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Newton, Isaac



Nach dem zu seinen Lebzeiten in England gültigen |uhani-schen Kalender war N. cm Weihnachtskind - die Umstellung auf den Gregorianischen Kalender erfolgte erst 1752. Obwohl der als Frühgeburt zur Welt gekommene Isaac als klein und schwach galt, erreichte er das für damalige Zeit beträchtliche Alter von fast S Jahren. Schon bei seiner Geburt war N. Halbwaise: Der Vater, ein Landwirt, war einige Wochen zuvor verstorben, und so wurde die Erziehung N.s neben der Mutter Anna Ayscough vom Stiefvater Barnabas Smith sowie vor allem auch von den Großeltern bestimmt. Mit 12 Jahren wurde N. auf die Lateinschule in Grantham geschickt, wo er beim Apotheker Clark in Pension lebte. In der Schule fiel er zunächst eher durch sein Außenseitertum als durch überragende Leistungen auf. und so wurde er 1658. zwei Jahre nach dem Tode seines Stiefvaters, von der Mutter von der Schule genommen, um als Hilfe auf den Hof in Woolsthorpe zu kommen. Es war wohl im wesentlichen der Fürsprache emes Onkels zu danken, daß er. der mit Landwirtschaft nichts Rechtes anzufangen wußte, 1660 wieder auf die Schule nach Grantham und im folgenden Jahr ins Trinity College von Cambridge kam. Die Schule vermittelte ihm die damals für den Umversitätsbesuch notwendigen Vorkenntnisse: Mathematik, Latein und Religion. Die Anregung zum Universitätsstudium ging dabei vom Schullei-ter Henrv Stokes aus. was für eine erste Wandlung des jungen N. spricht. In Trinity wurde er zunächst als »subserver«. als bezahlter Diener, im College aufgenommen. Die ersten zwei fahre waren dem Studium von Arithmetik, euklidischer Geometrie, Trigonometrie einerseits sowie der Theologie, des Hebräischen, Griechischen und vor allem des Lateinischen gewidmet. In dieser Zeit lernte N. auch seinen wichtigsten Lehrer, den Lukas-Stittungsprotessor Isaac Barrow kennen, dessen Lehrstuhl er als Nachtolger und in neuerer Zeit Paul Dirac bekleidete. In Cambridge verbrachte N. die nächsten lahre. in denen er die Grundlage für die meisten seiner Beiträge zur Physik, die damals noch als Naturphilosophie firmierte, schatten sollte. Nur während der Schließung des College aufgrund der Pestepidemie im Jahre 1665 und in den Sommermonaten der beiden folgenden Jahre weilte er in seinem Heimatort, wo aber seine Experimente und theoretischen Untersuchungen tortgeführt wurden. N. leistete dabei in einer Vielzahl von Disziplinen wesentliche Beiträge, so in der Optik, der Mechanik. der Mathematik, war aber auch auf dem Gebiet der Metallurgie, der Chemie und Alchemie. ja auch der Theologie intensiv tätig. Auch der äußerliche Erfolg blieb ihm neben diesen meist erst wesentlich später veröffentlichten Entdeckungen nicht verwehrt: 1669 trat sein Lehrer Barrow, den er schon früher bei seinen Vorlesungen unterstützt hatte, zu N.s Gunsten von seiner Professur zurück.

