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Philosophen biographisch

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Weiße, Christian Hermann



In seiner alphabetischen Bibliographie der Hegeischen Schule von 1860/61 rechnet Karl Rosenkranz zwar die frühen Schriften W.s zur Philosophie des Hegelianismus, macht dabei allerdings die Einschränkung, daß mit dem System der Philosophie 11832) W. schließlich »Abschied von der Hegeischen Philosophie« genommen habe. Die Frage stellt sich, ob W. überhaupt im strikten Sinne jemals zur Schule der Hegelianer gehört hat. Denn bereits in einer kurzen Programmschrift von 1829, Ãœber den gegenwärtigen Standpunkt der philosophischen Wissenschaft, deutet er die Unterschiede an, die ihn von der Philosophie Hegels trennen. Zwar zeigt er sich von der »wirklichen VortrefÃœichkeit und inneren Wahrheit« der Hegeischen Philosophie überzeugt und übernimmt auch die dialektische Methode, zugleich aber verwirft er die Architektonik und den systematischen Aufbau Hegels. Ein Jahr später dann, im System der Ästhetik als Wissenschaft von der Idee der Schönheit . vor allem aber im System von 1832, kritisiert er Hegels Lehre vom absoluten Geist und die Logifizierung der Idee. W. hält es für einen tiefen Irrtum, daß die Hegeische Logik vermeint, im spekulativen Begriff die Wirklichkeit mit der Idee versöhnt zu haben: er spricht von der »Verwechslung des Abstracten mit dem Concreten« und wirft Hegel vor, den »entleerten metaphysischen Begriff geradehin für den Grund und die Substanz aller Dinge, für die Gottheit selber« zu nehmen.

      Wie Immanuel Hermann Fichte, der Sohn Johann Gotflieb Fichtes, gehört auch W. zu jener Gruppe unorthodoxer Spätidealisten, die unter dem Einfluß Schellings eine theistische Philosophie propagiert haben. In seinen Hauptschriften, dem System der Ästhetik . den Grundzügen der Metaphysik oder der Philosophischen Dogmatil! . versucht W.. theologische Einsichten und philosophische Erkenntnisse auf dem Weg eines »spekulativ anschauenden Erkennens« miteinander zu vermitteln. Von Anbeginn ist W.s zentrales Motiv, wie F. L. Greb überzeugend dargelegt hat, das Religiöse gewesen: seine Philosophie stellt so etwas wie ein »Ãœberhegelsystem« dar. Fragwürdig ist allerdings, ob W. mit seiner Revision der Hegeischen Systematik, bei der die Idee der Gottheit an oberster Stelle regieren soll, tatsächlich entscheidend Hegels Lehre des absoluten Geistes verändert hat - wird doch am Ende wieder die Theologie identisch mit der Philosophie. »Unter der Hand«, so resümiert Greb, ist »wieder die Philosophie zum alles begreifenden Wissen des absoluten Geistes geworden, das sich über Kunst und Religion stellt«. W.s einflußreichste Schrift ist sein System der Ästhetik gewesen, das - fünf Jahre vor Erscheinen der Hegeischen Ästhetikvorlesun-gen — so etwas wie einen Gegenentwurf zu Hegels Kunstphilosophie darstellt. Abgesehen von der veränderten systematischen Stellung, die die Schönheit, der Grundbegriff der Ästhetik, bei W. gegenüber dem Hegeischen Konzept einnimmt, wird die Schönheit vor allem subjektiv, als Akt der Phantasie, die die Welt der Erscheinungen unter bestimmten Maßverhältnissen perzipiert, begründet. W. hat damit entscheidend ebenso auf die Ästhetik des späten Fr.Th. Vischer eingewirkt, wie auch der — in der zweiten Jahrhunderthälfte populären — psychologischen Ästhetik den Weg bereitet. Ãœber die spezifische Leistung der Phantasie, das Begreifen der »Schönheit als Kanon und Gesetz«, gelangt W. schließlich auch dahin, andere ästhetische Grundbegriffe wie das Erhabene. Häßliche und Komische einzuführen, aus deren antithetischer Stellung zum Schönen dieses erst seine wahre Bedeutung erhält. Sieht man von den kunsttheoretischen Reflexionen der Frühromantik ab, dann ist W. im Grunde der erste philosophische Ästhetiker, der sich umfassend mit dem Problem der ästhetischen Häßlichkeit beschäftigt. Er reagiert auf das »Ende der Kunstperiode« und damit auf die künstlerischen und literarischen Umbrüche bei semen Zeitgenossen, versucht aber zugleich Kunstproduktion und -rezeption als Ergebnis kranker Hirne, nämlich einer »gespensterschaftenden Phantasie«, zu diskreditieren und zu immunisieren. In einer Geschichts- und Kunstphilosophie parallelisierenden Argumentation weist er nach, daß die eigene Zeit Geschmack an den Erscheinungen des Häßlichen findet. Zugleich fordert er aber ein neues Kunstideal - auch das unterscheidet ihn wieder gravierend von Hegel —. das avant la lettre, jedoch ganz auf der Linie der Vertreter des programmatischen Reahsmus. »die Welt in dem Lichte der Schönheit verklären« soll.
      Hartmann. Albert: Der Spä tidealismus und die Hegeische Dialektik. Dannstadt 1968 .
      Greb, Franz Ludwig: Die philosophischen Anfänge Christian H. Weisses. Ein Beitrag zur Genesis des Spätidealismus. Bonn 1943 .
      Werner Jung


Rollett, hermann

Alarm Kämper-Jensen, Heidrun. In: Lieder von 1848, 1989, S. 155- 159. Was wir wollen! Kämper-Jensen, Heidrun. In: Lieder von 1848, 1989, S. 92 - 106. .....
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Hermann sudermann (i857-i928).

