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Philosophen biographisch

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Marc Aurel (d.i. Marcus Aurelius Antonius)



Zwei Jahrzehnte lang, von 161 bis 180. war in Roms Imperium der Wunsch Piatons in Erfüllung gegangen: Ein Philosoph war Kaiser und regierte das römische Weltreich. Ähnlich w le später Augustinus, so hatte sich auch der junge Prinz nach einer ersten - enthusiastisch der Rhetorik gewidmeten -Phase von dieser abgewandt und zur Philosophie bekehrt: bezeugt wird das durch seine Briefe an den Lehrer Fronto. bezeugt auch durch seine Lebensführung und or allem durch seine berühmten Selbstbefruchtungen . deren 12 Bücher in griechischer Sprache und stoischem Geist in den letzten Lebensjahren unter ungünstigen Umständen, meist im Feldlager, abgefaßt sind. Die Regierungszeit des Herrschers war von Aufständen und Barbareneinfällen gekennzeichnet. Ständig waren Feldzüge vonnöten. von denen auch heute noch die bekannte Säule im Herzen Roms mit ihren Reliefdarstellungen kündet. Das taumelnde Riesenreich war durch eine einzelne Person an der Spitze nicht zu sanieren, so gerecht, so freigebig und hilfsbereit diese auch sein mochte: Inflation setzte ein. Christen wurden verfolgt. Polykarp von Smyrna erlitt den Märtyrertod. In der Tat weht ein Hauch von Resignation in den Selbstbetrachtungen cies letzten großen Autors der stoischen Lehre.
      Unter den 12 Büchern des Werkes nimmt das erste eine Sonderstellung ein: Es zählt in genauer Selbstanalyse Punkt für Punkt auf. was der Autor 16 nahestehenden Menschen und schließlich »den Göttern« in seinem Persönlichkeitsbild zu schulden sich bewußt ist: von der Güte des Großvaters bis zur Standhaftigkeit und Nüchternheit, die der Adoptivvater vermittelte und vorlebte; von der Frömmigkeit, Freigiebigkeit und einfachen Lebensführung der Mutter bis zur Analyse von tyrannischer Mißgunst, Hinterhältigkeit und Heuchelei durch den Lehrer Fronto. Die Wertewelt eines Mannes, der sich gleichermaßen freizuhalten vermochte vom Cäsarenwahn wie auch von allzu menschlichen Schwächen: ein Wertsystem, das. wenn auch anders akzentuiert, doch dem der christlichen Lehre nahe genug steht.
      M.A. lebte in einer Welt ohne Geborgenheit, ausgeliefert dem Wandel der Welt, dem Fluß der Ereignisse und Dinge: »Bedenke oft die Schnelligkeit des Vorüberziehens und Entschwmdens des Seienden und Geschehenden und das dir nahe unendliche Gähnen der Vergangenheit und der Zukunft, in dem alles verschwindet.« Pessimistischer noch an anderer Stelle: »Alles Körperliche ist ein Fluß, alles Seelische ein Traum und Wahn, das Leben Krieg und Aufenthalt in der Fremde, der Nachruhm Vergessenheit.« Aber die Rettung in dieser Düsternis ist angeschlossen: »Was vermag uns da zu geleiten? Einzig und allein die Philosophie.« Ihre Wirkung ist die Bewältigung von Ängsten im Laufe des Lebens wie in der Erwartung des Todes, die Freiheit von Lüsten wie von Schmerzen. Doch führt sie noch darüber hinaus. Da die Vernunft allen Menschen gemeinsam ist. sind sie alle gleichermaßen Teilhaber an emer großen Gemeinschaft, sind allesamt gleichberechtigte Bürger eines weltumgreifenden Stadtstaates: »Der Mensch ist Bürger der obersten Stadt, von der die anderen Städte gleichsam nur die Häuser sind.« Die wirklich gebildete Seele »hat Kenntnis vom Anfang und Ende und von der die ganze Substanz durchdringenden Vernunft, die durch die ganze Ewigkeit hindurch in Abschnitten von fest bestimmten Perioden das All verwaltet«. So ist der Mensch zwar der Vergänglichkeit und Unbehaustheit unterworfen, doch vermag er sich durch die Hingabe an die Philosophie von der guten Ordnung des Kosmos Rechenschaft zu geben, vermag so seinen Standpunkt zu finden und zu festigen. Mit geradezu religiöser Inbrunst werden die Gedankenketten oft und oft wiederholt, die diesen Trost zu spenden bestimmt sind.
      In der Tat ist M.A. kein Anhänger der in seiner Epoche wuchernden Erlösungsmythen und Heilsmvsterien. Er vertraut sein Leben der Vernunft an und der durch sie zu gewinnenden, durch Ãœberlegung und Konsequenz zu erhaltenden Seelenführung hin zu innerem Frieden. Der äußere war ihm nicht vergönnt, und so ist sein Dasein eingespannt in das Gegeneinander von komplizierten Regierungsaufgaben und Militärproblemen auf der einen, von tiefgründigen, das mnere Gleichgewicht sichernden Philosophemen andererseits. Der Ernst, mit dem M.A. diese Grundspannung seiner Existenz gesehen, durchdacht und bewältigt hat. macht ihn zu emem Denker von königlichem Rang, dem der kaiserliche Purpur nur akzidentiell bestätigt, was seine menschliche Substanz ausmacht.
     


