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Philosophen biographisch

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Thomas von Aquin



Th. gehört zu den bedeutendsten Gestalten der Pbilosophie-geschichte. Man zählt ihn zu den großen Svstematikem, die wie Aristoteles oder Hegel eine Epoche des Denkens zusammenfassen und diese auf einen abschließenden Höhepunkt bringen. In der Tat umfaßt das Werk des Th. eine große Breite der Fragestellungen: hervorragende Kenntnis der Geschichte der Probleme sowie Lösungsvorschläge von einer die Gegensätze ausgleichenden Integrationskraft kennzeichnen ihn. Versteht man allerdings unter einem Svstem ein umfassendes Begriffsgefüge, in welchem die gesamte Wirklichkeit zur Darstellung kommt, darf man Th. nicht als Systematiker bezeichnen. Dazu war er sich, obwohl von einem großen Vertrauen in die Erkennmis-fähigkeit der menschlichen Vcrnuntt erfüllt und in der grundsätzlichen Erkennbarkeit der Wirklichkeit unbeirrt, zu sehr der Grenzen der menschlichen Erkenntnis bewußt. Er ist davon überzeugt, daß der Mensch mit seinem Geist an das Wesen der Dinge rühren kann, aber dennoch niemand auch nur »eine einzige Mücke« erschöpfend zu erkennen vermag.

      Th. wird mit Recht eine wichtige Rolle bei dem Prozeß einer vertieften Aneignung des Aristoteles im Westen Europas zugeschrieben, an dem sich im 13. Jahrhundert die Geister schieden. Aristoteles bedeutete für diese Zeit die Möglichkeit, weltliche Wirklichkeit, wie sie in sich selber ist, in inhalthcher Fülle und einer großen Breite entdecken und wissenschaftlich durchdringen zu können. Aristoteles war ein Name, der für weltliche Vernunft stand, einschließlich ihrer philosophischen Ansprüche. Vorher hatte unter der Führung eines weithin neuplatonisch verstandenen Christentums eine Betrachtung der Welt vorgeherrscht, wonach sie vor allem als Spur und Bild Gottes angesehen werden muß, voller symbolischer und allegorischer Beziehungen ist und den Menschen auffordert, über das Materielle hinauszugehen, um zum Ursprung ihn kennzeichnende Synthese zu vollziehen. Sie umspannt als Angehöngem eines Bettelordens die Radikalität eines an den Maßstäben des Evangeliums ausgerichteten Lebens und die Vernunft, zunächst und zuerst vertreten durch das Stichwort »Aristoteles«.
      Freilich führt es in die Irre, wenn man die philosophische Leistung des Th. einzig auf dem Gebiet der Aristoteles-Rezeption und im Versuch sieht. Aristoteles und das Evangelium zu verbinden. Th. war. was nicht alle seine Zeitgenossen verstanden, durchaus in der Lage, dem Wort seines Lehrers Albertus Magnus zu entsprechen: der sei der Größte in der Philosophie, der beide Philosophien zu vereinigen vermag, nämlich die platomsche und die aristotelische. Insofern ist seine Stellungnahme in der damaligen Situation dadurch ausgezeichnet, daß er nicht nur Vernunft und Glaube in eine Synthese zu bringen vermag, sondern auch die Tradition und das Neue, welches sich in der Zeit ankündigt und sein Recht verlangt. Vor allem: Th. hat keineswegs nur bereits Vorhandenes in eine Synthese gefügt, sondern durchaus eigenständige, neue Perspektiven eröffnet; er läßt sich nicht leichtfertig einordnen. Th. kann nur von der eigenen Prägung und von seinem Standort, nicht dem der Platomker. auch nicht dem der Aristoteliker, aufgefaßt werden.
      Th. hatte das Glück, in Paris bei einer der bedeutendsten Erscheinungen seines Jahrhunderts zu studieren, bei Albert dem Großen. Ihm folgt er nach Köln, als dieser dort eine Ordenshochschule der Dominikaner aufbauen soll. Wir finden Th. im Jahre der Grundsteinlegung des Kölner Domes 1248 in Köln. Heute sehen wir sein Relief, zusammen mit dem von Albertus und von Duns Scotus. am Südportal des Kölner Doms. Es handelt sich um ein Werk von E. Matare. an dessen Emailleteilen J. Beuys mitgearbeitet hat. Zweimal lehrt Th. am geistigen Mittelpunkt des damaligen Europa, der Universität in Paris, je drei Jahre, eine Ehre, die außer ihm im Mittelalter nur dem Meister Eckhart zuteil geworden ist. Th. leitet für zwei Jahre die Ordenshochschule Santa Sabina in Rom. Die Päpste Urban

