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Plenzdorf, Ulrich - Leben und Biographie



Ulrich Plenzdorf gilt als genauer Beobachter der politischen und gesellschaftlichen Zustände in Deutschland. Die fortwährende kritische »Befragung der Wirklichkeit« durchzieht sein gesamtes Schaffen.
      Plenzdorf stammt aus einer Familie, die aufgrund ihrer kommunistischen Ãoberzeugung von den Nationalsozialisten verfolgt und mehrfach interniert wurde. 1954 begann Plenzdorf ein Philosophiestudium in Leipzig, das er nach drei Semestern abbrach, um bei der DEFA als Bühnenarbeiter anzufangen. Nach dem Wehrdienst bei der Nationalen Volksarmee 1958/59 studierte er 1959-64 an der Filmhochschule in Babelsberg und kehrte 1964 als Dramaturg und Szenarist zur DEFA zurück, wo er das Drehbuch zu dem Film Mir nach, Canaillen entwickelte. Die Verfilmung seines zweiten Drehbuchs Karla wurde von den DDR-Behörden nicht zur Veröffentlichung freigegeben. Damit bahnte sich die Distanz zwischen dem Kommunisten Plenzdorf und dem SED-Regime an, die sich während der gesamten Zeit der DDR fortsetzte. Erst Ende der 1960er Jahre wurde Plenzdorf nach langer Schaffenspause wieder aktiv. Seinem Durchbruch mit Die neuen Leiden des jungen W. folgte das Drehbuch zu dem erfolgreichen Film Die Legende von Paul und Paula

. 1978 erhielt Plenzdorf den Ingeborg-Bachmann-Preis. In den 1980er Jahren entstanden neben Drehbüchern mehrere Theaterstücke, die mit dem Stalinismus abrechnen. Nach der Wiedervereinigung etablierte sich Plenzdorf als Film- und Fernsehautor, schrieb unter anderem seit 1992 die Bücher zu der ARD-Serie Liebling Kreuzberg.
      Die neuen Leiden des jungen W.
      Mit Die neuen Leiden des jungen W. gelang es Plenzdorf, die Ã"ngste, Hoffnungen und das Lebensgefühl der Jugend in den 1970er Jahren in Ost- und Westdeutschland auf ungewöhnliche Art und Weise auszudrücken. Entstehung: 1968/69 entstand die Urfassung von Die neuen Leiden des jungen W. als Drehbuch, das jedoch nicht verfilmt wurde. Erst nachdem in der Kulturpolitik der DDR Ende der 1960er Jahre Tauwetter einsetzte, gelangte die Geschichte in die Ã-ffentlichkeit, zunächst 1972 als Prosafassung in Sinn und Form, dann in einer Bühnenfassung, die am 18. 5. 1973 im Landestheater in Halle uraufgeführt wurde. Ebenfalls 1973 erschien die sich von der ersten Prosafassung kaum unterscheidende Romanfassung in ganz Deutschland. Die Urfassung von 1968/69, in der Edgar den Stromschlag überlebt, wurde erst 1982 veröffentlicht. Inhalt: Der 17-jährige Edgar Wibeau nimmt einen Streit mit seinem Vorgesetzten zum An-lass, seine Lehre in einem Metall verarbeitenden Betrieb abzubrechen und geht nach Berlin. Dort richtet er sich in einer verlassenen Gartenkolonie ein und findet ein Reclamheft. Dass es sich dabei um -> Goethes Roman Die Leiden des jungen Werther handelt, weiß er nicht, weil er Titelblatt und Nachwort als Toilettenpapier benutzt. Von der Lektüre beeindruckt, verwendet Edgar fortwährend Zitate aus dem Werk. Seinen Lebensunterhalt verdient er sich bei einer Malerkolonne: Nachdem deren Projekt, die Entwicklung eines Farbspritzgeräts scheitert und Edgar beinahe aus der Kolonne fliegt, baut er in seiner Laube an einem eigenen Gerät. Bei dessen Inbetriebnahme erleidet er schließlich einen tödlichen Stromschlag. Aufbau: Der Roman beschreibt, wie Edgars Vater Nachforschungen übeT die Todesumstän-de seines Sohns anstellt. Dazu spricht er mit Personen aus dem ehemaligen Umfeld Edgars. Die Gespräche werden durch den Toten »jenseits des Jordans« kommentiert und ergänzt. Dabei zeigen sich zahlreiche Bezüge zu Goe-thes Die Leiden des jungen Werther, nicht nur durch den Titel und Parallelen in der Handlung , sondern auch durch die von Edgar immer wieder eingefügten Originalzitate. Dagegen setzt Plenzdorf die von J. D. -> Salingers Roman Der Fänger im Roggen beeinflusste Haltung und Sprache Edgars. Wirkung: Bereits nach der Veröffentlichung in Sinn und Form löste deT Text in der DDR zahlreiche Diskussionen über Jugend und Gesellschaftaus. Sowohl das Theaterstück, das in der Saison 1974/75 das meistgespielte Stück in beiden deutschen Staaten war, als auch die Prosafassung wurden zu einem ungewöhnlichem Erfolg. 1975 verfilmte Eberhard Itzenplitz in Westdeutschland Die neuen Leiden desjungen W. nach einem Drehbuch von Plenzdorf.

