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Philosophen biographisch

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Schleiermacher, Friedrich Daniel Ernst



»Alle Menschen sind Künstler.« Mancher mag vielleicht heute diesen Satz spontan mit einem Diktum Joseph Beuys identifizieren, dessen Auffassung: »Kunst kommt nicht von Können, sondern von Künden«, von der Ãœberzeugung lebt, daß in jedem einzelnen - wenn auch zumeist verschüttet — die Fähigkeit und Begabung liegt, das eigene Welt- und Selbstverständnis zum sinnvollen Ausdruck zu bringen, zur deutlichen Gestaltung, zur deutbaren Gestalt, hierin schließlich gar nicht so weit entfernt von Seh., der diesen Satz vor fast zweihundert Jahren gebrauchte. In diesem Satz scheint Sch.s Lebenswerk, seine Theologie einer Religion der individuellen Anschauung und des unmittelbaren Gefühls des Unendlichen, seine Philosophie und Pädagogik einer Ethik der »Umversalisierung der Humanität« auf der Basis intersubjektiver Verständigung, schließlich das Motiv seiner überwältigenden Predigertätigkeit wie zu einem Extrakt verdichtet. In diesem Satz sind die für Sch.s Denken zentralen Begriffe »Individualität« und »Unendlichkeit« verschmolzen, die sein Gesamtwerk - gleich welchem Gegenstand im einzelnen auch immer gewidmet — stets neu entfaltet. In der Essenz erscheint der Charakter des Werks in klarer Kontur: es ist durch und durch romantisch.