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und Clemens

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holen ihn an ihren Hof. 1272 kehrt er mit dem Auftrag, eine weitere Schule aufzubauen, in seine engere Heimat, nach Neapel, zurück. 1274 stirbt er auf dem Wege zum Konzil in Lyon. Mehrere Monate vor seinem Tod hat er die Arbeit an seinem schriftstellerischen, theologisch-philosophischen Werk eingestellt. Daher ist sein bekanntestes und einflußreichstes Werk, die Summe der Theologie, Fragment geblieben. Der Grund für den Abbruch war vielleicht eine Erkrankung als Folge der außergewöhnlichen Anstrengungen, denen sich Th. unterzog. Er mußte Lehre, Organisation von Studien, eine ungeheure Leidenschaft der Suche nach der Wahrheit, die Tätigkeit als Autor eines schriftstellerischen Werkes von erstaunlichen Ausmaßen, das Predigen und die Teilnahme an den öffentlichen Auseinandersetzungen sowohl in Hinsicht auf die Rolle der Bettelorden als auch auf das Verständnis und Mißverständnis des Aristotelismus in seiner Lebensführung vereinigen, auch in physischer Hinsicht ein totales Engagement. Allerdings hat er das Ende seiner Wirksamkeit als Autor auch noch anders begründet: »Alles, was ich geschrieben habe, erscheint mir wie Stroh im Vergleich zu dem, was mir jetzt offenbart wurde.« Ãœber den Inhalt dieser Schau wissen wir nichts. Wir dürfen aber annehmen, daß sie sich auf das bezog, was Th. als Denker durch alle Einzelfragen hindurch als sein eigentliches Thema in Atem hielt: Die Erkenntnis der Wirklichkeit aus ihrem ersten Ursprung und auf ihren alles umfassenden Sinn hin. Dies hat Th. als das Verlangen namhaft gemacht, welches allem menschlichen Erkenntnisstreben innewohnt. Wenn seine Schriften ihm im Licht jener Ertahrungen »wie Stroh« erscheinen, dann muß diese Erkenntnis sich auf das beziehen, worum es in diesen Werken geht.
      Vergegenwärtigen wir uns in einem Ãœberblick das Werk des Th., so sind zunächst die beiden Summen zu erwähnen, die Summa theologiae und die Summa contra gennies . die Summe gegen die Heiden, die auch philosophische Summe genannt wird. Daneben stehen zahlreiche Kommentare zu Aristoteles, Boet-hius. Dionysius Areopagita, der im Mittelalter als Vermittler eines christlichen Neupla-tomsmus von großem Einfluß war. zum Liber de causis, dem berühmten Buch von den Ursachen zu den Evangelien und anderen biblischen Büchern. Von philosophischer Bedeutung sind auch die Quaestiones disputatae . Hier sind zu nennen: Dt veritate - Ãœber die Wahrheit ; De potentia Dei - Ãœber die Macht Gottes : De amma ~ Ãœber die Seele ; De malo -Ãœber das Ãœbel . Außerdem hat Th. kleinere Schriften verfaßt, die ebenfalls bestimmten philosophischen Fragen gewidmet sind. Erwähnt seien: De ente et essentia — Ãœber Sein und Wesen ur>d De umtäte intellectus contra Averroistas - Ãœber die Einheit der l emunft gegen die Anhänger des arabischen Philosophen Averroes . Sie lehrten, die Menschheit besitze nur einen einzigen Intellekt, an dem alle einzelnen Menschen teilhaben. Th. wurde, obwohl einige seiner Thesen 1277 im Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen um den Anstotelismus in Paris vom dortigen Bischof Tempier verurteilt wurden. 