DDR-Literatur
Hintergrund: Gegen den 1953 in die DDR übersiedelten Schriftsteller und Liedermacher Wolf Biermann wurde nach Erscheinen seines ersten Lyrikbandes in der Bundesrepublik ein Publikations-, Auftritts- und Ausreiseverbot verhängt. Seine in Balladen, Gedichten und Liedern ironisch-sarkastisch formulierte Kritik an der Diskrepanz von sozialistischem Anspruch und Wirklichkeit publizierte Biermann fortan ausschließlich in der Bundesrepublik. 1974 wurde ihm bereits die Ausreise nahegelegt. Als Biermann zwei Jahre später auf Einladung der IG Metall eine Konzertreise in die BRD unternahm, entzog ihm das Politbüro der SED nach seinem Auftritt in Köln die Staatsbürgerschaft der DDR wegen vermeintlich mangelnder Staatstreue. Noch am selben Tag unterzeichneten zwölf Autoren ein - von einer westlichen Nachrichtenagentur veröffentlichtes - Protestschreiben gegen die Ausbürgerung mit der Bitte die Maßnahme zu überdenken. Unter ihnen waren Jurek -» Becker, Volker Braun, Stephan Hermlin, Stefan -» Heym, Sarah Kirsch, Günter Kunert, Heiner Müller und
Christa -> Wolf. 70 weitere Künstler und Intellektuelle schlössen sich an, so u.a. Thomas -> Brasch, Günter de Bruyn und Ulrich -> Plenzdorf. Andere Literaten befürworteten hingegen Biermanns Ausbürgerung, u.a. Peter Hacks, Hermann -> Kant und Anna -> Seghers.
      Folgen: Auf die Protestaktion folgten Sanktionen der DDR-Behörden , die unter Schriftstellern, Malern, Komponisten und Regisseuren eine Welle von Ausreisewünschen auslösten, die den unbequemen Intellektuellen rasch bewilligt wurden. 1976/77 gingen vor allem junge Künstler in die Bundesrepublik, u.a. Brasch, Sarah Kirsch und Reiner Kunze; andere wie Becker, Kunert, Erich -» Loest, Stefan Schütz und Bettina Wegner erhielten langfristige Visa. Fazit: Der »Fall Biermann« polarisierte die Künstler der DDR, löste einen regelrechten Exodus aus, ist rückblickend als historische Zäsur in der Kulturpolitik der DDR zu betrachten und wurde selbst wiederum Gegenstand der Literatur .


Anton ulrich, herzog von braunschweig-wolfenbüttel

»Wann nun«, schreibt Sigmund von Birken, der Nürnberger Poet und Redakteur von A.U.s Aramena . über den höfischen Roman, »dergleichen Bücher /' der Adel mit nutzen liset / warum solte er sie nit auch mit rühm schreiben können: Und wer soll sie auch bässer für den Adel schreiben / als eine person / d .....
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Anton ulrich von braunschweig-lüneburg

Ich kan nit mehr Weber, Albrecht. In: Deutsche Barockgedichte, 1967. S. 120 - 124. .....
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Hütten, ulrich von

