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Puschkin, Alexander - Leben und Biographie



Mit dem Werk von Alexander Puschkin gewinnt die russische Literatur, die lange Zeit die westeuropäische imitierte, erstmals ein eigenes, nationales Gepräge. Der größte Lyriker der russischen
Romantik schuf bedeutende Werke auch in den Gattungen des Poems {Poltawa, 1829; Der Eherne Reiter, 1837 u.a.), des Dramas und des Versromans [Eugen OnegiN).
      Puschkin stammte aus einer Adelsfamilie. Noch während der Jahre auf dem Lyzeum ab 1811 und im Staatsdienst in Petersburg ab 1817 wurde Puschkin zur Leitfigur der Romantik in Russland. Blasphemische Verse waren Anlass seiner Verbannung in den Süden des Reichs. Hier entstanden 1821-23 fünf Südliche Poeme, in deren exotischen Sujets das Publikum einen Einflussvon Lord-»Byron erkennt. Die Einsicht, dass »neue Bilder« nötig sind, brachte die Hinwendung zu Themen der Geschichte und der Kultur Russlands.

      Nach produktiven und erfolgreichen Jahren im Dorf Michailowskoje , in Moskau und auf dem Familiengut Boldino kam es in den 1830er Jahren mehr und mehr zu einer Entfremdung zwischen Dichter und Publikum. Die Entwicklung des Literaturbetriebs, den nun bürgerliche Kräfte bestimmten und in dem triviale neue Massengenres dominierten, sah Puschkin mit Missfallen. Die Hoffnungen auf eine nationale russische Literatur hatten sich mit der Einsicht zerschlagen, dass der älteste Teil des Adels seine führende gesellschaftliche Rolle verloren hatte. Puschkin starb an den Folgen eines Duells mit einem Mann, der seiner Frau den Hof gemacht hatte.
      Eugen Onegin
Der Versroman von Alexander Puschkin gilt als das Nationalpoem der Russen. Er führt ein in die Welt junger russischer Adliger um 1820 und stellt die komplexe kulturelle Situation des Landes dar.
      Inhalt: Des gesellschaftlichen Lebens und der Liebesabenteuer in Petersburg überdrüssig, zieht sich Eugen Onegin auf ein geerbtes Landgut zurück. Sein Nachbar und Freund Wladimir Lenski, ein dichtender Epigone der deutschen Romantik, führt ihn bei den Larins ein, eine nach alter russischer Art lebende Familie, in der volkstümliche Bräuche gepflegt werden. Die junge Tatjana Larina versteht die Begegnung mit Onegin als schicksalhaft und reflektiert dies in einem Brief, den Onegin als Liebesbekenntnis und Heiratsantrag versteht und zurückweist.
      Das Onegin-Lenski-Verhältnis trübt sich, als Onegin seine Geringschätzung für Tatjanas jüngere Schwester Olga zu erkennen gibt, damit aber spöttisch auf Lenskis Dichtung zielt, da Lenski Olga zu seiner Muse erklärt hatte. Als Onegin auf einem Ball bei den Larins scheinbar Olga den Hof macht , bleibt Lenski, seines »Ideals« beraubt, nichts andere übrig, als ein Duell zu fordern; in ihm kommt er zu Tode. Onegin tritt eine Reise in den Süden Russlands an. Als Olga einen neuen Bräutigam ehelicht, gibt Tatjana den Widerstand gegen ihre eigene Verheiratung auf und wird die Frau eines Generals. Nach Jahren begegnet Onegin in der Petersburger Gesellschaft der gereiften Tatjana, verliebt sich in sie und gesteht ihr seine Liebe in einem Brief, den nun Tatjana ihrerseits schroff verurteilt, obwohl sie gleichzeitig ihre nie erloschene Liebe für Onegin bekennt. Aufbau: Puschkins an französischen Vorbildern geschulte erzählerische Raffinesse expliziertbisweilen wesentliche Zusammenhänge der Handlung nicht und lässt die Leser-Vorstellungen von den Geschehnissen im Roman zudem von den Bildern beeinflussen, die sich die Figuren voneinander machen. Das Bewusstsein der Figuren aber ist nachhaltig durch die Erfahrung mit Literatur geprägt. In Lenski erfährt dieses Thema seine offene Verwirklichung, in den Wirrnissen des Onegin-Tatjana-Verhältnisses ist es unterschwellig präsent: Bei der Abfassung der Briefe verwenden die Schreiber eine ihnen geläufige »literarische« Sprache, die der jeweilige Adressat auf den Kontext bezieht, aus dem sie stammt. Wenn Tatjana ihre Vorstellungen von Schicksalsbestimmtheit lediglich »hilfweise« in der Sprache sentimentaler Romane ausdrückt und Onegin auf eine sentimentale Verträumtheit des jungen Mädchens schließt, die er nicht ernstnehmen kann, missversteht er Tatjana ebenso, wie er selbst missverstanden wird, als er in seinem Brief Formeln aus dem Verführungsroman Adolphe von Benjamin Constant verwendet, die Tatjana als Anzeichen unlauterer Absichten lesen muss. Die fehllaufende Kommunikation zwischen den Hauptfiguren verweist auf das eigentliche Thema des Romans: auf den russischen kulturellen Dualismus, wie er sich in Tatjana darstellt, die sowohl den russischen Volksund Aberglauben als auch die Vorslellungswelt westeuropäischer Hochliteratur in sich aufgenommen hat.
      Wirkung: Das subtil komponierte, aber literarische Bildung und eine hohe Leseraufmerksamkeit erfordernde Werk ist in der Wahrnehmung des Publikums, befördert auch durch die Opernbearbeitung Peter Tschaikowskis , auf eine romantische Liebesgeschichte voller Entsagungen verkürzt worden.
      Die wichtigsten Bücher von Alexanders. Puschkin
Ruslan und Ljudmila, 1820 Das scherzhafte Märchenpoem adaptiert und vermengt auf ironische Weise russische und weltliterarische Vorbilder
Eugen Onegin 1823-32 Der Versroman thematisiert in Tatjana das Grundproblem der russischen Kultur zwischen Eigenem und Fremden.
      Boris Godunow 1825 Das Drama über den Pseudodemetrius begreift die »Zeit der Wirren« im 17. Jahrhundert als Ende des russischen Mittelalters.
      Poltawa 1827 In der historischen Verserzählung erscheint Peter 1. als Erbe der militärischen Kühnheit seines Gegners Karl X