Er verfügte zwar über ein prachtvolles technisches Können, doch fehlte seinen Stücken der dichterische Zug, den er in einigen seiner erzählenden Werke erreicht, in denen die reinen Quellen der Verbundenheit mit der ostpreußischen Heimat fließen. Zu Sudermanns erfolgreichsten dramatischen Werken zähl .....
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Hermann stehr (i864-i940) - die heimatdichtung

Ein anderer Literaturzweig, der zum mindesten seiner geistigen Herkunft nach im Naturalismus wurzelt, ist die Heimatdichtung. Zwar haben auch Dichter früherer Epochen ihre Heimat besungen ; die bewußte Gestaltung der heimatlichen Umwelt aber als schicksalhaftes Milieu ihrer Menschen setzte erst mit .....
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Der westpreuße hermann löns (i866-i9i4)

entfaltet seine meisterhafte Erzählkunst an allem, 'was da kreucht und fleugt" vor der prächtigen Landschaftskulisse seiner heimatlichen Heidewelt. Insbesondere in seinen Tiergeschichten hat sich der Dichter als schöpferischer Sprachgestalter erwiesen. Tiefe Liebe zur Natur und die immer wache Beob .....
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Hermann hesse (i877-i962).

Er begann mit Heimat- und Entwicklungsromanen, die Jugenderinnerungen enthielten: Mit 'Peter Camenzind" , dem Lebenslauf eines verträumten Vagabunden, und 'Unterm Rad" , der naturalistisch gehaltenen Geschichte eines gepeinigten Schülers, der in den Tod geht. Aus ihnen spricht, wie aus den meisten a .....
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Christian morgenstern (i87i-i9i4),

ein geborener Münchner, suchte als Dichter der 'Galgenlieder" und ähnlicher Sammlungen hintergründigen Humor mit mystischer Gläubigkeit zu einen. Aber auch als ernster Lyriker wollte Morgenstern die Kluft zwischen Mensch und Kosmos überbrücken, schuf er zarte Gedichte der Sehnsucht und der Beseligu .....
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Hermann broch (i886-i95i)

gestaltet den Zusammensturz der alten Werte insbesondere in seiner Romanfolge 'Die Schlafwandler". Gestalten der Jahrhundertwende treten auf, die in schlafwandlerischer Selbstzufriedenheit in eine Weltkatastrophe hineintaumeln. Brochs Hauptwerk entstand während der Zeit seiner Emigration in Amerika: .....
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Hermann kasack (i896—i965)

Er knüpft deutlich an Franz Kafka an. In seinem Roman 'Die Stadt hinter dem Strom zeichnet der Dichter einen Totentanz unserer Kultur, unseres Glaubens, unserer Hoffnungen, unserer Liebe. Auch der Roman 'Das große Netz" spielt in einer Scheinwirklichkeit. Er ist, im Kern genommen, eine bittere Sat .....
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Hermann hesse: »narziß und goldmund« (i930) ein bildungsroman im historischen gewand

Künstlertum - Berufung, nicht Beruf Im April 1927, in dem Jahr, da »Der Steppenwolf« erscheint und die Arbeit an »Narziß und Goldmund« beginnt, ergeht in Basel ein merkwürdiges Gerichtsurteil. Die zweite, verhältnismäßig kurze Ehe Hermann Hesses mit der Sängerin Ruth Wenger wird geschieden. Hesse .....
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Hermann broch: »die schlafwandler« (i932) - häutungen der romanform

Lebenshaltungen des Wilhelminischen Zeitalters Mit einem Ãœberraschungscoup endet der erste Roman in Brochs Trilogie »Die Schlafwandler«. Nur vier Sätze umfaßt der vierte und letzte Abschnitt, Sätze, die den Leser zugleich brüskieren und herausfordern. An den ausführlichen und genauen Bericht übe .....
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Index » Roman Chronik

Wenn das weiße blatt erschreckt

Alle Schriftsteller kennen diese Angst vor dem Moment, an dem man merkt: Plötzlich ist die Schaffenskraft verschwunden, plötzlich fällt einem nichts mehr ein, plötzlich versagt die Konzentration, plötzlich überfällt einen die große Leere und das Papier bleibt weiß. »Ist es vorbei?«, fragen sie sich .....
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Index » Schreiberlust und Dichterfrust » In einem Zug oder »writer s block«?