Ain new lied herr Virichs von Hütten Müller, Erhard Peter. In: Gedichte, Balladen, Songs, 1978, S. 56-61. Ukena, Peter. In: Gedichte und Interpretationen 1, 1982, S. 42 - 52. .....
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Schacht, ulrich

Ferner Morgen Lermen, Birgit und Loewen, Matthias. In: Lyrik aus der DDR, 1987, S. 408 - 411. Jahre hinter mir liegender Strand Lermen, Birgit und Loewen, Matthias. In: Lyrik aus der DDR, 1987, S. 411 - 415. Wintersee Lermen, Birgit und Loewen, Matthias. In: Lyrik aus der DDR, 1987, S. .....
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Treichel, hans-ulrich

Prometheus Freund, Winfried. S. 210-216. In: Freund-Lyrik, 1990, Von großen Dingen Schöne, Lothar. In: Frankfurter Anthologie 12, 1989, S. 261 - 263. .....
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Sonnemann, ulrich

S. hat seine Untersuchungen zu einer philosophischen und methodologischen Kritik der Humanwissenschatten ebenso wie seine Essays über aktuelle historische und politische Probleme, die vor allem die Kontinuität deutscher Verhältnisse und deutschen Verhaltens in ihren Widersprüchen beleuchten, stets a .....
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Zwingli, ulrich

Ein Glück, daß die zwei >Leuchten< gestorben sind. Zwingli im Felde, Oekolampad ein wenig später an einem Fieber und Geschwür. Wäre ihnen der Schlachtengott günstig gewesen, so wär's um uns geschehen.« Es mag auf den ersten Blick erstaunen, wenn eine Biographie Z.s mit dem Jubel des Eras-mus über de .....
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Frohriep, ulrich

Biografie: *18.11.1 in Rostock. U. Frohriep arbeitete nach seinem Hoch- schulabschluss als Verlagslektor und freier Autor. Nach 1989 war er Geschäftsführer eines Wohlfahrtsverbandes, Vorsitzender eines sozialen Vereins und Mitbegründer eines Books-on-Demand-Verlages . Er lebt und schreibt in Klein .....
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Knellwolf, ulrich

Biografie: *17.8.1942. U. Knellwolf wuchs in Zürich und Ã-lten auf. Er studierte evangelische Theologie in Basel, Bonn und Zürich und ist seit 1969 Pfarrer. Nach verschiedenen theologischen Veröffentlichungen debütierte er literarisch mit seinem Kriminalroman Roma Termini. In die Spitzenränge der B .....
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Menge, ulrich

Biografie: *7.4.1 in Berlin. U. Menge studierte Romanistik und promovierte 1967 in Hamburg mit einer Dissertation über die Kurzgeschichten Emilia Pardo Bazans. Er war Bibliothekar des Höheren Dienstes, zuletzt Bibliotheksdirektor beim Ibero-Ameri-kanischen Institut der Stiftung Preußischer Kulturbes .....
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Ritzel, ulrich

Biografie: *1 in Pforzheim. U. Ritzel verbrachte Kindheit und Jugend auf der Schwäbischen Alb. Er studierte Jura in Tübingen, Berlin und Heidelberg. Danach schrieb er für Zeitungen und so gut, dass er z.B. 1981 mit dem begehrten Wächter-Preis ausgezeichnet wurde. Er arbeitete 35 Jahren im Journalism .....
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Tobinsky, uli (ulrich)

Biografie: *1955. U. Tobinsky studierte Theaterwissenschaft, Germanistik und Kunstgeschichte, er arbeitete als Tontechniker und Regieassistent am The- ater und ist freier Rundfunkautor und -moderator. Kriminalromane: 1988 Yellow Cab, Emons; 1993 Die Versteckten, Klein und Blechinger TV: 1999 Alarm .....
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Hütten, ulrich von

»Er flamme als Haß in uns auf gegen alles Undeutsche, Unfreie, Unwahre; aber glühe auch als Begeisterung in unseren Herzen für die Ehre und Größe des Vaterlandes; er sei der Genius unseres Volkes, wenigstens so lange, als diesem ein zürnender, strafender, mahnender Schutzgeist Not tun wird.« Dieser .....
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Plenzdorf,  Ulrich    





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