      Für den Sohn einer traditionsgebundenen protestantisch-reformierten Familie war der Weg in den Pfarrberuf bereits vorgezeichnet. Nach dem Privatunterricht bei den Eltern erhielt der hochbegabte junge Seh. eine Ausbildung und Erziehung am Pädagogium der Herrnhuter Brüdergemeinde von Niesky bei Görlitz und in ihrem Seminar in Barby/Elbe, die für ihren gründlichen Unterricht bekannt waren; er sollte schließlich Herrnhutischer Prediger werden. In Barby erlebte er indessen die Beschränktheit des Lehrplans, von dem die philosophisch-wissenschafthchen Neuerungen der Zeit wie auch die Romane einer nicht religiös tundierten Literatur — Goethes Werther hatte seinerzeit für skandalöses Aufsehen gesorgt — ausgeschlossen waren, als eine Krise seiner frühen beruflichen Bestimmung. Zwischen einer Berufung zum Prediger und der zum Wissenschaftler schwankend - wie übrigens während seines ganzen späteren Lebens — rang er dem Vater die Zustimmung zu einem Universitätsstudium der Philosophie, der Theologie und der alten Sprachen in Halle ab. Während dieser zwei Jahre bis zu seinem Examen begegnete er erstmals der kritischen Philosophie Kants und den Texten der griechischen Klassiker. Nach weiteren Jahren, die er als Hauslehrer auf einem gräflichen Gut verbrachte - eine damals durchaus übliche Beschäftigung für einen jungen Universitätsabsolventen - kam er schließlich 1796 als Prediger an die Charite nach Berlin. Inzwischen hatte er mit der Ãœbersetzung der Predigten des damals berühmten englischen Kanzelredners Blair seine erste Veröffentlichung vorgelegt. Der junge Seh., der bereits als 1 jjähriger seine Mutter und 1794 auch den ihm sehr nahestehenden Vater verloren hatte, bemühte sich in Berlin um geselligen Anschluß und jener Zeitgeist der Aufklärung, der hier um die Jahrhundertwende herrschte und die inzwischen berühmten intellektuellen Zirkel und literarischen Salons gedeihen Heß. machte es ihm nicht schwer. In Henriette Herz, der Frau des jüdischen Arztes und bekannten Kant-Schülers Dr. Marcus Herz, fand er eine ihm bald vertraute Freundin, in deren Haus er ein regelmäßiger Gast wurde. Hier und in anderen Gesellschaften begegnete er dem Kreis der Berliner Romantiker, den Brüdern von Humboldt. Rahel Varnhagen und Dorothea Veit, vor allem aber lernte er hier Friedrich Schlegel kennen, mit dem ihn seitdem eine enge Freundschaft und eine intensive und anregende Zusammenarbeit verband. Von Schlegel kam denn auch der energische Anstoß zu Sch.s ersten literarischen Arbeiten und die Idee zur Ãœbersetzung der platonischen Dialoge, die später einmal zu seinen ruhmreichsten Leistungen zählen sollte. Sie erschienen zwischen 1804 und 1828; in Etappen hatte Seh. immer wieder daran gearbeitet. In den ersten Berliner Jahren publizierte er in kürzesten Abständen, zumeist anonym, die ersten eigenständigen Arbeiten: in der Zeitschrift Athenäum der Brüder Schlegel erscheinen zunächst seine Ethischen Rhapsodien, in denen er sich mit Positionen Kants und Fichtes auseinandersetzt, die überhaupt für die romantische Theorie die zentralen Bezugspunkte bilden. Zwar führt kein Weg an den von Kant aufgeworfenen Problemen der Bewußtseinsphilosophie - vor allem der unaufhebbaren Differenz zwischen der möglichen Erfahrung und der unmöglichen intellektuellen Erkenntnis des absoluten Ding-an-sich - vorbei, aber in der eigentümlichen begrifflichen Färbung, die diese Probleme bereits in den ersten Schriften Sch.s annehmen, in seinem beharrlichen Blick auf das Individuum und seine Bestimmung als ein auf Intersubjektivität ausgerichtetes Wesen und zwar aus Notwendigkeit der Selbsterkenntnis und nicht aus moralischem Imperativ, zeigt sich schon hier sein zentrales Interesse. 1799 erscheint die Theorie des geselligen Betragens, ein Titel so ganz aus der Seele des romantischen Selbstverständnisses. Nicht das isolierte Subjekt, eine Abstraktion des Bewußtseins als Verstandesapparat, beschättigt Seh., sondern die Frage, wie sich Individuen zueinander verhalten, wie sie sich hierüber überhaupt erst als Individuen begreifen. Aus der Individualität erwächst notwendig die Frage nach der Sozialität, die als freie Kommunikation gedacht wird: »Es muß . .. einen Zustand geben.... der die Sphäre eines Individui in die Lage bringt, daß sie von den Sphären Anderer so mannigfaltig als möglich durchschnitten werde, und jeder seiner eigenen Grenzpunkte ihm die Aussicht in eine andere und fremde Welt gewähre.«