      Eine seiner wichtigsten Leistungen bestand in der Begründung der von ihm Flu-xionsrechnung genannten Differentialrechnung, die später zu einem mehr von den Anhängern als den Forschem selbst initiierten Prioritätsstreit mit Leibmz fuhren sollte. N.s Akribie Heß ihn Ott die Veröffentlichung seiner Ergebnisse lange hinauszögern, so daß zum Beispiel The Mcthod ot Fluxions and Infinite Series erst 1736 posthum erschien. In diese fruchtbaren Jahre fallen auch N.s bahnbrechende Gedanken zur Gravitation: Aus den Keplerschen Gesetzen schloß er auf eine mit dem Quadrat des Abstandes abtauende Anziehungskraft zwischen Sonne und Planeten und forderte, daß eben diese Kraft auch zwischen beliebigen Massen wirken sollte; die Anekdote, daß ein vom Baume fallender Apfel die Anregung zu dieser Idee geliefert habe, wurde schon von Zeitgenossen überliefert. Die Anwendung seines Gravitationsgesetzes auf das System Erde—Mond wurde dabei unter anderem auch von Robert Hooke angeregt, aber erst die Messungen von Picard gestatteten eine quantitative Analyse. Das positive Ergebnis soll N. so erschüttert haben, daß er einen Freund bitten mußte, seine Rechnungen zu überprüfen. Als wichtigster Beitrag N.s zur Physik darf die Begründung der theoretischen Mechanik gelten: Autbauend auf seinen drei Axiomen leitete er die Grundgesetze der Mechanik ab. die erst in unserem Jahrhundert modifiziert wurden und deren Geltungsbereich durch diese Verallgemeinerungen und Relativierungen auch nur geringfügig eingeschränkt wurde. Die Resultate dieser Studien erschienen 1687 in N.s Hauptwerk Philosophiae naturalis prineipia niathematica : dieses Buch war in Latein, der damals der internationalen Verständigung dienenden Gelehrtensprache, abgefaßt und machte noch eine weitere wichtige Konzession an N.s Zeit: Anstatt die von ihm entwickelte Fluxions-rechnung anzuwenden, zog N. eine geometrische Herleitung seiner Sätze vor, da er fürchtete, die neue, noch kaum bekannte Rechenmethode könne die Leser von der ohnehin schwierigen Aneignung seiner Gedanken abhalten, während die geometrische Betrachtungsweise zur naturwissenschaftlichen Grundbildung gehörte. Erst nach seinem Tode erschien eine wohl tür breitere Schichten gedachte englischsprachige Ausgabe dieses Werkes. Hatte Galilei sich noch mit der Untersuchung von Einzelphä-nomenen begnügen müssen, so war es N.s große Leistung, der systematischen Wissenschaft auch gleich ein Programm zu geben: Die systematische Rückführung der Erscheinungen auf die grundlegenden Ursachen verlangt, »die Wissenschaft von der Natur durch exakte Beweise fördern«. Mit Hilfe der Gravitation konnte er nicht nur Fall- und Pendelgesetze herleiten, auch die Planeten- und Kometenbahnen und die Gezeiten wurden durch ihn erschlossen. Sem klassischer Satz »Hypotheses non fingo«. die Absage an eine rem spekulative Naturbetrachtung, ist oft — auch wegen gewandelten Sprachgebrauchs - mißinterpretiert worden: tatsächlich hat N. die wissenschaftliche Hypothese heutigen Verständnisses, bei ihm »causa ficta« genannt, anerkannt und benutzt.
      Auch die Optik wurde von ihm entscheidend beeinflußt: Hatte N. die Mechanik vor allem durch seine mathematische Behandlung verwandelt, so sticht im Bereich der Optik die Vielzahl von Experimenten ins Auge, die ihn als Begründer der experimentellen Methode, der Empirie, ausweisen. 16S9 trat er mit John Locke zusammen, mit dem gemeinsam er in der Folgezeit einige Staatsämter bekleiden sollte. Die metallurgischen Untersuchungen N.s waren denn auch zum Teil durch seine optischen Versuche angeregt: So experimentierte er längere Zeit mit verschiedenen Legierungen für Metallspiegel. Er entdeckte die Dispersion und erkannte die Zusammensetzung weißen Lichtes aus den verschiedenen Spektralfarben: allerdings versuchte er. diese mit einer Korpuskulartheorie zu erklären, die er geeignet modifizierte, um auch Beu-gungs- und Interferenzphänomene einbeziehen zu können. Im letzten Teil seiner 1704 erschienen Opticks tragt er: »Haben nicht die Lichtstrahlen verschiedene Seiten?« und kommt so im spekulativen Teil dieses Buches zur Vorstellung der Polarisation.
      Seme - irrtümliche - Ansicht, eine Abbildung ohne Farbfehler sei mit Linsen nicht möglich, brachte ihn dazu, sich mit dem Bau von Spiegelteleskopen zu beschäftigen, und es war auch die Ãœbersendung eines solchen von ihm selbst konstruierten Fernrohrs an König Karl

II.

im Jahre 1671. die ihm die Aufnahme in die wenige Jahre zuvor gegründete Royal Society einbrachte, deren wohl bekanntester Präsident er von 1703 bis zu seinem Lebensende wurde. Hier traf er neben Barrow Persönlichkeiten wie Boyle, Hooke. Huygens. Locke und Wren. Hooke verfocht eine Undulationstheorie des Lichtes und wurde aus diesem Grunde wie auch aufgrund eines Prioritätsstreites zu einem der wichtigsten Gegner N.s. Huygens hatte ähnliche Ansichten, was N. bewogen haben mag. mehrmals Austrittsgesuche an den Sekretär der Societv. Oldenburg, zu richten. Daß zum Teil auch die reizbare Natur N.s zu Auseinandersetzungen Anlaß bot, wird man kaum bestreiten können. - Nicht nur als Begründer der modernen Naturwissenschaft machte er sich einen Namen: 1696 wurde N. auf Betreiben seiner Freunde zum Münzwardein berufen. Auf dem Kontinent war gerade erst die Zeit der Kipper und Wipper endgültig vorbei, aber nicht nur in England waren das Beschneiden der Münzränder ebenso wie das Falschmünzertum weiterhin gang und gäbe. N. bewies hier vor allem ein beachtliches Organisationstalent: Um das Beschneiden der Münzen zu erschweren, wurde im Rahmen einer binnen weniger lahre durchgeführten Umprägung der umlaufenden Währung die Randprägung der Münzen mit Erfolg eingeführt. Das großzügige Gehalt, das die Stellung an der königlichen Münzemit sich brachte, gestattete N.. der stets sparsam, wenn auch gastfrei war. ein beträchtliches Vermögen zu sammeln. In den letzten Jahren seines Lebens hatte er wiederholt Beschwerden aufgrund von Gallensteinen und wegen eines Blasenleidens. Am 4. März 1727 warfen ihn heftige Gallenkoliken aufs Krankenlager; obwohl zunächst vieles auf eine Genesung hinwies, verfiel er abends in Bewußtlosigkeit und verschied in der Nacht vom 20. auf den 21. März.
     


Singer, isaac bashevis

Isaac Bashevis Singer war ein Chronist des ostjüdischen Schtetl. Thema seiner Werke sind die Wünsche der Menschen, die meist nicht mehr als Illusionen sind. Als Sprache wählte Singer das Jiddische, obwohl er wusste, dass er sein Publikum nur in der Ãœbersetzung erreichen konnte. Singer wuchs in War .....
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