1332 heiliggesprochen. Dabei hatte man nicht nur sein Leben in evangelischer Armut, seine Friedensliebe - wir verdanken Th. nicht nur eine Lehre vom sozialen Frieden aut der Grundlage der Gerechtigkeit, sondern auch eine Entfaltung eines über den politischen Frieden hinausgehenden Friedensbegnffs, in dem die Identität des einzelnen Menschen, seine Kommunikation mit anderen und die gemeinsame Beziehung zu Gott sich umgreifen - und seine persönliche Spiritualität vor Augen. Man dachte auch an seine Lehre, wegen welcher er schon im Mittelalter den Titel »doctor communis« erhielt. Allerdings hat sein Werk trotz des hohen Ansehens, das es in der katholischen Kirche genoß, nicht die Wirkungsgeschichte erfahren, die es verdient hätte. Denn in die thomistischen und neuthomistischen Schulen flössen rationalistische Verengungen und Absolutheits-ansprüche ein, die Th. selbst fremd waren. Erst nachdem in den letzten Jahrzehnten die offizielle Bedeutung des Neuthomismus stark in den Hintergrund gedrängt wurde, zugleich aber die Erforschung des mittelalterlichen Denkens erhebliche Fortschritte machte und Bemühungen einsetzten, das Denken des Th. zu dem der Neuzeit und des 20. Jahrhunderts in Beziehung zu setzen, beginnt die Stellung des Th. im Mittelalter, seine überragende Bedeutung als Metaphysiker, Anthropologe, Ethiker und Sozialphilosoph wieder deutlicher zu werden, wobei man allerdings auch seine historische Bedingtheit in manchen Fragen klarer zu erfassen vermag.
      Was die Metaphysik angeht, so ist zunächst aut sein Verständnis des Seins hinzuweisen. Für ihn ist das Sein nicht der allgemeinste und leerste Begriff, sondern das Erfüllteste schlechthin. Denn alles, was ist. ist. Es gibt keinen Gegensatz, der nicht vom Sein eingeschlossen würde, keine Qualität, die es nicht in sich schlösse, keine Natur und kein Wesen, die nicht an ihm teilhätten. Sein ist die vollständige Verwirklichung aller möglichen und wirklichen Gehalte. Diese besitzt allerdings keines der begrenzten Seienden, von denen die Welt erfüllt ist. Sie verwirklichen nur Ausschnitte, Aspekte des Seins, sind nicht das Sein, sondern haben nur Sein, indem sie am Sein selbst teilhaben. In sich gründende, absolute, unbegrenzte Fülle hat das Sein nur in dem, der das Sein selbst ist, Gott. Sein besagt für Th. keineswegs bloßes Vorhandensein, totes Ansichsein oder Existieren als eine Eigenschaft, die dem Seienden neben anderen zukommt. Sein ist vielmehr ein Tätigkeitswort. Denn alle Seienden vollziehen ihr Sein in einer ihnen immanenten, ihnen in sich selbst zukommenden Tätigkeit. In ihr beziehen sie sich nicht auf andere Dinge, sondern auf sich selbst. Sie verwirklichen sich, indem sie in der Zeit anwesend sind, ihre Einheit bilden, in sich selber Stand fassen, für andere Seiende offen sind. Sein heißt im Aufgehen in die Welt zugleich in sich Zurückgehen. Darm tragen die Seienden ihr Sein. Sein und Seiende sind also nicht identisch. Th. verfügt über eine differenzierte ontologische. das Sein und das Seiende auslegende Begrifflichkeit. Das Sein ist der Akt. durch den das Seiende ist. Durch ihn wird eine bestimmte Wesenheit in individueller Konkretheit verwirklicht. Das konkrete Ganze mit seiner Wesenheit und seinem Seinsakt ist das Seiende. Im Vollzug der Realisierung der Wesenheit durch den Akt steht das Seiende in Analogie zu Gott, entspricht in seiner endlichen und begrenzten Weise des Seins der unbegrenzten Aktualität des göttlichen Sems, in welchem Sein und Wesenheit identisch sind. An diesem Punkt wird deutlich, wie Th. in seiner Metaphysik der Schöpfung den Eigenstand der Geschöpfe und ihr Geschaffensein durch Gott zur Synthese zu bringen vermag: Gott, der das Sein selbst ist, teilt den Geschöpfen ihr je eigenes Sein als Abbild und Gleichnis seines eigenen Seins mit. Das geschieht in jedem Augenblick, solange das Geschöpf existiert, so daß Gott in jedem Seienden ist und zwar »rief und intim«. Denn das Sein ist für Th. das »Tiefste und Intimste« in allem.
