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Voltaire, Fraticois Marie (d.i. Francis Marie Arouet)



Als

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s Lettres phihsophiques 1734 in Frankreich erschienen, wurden sie vom Pariser Parlament als »anstößig und der Religion, den guten Sitten und der Achtung vor der Obrigkeit zuwiderlaufend« verurteilt und verbrannt. Der Form nach ein Lob auf die fortschrittlichen Verhältnisse in England, waren diese Briefe in Wirklichkeit eine scharfe Kritik an den Zuständen im eigenen Land: an der absoluten Gewalt des Königs und den Adelsprivilegien, an der Zensur und der religiösen Intoleranz; sie forderten die Emanzipation der Wissenschaft von der Theologie, eine Religion ohne Dogmen und eine natürliche Moral, die allein an ihrer sozialen Relevanz zu messen war. Keine dieser Ideen war neu, und doch nannte Gustave Lanson die Briefe »die erste Bombe, die auf das Ancien Regime geschleudert wurde«. Ihre Sprengkraft lag in der Kühnheit, mit der diese Fragen öffentlich zur Diskussion gestellt wurden, und in der respektlosen Ironie ihrer Sprache.

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machte seinen Lesern ihre heimliche Revolte bewußt und ermunterte sie. von ihrer Vernunft in aDen Dingen, die sie angingen, Gebrauch zu machen, woraus sich wie von selbst persönliches Glück und allgemeine Wohlfahrt ergeben würden, die irdische Glückseligkeit, auf die das sich emanzipierende Bürgertum ein Recht zu haben glaubte; daher auch die Kritik an Pascals asketischer Moral am Ende der Lettres. An sämtlichen literarischen Fronten — auf dem Theater wie in der Literaturkritik, in der Geschichtsschreibung wie in der philosophischen und religiösen Polemik, in der Dichtung und nicht zuletzt in einer riesigen Korrespondenz mit den fortschrittlichen Denkern Europas - hat

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über ein halbes Jahrhundert lang im Namen der Vernunft einen unerbittlichen Kampf gegen Fanatis- mus und Intoleranz, gegen Aberglauben und Obskurantismus geführt und so einen unüberschätzbaren Einfluß aut die öffentliche Meinung seiner Zeit ausgeübt.

      Francois Marie Arouet, Sohn eines Pariser Advokaten und Königlichen Rates, kam im Alter von zehn Jahren in das exklusive Jesuitenkolleg Louis-le-Grand. Der weltoffenen Erziehung verdankte er klassische Bildung. Uterarischen Geschmack und eleganten Stil. Mit 12 Jahren wurde er von seinem Paten, dem Abbe de Chäteauneuf. in den »Temple« mitgenommen, einen freigeistigen literarischen Zirkel und politischen Debattierclub von Aristokraten. Hier fand

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nach den Gymnasialjahren die seinen Interessen gemäße Atmosphäre, und er war bald der glänzende Exponent des Clubs, in dem er sich viel lieber aufhielt als in den juristischen Vorlesungen, die er auf väterlichen Druck hin besuchte. Seine Spottlust, die auch vor dem Privatleben des Regenten mehr haltmachte, brachte ihn 1717 zum erstenmal in die Bastille. Während der Haft schrieb er an der Henriade, einem Epos über Heinrich

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das 1723 unter dem Titel Poeme de la Ligue erschien; es war

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s erste Geißelung der religiösen Intoleranz und ihrer grausamen Folgen . 1718 brachte er sein Erstlingsstück Oedipe aut die Bühne; die an der Poetik Boileaus orientierte Tragödie mit ziemlich unverhohlener Kritik an der Autorität von Klerus und Thron wurde 26mal in der Comedie gespielt und begründete

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s Ruhm als Theaterdichter, der mit den philosophischen Tragödien Zaire , Alzire . Xlerope , Mahomet und Irene in Frankreich das ganze Jahrhundert über unangefochten blieb; in Deutschland verhinderte Lessings scharfe Kritik eine positive Aufnahme. Als der Oedipe 1719 im Druck erschien, benutzte der Verfasser zum erstenmal das Pseudonym

