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Philosophen biographisch

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Ptolemäus, Claudius



Als P. seinen Abnagest vefaßte, konnte die griechische Astronomie bereits auf zwei grundlegende Errungenschaften zurückblicken: zum einen auf die Entwicklung eines kinematischen Modells der Sonnen- und Mondbewegung, das die Vorausberechnung der Finsternisse erlaubte; zum anderen auf die Ausarbeitung der ebenen und der sphärischen Trigonometrie. Mit Hilfe dieses Rüstzeuges, gestützt durch eigene Beobachtungen und die seiner Vorgänger -besonders des Hipparch -, sowie mit einem genialen mathematischen Verstand begabt, gelang es P., ein Weltbild zu entwerfen, das bis Kopernikus Gültigkeit behalten sollte, während der ptolemäischen Methode und Begrifflichkeit erst durch Brahe und Kepler ein Ende gesetzt wurde. Der Inhalt der Größten Zusammenstellung des astronomischen Wissens läßt sich folgendermaßen zusammenfassen: Buch I behandelt die Natur des Universums, insofern sie für den Astronomen von Belang ist und fuhrt die trigonometrischen Grundlagen ein. Buch II untersucht diejenigen Aspekte der sphärischen Astronomie, die für einen Beobachter auf der Erde eine Rohe spielen, wie Polhöhe, Aufgangszeiten, Dauer des Tageslichtes. Das dritte Buch handelt von der Bewegung der Sonne; hier mmmt P. die Berechnung des tropischen Jahres vor. Hauptsächlich der Mondtheorie sind das vierte und fünfte Buch gewidmet. Bleibendes Verdienst des P. ist es, als erster die sogenannte Evektion des Mondes entdeckt und erklärt zu haben. Im sechsten Buch wird die Lehre von den Sonnen- und Mondfinsternissen entwickelt; es schließt eng an die drei vorhergehenden an und setzt die im fünften Buch errechneten Tafeln für die Sonne- und Mondparallaxen voraus. Bücher VII und VIII haben die Fixsterne zum Inhalt, da eine genaue Kenntnis der Koordinaten der Ekhptikalsterne die Voraussetzung zur Beobachtung der Planetenpositionen bildet. Das letzte Kapitel des sechsten und das erste des siebten Buches enthalten den berühmten Fixsternkatalog, der 1022 in 48 Konstellationen eingeteilte Sterne nach Längen, Breiten und Größen auflistet. Erstaunlich ist, daß P. bei seiner Berechnung der Präzession der Ã"quinoktien hinter den Wert von Hipparch zurückfällt; sein Fehler erklärt sich aus der falschen Berechnung der Länge des tropischen Jahres. Die letzten fünf Bücher beschäftigen sich mit der Planetentheorie, für die P. auf keinerlei brauchbare Vorarbeiten zurückgreifen konnte. Was die Reihenfolge der Planetensphären anbetrifft, schließt er sich den »Ã"lteren« -gemeint sind wohl die vorplatonischen Pythagoreer - an, indem er für die Abfolge Mond-Merkur-Venus-Sonne-Mars-Jupiter-Saturn plädiert. Um die zwei Anomalien jeglicher Planetenbewegung - nämlich die von der Elongation zur Sonne und die von der Stellung innerhalb der Ekliptik abhängige - zu erklären, entwirft P. ein Bewegungsmodell, das für jeden Planeten eine exzentrische mit einer epizyklischen Rotation verbindet, um danach die einzelnen, auf das Modell des jeweiligen Planeten anwendbaren Parameter zu errechnen, wodurch ihm der Entwurf des ersten wirklich befriedigenden Planetenmodells gelingt. Das zwölfte Buch behandelt die Rückläufigkeit der Planeten und die größte Elongation von Venus und Merkur; das dreizehnte enthält eine wenig befriedigende, später von P. selbst in den Hypothesen über die Planeten korrigierte Theorie der Breitenbewegung und schließt mit einer Berechnung der heliakischen Auf- und Untergänge.

      Erwähnenswert ist die Tatsache, daß P. ein astrologisches Handbuch verfaßt hat. Für den antiken Philosophen schließen Astrologie und Astronomie sich keineswegs aus, sondern ergänzen sich vielmehr gegenseitig: erlaubt diese, die genaue Position der Gestirne festzuhalten, so gestattet jene, etwas über Einfluß und Wirkung derselben auf die Menschen, die Völker und die Welt im allgemeinen auszusagen. Unter den restlichen, zum Teil nur fragmentarisch und oder in Ãobersetzungen überlieferten Werken, die Abhandlungen zur Optik, zur Harmonik und zur Erkenntnistheorie enthalten, ist die vollständig auf griechisch überlieferte Geographie zweifellos das bedeutendste; in ihr legt P. zuerst das theoretische Fundament zur Kartenzeichnung der Erde und schlägt hierzu zwei verschiedene Projektionssysteme vor, um danach eine Liste der wichtigsten Orte der damaligen Oikomene mit Angabe der jeweiligen geographischen Längen und Breiten folgen zu lassen und mit 26 Kartenausschnitten zu schließen. Der Einfluß des ptolemäischen Werks auf die westliche Kultur- und Geistesgeschichte ist noch ungenügend erforscht: es darf dennoch als sicher gelten, daß - von Euklids Elementen abgesehen - kein anderes antikes wissenschaftliches Werk das Denken und Forschen der Folgezeit in stärkerem Maße geprägt hat als der Almagest.


