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Rabelais, Francis - Leben und Biographie
Francois Rabelais ist vor allem als Schöpfer seines fünfbändigen Romanwerks Gargantua und Pantagruel bekannt geworden, dessen streckenweise fantastische Handlung ihm Gelegenheit gibt, Kirche und Bildungswesen des spätmittelalterlichen Frankreich satirisch anzugreifen und die geistigen Errungenschaften der jungen Renaissance dagegenzusetzen.
Der Vater von Rabelais legte sein Vermögen in einem Landgut, einem Gasthof, möglicherweise auch einer Apotheke an. Für den geistlichen Stand bestimmt, absolvierte Rabelais sein Noviziat in La Baumette bei Angers, damals die Bildungsstätte großer Familien. Nach einem schweren Verstoß gegen die Regeln der Franziskaner durfte Rabelais zu den dem Humanismus zugewandlen Benediktinern wechseln, wo er seine literarische Bildung vertiefen konnte und vom Neuplatonismus mit der zentralen Position des Menschen im Universum beeindruckt war. Später wurde Rabelais Weltgeistlicher sowie Sekretär und Gesellschafter reicher Prälaten aus großen Familien, was ihn nach Rom führte.
1526/27 begann Rabelais ein Studium der Medizin in Montpellier neben eigenen Vorlesungen über antike Gegenstände, die ihn berühmt machten. Fortan hatte er durch die Medizin die Möglicheit zu einer weltlichen Existenz, indem er als Arzt in Lyon arbeitete. Einkünfte einer Pfarrei in Le Mans enthoben ihn materieller Sorgen, doch mehrten sich die Angriffe aufsein seit 1552 in Teilen publiziertes und vielfach nachgedrucktes Werk Gargantua und Pantagruel, u. a. von Johannes Calvin . Der »uomo universale« schrieb auch medizinische, juristische und militärtechnische Abhandlungen. Berühmt und umstritten starb Rabelais im April 1553 in Paris.
Die wichtigsten Bücher von Wilhelm Raabe
Die Chronik derSperlings-gasse, 1856 Ein einsamer alter Gelehrter zeichnet während eines Winters und eines Frühlings die Begebenheiten in seiner Straße, der Berliner Sperlingsgasse, auf. Der Roman ist ein virtuos konstruiertes Sozialportrat.
DerHunger-pastor 1863/64 DerSchuhmacherssohn Hans Unwirrsch und sein jüdischer Freund Moses Freudenstein »hungern« beide nach Bildung, schlagen jedoch verschiedene Lebenswege ein und werden schließlich zu Gegnern.
Abu Telfan 1867 Ein junger Mann kehrt nach Jahren der Sklaverei in Afrika in seinen Heimatort Bumsdorf zurück und findet sich dort nicht mehr zurecht.
DerSchüdde-rump 1869/70 Hennig von Lauen und Antonie Häußler wachsen gemeinsam in einem dörflichen Idyll auf, werden dann aber durch Antonies Vater, einen neureichen Emporkömmling, auseinander gerissen.
Alte Nester 1879 Fünf junge Menschen verleben gemeinsam »Märchenjahre«, bis das Schicksal sie schließlich in alle Winde zerstreut.
Pfisters Mühle 1884 Eberhard Pfister hat die väterliche Mühle verkauft, die einer Fabrik weichen soll, und erzählt die Geschichte des Gebäudes.
Das Odfeld 1888 24 Stunden aus dem Sonderlingsleben des Magisters Noah Buchius, der gleichmütig das Chaos des Siebenjährigen Krieges erträgt.
Stopfkuehen 1891 Der Außenseiter Heinrich Schaumann, genannt »Stopfkuchen«, klärt eine alte Mordgeschichte auf und erschüttert damit die selbstgefällige bürgerliche Gesellschaft in ihren Grundfesten.
Die Akten des Vogelsangs 1896 Drei Menschen werden nach gemeinsam verlebter Jugend in der idyllischen Vorstadtsiedlung »Vogelsang« auseinander gerissen, und die Welt der Vorstadt muss Fabriken weichen.
