Deutsche Literatur - Der literarische Treffpunkt


Philosophen biographisch

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Melanchthon, Philipp (d.i. Philipp Schwarzerd)



In seiner Einleitung zu Luthers Psalmen-Kommentar schreibt M. 1519. es sei nutzlos zu wissen, daß Gott die Welt erschaffen hat, wenn dieser Gott mcht weise und barmherzig ist. Diese Art der Erkenntnis sei den Christen eigen, sie übersteige alle Philosophie. So sehr M. die Philosophie liebt, ihre Erkenntnis bewegt sich für ihn stets im Rahmen der göttlichen Offenbarung. Und auch er wollte diesen Rahmen mcht verlassen: sein Leben lang sah er sich als Lehrer, nicht als Theologen. M. wurde als Philipp Schwarzerd geboren: die Grä zisierung seines Namens erfolgte durch semen Großonkel Johannes ReuchJin, der seine Begabung erkannte und ihn früh in die Welt des Humanismus einführte. Nach der Lateinschule in Pforzheim erklomm M. schnell die akademische Stufenleiter: 1508 wurde er in Heidelberg Bakkalaureus. 1514 m Tübingen Magister der Artistenfakultät. In dieser Zeit widmete er sich dem Studium der alten Sprachen Latein und Griechisch und der wichtigsten antiken Autoren, besonders Aristoteles. Seine umfassenden Griechischkenntnisse, die er in einer Grammatik dargestellt hat, brachten ihm 1518 durch Vermittlung Reuchlins die Berufung auf die neueingerichtete Professur für Griechisch an der Universität Wittenberg ein. Der junge Humanist, der bereits in Tübingen die persönliche Religiosität der »devotio moderna« kennengelernt hatte, schloß sich schnell der dort durch Luther eingeleiteten Reformation an. Die Lehren Luthers über Sünde und Gnade. Rechtfertigung durch ;en Glauben und die alleinige Autorität der Bibel verbanden sich ihm scheinbar mühelos mit seinen humanistischen Ãœberzeugungen. Er weigert sich aber. Theologe zu werden, bleibt Philologe. Diese Verbindung von Reformation und Humanismus. 1521 noch in den Loci communes rernm theologicarum , der ersten systematischen Darstellung reformatorischer Lehren ablesbar, wird jedoch durch die Ereignisse bis 1526 in Frage gestellt. Das Auftreten der »Zwickauer Propheten« aus dem Umkreis Thomas Münt-zers und die Unruhen im Verlauf des Bauernkrieges stellen für M. in aller Schärfe das Problem des Verhältnisses von göttlichem und menschlichem Geist. Luthers Lehre der Stengen Vorherbestimmtheit des menschlichen Schicksals wurde für ihn ebenso unannehmbar wie das Gottesverständnis der »Schwärmer«, durch das sie sich zum Aufstand rerechtigt glaubten.

      M. findet zu der Position, daß der menschliche Geist an der Veränderung aus göttlicher Gnade, die streng an das äußere Wort der Heiligen Schrift gebunden ist, mitwirkt. Diese Veränderung aus göttlicher Gnade ermöglicht dem Menschen eine Lebensgestaltung nach Gottes Willen. Die Folge dieses neuen Geistverständnisses war für M. die Ablehnung des Bauernaufstandes und des Widerstandes der Fürsten gegen Kaiser Karl

V.