Winter, marcus

Pseud. für: Rüdiger Blomeyer Biografie: *1 in Enger/Westfalen. M. Winter studierte ab 1977 an der Fachhochschule für Öffentliche Verwaltung NRW, die er 1980 als Kriminalkommissar verließ. Er arbeitete anschließend in verschiedenen nord-rhein-westfälischen Großstädten, unter anderem in den Bereichen .....
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Marcuse, herbert

Herbert Marcuse war der Spiritus Rector der Studentenrevolte, weil er an eine Ãœbersetzbarkeit der Vernunft in Geschichte glaubte und zugleich, als Philosoph und Soziologe, einer der führenden Köpfe der kritischen Theorie. 1898 als Sohn einer großbürgerlichen jüdischen Familie in Berlin geboren, st .....
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Hünnebeck, marcus

Biografie: *6.5.1 in Bochum. Nach einem Studium der Wirtschaftswissenschaften lebt der Diplomökonom in Monheim am Rhein. M. Hünnebeck veröffentlichte 2001 seinen ersten Thrillers Verräterisches Profil im Militzke Verlag. Kriminalromane: 2001 Verräterisches Profil, Militzke Verlag Krim.-Erz.: 2001 .....
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Heym, stefan (d.i. helmut flieg)

H.s Leben und Werk ist geprägt von Sozialismus, Judentum und Exil in einer Zeit, in der die Ansichten eines Menschen von keiner Seite als seine Privatsache betrachtet wurden. Schon früh erkannte H. die Schwierigkeiten, die sich aus sozialem Interesse und einem entsprechenden Standpunkt ergaben. Wege .....
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Hoddis, jakob van (d.i. hans davidsohn)

Als Zangengeburt in die Welt gesetzt, der kräftigere Zwillingsbruder tot, der Vater kokainabhängig, Arzt und Materialist, die Mutter schöngeistige Idealistin. Ihr, die er zeitlebens um Geld anging, widmete der 15jährige zum 44. Geburtstag ein Heft mit 28 Gedichten, romantisierende und historisierend .....
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Martin, gerhard marcel

Todernste Sprachspiele Schröer, Henning. In: Moderne dt. Literatur, 1972, S. 129 - 130. .....
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Marcel beyer: »flughunde« (i995) - exempel des sprachmißbrauchs