II.


Die Erzählungen des verstorbenen lwanP.Belkin,1S31 Die fünf Novellen zeigen das Problem von Adaption und Authentizität, z. B. an Figuren, die literarische Muster nachleben .
      Die Hauptmanns tochter 1836 Der Roman erzählt die fingierten Memoiren eines Offiziers, der im Heer der Zarin Katharina

II.

den Aufstand des Bauernführers Jemeljan Pugatschow erlebt.
     


Döblin: 'berlin alexanderplatz

Wie liegt der Fall bei Alfred Döblins faszinierendem Ro= man 'Berlin Alexanderplatz", den wir seines instruktiven Aufbaus wegen als Muster nehmen? Man hat ihn immer wieder mit den Montage=Romanen von Dos Passos ver» glichen, ohne die ungleich interessantere Frage zu stellen, was denn Döblin zum Mont .....
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Rudolf alexander schröder

Bei den Wahrern der Form mußten die Gegensätze da am tiefsten aufklaffen, wo sie Rückhalt an einem persönlichen Bekenntnis suchten. Borchardt, der für jederlei Falschmün= zerei ein empfindliches Organ besaß, zollte der monumen= talen Beispielhaftigkeit Georges Bewunderung, jedoch nicht seinem schill .....
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Kluge, alexander - chronik der gefühle

Um die heimliche Macht und den Eigensinn der Gefühle zu erkunden, sucht Kluge in seinen Geschichten und Materialien der Chronik der Gefühle nach den Elementen, die nicht nur Lebensläufe, sondern auch ganze historische Entwicklungen beeinflussen. Kluge weist dabei den Gefühlen im Zusammenhang mit Erf .....
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Grün, anastasius (d.i. anton alexander graf von auersperg)

In Johann N. Nestroys Revolutionsposse Freiheit in Krähwinkel prallen der freiheitlich gesinnte Nachtwächter und der reaktionäre Ratsdiener Klaus zusammen. Jener hatte sich erkühnt zu bemerken: »Wir werd'n so frei sein«, was als »ruchloser Ausdruck« von dem bornierten Amtsbüttel scharf gerügt wird. .....
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Auersperg, anton alexander von

Siehe: Grün, Anastasius .....
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Gwerder, alexander xaver

Ich geh unter lauter Schatten Matt, Peter von. In: Frankfurter Anthologie 12, 1989, S. 231 -234. .....
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Lernet-holenia, alexander

Der bethlehemitische Kindermord Ackermann, Friedrich. In: WW 11, 1961, S. 334 - 344. Die Bilder Spiel, Hilde. In: Frankfurter Anthologie 3, 1978, S. 177- 181. Linos Ayren, Armin. In: Frankfurter Anthologie 4, 1979, S. 159 - 162. .....
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Baumgarteten, alexander gortth