Ebenso trat er für die gewaltsame Unterdrückung der Täufer und radikalen Evangelischen ein. Die Aversion des orthodoxen Luthertums gegen alle schwärmerischen Glaubenselemente geht wesentlich auf ihn zurück. In der Phase der obrigkeitlichen Durchsetzung und reichsrechtlichen Anerkennung der Reformationim deutschen Reich nach dem Bauernkrieg fällt M. die Rolle des Organisators der neu entstehenden lutherischen Konfession zu. Für den Reichstag 1530 in Augsburg verfaßte er mit der Confessio Augtistana eine für fast alle reformatorisch gesinnten Reichsstände konsensfähige Darstellung ihrer Glaubensüberzeugung. Institutionell prägte er die neue Kirche durch seine »Visitationsartikel«, die den Weg zum landesherrlichen Kirchenregiment freimachten. Es ist die Tragik M.s. daß diese Wirkungen seines Handelns das Gegenteil seiner Absichten waren. Um den Frieden und die Einheit der Kirche soweit wie möglich zu bewahren, zeigte er sich Kaiser und alter Kirche gegenüber so kompromißbereit in Fragen der äußeren Form, daß er den Lutheranern verdächtig wurde. Deshalb häuften sich in den Jahren nach Luthers Tod 1546 die Vorwürfe gegen ihn, Luthers Lehren verraten zu haben. Wie so viele Friedensstifter stand er zwischen den sich verhärtenden Fronten. — Zu seinen folgenreichsten Wirkungen gehören darüber hinaus die Tradierung aristotelischer und humanistischer Studieninhalte in die neuentstehende protestantische Schulphilosophie und die Reorganisation des weltlichen territorialen Bildungswesens. Das Studium der aristotelischen Naturphilosophie forderte er nachdrücklich, radikale Neuerungen wie das Weltbild des Kopermkus lehnte er ab. Er blieb der Nachwelt als das in Erinnerung, was er immer nur sein wollte: Lehrer, nicht Prophet Deutschlands.


Novalis (d.i. georg philipp friedrich von hardenberg)

Geb. 2.5.1772 auf Gut Oberwiederstedt bei Mansfeld; gest. 25.3.1801 in Weißenfels Der schwäbische Spätromantiker Justi-nus Kerner übersendet am 25. Januar 1810 Ludwig Uhland einen Auszug aus dem biographischen Porträt des N., das August Coelestin Just, ehemaliger Vorgesetzter und väterlicher Freund .....
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Zesen, philipp von

»Ach! Gott gebe mir, nach so langem herümschwärmen, endlich einmahl einen festen und gewissen sitz«, lesen wir in einem Brief vom 31. Juli 1674. Der Wunsch ging nicht in Erfüllung, und Z. blieb weiterhin ohne »guhte bestallung von diesem oder jenem Fürsten«. Dabei hatte alles recht hoffnungsvoll beg .....
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Nicolai, philipp

Ein geistlich Braut-Lied Kleßmann, Eckart. In: Frankfurter Anthologie 16, 1993, S. 17-21. .....
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Zesen, philipp von

Ach! Schönste Ingen, Ferdinand van. In: Rezeption und Produktion, 1972, S. 121 - 136. An ihren Hochgeehrten freunt Herrn Philip Caesies von Fürstenau Kabeil, Aage. In: Orbis litterarum 5, 1947, S. 180- 186. Ein Jambisch Echonisch Sonnet Kaiser, Gerhard. In: Augenblicke, 1987, S. 78 - .....
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Ein psychologe seiner selbst: karl philipp moritz und sein »anton reiser«

Sehr eindrucksvoll, vielleicht unerreichbar, tut dies Karl Philipp Moritz in seinem Werk »Anton Reiser. Ein psychologischer Roman«. Hier beschreibt er die Kindheit und Jugend von Anton Reiser. Eine ganze Menge von dem, was der Held erlebt, stimmt mit dem überein, was Moritz selbst erlebt hat. Und d .....
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Bauelemente des französischen romans der 80er jahre am beispiel ausgewählter romane von philippe sollers und tahar ben jelloun

1. Philippe Sollers: "homo ludens" oder die subversive Kraft des hyperrealistischen Sprachspiels "Le roman fait, pour ainsi dire, la transition entre la vie reelle et la vie imaginaire. L histoire de chacun est, ä quelques modifications pres, un roman assez semblable ä ceux qu on imprime, et les .....
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Index » Die Avantgarde der 60er und 70er Jahre