Noch im selben Jahr gibt Seh. seine berühmt gewordenen Reden über die Religion an die Gebildeten unter ihren Verächtern heraus. In der ebenfalls anonym erschienenen Schrift versucht Seh., Religion als ein grundsätzliches menschliches Vermögen zu erläutern, durch das »Gefühl« und die »Anschauung«, jenseits von Wissen oder Pflichthandlung. also weder metaphysisch noch sittlich-moralisch sich zum Unendlichen zu verhalten, mag dieses Unendliche dabei Gott heißen oder nicht. Natürlich mußte sich Seh., der als Autor nicht lange unerkannt blieb, von orthodoxer Seite den Vorwurf gefallen lassen, einen Pantheismus spinozistischer Machart zu erneuern. Gegenüber den Dogmen der Kirchenlehre bestand er aber darauf, daß eine Gewißheit Gottes oder des unendlichen Absoluten nur in dem »Gefühl der schlechthinnigen Abhängigkeit« gegeben sei. Das »Universum« soll in der Sphäre des Individuums im Gefühl zur Darstellung gelangen, womit das religiöse Streben zur Bedingung der vollkommenen Geselligkeit wird: »je mehr sich Jeder dem Universum nähert, je mehr sich Jeder dem Anderen mitteilt, desto vollkommener werden sie Eins, keiner hat ein Bewußtsein für sich. Jeder hat zugleich das des Andern, sie sind nicht nur Menschen, sondern auch Menschheit
Es liegt nahe, aus der Ursprünglichkek und Selbstevidenz des religiösen Strebens zur vollkommenen Geselligkeit die Frage einer Ethik herzuleiten. In den 1800 erscheinenden Monologen erläutert Seh. die zentralen Begriffe Freiheit und Gemeinschaft, ausgehend von dem auf freie Kommunikation zielenden Verständnis von Individualität.
      Nach zwei Jahren als Hofprediger in Stolp und einer dreijährigen Professur für Theologie in Halle kehrt Seh. 1807 endgültig nach Berlin zurück. Durch seine Mitarbeit an der Neuorganisation des preußischen Bildungswesens trägt er neben Wilhelm v. Humboldt entscheidend zur Gründung der Berliner Universität bei, für die er die »Temperatur einer völligen Freiheit des Geistes« und Unabhängigkeit vom Staat fordert. 1810 wird er hier zum Professor berufen, an der Dreifaltigkeitskirche übt er daneben das Predigtamt aus, das ihn bereits weit über die akademische Zunft hinaus als einen Mann von außergewöhnlicher rhetorischer Begabung berühmt gemacht hatte. 1S11 wird er schließlich Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaft.
      In der Dialektik . die Seh. als Einführung zu seinen philosophischen Vorlesungen konzipierte, versucht er ein Programm der Philosophie als Wissenschaitslehre zu entwerfen. Die Frage nach der Begründung des Wissens scheint ihm indessen nicht auf logisch-spekulativem Weg zu beantworten. Im Unterschied zu Hegel insistiert er auf dem platonischen Verständnis von »Dialektik als Kunst ein Gespräch zu führen«. Es geht um ein methodisches Kunstvertahren, das die »Principien der Kunst zu philoso-phiren« klären soll. Aus dieser Fragestellung ergab sich gleichsam folgerichtig die Postulierung einer Hermeneutik als einer »allgemeinen Kunstlehre des Verstehens«.
      Was heute als der wirkungsmächtigste Teil seiner Philosophie gilt, die Hermeneutik, liegt indessen nur verstreut, in Skizzen, Vorlesungsnachschriften u.a. vor. Ausgehend von den Problemen der Bibelexegese erkennt Seh. - einmal mehr ein Beleg für die zutiefst romantische Verknüpfung von transzendentaler Fragestellung mit einem emphatischen Begriff von Individualität - die Notwendigkeit der Frage nach den allgemeinen Bedingungen des Verstehens überhaupt. Weil Verstehen nicht selbstverständlich ist. weil die Singularität des verstehenden Individuums nie ohne weiteres in der Allgemeinheit des sprachlichen Gegenstandes aufgeht, weil eine Sprache nicht ohne Sprecher lebt, gelingt Verstehen nur als schöpfenscher Akt der Sinndeutung, als produktive Leistung der verstehenden Subjektivität. Den einen absoluten Sinn gibt es nicht: vernünftig zu reden ist darüber nur in der Form zwischenmenschlicher Verständigung: »Das Verstehen nach der letzten Maxime ist eine unendliche Aufgabe.«
Lehnerer. Thomas: Die Kunsttheone Friedrich Schieiermachers. Stuttgart 1987.
      Lange, Dietz : Friedrich Schleiermacher 176S-1S34. Theologe — Philosoph - Pädagoge.
      Göttiiigen 1985. Frank, Manfred: Das individuelle Allgemeine. Textstruktunerung und Texnnterpretation nach
Schlciermacher. Frankfurt am Main 1985.

