb und sittlicher Selbstüberwindung ist hier zur höchsten Liebestollheit gesteigert und in tragischer Verstrickung zu Ende geführt. Dabei hat sich Racine eng an sein Vorbild - die Phädra des griechischen Tragödiendichters Eu-ripides -gehalten, eine Fabel, die in höchstem Maße geeignet ist, der Poetik des -»Aristoteles entsprechend Mitleid und Schauer zu erregen. Inhalt: Phädra. Gemahlin des Königs von Athen, liebt leidenschaftlich ihren Stiefsohn Hippolyt. Als die Nachricht vom vermeintlichen Tod ihres Gatten Theseus eintrifft, wagt sie es, Hippolyt ihre Liebe zu gestehen. Hippolyt weist Phädra zurück. Er liebt Aricia, die von seinem Vater gefangen gehalten wird. Die Heimkehr des fälschlich totgesagten Theseus führt zur Katastrophe. Ãœber das Geständnis in Panik geraten, lässt Phädra zu, dass ihre Dienerin Önone Hippolyt bei Theseus als Verführer denunziert. Theseus verflucht seinen Sohn, der sich verurteilen lässt, ohne Phädra anzuklagen. In ihrer Verzweiflung hin und her gerissen, will Phädra Theseus die Wahrheit offenbaren. Doch bevor ihr das Geständnis über die Lippen kommt, erfährt sie von Hippolyts Liebe zu Aricia. In rasen-der Eifersucht hält sie ihr Geständnis zurück. Theseus Fluch erfüllt sich: Hippolyt wird von seinen eigenen Pferden zu Tode geschleift. Phädra nimmt Gift und bezeugt im Tod die Unschuld Hippolyts.
      Aufbau: Mit strengem Handlungsaufbau, ge-zügelter, erlesener Sprache und einer feierlichmusikalischen Verskunst entspricht Racines Stück völlig der Regelpoetik seiner Zeit. Der Aufbau der Tragödie ist von mathematischer Klarheit und Symmetrie. Im ersten, exponierenden Akt stellen sich Hippolyt mit seiner Liebe zu Aricia und Phädra mit ihrer Liebe zu Hippolyt vor-beide im Gespräch mit dem Vertrauten. Im zweiten Akl werden beide Liebespaare unmittelbar miteinander konfrontiert. Im dritten Akt ist noch alles in der Schwebe: PhädTa wandelt sich von Hoffnung zu Verzweiflung; Hippolyt ist voll böser Ahnung. Der vierte Akt bringt die Verstrickung: Hippolyt wird verleumdet und von Theseus verbannt und verflucht, Phädra, in einem großen Eifersuchls monolog, gedenkt zu sterben. Im fünften Akt vollzieht sich die Katastrophe: Flucht und Tod des 1 lip-polyt, Bekenntnis und Selbstmord der Protagonistin. Phädra ist sich ihrer Liebestollheit bc-wusst, kämpft mit der ganzen Kraft des Verstandes dagegen an und verurteilt ihre Schuld mit der Intelligenz eines für sein Schicksal selbst verantwortlichen Menschen.
      Je rasender die Leidenschaft. '^ desto heller und klareT wird Racines Sprache, der melodisch dahin fließende gepaarte Zwölfsilber, Alexandriner genannt, der im Deutschen nur sehr schwer wiederzugeben ist. Die Ãœbertragung in den Blankvers entfernt sich von dem lyrisch-opern-haften Charakter des racineschen Dramas, einem warmen, gehobenen Gesprächston, der sich auf der Grenze zwischen Gespräch und Gesang zu bewegen scheint. -> Schiller, der das Drama 1804, kurz vor seinem Tode, auf Wunsch des Weimarer Hofes übersetzt hat, verlieh ihm statt der höfischen Eleganz die leidenschaftliche Kraft und den Glanz seiner dramatischen Sprache.
      Wirkung: In einer durch christlichen Triebverzicht und höfische Selbstbeherrschung geprägten Epoche schildert Racine den Menschen im Räderwerk seiner selbst. Die Darstellung einer Ehebrecherin und schwarzen Seele wurde zwar als Verstoß gegen das Gesetz der Bienseance, der zeitgenössischen Schicklichkeit, bemängelt. Dennoch gelang es Racine, anstelle moralischer Belehrung tragisches Empfinden auf der Bühne zu vermitteln.
     