Die Kinderliebe und die Menschenverachtung des Propagandaministers Ein Zitat aus den Tagebüchern von Hitlers Propagandaminister, Joseph Goebbels fast sentimentales Bekenntnis der Vaterliebe, dient als Vorspruch des Romans: »Ich höre die süßen Stimmchen,/die mir das Liebste auf der Welt sind./Wel .....
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Jean paul (d.i. johann paul friedrich richter)

Geb. 21.3.1763 in Wunsiedel; gest. 14.11.1825 in Bayreuth »Ich habe ihn ziemlich gefunden, wie ich ihn erwartete: fremd wie einer, der aus dem Mond gefallen ist, voll guten Willens und herzlich geneigt, die Dinge außer sich zu sehen, nur nicht mit dem Organ, womit man sieht« . Den Weimarer Klassike .....
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Jean paul (d.i. johann paul friedrich richter)

»Ich habe ihn ziemlich gefunden, •wie ich ihn erwartete: fremd wie einer, der aus dem Mond gefallen ist, voll guten Willens und herzlich geneigt, die Dinge außer sich zu sehen, nur nicht mit dem Organ, womit man sieht« . Den Weimaraner Klassikern, auf der Suche nach Bündnispartnern und Gefolgsleut .....
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Die legende vom dichter marchwitza

Der höchste Preis, mit dem die Deutsche Demokratische Republik einen Schriftsteller auszeichnen kann, der Nationalpreis Erster Klasse für Kunst und Literatur, wurde 1964 Hans Marchwitza zuerkannt. Damit hat er den Nationalpreis der DDR jetzt zum drittenmal erhalten. Kein einziges Buch dieses Autors .....
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Lenau, nikolaus (d.i. niembsch, edler von strehlenau)

Als der 30 jährige im Mai 1832 euphorisch in die »Neue Welt« aufbricht, versteht er dies als Flucht vor einer »Tyrannei«, die nicht nur den politischen Freiheitswillen, sondern auch das schöpferische Geistesleben im ersten Aufkeimen erstickt. In Amerika aber findet er in den 14 Monaten seines Aufent .....
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Mon, franz (d.i. franz löffelholz)

»solange geschrieben wird, konkurrieren zwei tendenzen, das geschriebene darzubieten, die zur leichtesten lesbarkeit mit der, dem lesen widerstand zu bieten«, stimmt M. einmal seinen Leser in das ein, was ihn im folgenden erwartet . M. - promovierter Lektor eines Frankfurter Schulbuchverlags — hat .....
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Grün, anastasius (d.i. anton alexander graf von auersperg)

In Johann N. Nestroys Revolutionsposse Freiheit in Krähwinkel prallen der freiheitlich gesinnte Nachtwächter und der reaktionäre Ratsdiener Klaus zusammen. Jener hatte sich erkühnt zu bemerken: »Wir werd n so frei sein«, was als »ruchloser Ausdruck« von dem bornierten Amtsbüttel scharf gerügt wird. .....
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Gotthelf, jeremias (d.i. albert bitzius)

Sein Pseudonym war ihm Programm. Er entlehnte es seinem literarischen Erstling Der Bauernspiegel , der fiktiven Autobiographie des Jeremias Gotthelf. Wie der Prophet, warnte und mahnte der Prediger Bitzius vor den »Schweinsblasen des Zeitgeistes«, vor den »brüllhaften Naturen und neumodischen Spekul .....
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Celan, paul (d.i. paul antschel)

»Vielleicht darf man sagen, daß jedem Gedicht sein >20. Jänner« eingeschrieben bleibt? Vielleicht ist das Neue an den Gedichten, die heute geschrieben werden, gerade dies: daß hier am deutlichsten versucht wird, solcher Daten eingedenk zu bleiben? - Aber schreiben wir uns nicht alle von solchen Date .....
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Novalis (d.i. georg philipp friedrich von hardenberg)