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und tilgte mit dem Adelsprädikat »de« den Makel seiner bürgerlichen Herkunft. Wegen dieser angemaßten Nobilitierung kam es zu einem Streit mit dem Chevalier de Rohan, in dessen Verlauf

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aut offener Straße verprügelt wurde und schließlich auf Druck der einflußreichen Aristokratenfamilic 1726 erneut in die Bastille kam. Seinem Antrag, die Haftstrafe in Verbannung umzuwandeln und ihn nach England reisen zu lassen, wurde stattgegeben. Der zweijährige Aufenthalt im Land der Dcisten und Freidenker, in dem Lockes Philosophie des Common Sense und Newtons neue Naturwissenschaft allgemeine Anerkennung genossen, hat

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s Denken entscheidend geprägt.
      Um nach der Verötientlichung der Lettres philosophiques neuerlicher Verhaftung zu entgehen, flüchtete er 1734 auf das Schloß der Madame du Chätelet in Cirey. Hier begann für ihn eine Zeit intensiver philosophischer, naturwissenschaftlicher und historischer Studien. Die glückliche Beziehung zu der ungewöhnlich gebildeten »göttlichen Emilie« wurde für viele Jahre Quelle seiner Inspiration. In der Auseinandersetzung mit den philosophischen Anschauungen der Leibmz-Anhängerin entwickelte

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seine Gedanken zur Willensfreiheit, zum Ursprung des Bösen und zum menschlichen Glück, doch war er nicht bereit, sich in die »gelehrten Absurditäten« der Monadenlehre hineinzudenken . Durch die Kritik an der Geschichtsschreibung, die mit Kriegen und dynastischen Verwicklungen immer nur Einzelnes und Zufälliges schildere und deshalb kerne wahre Erkenntnis vermitteln könne, regte die Marquise

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zu einer neuen historischen Methode an. Ihre ganze Leidenschaft aber galt der Mathematik und der Naturlehre Newtons, dessen Principia sie ins Französische übersetzte und kommentierte. Unter ihrem Einfluß schrieb

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die Elements de la philosophie de Xewton und machte durch seine außerordentlichklare und unterhaltsame Darstellung die Gravitationslehre, die für das Denken und den Erkenntnisprozeß der Epoche so entscheidend wurde, der gebildeten Öffentlichkeit zugänglich. Bereits in den Lettres hatte

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in den Gelehrtenstreit um Descartes und Newton eingegriffen und sich gegen die Meinung der Academie für den Engländer entschieden. Gewiß entsprach Newtons Methode der Beobachtung und des Experiments, die sich darauf beschränkte, die Phänomene zu beschreiben, ohne ihre letzten Ursachen zu erklären, der metaphysischen Spekulationen abgeneigten Denkart

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s mehr als die von apriorischen Prinzipien ausgehende Physik Descartes ; zugleich bezog er mit der Entscheidung für Newton und damit der Autwertung der Empirie und der Sinne als Erkenntnisorgane Position gegen die überlieferte Metaphysik mit ihren theologischen Implikationen. Aus »philosophischen« Gründen war

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an der Vulgarisierung Newtons und seiner, eine immanente Welterklärung ermöglichenden Kosmologie gelegen; in ihrem Rahmen hatte sich ernstzunehmendes Denken zu bewegen. Madame du Chätelct drängte

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zu einer Bestandsaufnahme seiner philosophischen Glaubenssätze, die er im Traite de metaphysique niederlegte: Aus Vernunftgründen muß ein Gott als Ursache alles Seienden gedacht werden; seme Existenz kann aus der Ordnung und Gesetzmäßigkeit des Kosmos abgeleitet werden . Darüber hinausgehende Aussagen, etwa über Pläne Gottes oder Substanz und Unsterblichkeit der Seele, sind Anmaßung und unsinnige Spekulation. An eine Publikation dieser deistischen Schrift in Frankreich war nicht zu denken. Erst Jahre später tand