Ich war wohl klug, dass ich dich fand - Ãober matthias claudius

Der junge Mann, der an diesem grauen Herbstnachmittag des Jahres 1770 die Chaussee von I Limburg heraufkam, war gerade dreißig geworden. Lr schritt schnell und beschwingt über das Kopfsteinpflaster. Seine Gedanken waren schon in das Dorf vorausgeeilt, dessen bleistiftdünner Kirchturm vor ihm die kah .....
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Matthias claudius (i740-i8i5): an - als ihm die - starb - ehrenrettung für einen dichter

An - als Ihm die - starb Der Säemann säet den Samen, Die Erd empfängt ihn, und über ein kleines Keimet die Blume herauf - Du liebtest sie. Was auch dies Leben Sonst für Gewinn hat, war klein Dir geachtet. Und sie entschlummerte Dir! Was weinest Du neben dem Grabe, Und hebst die Hände zur Wo .....
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Kriegslied - matthias claudius

s ist Krieg! s ist Krieg! O Gottes Engel wehre, Und rede Du darein! s ist leider Krieg - und ich begehre Nicht schuld daran zu sein! 5 Was sollt ich machen, wenn im Schlaf mit Grämen Und blutig, bleich und blaß, Die Geister der Erschlagnen zu mir kämen, Und vor mir weinten, was? Wenn wackre .....
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Abendlied - matthias claudius

Mit dem Titel Abendlied stellt sich Claudius in eine bestehende Tradition. Trotz antik-mythischer und christlicher Präformationen konstituierte sich das Abendlied »als selbständige poetische Gattung, als volkssprachliches Gegenstück zum >Te lucis ante< der Kirche, als Abendgebet des Dichters« erst .....
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Claudius, matthias

Abendlied Sommer, J. Carl Ernst. In: Studien / Wandsbecker Bote, 1935, S. 55 - 66. Spitzer. Leo. In: Euphorion 54, 1960, S. 70 - 82. Wilhelmsmeyer, Johannes. In: Gedichtstunde, 1964, S. 21 - 24. Knauf, Rudolf. In: Hienger / Knauf, 1969, S. 26 -29. Lehnen, Herbert. In: Struktur und Sprachmagie, 1 .....
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Claudius, hermann

Apfel-Kantate Schulz. Bernhard. In: Literarischer Unterricht II, 1966, S. 211 -214. .....
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Claudius, matthias

Mit seinem Werk wollte er den Lesern »kein Ambrosia, keine raffinierte blähige Konditorware« geben, wie er 1782 in einer Selbstanzeige seiner Sämtlichen Werke anmerkte, »sondern ehrlich hausbacken Brot mit etwas Koriander, das dem armen Tagelöhner besser gedeiht und besser gegen Wind und Wetter vorh .....
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Claudius, matthias

Mit seinem Gesamtwerk, das Gedichte, Lieder und vielfältige kurze Prosastücke umfasst, versuchte Matthias Claudius protestantische Religiosität und aufklärerische Gedanken zu verbinden und als »Lebenshilfe« vor allem für die ländliche Bevölkerung des 18. Jahrhunderts zu präsentieren; damit ist er ei .....
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Matthias claudius

15.8.1740 in Rcinfcld , 21.1.1815 in Hamburg Claudius wird am 15. August 1740 in dem Dorf Rcinfcld bei Lübeck geboren. Sein Vater, der in Rcinfcld Pastor ist, entstammt einer alten Pfarrfamilie, seine Mutter einer Flensburger Kaufmannsund Senatorenfamilic. Matthias bat zunächst Privatunterricht .....
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Matthias claudius - abendlied

Der Mond ist aufgegangen, Die goldnen Sternlein prangen Am Himmel hell und klar; Der Wald steht schwarz und schweiget, Und aus den Wiesen steiget Der weiße Nebel wunderbar. Wie ist die Welt so stille, Und in der Dämmrung Hülle So traulich und so hold! Als eine stille Kammer, Wo ihr des Tages Ja .....
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Ptolemäus,  Claudius    





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