Der spielerische umgang mit der absurdität des alltags in den romanen von patrick deville und jean-philippe toussaint

Der Franzose Patrick Deville und der Belgier Jean-Philippe Toussaint, beide 1957 geboren, zählen mit ihren Kurzromanen zu den richtungsweisenden Nachwuchsautoren der achtziger Jahre. Toussaints Debüt 1985 mit La salle de bain war ein Erfolg, an den er mit drei weiteren Romanen, Monsieur , L appareil .....
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Index » Die Generation der 80er Jahre

Moritz, karl philipp

M., der erste psychologische Schriftsteller der deutschen Literatur und Mitbegründer der idealistischen Kunsttheorie, hat in seinem Anton Reiser eine Kindheit und Jugend geschildert, für deren Scheußlichkeit es in der Weltliteratur wenige Parallelen gibt; der Roman beruht auf nichts anderem als der .....
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Novalis (d. i. georg philipp friedrich freiherr v. hardenberg)

»Was war jene Blume, welche / Weiland mit dem blauen Kelche / So romantisch süß geblüht / In des Ofterdingen Lied? / Wars vielleicht die blaue Nase / Seiner mitschwind-süchtgen Base, / Die im Adelsstifte starb? / Mag vielleicht von blauer Färb / Ein Strumpfband gewesen sein, / Das beim Hofball fiel .....
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Harsdörffer, georg philipp

Friedenshoffnung Springer-Strand, Ingeborg. In: Gedichte und Interpretationen 1, 1982, S. 245 - 254. .....
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Harsdörffer, georg philipp

G1648, kurz vor dem Ende des Dreißigjährigen Krieges, beschäftigte sich der Rat der Stadt Nürnberg auf drei Sitzungen mit einem Lobgesang H.s auf den schwedischen Feldmarschall Carl Gustaf Wrangel. Man verstand den Text als antikaiserliches und antibayerisches »Pasquill« und befürchtete daher, »daß .....
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Djian philippe

In seinen freimütigen Romanen und Erzählungen über die Trivialitäten des Lebens, die Schwierigkeiten der Liebe und des Schreibens stürzt Philippe Djian seine Figuren immeT wieder in ausweglos erscheinende Situationen, aus der sie nur mit größter Ãœberwindung und zumeist am Rand der Legalität entkomm .....
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Moritz, karl philipp

Geb. 15.9.1756 in Hameln; gest. 26.6.1793 in Berlin M., der erste psychologische Schriftsteller der deutschen Literatur und Mitbegründer der idealistischen Kunsttheorie, hat in seinem Anton Reiser eine Kindheit und lugend geschildert, für deren Scheußlichkeit es in der Weltliteratur wenige Paralle .....
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Moritz, karl philipp

Karl Philipp Moritz verfasste mit Anton Reiser den ersten psychologischen Roman der deutschen Literatur und war Mitbegründer der idealistischen Kunstlheorie. Der Vater des Dichters war Unteroffizier, Militärmusiker und Anhänger einer pietistischen Sekte; er quällc die Familie und insbesondere sein .....
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Remarque, erich maria (d.i. erich paul remark)

»Irgend etwas fehlt mir an seinem gesicht, wahrscheinlich ein monokel« . In Berhn hatte sich R. noch Auge geklemmt, mit Spazierstock, Melone plus ge-kauftem Adelstitel in der Pose des Dandys paradiert, um sich von den kleinbürgerlichen Verhältnissen abzusetzen, aus denen er stammte. Buchbin .....
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Seghers, anna (d.i. netty reiling)

Geb. 19.11.1900 in Mainz, gest. 1.6.1983 in Berlin S. entstammte einer Familie von Kaufleuten aus dem Rheinhessischen; die Eltern Reiling gehörten zur orthodoxen Israelistischen Religionsgemeinde in Mainz, ihre einzige Tochter erhielt eine traditionelle jüdische Erziehung. An der Universität Hei .....
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Mon, franz (d.i. franz löffelholz)