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in der Tafelrunde von Sanssouci geneigte Zuhörer. Seit 1736 verband ihn mit dem Kronprinzen Friedrich von Preußen ein reger Briefwechsel, und später versuchte der preußische König wiederholt, den angesehenen Philosophen, in dem er einen Geistesverwandten erkannte, an seinen Hof zu ziehen: »Ich wünsche, daß meine Hauptstadt der Tempel großer Männer wird. Kommen Sie hierher, mein lieber

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. und geben Sie an, was Ihnen ein Leben angenehm machen kann.« Nachdem klargeworden war. daß

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am Hofe Ludwigs X

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keine Rolle spielen würde - seit 1745 war er Hofhistoriograph und seit 1746 Königlicher Kammerherr, ohne daß der Königje Wert auf seme Anwesenheit gelegt hätte -. folgte er nach dem Tod der Madame du Chätelet 1750 der Einladung, denn »Friedrich besaß Geist und Anstand, und außerdem war er König, was in Anbetracht der menschlichen Schwäche stets einen großen Zauber ausübt«. In Potsdam glaubte

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einen zweiten »Temple« geiunden zu haben. »An keinem Ort der Welt ist wohl je so frei über allen Aberglauben gesprochen und dieser mit so viel Spott und Verachtung abgetan worden.« Hier las

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seinen bibelkritischen Sermon des cinquante vor, dessen Autorschaft er stets geleugnet hat; es entstanden die ersten Artikel des Dictionnaire philosophique, der Summe seines antichristlichen Denkens, und 1752 erschien das Poeme sur la lot naturelle, eine Verteidigung des Deismus nicht nur gegen den Offenbarungsglauben, sondern auch gegen den Atheismus La Mettries und den Immoralismus Friedrichs, gegen den

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den göttlichen Ursprung des sittlichen Bewußtsems behauptete. 1753 kam es zum Bruch in der komplizierten Beziehung -Friedrich schätzte das Genie, nicht aber das ungezügelte Temperament

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s, und

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ertrug die demütigende Art nicht, mit der Friedrich zeigte, wer König und wer Höfimg war -. nachdem Friedrich ein gehässiges Pamphlet

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s gegen den Akademiepräsidenten Maupertuis ötlenthch hatte verbrennen lassen. Trotzdem blieb

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auchdanach Monarchist und erhoffte eine Änderung der politischen Verhältnisse allein von einem aufgeklärten Herrscher, wie er ihn in Friedrich in vieler Hinsicht verwirklicht sah. 1757 wurde der Briefwechsel wieder aufgenommen, und der König verfaßte bei

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s Tod einen ehrenvollen Nachruf; weniger ehrenvoll allerdings war

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s Nachruf auf Friedrich in den Memoires pour servir a la vie de M. de Voltaire , in denen er auf recht boshafte Weise mit dem »Salomon des Nordens« abrechnete.
      Im Siede de Louis XIV und im Essai sur les meeurs et l esprit des nations gelangen

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für die Historiographie richtungweisende Neuansätze. Der Glaube an das allmähliche, wenn auch von Rückfällen bedrohte Heraustreten der Vernunft aus der Barbarei zur Zivilisation - ein Gedanke, der ihn in unversöhnlichen Gegensatz zu Rousseau bringen mußte — Heß ihn sein Augenmerk in zunehmendem Maße auf die Kulturgeschichte richten. Nicht Lebensgeschichten der Fürsten und Kriege sind die wesentlichen Faktoren der Historie, sondern die »Sitten«, d.h. die Gesamtheit der politischen, ökonomischen und kulturellen Lebensäußerungen eines Volkes. In der sich immer gleichbleibenden menschlichen Natur, in der

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unveränderliche Prinzipien der Vernunft und Moral wirksam sah. glaubte er die Gesetzmäßigkeit gefunden zu haben, die allem historischen Geschehen zugrunde Hegt; analog zu den Gesetzen der Naturwissenschaft sollte es solche auch für die Geschichte geben. Der Gedanke an eine Entwicklung von Vernunftwahrheiten lag ihm fern, ein merkwürdiger Widerspruch nicht nur zu seinem sonst üblichen Bekenntnis zum Sensualismus Lockes. sondern auch zu seinem Fortschrittsoptimismus, der allerdings nie den Schwung späterer Aufklärer, etwa Condorcets, erreichte. Anhand einer genügenden Anzahl gesicherter Daten und ihrer Motive , wobei V nichts als wahr gelten ließ, was nach seinen eigenen, absolut genommenen Maßstäben »der Natur u. Wesensart des menschlichen Herzens widerspricht«, kann der philosophische Verstand über die Vergangenheit aufgeklärt und zur Lösung künftiger Probleme befähigt werden. Dies ist