      Peter Borkopp


Schubart, christian friedrich daniel

Der Kupferstecher nach der Mode Härtling, Peter. In: Frankfurter Anthologie 9, 1985, S. 33-36. Die Aussicht Eigenwald, Rolf. In: Projekt Deutschunterricht 8, 1974, S. 133 - 135. Sowinski, Bernhard und Schuster, Dagmar. In: Sturm und Drang, 1992, S. 112 - 116. Die Forelle Jäger, Hans-Wolf .....
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Schubart, christian friedrich daniel

»Ohne Recht und Urteil schmachtete er viele Jahre im Felsenkerker; das Auge seines Fürsten weidete sich an ihm, seine späte Entlassung ward Gnade, und nie bekam er die Ursache seines Gefängnisses zu wissen, bis an den Tag seines Todes. Wahre Begebnisse dieser Art müßten von Munde zu Munde, von Tageb .....
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Nänie - friedrich schiller (i759-i805) - Ãœber die sterblichkeit des schönen

Nänie Auch das Schöne muß sterben! Das Menschen und Götter bezwinget, Nicht die eherne Brust rührt es des stygischen Zeus. Einmal nur erweichte die Liebe den Schattenbeherrscher, Und an der Schwelle noch, streng, rief er zurück sein Geschenk. Nicht stillt Aphrodite dem schönen Knaben die Wunde, .....
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Friedrich gottlieb klopstock (i724-i803): die frühen gräber - die sommernacht - mond, der gedankenfreund

Die frühen Gräber Willkommen, o silberner Mond, Schöner, stiller Gefährt der Nacht! Du entfliehst? Weile nicht, bleib, Gedankenfreund! Sehet, er bleibt, das Gewölk wallte nur hin. Des Maies Erwachen ist nur Schöner noch, wie die Sommernacht, Wenn ihm Tau, hell wie Licht, aus der Locke träuft, U .....
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Schleiermachers hermeneutik - medium der vermittlung zwischen den traditionen, ferment neuer konzepte

Mit Schleiermachers Hermeneutik beginne in jeder Hinsicht etwas grundsätzlich Neues, das Verstehen als solches werde zum Problem gemacht, und so stelle die psychologische Interpretation »sein Eigenstes« dar: lange ist diese Meinung die vorherrschende gewesen - angefangen mit Wilhelm Dilthey, gestütz .....
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Index » Grundfragen der Textanalyse » Hermeneutische Modelle

Zur geschichte der hermeneutik von luther bis schleiermacher

Die außerordentliche Bedeutung Martin Luthers für den Fortschritt der Auslegungskunst ist nicht zu bezweifeln und schon von Karl Holl prägnant charakterisiert worden . Gerhard Ebe-ling hat in einer grundlegenden Untersuchung Luthers Schriftprinzip aus dessen exegetischen Schriften abgeleitet . Natür .....
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Friedrich hölderlin

Die Rückkehr des Menschen zur ursprünglichen Einheit mit der Natur in einer freien Gesellschaft ist das große Thema in den Werken von Johann Christian Friedrich Hölderlin . Von der Mutter, die aus einem pietistischen Pfarrhaus stammte, für den geistlichen Beruf bestimmt, trat er zwar 1788 in das Tü .....
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Friedrich hölderlin - brot und wein

An Heinze 1 Rings um ruhet die Stadt; still wird die erleuchtete Gasse Und, mit Fackeln geschmückt, rauschen die Wagen hinweg. Satt gehn heim von Freuden des Tags zu ruhen die Menschen, Und Gewinn und Verlust wäget ein sinniges Haupt Wohlzufrieden zu Haus; leer steht von Trauben und Blumen, Und .....
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Ernst jünger: »eumeswil« (i977) - utopischer roman als denkspiel