      Bemerkenswert ist die Lehre des Th. von den Transzendentalien. Diese sind die Bestimmungen, welche allen Seienden zukommen, weil sie das Sein selbst prägen. Jedes Seiende ist eine Einheit, vollzieht einen Seinsakt und realisiert eine Wesenheit. Außerdem steht alles, was ist. in Beziehung zum erkennenden Geist. Die Ãœbereinstimmung von Geist und Sein heißt Wahrheit. Weil sie erkennbar für den Menschen und immer schon erkannt sind durch das schöpferische Erkennen Gottes, sind alle Seienden gleich ursprünglich mit ihrem Sein wahr. Sie heißen gut, weil sie gewollt, erstrebt, bejaht, geliebt werden können. Umstritten ist, ob Th. auch das Schöne als eine transzendentale Bestimmung des Seins angesehen hat. Man muß diese Frage aber wohl bejahen, weil er das Schöne auf der Ebene der Transzendentalien behandelt, wenn er erklärt, daß es dem Guten den Bezug zum Wahren hinzufüge, da es als Wahrgenommenes gefällt, so Erkenntnis und Wille. Erleuchtung und Liebe in eins bindet und so erst dem Wahren und dem Guten seine Anziehungskraft verleiht.
      Die Metaphysik des Th. steht in einer engen Beziehung zu seiner Lehre vom Menschen. Denn für den Menschen ist das Sein das Erstbekannte. Alle seine Fragen und Antworten bewegen sich immer schon in einem Offenbaren, das in seiner Unbe-grenztheit immer auch verborgen bleibt, eben dem Sein. Wer fragt, fragt, ob und was etwas sei, setzt in semem Unwissen um ein bestimmtes Seiendes oder einen Sachverhalt ein Wissen um Sein voraus. Weil er Seinsverständnis besitzt, ist der Mensch grundsätzlich für alle Seienden und Seinsregionen offen. Daher gehört es zu seiner Bestimmung, mit allem Seienden übereinkommen zu können und so »in gewisser Weise alles« zu werden. Dem Menschen eröffnet sich das Sem grundsätzlich in der Welt und zwar im sinnlich gegebenen Gegenstand. Der Mensch ist für Th. beides in einem: Seinsverständnis, das ihn über alles Seiende ins Unbegrenzte transzendieren läßt, und Hinwendung zur sinnlichen Erfahrung. In diesen Grundvollzügen verwirklicht der Mensch sein Wesen, nämlich als Person die Einheit von geistiger Seele und Materie, geistbeseelter Leib zu sein. Bei Th. zerfällt der Mensch nicht in zwei Substanzen, in Seele und Leib, sondern ist die Einheit, welche durch seine Form, die Geistseele als Lebensprinzip seines Leibes, und die Materie gebildet wird. Weil er so ist. kann sich ihm auch Gott als das Sein selbst nur in der Zuwendung zur Welt vermitteln und erschließen.
      Pieper. Josef: Thomas von Aqum. Leben und Werk. München - 1986.
      Weisheipl. James: Thomas von Aquin. Sein Leben und seine Theologie. Graz/Wien/Köln 1980. Pöltner, Günther: Schönheit. Eine Untersuchung zum Ursprung des Denkens bei Thomas von Aquin. Wien Freiburg Basel 197S.
      Georg Scherer


Thomas von aquin

Thomas von Aquin beeinflusste als Lehrer der katholischen Kirche und als gerühmter Theologe und Philosoph nachhaltig bis heute Theologie und Kirche. Seine Lehre wuTde am 4.8.1879 zur Richtschnur der katholischen Kirche erklärt und 1917 im kirchenrechtlichen Gesetzbuch, dem Codex Iuris Canonici, zur .....
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