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Philosophen biographisch

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Peirce, Charles Sanders Santiago



Der Geburtsort des Pragmatismus war der »Metaphysiker-Klub«. der Anfang der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts in der Nähe von Harvard in Alt-Cambridge alle zwei Wochen tagte. Hier legten vor allem P. und William James die Grundlage für eine neue Pachtung innerhalb der Philosophie. Während James einer der berühmtesten amerikanischen Psychologen und Philosophen seiner Zeit wurde, gilt P. heute als Begründer nicht nur der Semiotik und des Pragmatismus, sondern auch der modernen, sprachanalytisch orientierten amerikanischen Philosophie.

      P. wuchs im akademischen Milieu der Harvard-Universität auf. wo sein Vater Mathematik und Astronomie lehrte und er selbst in den 1870er Jahren als Assistent an der Sternwarte arbeitete. Außerdem war P. - mit Naturwissenschaften und Mathematik sehr trüh vertraut — lange Zeit bei der Küstenvermessung der Vereinigten Staaten tätig. Durch seine Arbeiten auf den Gebieten der Photometrie und der Pendelmessungen ist er sogar berühmt geworden. Mit der idealistischen Philosophie kam er während seiner Studienzeit in Berührung, vor allem mit Kants Kritik der reinen l ernuntt und Schillers Briefen über die ästhetische Erziehung des Menschen. Nach dem Erwerb des akademischen Titels »Master of Ans« und dem »Bachelor of Science« in Chemie hielt P. ab 1864 Vorlesungen über Logik in Harvardsowie am Lowell Institute in Boston. In diesen frühen, zu seinen Lebzeiten unveröffentlichten Vorlesungen untersucht er insbesondere den logischen Charakter wissenschaftlichen Denkens. Hier werden die Logik als »Wissenschaft der Zeichen« und die Semiotik als »Wissenschaft der Darstellungen« definiert. Ãœber seinen Versuch, das wissenschaftliche Denken neu zu bestimmen, berichtet P. dann 1867 in A Sew List oj Categories vor der »American Academy ot Ans and Science«. Kategorien, die er später mit der »triadischen Relation« von Erstheit. Zweitheit und Drittheit verbindet, sind grundlegende Zeichen, die notwendig sind, um die Phänomene zu beschreiben. In einer anderen Akademie-Rede aus dem gleichen Jahr macht er amerikanische Philosophen erstmals mit George Booles The Mathematkal Analysis of Logic, being an Essay towards a Cakulus of Deductive Reasoning bekannt. Obwohl P.s Arbeiten über formale und mathematische Logik in den Jahren zwischen 1867 und 1S85 als bahnbrechend gelten, wurde seine Größe als Logiker erst viele Jahre später entdeckt.
      In einer Aufsatzreihe aus den Jahren 1877,78 entwickelte er zuerst seine Auffassung von Pragmatismus als Methode der Philosophie. In dem bekanntesten dieser Autsätze, How to Make Our Ideas Clear , den er zuerst auf Französisch für die Reime philosophique schrieb, betont P., daß der Wert oder die Bedeutung eines Gedanken in seiner Wirkung hegt. »Eine Vorstellung von irgendetwas ist eine Vorstellung der sinnlichen Wirkungen desselben. Wenn wir uns einbilden, eine andere zu haben, so täuschen wir uns selbst und halten eine bloße Empfindung, die einen Gedanken begleitet, für einen Teil des Gedankens selbst.« Dies erinnert an den späten Wittgenstein, der in den Philosophischen Untersuchungen den Gebrauch der Sprache als identisch mit ihrer Bedeutung erklärte. Der einzig gesicherte Ausgangspunkt wissenschaftlichen Denkens Hegt also weder im radikalen Zweifel noch in der Sinneswahrnehmung des Empirismus, sondern in einer Methode, Ideen »eindeutig« zu machen. P. nennt diese logische Methode zur Klärung von Begriffen »Pragmatismus«. In zahlreichen Aufsätzen wendet er nun diese Methode auf philosophische »Ãœberzeugungen« konsequent an. Grundlegend für die Ethik ist beispielsweise On the Doctrine of Chances . Auch den Begriff der Notwendigkeit überprüft er in The Doctrine ofXecessity Exanhned , der als Teil einer Aufsatzreihe im Monist erschien.
      Nach einer Lehrtätigkeit an der Johns Hopkins Universität in den 80er Jahren zog sich P. mit seiner Frau 1887 in eine abgelegene Gegend im Bundesstaat Pennsylvania zurück, wo er bis zu seinem Tode lebte. In dieser Zeit schrieb er viele kleinere Beiträge, u.a. über Logik und Semiotik für das Century Dictionary and Cyclopedia und Baldwins Dictionary of Psychology and PhilosopH) . 1903 lud James den mittlerweile in völlige Vergessenheit geratenen P. zu einer Vortragsreihe über Pragmatismus nach Harvard ein. In sieben Vorträgen entwickelt P. ausführlich seine Kategorienlehre, die auf der Autfassung vom Zeichen als einer »triadischen Relation« mit den Korrelaten Objektbezug, Mittelbezug und Interpretantenbezug basiert. Damit legte er die Grundlage für die heutige Semiotik. Im Vordergrund dieser Vorträge steht die pragmatische »Maxime«, die Theorie und Praxis in Form von Verhaltensvorschriften oder Handlungsanweisungen verbindet. Die Bedeutung, die ein Satz hat oder haben kann, Hegt in dieser Verbindung und damit in der Wirkung oder dem Gebrauch. Anders betrachtet ist eine pragmatische Maxime ein Postulat, das sinnvolles Handelnvon theoretischen Vorentscheidungen abhängig macht. Obwohl der Erfolg dieser Vortragsreihe gebührend war. fühlte sich P. dennoch mißverstanden und führte einige Jahre danach den neuen Begriff »Pragmatizismus« ein. Seine letzten jähre waren von finanziellen Sorgen einigermaßen befreit, da James 1906 einen Fonds organisierte, der sein Auskommen sicherte. Während seines gesamten Lebens schrieb P. fast täglich und hinterließ eine große Anzahl unveröffentlichter Manuskripte, die bis heute nicht vollständig ausgewertet sind.
     


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