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s »philosophie de Fhistoire«; der Begriff stammt von ihm und ist Titel der 1765 veröffentlichten Einleitung zum Essai. Die polemische Formulierung sollte die neue Einstellung der bürgerhchcn Gesellschaft zur Geschichte und deren Lösung aus der Vormundschaft der Theologie zum Ausdruck bringen. Der Essai sur les meeurs war als Widerlegung von Bossuets Discours sur l histoire universelle gedacht, der letzten großen Darstellung der Geschichte als Heilsgeschichte mit ihrer fast ausschließlichen Berücksichtigung des Judentums und der christlichen Völker. Die Vorsehung wurde von

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als geschichtswirkende Macht eliminiert: an ihre Stelle Heß er in auffallender Unentschiedenheit den Willen der historischen Persönlichkeit, den Zufall und mit zunehmender deterministischer Ãœberzeugung »die notwendige Verkettung aller Ereignisse des Universums« treten. Durch die Einbeziehung der Völker Asiens, besonders Chinas, hat

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der Erfahrung eines erweiterten geographischen Raumes und einer exakteren Chronologie Ausdruck gegeben, wobei er mit Vergnügen die Gelegenheit wahrnahm, durch den Hinweis auf diese viel älteren Kulturen den biblischen Schöpfungsbericht zu diskreditieren und der Geschichte ihren jüdischchristlichen Mittelpunkt zu nehmen.
      Nach der Enttäuschung von Potsdam ließ sich

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zunächst in der Villa Les Delices vor den Toren Genfs nieder, bis d Alemberts Genf-Artikel in der Encyclopedie, deren Mitarbeiter

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seit 1755 war, den calvinischen Klerus gegen ihn aufbrachte. Durch geschickte Finanzgeschäfte zu großem Reichtum gelangt, kaufte er sich 1758 Dorf und Schloß Femey auf der französischen Seite des Genter Sees und führte von nun an ein Leben in fürstlichem Luxus. Dabei gehörten Wegverbesserungen und Trockenlegung von Sümpfen ebenso zu seinem Alltag wie die Sorge um die Erleichterung der Lebensbedingungen seiner Bauern oder sein Eintreten für die Aufhebung der Leibeigenschaft im Jura. Vor allem aber galt die Arbeit seines ruhelosen Geistes in dieser letzten, außerordenthch produktiven Schaffensperiode dem Kampf gegen Fanatismus und Intoleranz, deren unheilvolle Auswirkungen er besonders in der Institution der kathohschen Kirche sah, weil sie sich zur Durchsetzung ihres absoluten Wahrheits- und Heilsanspruchs des weltlichen Armes bediente. »Ecrasez l infäme!« wurde sein Schlachtruf, und der militante, immer mehr zur Manie werdende Antiklerikalismus des Patriarchen von Ferney. tand seinen Niederschlag im Dictionnaire plülosophique portatit , im Examen important de Milord Boling-broke . in Dieu et les hommes und in den neun Bänden der Questions sur l Encyclopedie . Wie berechtigt

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s Kampf gegen die Verbindung von geistlicher und weltlicher Macht war, zeigte sich bei dem Justizirrtum im Falle des Hugenotten Jean Calas. der wegen Ritualmordes an seinem Sohn zum Tod auf dem Scheiterhauten verurteilt worden war. Durch seinen Toleranztraktat erreichte

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die Revision des Prozesses, bei der sich herausstellte, daß sich die Richter durch den fanatisierten Pöbel und ihre eigene Voreingenommenheit gegen die Hugenotten zu dem Fehlurteil hatten verleiten lassen. Andere Fälle von Rechtswillkür veranlaßten

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zu einer grundsätzlichen Kritik an der französischen Rechtsprechung. In Anlehnung an Beccana torderte er im Commentaire sur le livre des delits et des peines und im Prix de la justice et de Thumanite die Humanisierung und Säkularisierung des Strafrechts und damit eine erhebliche Reduzierung der Straftatbestände; die Strafe dürfe nicht als Racheakt verstanden werden, wie dies Colberts immer noch geltende Ordonnance criminelle von 1670 tat, sondern als Sicherung der sozialen Ordnung, da das Verbrechen nichts anderes sei als ein die Gesellschaft schädigender Akt.