Der Anarch »Wir finden und vergessen uns im anderen; wir sind nicht mehr allein.« Mit diesem Satz schließt Ernst Jüngers Roman »Die Zwille« von 1973. Wem bis dahin die kristallinen Welten Jüngers fremd geblieben waren, der mochte in dem Roman - einer Jugendgeschichte - zum erstenmal etwas wie zwi .....
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Friedrich dürrenmatt (geb. i92i)

stellt oft mit dem Unterton tiefster Bitterkeit mutige Zeitsatiren auf die Bühne. „Romulus der Große" läßt die ganze Weltgeschichte zur Farce werden: der letzte weströmische Kaiser interessiert sich mehr für Hühnerzucht als für die Aufgaben der Staatslenkung. Die Komödien „Die Ehe des Herrn Mississ .....
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Index » DAS ZWANZIGSTE JAHRHUNDERT » Nach 1945

Ernst wiechert (i878-i950).

In der Erzählung 'Die Majorin" gewinnt ein verzweifelter Heimkehrer den Glauben an das Leben zurück. Tiefe Naturverbundenheit zeichnet die Gestalten des Dichters aus. So lebt der masurische Fährmann in dem innigen Roman 'Die Magd des Jürgen Doskocil" so naturverbunden, daß er sich als ein Teil die .....
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Index » DAS ZWANZIGSTE JAHRHUNDERT » Zwischen den beiden Weltkriegen

Ernst junger (geb. i895)

schildert in seinen Werken 'In Stahlgewittern", 'Das Wäldchen 125", 'Feuer und Blut" u. a. die Gewalt eines unmenschlichen und erbarmungslosen Materialkrieges. Audi die Erlebnisse aus dem Zweiten Weltkrieg fanden in seinen Tagebüchern ihren Niederschlag. Jüngers geistige Haltung ist sehr umstritten .....
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Ernst stadler (geb. i883, gefallen i9i4)

hat mit Georg Heym das männlich-harte Zupacken gemeinsam. Jugendlicher Schwung paart sich bei ihm mit strenger Formzucht. Seine hymnischen Verse reißen den Menschen mit in die geahnte neue, sich umgestaltende Welt: . . . Fühle! Licht und Regen deines Traumes sind zergangen, Welt ist aufgerissen, A .....
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Sonnenuntergang - friedrich hölderlin (i770-i843) - götterlose gegenwart

In einer vierstrophigen Fassung, die Hölderlin Ende Juni 1798 mit weiteren Gedichten an Schiller schickte, hieß das Gedicht noch Dem Sonnengott. Schiller nahm zwar andere der übersandten Gedichte, nicht aber dieses in den Musenalmanach fiir das Jahr 1799 auf. Und Hölderlin arbeitete die vierstrophig .....
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Hälfte des lebens - friedrich hölderlin (i770-i843) - heilignüchtern

Hälfte des Lebens Mit gelben Birnen hänget Und voll mit wilden Rosen Das Land in den See. Ihr holden Schwäne, Und trunken von Küssen Tunkt ihr das Haupt Ins heilignüchterne Wasser. Weh mir, wo nehm ich, wenn Es Winter ist, die Blumen, und wo Den Sonnenschein, Und Schatten der Erde? Die Mauer .....
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Wenn nicht mehr zahlen und figuren - novalis (friedrich leopold freiherr von hardenberg, i772-i80i): das eine geheime wort

Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren Sind Schlüssel aller Kreaturen Wenn die so singen, oder küssen, Mehr als die Tiefgelehrten wissen, Wenn sich die Welt ins freye Leben Und in die Welt wird zurück begeben, Wenn dann sich wieder Licht und Schatten Zu ächter Klarheit wieder gatten, Und man in Mährche .....
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Friedrich hölderlin - lebenslauf

Größers wolltest auch du, aber die Liebe zwingt All uns nieder, das Leid beuget gewaltiger, Doch es kehret umsonst nicht Unser Bogen, woher er kommt. Aufwärts oder hinab! herrschet in heiiger Nacht, Wo die stumme Natur werdende Tage sinnt, Herrschet im schiefesten Orkus Nicht ein Grades, ein Recht .....
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Friedrich hölderlin - die eichbÄume