Altershausen 1911 Ein berühmter Arzt besucht das Städtchen Altershausen, in dem er aufgewachsen ist, und erkennt, wie sich die Zeiten gewandelt haben.
Gargantua und Pantagruel
In dem satirisch-fantastischen fünfteiligen Romanzyklus Gargantua und Pantagruel verbindet Frangois Rabelais mit Fabulierkunst Gelehrsamkeit und Volksweisheit, Spaß und Geist und fordert die Menschen zur Abkehr vom scholastischen und dogmatischen Denken auf. Entstehung: Rabelais arbeitete über 20 Jahre an der Pentalogie. Das fünfte Buch erschien postum und ist vermutlich ursprünglich ein Teil des dritten bzw. vierten Buchs gewesen. Inhalt: Nach Art der Ritterromane erzählt Rabelais die merkwürdig anmutenden Abenteuer der beiden Riesenkönige Gargantua und Pantagruel. Pantagruel ist durch immerwährenden Durst und enormen Appetit zu einer groteskgewaltigen Lebensführung genötigt, die allerdings auch mit einem unmäßigen Bildungshunger und Studieneifer verbunden ist. Diese Grundannahmen, die zum Teil auf alte Volksbücher und auf dasberühmte Vorbild der Chansons de Geste aus dem Mittelalter zurückgehen, gestatten Rabelais, die Geschichte seiner beiden Helden und ihres Freundes Panurge mit einer an Episoden überreichen Handlung zu verbinden. Rabelais verknüpft populäres Erzählgut mit freier Fantasie, Legenden und Sagen. Die unbekümmert wirkende sprachlich herausragende Präsentation ist dabei ebenso wichtig wie die erkennbaren Handlungsstränge. So wird die Frage, ob Panurge nach seiner Heirat von seiner Frau betrogen werden könnte, zum Ausgangspunkt einer Satire auf den Wissenschaftsbetrieb.
Struktur: Die eingehende Bildung sowie Erfahrung des Autors bilden das Fundament der Pentalogie, deren Stoff der Autor in den Klöstern und Bildungsstätten des Landes erworben und gesammelt bat. Montpellier, Lyon, aber auch Straßburg, Briancon, Gretioble oder Metz bat Rabelais besucht, erlebt und in seinem vielfältigen Frankreichbild mit einer im dritten und vierten Band immer stärker anekdotisch zerfallenden Romanhandlung verbunden. Besonders genau schildert Rabelais seine Heimat an der Loire, die zu jener Zeit als Kernland der Valois-Herrscher der Mittelpunkt des Königtums war. Das Land um Chinon ist Schauplatz des absurden Picrocholine-Krieges. Der tapferste in dieser Auseinandersetzung ist Bruder Jean, ein nicht sehr frommer Mönch, der zum Lohn von Gargantua die Abtei Theleme zugesprochen erhält. Sie ist das deutlichste positive Wunschbild des Werks, eine ideale Bildungsstätte in der jeder tun kann, wie ihm beliebt und in die nur schöne Menschen aufgenommen werden.
Da das Werk deutliche satirische Porträts wirklicher Personen enthält, bat man auch hinter den fantastischen Namen historische Persönlichkeiten vermutet: Grandgousier sei Ludwig X1L, Gargamella Anna de Bretagne, Gargantua Franz 1., Pantagruel demnach Heinrich 11. und der verschlagene Panurge der Kardinal von Lothringen, ein Günstling Heinrichs 11. In der Gestalt des Bruders Jean sahen Kundige den Kardinal du Bellay, den reichen und mächtigen Gönner des Dichters.
Wirkung: Die Wortschöpfungen, Anspielungen und Verballhornungen, für die neben eben den antiken Sprachen auch das Rotwelsch Pate stand, haben sich über den Übersetzer Johannes Fischart auch im deutschen Sprachraum verbreitet. Das Werk begründete den Ruhm des Dichters und fand viele Nachahmer.
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