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s Eintreten tür Gerechtigkeit und Menschlichkeit blieb nicht ohne Wirkung auf die Rechtspraxis, und die Ovationen, die ihm in Paris dargebracht wurden, als er wenige Wochen vor seinem Tod seine Vaterstadt noch einmal sah, galten vor allem dem »Verteidiger der Unglücklichen« und dem »Befreier der Unterdrückten«.
      Was

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s Nachruhm begründet hat und auch heute noch einen unmittelbaren Zugang zu seinem Esprit und Temperament gestattet, sind die Contes philosophiques {Philosophische ErzählungeN), kurze, märchenartige Erzählungen, von ihm selbst nur als »plaisanteries« bezeichnet, in denen jedoch sein Denken in einer vollendeten Prosa die Freiheit und Heiterkeit der Kunst erreicht hat. Sie entstanden zwischen seinem 50. und 80. Lebensjahr. Die meisten von ihnen kreisen um die Frage nach dem Glück des Menschen in einer heillosen Welt, in der es keinen erkennbaren Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung gibt, in der man für seine Tugenden bestraft und ohne Verdienst belohnt wird. Während im Zadig die Möglichkeit noch offenbleibt, daß das partielle Unglück dem allgemeinen Glück dienlich sei, ist von dieser Einstellung im Candide nichts mehr zu spüren. Das Erdbeben von Lissabon hat den Glauben des Deisten an einen letztlich vernünftigen Weltplan erschüttert und ihn im Poeme sur le desastre de Lisbonne die Frage nach dem Bösen mit ungewöhnlichem Ernst stellen lassen. Im Candide ist diese Frage ms Komödienhafte gewendet: eine Fülle von absurden, mit geistreicher Phantasie und sprühendem Witz erfundenen Mißgeschicken und Katastrophen kontrastiert mit der sich durch die ganze Erzählung hinziehenden Leibnizschen Maxime von der prästabi-lierten Harmonie in dieser besten aller Welten. Der Optimistenwahn und seine Vertreter werden der Lächerlichkeit preisgegeben, und zugleich lachen wir über das zur Karikatur gesteigerte und deshalb nicht mehr ernstzunehmende Elend des Menschen. Wo der Philosoph vor der Faktizität des Bösen verstummen mußte, gelang dem Künstler eine Bewältigung des Problems in der Katharsis der Komik.
      Holmsten. Georg: Voltaire. Reinbek hei Hamburg 19S3.
      Baader. Horst : Voltaire. Darmstadt 1980.
      Oneux. Jean: Das Leben des Voltaire. Frankfurt am Main 1968.

      Elisabeth Knittel


La fayette, marie madeleine de

Mit dem Namen der Marie Madeleine de La Fayette verbindet sich die Vorstellung deT wohl wichtigsten Revolution in der Geschichte des französischen Romans. In bewusster Abkehr von der Tradition war sie darum bemüht, die Handlung historisch zu fundieren und den Protagonisten psychologische Wahrscheinl .....
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Bertolt brecht - erinnerung an die marie a

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Teilhard de chardin, marie-joseph pierre

Marie-Joseph Pierre Teilhard de Chardin ist der bekannteste Jesuitenpater des 20. Jahrhunderts. In seinen Schriften will er Naturwissenschaften und Theologie miteinanderversöhnen. Teilhard wuchs in katholischer Frömmigkeit auf und übernahm von seinem Vater das naturwissenschaftliche Interesse. 1899 .....
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Auer, annemarie