_Aus den Gärten komm ich zu euch, ihr Söhne des Berges! Aus den Gärten, da lebt die Natur geduldig und häuslich, pflegend und wieder gepflegt mit den fleißigen Menschen zusammen. Aber ihr, ihr Herrlichen! steht, wie ein Volk von Titanen In der zahmeren Welt und gehört nur euch und dem Himmel, Der e .....
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Friedrich gottlieb klopstock - die frÜhen grÄber

Willkommen, o silberner Mond, Schöner, stiller Gefährt der Nacht! Du entfliehst? Eile nicht, bleib, Gedankenfreund! Sehet, er bleibt, das Gewölk wallte nur hin. Des Mayes Erwachen ist nur Schöner noch, wie die Sommernacht, Wenn ihm Thau, hell wie Licht, aus der Locke träuft, Und zu dem Hügel .....
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Die 'leichenöffnung des lasters - friedrich schiller: der verbrecher aus verlorener ehre.

Entstehung Einzelheiten der Entstehungsgeschichte sind unbekannt. Schiller schickte das fertige Manuskript am 29. November 1785 an den Verleger Göschen. In einem Brief vorn 13. Eehruar 1786 schreibt er ihm, es sei gegen seinen 'Wunsch, daß einige Artikel dieses Hefts, wozu ich ausdrüklich fremde Ze .....
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Adelssatire und bürgerliches ethos friedrich schiller: kabale und liebe

Analyse Schiller schrieb Kabale und Liebe /.wischen dem Herbst 1782 und Mitte Februar 1783; Ende April, Anfang Mai desselben Jahres überarbeitete er den Text auf Wunsch des Freiherrn von Dalberg für die Mannheimer Bühne. Dort wurde das Drama am 17. April 1784 nach der Frankfurter Uraufführung am 15 .....
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Index » Sturm und Drang Epoche » Das nicht aristotelische Drama

Friedrich schiller: die räuber

Analyse Die Arheit an den Räubern begann Schiller wahrscheinlich schon als Eleve der Karlsschule im Jahre 1 776. Die Vorbereitung seiner Prüfungen hinderte ihn dann an der Arbeit, so daß sein letztes Jahr auf der Akademie 1779/80 als Entstehungszeit anzusetzen ist. Im Frühjahr 1781 erschien die ers .....
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Index » Sturm und Drang Epoche » Das nicht aristotelische Drama

Ernst jandl (i925-2000): das fanatische orchester

Entfesselung des Chaos Viele der Texte Ernst Jandls erreichen erst in der akustischen Darbietung, am besten in seiner eigenen Lesung, ihre volle Wirkung. Zu Hör-Erlebnissen wurden unter seinen Sprechgedichten vor allem die Klang- und Rasselarien, mit denen er als Solist, als »Laut-Mime«, große Au .....
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Ernst stadler (i883-i9i4): form ist wollust - formvollendeter abschied von der form

»Nun ist der Mensch wieder großer, unmittelbarer Gefühle mächtig.« »Sein Herz atmet, seine Lunge braust, er gibt sich hin der Schöpfung«, stellt triumphierend Kasimir Edschmid in seinem zusammenfassenden Bericht Ãœber den dichterischen Expressionismus von 1917 fest . Von solcher elementaren Regung u .....
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Die literatur des kaiserhofs von konrad iii. bis friedrich ii.

Aus der Zeit Konrads III. , des ersten Stauferkö-nigs, ist über den literarischen Betrieb am Kaiserhof nicht viel bekannt. Das intellektuelle Klima am Hof wurde von den Geistlichen geprägt, die die leitenden Ämter innehatten: von dem Kanzler Arnold von Wied , dem Erbauer der für die Entwickl .....
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