Geb. 2.5.1772 auf Gut Oberwiederstedt bei Mansfeld; gest. 25.3.1801 in Weißenfels Der schwäbische Spätromantiker Justi-nus Kerner übersendet am 25. Januar 1810 Ludwig Uhland einen Auszug aus dem biographischen Porträt des N., das August Coelestin Just, ehemaliger Vorgesetzter und väterlicher Freund .....
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Seghers, anna (d.i. netty reiling)

Geb. 19.11.1900 in Mainz, gest. 1.6.1983 in Berlin S. entstammte einer Familie von Kaufleuten aus dem Rheinhessischen; die Eltern Reiling gehörten zur orthodoxen Israelistischen Religionsgemeinde in Mainz, ihre einzige Tochter erhielt eine traditionelle jüdische Erziehung. An der Universität Hei .....
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Auf der suche nach der verlorenen zeit (i9i3-i927) - roman von marcel proust

Die >Suche nach der verlorenen Zeil< war Prousts Lebenswerk. Die markanten historischen Kck-daten der geschilderten 42 Jahre sind das Knde des deutsch-französischen Krieges 1870/71 und das Knde des Lrsten Weltkrieges 1918. Beinahe ein Lebenswerk ist auch die Lektüre der 15 Bünde mit ihren über 4000 .....
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Bismarck, otto von

Otto von Bismarck führte als Ministerpräsident Preußens den deutsehen Nationalstaat herbei und etablierte als Reichskanzler das Deutsche Reich im europäischen Staatensystem. Der Abkömmling eines alten märkischen Adelsgeschlechts studierte 1832-35 Rechtswissenschaften, arbeitete bis 1839 als Refer .....
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Mark aurel

Mark Aurel realisierte die Lehren der stoischen Philosophie nicht nur in der eigenen Lebensführung, sondern auch in seinem Handeln als Kaiser. Er lebte die stoischen Tugenden des Mutes, der Unerschütterlichkeit und Pflichttreue mit einem unvergleichlichen Maß an Selbstbeherrschung und -Verleugnung. .....
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Polo, marco

Durch seine Reise nach China, dem Reich des mongolischen Großkhans Kubilai Khan, wurde Marco Polo zum Inbegriff des Reisenden überhaupt. Zwar wurde seine Reisebeschreibung begeistert aufgenommen, doch bezeichneten viele Landsleute Polo bis in die Neuzeit als »Messer Milione« . Marco Polo entstammte .....
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Proust, marcel

Marcel Proust hat den modernen Roman revolutioniert und ein bis heute ebenso anspruchsvolles wie faszinierendes und unvergleichliches Erzählwerk hinterlassen. Proust entstammte einem reichen Elternhaus; der Vater war ein renommierter Medizinprofes-sor. Im Alter von neun Jahren erlitt Proust einen s .....
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Reich-ranicki, marcel

Marcel Reich-Ranicki wurde nicht nur der berühmteste Literaturkritiker Nachkriegsdeutschlands, sondern auch ein gefeierter Schriftsteller. Mit der Autobiografie Mein Leben erzielte er im Jahre 1999 eine überwältigende Resonanz bei Kritik und Publikum. Als ausgezeichneter Kenner der deutschen und der .....
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Reich-ranicki, marcel - mein leben

Marcel Reich-Ranickis Autobiografie Mein Leben ist eine der bewegendsten Lebensgeschichten des 20. Jahrhunderts. Aber es ist nicht die Schilderung seines Aufstiegs zum einflussreichsten Literaturkritiker der deutschen Nachkriegszeit, es sind nicht die Berichte des Literaturbetriebes und die Porträts .....
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Angelus silesius (d.i. johannes scheffler)

Datum der Taufe 23. 12. 1624 in Breslau; gest. 9. 7. 167J in Breslau Johannes A.S., so nannte sich Johannes Scheffler, der Sohn eines nach Breslau übergesiedelten polnischen Adeligen und einer Schlesierin, nach seiner Konversion zum Katholizismus am 12. Juni 1653. Der öffentlich vollzogene Konfessi .....
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