Zur stellung des ,titan' im werk jean pauls

Für Jean Paul ist die Poesie „die einzige zweite Welt in der hiesigen" . Die empirische erste Welt erscheint ihm platt, öde, seelenlos und von allem höheren Sinn verlassen. Daher muß sich die Seele mit Hilfe der Phantasie über sie hinausschwingen, um ihrer höheren Bestimmung innezuwerden. Das Gegebe .....
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Jean paul (d.i. johann paul friedrich richter)

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Hans/jean arp (i886-i966)

I. Arps Texte als Provokation konventioneller Gedichtanalyse Müßig ist die Diskussion, ob Hans Arp in erster Linie Bildender Künstler oder Dichter war - schärfer noch, sie verkennt die Reziprozität als Grundelement seines ästhetischen Schaffens: Der Dichter ist nicht ohne den Künstler, der Künstler .....
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Dissemination und dialektik der totalität: derrida, jean-pierre richard und mallarme

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Derrida, jean-pierre richard und mallarme: dekonstruktion oder dialektik der totalität?

Es geht hier im Anschluß an die dekonstruktive Aufhebung des Gegensatzes literarisch/philosophisch um zwei Mallarmc-Kommentarc, die einander widersprechen. Der eine ist Dcrridas bekannter Text "La Double seance", der zuerst in Tel Quel , später in La Dissemination erschien, der andere Jean-Pierre Ri .....
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Alembert,jean le rond d'

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Baudrillard, jean

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Condorcet, marie jean antoine xicolas, marquis de

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Lyotard, jean-francois

Allgemein bekannt wurde L. dadurch, daß er das Schlagwort von der »Postmoderne« in die philosophische Debatte einführte {La conditio»! postmoderne. 1979: Das postmoderne Wissen). Dessen Rezeption lief seinen eigentlichen Intentionen jedoch derart zuwider, daß er sich gezwungen sah. in weiteren Publi .....
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Piaget,jean

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Rousseau, jean-jacques

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Sartre, jean-paul

19 April 1980: Spontan begleiten 50000 Menschen S.s Sarg zum Friedhof Montparnasse. Wochenlang beschäftigen sich Presse, Rundfunk und Fernsehen in Frankreich mit seinem Leben und Werk. Man nimmt Abschied von einer Epoche, die durch S.s Denken und Engagement geprägt war. »Schon jetzt fehlt uns seine .....
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Jean paul friedrich richter (i763-i825)

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Index » ZWISCHEN KLASSIK UND ROMANTIK

Jean paul

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Trauerarbeit der moderne in romanen von francois bon, jean echenoz und marie redonnet

Auch wenn man das Paradigma der Nachmoderne nicht als Epochen-Signum akzeptiert, stellt die jahrzehntelange Debatte um seine Legitimität unter Beweis, daß sich die Moderne tiefgreifenden Veränderungen ausgesetzt sieht, die in vielem Merkmale einer Krise aufweisen. Auf diesen Veränderungsprozeß, der .....
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Der spielerische umgang mit der absurdität des alltags in den romanen von patrick deville und jean-philippe toussaint

Der Franzose Patrick Deville und der Belgier Jean-Philippe Toussaint, beide 1957 geboren, zählen mit ihren Kurzromanen zu den richtungsweisenden Nachwuchsautoren der achtziger Jahre. Toussaints Debüt 1985 mit La salle de bain war ein Erfolg, an den er mit drei weiteren Romanen, Monsieur , L'appareil .....
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Auslegung von elektronischen texten - jean-luc godards mini-serie «histoire(s) du cinema»

Das medienkulturelle Niveau, auf dem wir uns im 20. Fin de siecle bewegen und das die Rede vom < elektronischen Text> grob markiert, zeichnet sich aus durch den Versuch der Machtübernahme einer spezifisch begründeten Bezeichnungspraxis: Das Symbolische in seiner höchsten Form des zweiwertigen Zahlen .....
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Index » Beispiele der Texthermeneutik

Jean paul (d.i. johann paul friedrich richter)

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