»solange geschrieben wird, konkurrieren zwei tendenzen, das geschriebene darzubieten, die zur leichtesten lesbarkeit mit der, dem lesen widerstand zu bieten«, stimmt M. einmal seinen Leser in das ein, was ihn im folgenden erwartet . M. - promovierter Lektor eines Frankfurter Schulbuchverlags — hat .....
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Lenau, nikolaus (d.i. niembsch, edler von strehlenau)

Als der 30 jährige im Mai 1832 euphorisch in die »Neue Welt« aufbricht, versteht er dies als Flucht vor einer »Tyrannei«, die nicht nur den politischen Freiheitswillen, sondern auch das schöpferische Geistesleben im ersten Aufkeimen erstickt. In Amerika aber findet er in den 14 Monaten seines Aufent .....
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Jean paul (d.i. johann paul friedrich richter)

»Ich habe ihn ziemlich gefunden, •wie ich ihn erwartete: fremd wie einer, der aus dem Mond gefallen ist, voll guten Willens und herzlich geneigt, die Dinge außer sich zu sehen, nur nicht mit dem Organ, womit man sieht« . Den Weimaraner Klassikern, auf der Suche nach Bündnispartnern und Gefolgsleut .....
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Heym, stefan (d.i. helmut flieg)

H.s Leben und Werk ist geprägt von Sozialismus, Judentum und Exil in einer Zeit, in der die Ansichten eines Menschen von keiner Seite als seine Privatsache betrachtet wurden. Schon früh erkannte H. die Schwierigkeiten, die sich aus sozialem Interesse und einem entsprechenden Standpunkt ergaben. Wege .....
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Angelus silesius (d.i. johannes scheffler)

Datum der Taufe 23. 12. 1624 in Breslau; gest. 9. 7. 167J in Breslau Johannes A.S., so nannte sich Johannes Scheffler, der Sohn eines nach Breslau übergesiedelten polnischen Adeligen und einer Schlesierin, nach seiner Konversion zum Katholizismus am 12. Juni 1653. Der öffentlich vollzogene Konfessi .....
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Celan, paul (d.i. paul antschel)

»Vielleicht darf man sagen, daß jedem Gedicht sein >20. Jänner« eingeschrieben bleibt? Vielleicht ist das Neue an den Gedichten, die heute geschrieben werden, gerade dies: daß hier am deutlichsten versucht wird, solcher Daten eingedenk zu bleiben? - Aber schreiben wir uns nicht alle von solchen Date .....
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Gotthelf, jeremias (d.i. albert bitzius)

Sein Pseudonym war ihm Programm. Er entlehnte es seinem literarischen Erstling Der Bauernspiegel , der fiktiven Autobiographie des Jeremias Gotthelf. Wie der Prophet, warnte und mahnte der Prediger Bitzius vor den »Schweinsblasen des Zeitgeistes«, vor den »brüllhaften Naturen und neumodischen Spekul .....
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Grün, anastasius (d.i. anton alexander graf von auersperg)

In Johann N. Nestroys Revolutionsposse Freiheit in Krähwinkel prallen der freiheitlich gesinnte Nachtwächter und der reaktionäre Ratsdiener Klaus zusammen. Jener hatte sich erkühnt zu bemerken: »Wir werd n so frei sein«, was als »ruchloser Ausdruck« von dem bornierten Amtsbüttel scharf gerügt wird. .....
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Hoddis, jakob van (d.i. hans davidsohn)

Als Zangengeburt in die Welt gesetzt, der kräftigere Zwillingsbruder tot, der Vater kokainabhängig, Arzt und Materialist, die Mutter schöngeistige Idealistin. Ihr, die er zeitlebens um Geld anging, widmete der 15jährige zum 44. Geburtstag ein Heft mit 28 Gedichten, romantisierende und historisierend .....
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Melanchthon,  Philipp  (d.i.  Philipp  Schwarzerd)    





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