Christian dietrich grabbe (i80i-i836) und georg büchner(i8i3-i837)

Grabbe, Sohn eines Detmolder Zuchthausverwalters, war eine unglückliche Natur. Er scheiterte sowohl als Schauspieler wie auch als Rechtsbeamter, verkam schließlich in Trunksucht und ging an Tuberkulose zugrunde. Er war ein genialer Nachfahre des Sturm und Drang und ein entschiedener Gegner der Roman .....
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Index » VON DER ROMANTIK ZUM REALISMUS

Stufen - hermann hesse

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe, Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern. 5 Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe Bereit zum Abschied sein und Neubeginne, Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern In andre, neu .....
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Index » Gedichte aus sieben Jahrhunderten Interpretationen

Schein, johann hermann

Mit Frewden Weber, Albrecht. In: Deutsche Barockgedichte, 1967, S. 40 - 42. .....
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Schubart, christian friedrich daniel

Der Kupferstecher nach der Mode Härtling, Peter. In: Frankfurter Anthologie 9, 1985, S. 33-36. Die Aussicht Eigenwald, Rolf. In: Projekt Deutschunterricht 8, 1974, S. 133 - 135. Sowinski, Bernhard und Schuster, Dagmar. In: Sturm und Drang, 1992, S. 112 - 116. Die Forelle Jäger, Hans-Wolf .....
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Wagner, christian

Auf dem Rigi Pfeiffer, Johannes. In: Wege zur Dichtung, 1969, S. 69 - 70. Blühender Kirschbaum Goes, Albrecht. In: Dichter, 1983, S. 58 - 64. m Garten des Albergo del Sole Kleßmann, Eckart. In: Frankfurter Anthologie 18, 1995, S. 95 - 98. Ostersamstag Härtling, Peter. In: Frankfurter .....
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Weisse, christian friedrich

Klagen Kranefuss, Annelen. In: Wandsbecker Bote, 1973, S. 63-70. .....
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Wernicke, christian

An den Leser Beetz, Manfred. In: Gedichte und Interpretationen 2, 1983, S. 23-39. .....
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Die welt - christian hofmann von hofmannswaldau

Was ist die Welt und ihr berühmtes Glänzen? Was ist die Welt und ihre ganze Pracht? Ein schnöder Schein in kurzgefaßten Grenzen, Ein schneller Blitz bei schwarzgewölkter Nacht, Ein buntes Feld, da Kummerdisteln grünen, Ein schön Spital, so voller Krankheit steckt, Ein Sklavenhaus, da alle .....
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Morgenandacht - christian knorr von rosenroth

Morgenglanz der Ewigkeit, Licht vom unerschöpften Lichte, Schick uns diese Morgenzeit Deine Strahlen zu Gesichte 5 Und vertreib durch deine Macht Unsre Nacht. Die bewölkte Finsternis Müsse deinem Glanz entfliegen, Die durch Adams Apfelbiß 10 Uns, die kleine Welt, bestiegen, Daß wir, Herr, durch dei .....
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Der lattenzaun - christian morgenstern

Es war einmal ein Lattenzaun, mit Zwischenraum, hindurchzuschaun. Ein Architekt, der dieses sah, stand eines Abends plötzlich da - und nahm den Zwischenraum heraus 5 und baute draus ein großes Haus. Der Zaun indessen stand ganz dumm, mit Latten ohne was herum. Ein Anblick gräßlich und gemein .....
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Die unmögliche tatsache - christian morgenstern

Palmström, etwas schon an Jahren, wird an einer Straßenbeuge und von einem Kraftfahrzeuge überfahren. 'Wie war" 'möglich, wie dies Unglück, ja —: daß es überhaupt geschah? Ist die Staatskunst anzuklagen in Bezug auf Kraftfahrwagen? 10 Gab die Polizeivorschrift hier dem Fahrer frei .....
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Im nebel - hermann hesse

Seltsam, im Nebel zu wandern! Einsam ist jeder Busch und Stein, Kein Baum sieht den andern, Jeder ist allein. 5 Voll von Freunden war mir die Welt, Als noch mein Leben licht war; Nun, da der Nebel fällt, Ist keiner mehr sichtbar. Wahrlich, keiner ist weise, 10 Der nicht das Dunkel kennt, Das unent .....
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Christian hofmann von hofmannswaldau (i6i7-i679): die welt - alles ist blendwerk

Die Welt Was ist die Welt, und ihr berühmtes Gläntzen? Was ist die Welt und ihre gantze Pracht? Ein schnöder Schein in kurtz-gefaßten Grenzen, Ein schneller Blitz bey schwartz-gewölckter Nacht; Ein buntes Feld, da Kummer-Disteln grünen; Ein schön Spital, so voller Kranckheit steckt. Ein Sclav .....
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Jeder ist allein - hermann hesse (i877-i962): im nebel

Im Nebel Seltsam, im Nebel zu wandern! Einsam ist jeder Busch und Stein, Kein Baum sieht den andern, Jeder ist allein. Voll von Freunden war mir die Welt, Als noch mein Leben licht war; Nun, da der Nebel fällt, Ist keiner mehr sichtbar. Wahrlich, keiner ist weise, Der nicht das Dunkel kennt, Das .....
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