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Kaschnitz, marie luise

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Zornack, annemarie

In Gesellschaft Zornack, Annemarie. In: Pausen zwischen den Worten, 1986, S. 122 - 124. .....
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Juni - marie luise kaschnitz

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Vorstadt - marie luise kaschnitz

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Erinnerung an die marie a. - bertolt brecht

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Fleißer, marieluise

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Ebner-eschenbach, marie von

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Kaschnitz, marie luise

Geb. 31.1.1901 in Karlsruhe; gest. 10.10.1974 in Rom »Als eine ewige Autobiographin, eine im eigenen Umkreis befangene Schreiberin werde ich, wenn überhaupt, in die Literaturgeschichte eingehen, und mit Recht. Denn meine Erfindungsgabe ist gering. Ich sehe und höre, reiße die Augen auf und spitze d .....
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Marie von ebner-eschenbach (i830-i9i6)

Die Dorf- und Schloßgeschichten der aus dem mährischen Adel stammenden Autorin thematisieren adelig-patriarchale und ländliche Lebensformen, wobei sie ihr Augenmerk insbesondere auf die zwischen der reaktionären Feudalaristokralie und dem Landproletariat herrschenden Spannungen richtet. Dabei werden .....
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Kaschnitz, marie luise

»Als eine ewige Autobiographin, eine im eigenen Umkreis befangene Schreiberin werde ich, wenn überhaupt, in die Literaturgeschichte eingehen, und mit Recht. Denn meine Erfindungsgabe ist gering. Ich sehe und höre, reiße die Augen auf und spitze die Ohren, versuche, was ich sehe und höre, zu deuten, .....
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Ebner-eschenbach, marie von

Marie von Ebner-Eschenbach ist die bedeutendste österreichische Schriftstellerin des 19. Jahrhunderts. Sie gilt als Wegbereiterin des Naturalismus, die sich in ihrem engagierten, der Spätaufklärung verpflichteten Werk für die Außenseiter der Gesellschaft und die Angehörigen der sozialen Unterschicht .....
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Kaschnitz, marie luise

Marie Luise Kaschnitz gut als eine der profiliertesten deutschsprachigen Autorinnen der Nachkriegszeit. Geschätzt wird sie vor allem als Lyrikerin, die zeitkritische Themen in strenger, formvollendeterWeise gestaltete . In knapper, eindringlicher Sprache schuf sie auch Romane, Erzählungen, Essays un .....
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Trauerarbeit der moderne in romanen von francois bon, jean echenoz und marie redonnet

Auch wenn man das Paradigma der Nachmoderne nicht als Epochen-Signum akzeptiert, stellt die jahrzehntelange Debatte um seine Legitimität unter Beweis, daß sich die Moderne tiefgreifenden Veränderungen ausgesetzt sieht, die in vielem Merkmale einer Krise aufweisen. Auf diesen Veränderungsprozeß, der .....
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Marie luise kaschnitz popp und mingel

'Popp und Mingel" wendet sich von der Erzählerhaltung her als ein in der Ich-Form geschriebenes Bekenntnis eines Jungen an einen gedachten Hörer oder Leser. Doch man kann von einem Hinweis, den die Erzählung selbst gibt, den gedachten Hörer oder Leser genauer nennen und kennzeichnen. Das erzählende .....
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Marie luise kaschnitz christine

Analyse Thema 'Auch das Schöne muß sterben!" sagt der klassische Dichter. Schorsch könnte seine Trauer mit den beiden anderen Versen aus Schillers 'Nänie" ausdrücken: 'Siehe! Da weinen die Götter, es weinen die Göttinnen alle, Daß das Schöne vergeht, daß das Vollkommene stirbt." Das Thema dieser .....
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Hiroshima - marie luise kaschnitz

Der den Tod auf Hiroshima warf, Ging ins Kloster, läutet dort die Glocken. Der den Tod auf Hiroshima warf Sprang vom Stuhl in die Schlinge, erwürgte sich. 5 Der den Tod auf Hiroshima warf Fiel in Wahnsinn, wehrt Gespenster ab Hunderttausend, die ihn angehen nächtlich Auferstandene aus Staub für ih .....
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