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Plutarch - Leben und Biographie



Das schriftstellerische Werk Plutarchs ist das umfassendste, dass aus der Antike überliefert ist. Ein antiker Katalog verzeichnet 227 Titel, von denen 83 erhalten sind. Hinzu kommen 18 nicht genannte, aber erhaltene Schriften. Das Werk gliedert sich in zwei große Bereiche: einen philosophischen und einen historisch-biografi-schen.
      Plutarch genoss eine philosophische Ausbildung in Athen, wo er unter dem Einfluss seines Lehrers, des Philosophen Ammonios, der Akademie beitrat. Außerdem unternahm er Reisen, die ihn nach Rom, Kleinasien und Ägypten führten. Durch seine große Belesenheit hat er der Nachwelt in seinen Schriften einzigartige Zitate aus verloren gegangenen griechischen Werken überliefert.

      Besonders große Resonanz fanden die Parallelbiografien, die erste umfangreichere Sammlung politischer Lebensberichte. Plutarchs naturwissenschaftliche, politische und rhetorische Schriften wurden ab 1471 unter dem Sammeltitel Moralia veröffentlicht. Neben seinem vielschichtigen literarischen Schaffen übte er auch das Amt des Priesters in Delphi aus.

      Parallelbiografien
Mit den Parallelbiografien wurde Plutarch zum Begründer der politischen Biografie. Zwar gab es schon vorher biografische Literatur, doch diese beinhaltete Informationen, die den Rahmen der Biografie sprengten.
      Entstehung: Die Parallelbiografien entstanden vermutlich während der Regierungszeit Kaiser Trajans zwischen 105 und 115. Erhalten sind 22 Vitenpaare und vier Einzelbiografien. Inhalt: Plutarch stellt jeweils einem griechischen Feldherrn oder Staatsmann einen ihm in Rang und Leistung ebenbürtigen römischen gegenüber. Die Vitenpaare enden in der Regel mit einem vergleichenden Epilog, der negative und positive Eigenschaften der Helden hervorhebt. Miteinander verglichen werden: Theseus-Romulus, Solon-Publicola, Themistokles -Camillus, Aristeides-Cato maior, Kimon-Lucullus, Peri-kles-Fabius Maximus, Nikias-Crassus, Alkibiades-Coriolanus, Demosthenes - Cicero, Phokion -Calo minor, Dion -Brutus, Ae-milius Paulus-Timoleon, Ser-torius-Eumenes, Philopoimen -Titus Flaminius, Pelopidas-Marcellus, Alexander-Caesar, Demetrios-Antonius, Pyrrhos-Marius, Agis/ Kleomenes-Tiberius Gracchus/ Gaius Gracchus, Lykurgos-Numa, Lysan-dros-Sull;i, Agesilaos-Pom-peius: dazu kommen noch vier Einzelbiografien von Aratos, Artaxerxes IL, Galba und Otho.
      Die Lebensberichte grenzen sich insofern von der antiken Historiografie ab, als Geschichtsabläufe und deren Analyse nur eine untergeordnete Rolle spielen. Im Mittelpunkt stehen die Familie und das Privatleben der Staatsmänner sowie die Auswirkungen ihrer militärischen und politischen Handlungen auf die Mitmenschen. Plutarch wollte, dass sich seine Leser, angeleitet von den moralischen und ethischen Grundsätzen der Heroen, zu besseren Menschen entwickeln: vorbildlich hierfür sind Perikles' Großzügigkeit und Aristeides' Redlichkeit. Auch abschreckende Beispiele sollten die Leser dazu anhalten, tugendhaft zu handeln. Neben dem offensichtlichen moralischen Ziel verfolgte Plutarch noch ein zweites, das nur vor dem Hintergrund der griechisch-römischen Beziehungen innerhalb des Imperiums zu verstehen ist: Die Griechen verachteten die RömeT, obgleich sie ihrer politischen und militärischen Vorherrschaft unterstanden, während die Römer zwar die kulturellen Errungenschaften der Griechen anerkannten, sie ihre politische Ãœberlegenheit aber deutlich spüren ließen. Plutarch wollte mit seinen Parallelbiografien die gegenseitige Anerkennung unter den beiden Nationen fördern, indem er den Römern darlegte, dass die Griechen hervorragende, ihnen ebenbürtige Staatsmänner waren, und den Griechen demonstrierte, dass die besten Römer ihnen in kultureller Hinsicht in nichts nachstanden. Wirkung: Die Parallelbiografien fanden eine große Leserschaft, da Plutarch unterhaltend zu erzählen verstand und über politische Gestalten, deren Handeln er kritisierte, nicht abschätzig urteilte.

      Attizismus
Bedeutung: Der Begriff des Attizismus bezeichnet eine Stilrichtung, die in der 2. Hälfte des 1. Jh. v. Chr. entstand. Sie sollte der sich in der Literatur allmählich verbreitenden griechischen Umgangssprache, der Koine, entgegenwirken. Attizisten wie Dionysios von Halikamassos, Caecilius von Kaiakte, Herodes Atticus und Aristeides machten die Nachahmung der attischen Autoren zum Programm.
      Hintergrund: Der in Athen und der Region Attika gesprochene Dialekt erlebte im 5. und 4. Jahrhundert v.Chr. seine Blütezeit: Tragödiendichter, Historiker und Philoso-phen schrieben in dem Dialekt ihre Werke nieder. Die Einigung der griechischen Welt ab dem Ende des 4. Jahrhundert v.Chr. durch die Eroberungen Alexanders des Großen bewirkte auch eine Vereinheitlichung der in viele Dialekte gespaltenen griechischen Sprache. Der attische, äoli-sche, dorische und ionische Dialekt verschmolz in der hellenistischen Koine. Diese wurde für die gesprochene und die geschriebene Sprache maßgebend. Ab der Zeitenwende erfolgte eine Rückbesinnung auf die Blütezeit des griechisch-attischen Dialekts, in deren Folge die Nachahmung der attischen Autoren zur Regel wurde.
     


Plutarch

Ich bewohne eine kleine Stadt und verweile, damit sie nicht noch kleiner wird, gern in ihr.« Mit diesen Worten bekundet P. die Liebe zu seinem Heimatstädtchen Chaironeia. das — in Böotien zwischen Delphi und Theben gelegen — bis dahin kaum genannt wurde, außer um die Griechen an ihre schmerzlich .....
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