»Der friedliche Baumgarten ward mit seiner seltenen, fast ängstlichen Präcision, ohne daß ers wußte und wollte, der Vater einer Schule... der schönen Wissenschaften und Künste in Deutschland.» So würdigte Herder den Ästhetiker B., der Kant als »vortreffliche^) Analyst« galt, und den der Königsberge .....
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Schröder, rudolf alexander

Der Landbau Wierzejewski, Achim. In: Literatur und Kritik 13, 1978, S. 235 - 238. Deutscher Schwur Kaiser, Gerhard. In: Heine bis Gegenwart, 1991, S. 469-471. Die Ballade vom Wandersmann Pfeiffer, Johannes. In: Das Dichterische, 1967, S. 211 -219. Es mag sein Pfeiffer, Johannes. In: .....
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Herzen, alexander i. (d.i. aleksandr ivanovic gercen, pseudonym: iskander)

H. war russischer Schriftsteller. Denker und Revolutionär in einem. Er emigrierte 1847 mit seiner Familie und lebte fortan in Paris. Genf. Nizza und London. Seine frühen Werke. z.B. Ãœber den Platz des Menschen in der Satur , verraten noch den Einfluß von Schelling. Cousin und Saint-Simon. In seiner .....
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Kleines ruhmesblatt für alexander graf von faber castell - reiner kunze

1 Als wir zu beginn der sechziger jähre nach Greiz in Thüringen gezogen waren, sagte eines morgens die briefträgerin: »Was die leute so reden, herr Kunze.« Sie wollte sich nicht nur der post entledigen, und ich ermutigte sie. »Sie hätten eine so tüchtige frau«, sagte sie. »Stimmt«, sagte ich. »Jed .....
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Kleines ruhmesblatt für alexander graf von faber castell

Die seele hat ihren sitz in der nähe des herzens Mit jedem bäum, dessen wipfel s ausdünnt, treibt in der seele er angstnadeln In der nähe des herzens verschanzt er die tümpel seiner uferau, echos gewesener landschaft, 10 und steckt an den wald sich letztes reihersilber Das ergebnis des p .....
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Rudolf alexander schröder (i878-i962)

der unbeirrbare Glaube die Grundlage für die Würde des Menschen. In seiner formvollendeten Lyrik feiert Schröder Vaterland und Heimat, Treue und Freundschaft, abendländische Kultur und Glaubensüberlieferung. In der Zeit nationalsozialistischer Bedrückung richtete Schröder durch seine gläubigen Worte .....
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Puschkins schneesturm: marjas gedankenspiel

Betrachtet sei also zunächst Puschkins Erzählung Der Schneesturm. Sie gehört zu dem Zyklus Die Erzählungen des verstorbenen Iwan Petrowitsch Belkin, der 1831 erschienen ist. Im Schneesturm, der dritten von insgesamt fünf Erzählungen, wird geschildert, wie sich die siebzehnjährige Gutsbesitzerstochte .....
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Borell, alexander

Biografie: *um 1914, tSeptember 1998 in Geretsried. A. Borell verfasste eine Vielzahl von Unterhaltung- und Fortsetzungsromanen für die Publikumspresse. In den 70er-Jahren arbeitete er auch als Lebensberater bei einer Pro- grammzeitschrift und bei einer Rundfunkstation. Kriminalromane: 1958 Die To .....
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Heimann, alexander

Biografie: *27.6.1 in Ferenberg bei Bern. A. Heimann lebt als Schriftsteller und Buchhändler in Bern. Kriminalromane: 1980 Lisi, Edition Erpf, HC; 1982 Die Glätterin, Edition Erpf, HC; 1984 Bellevue, Edition Erpf, HC; 1987 Nachtquartier, Edition Erpf bei Neptun, HC; 1990 Honolulu, Cosmos, HC; 1993 .....
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Kluge, alexander

»Die Form des Einschlags einer Sprengbombe ist einprägsam. Sie enthält eine Verkürzung. Ich war dabei, als am 8. April 1945 in 10 Meter Entfernung so etwas einschlug.« Man kann mit Sicherheit annehmen, daß dieses Erlebnis den 13jährigen — wie viele seiner Altersgenossen — nachhaltig geprägt hat, .....
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Schröder, rudolf alexander

»Von den besten Absichten beseelt, etwas für die Entwicklung unserer Literatur- und Kunst Verhältnisse Ersprießliches« in die Welt zu setzen, kündigten die Herausgeber Otto Julius Bierbaum, Alfred Walter Heymel und S. im September 1899 das Erscheinen einer neuen literarischen Monatsschrift Die Insel .....
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