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Philosophen biographisch

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Malebranche, Nicolas de



Dem philosophisch und theologisch ausgebildeten Oratona-11er M, fällt im Sommer des Jahres 1664 - einige Monate vor seiner Priesterweihe am 14. 9. 1664 - ein fast noch druckfeuchtes Werk m die Hände, dessen Lektüre er vor lauter Begeisterung und Herzklopfen immer wieder unterbrechen muß: es handelt sich um die französische Ãobersetzung von R. Descartes De homine 11662). den Tratte de I lwmme 11664). Dieses Werk stellt M. eine fast mathematisch klare Gedankenführung und eine Methode vor Augen, die sein eigenes philosophisches Schaffen zutiefst beeinflussen sollte. Bereits sein erstes Werk, De la Recherche de la I erite , das zu einem »Bestseller« wird, zeugt deutlich von dieser Auseinandersetzung mit Descartes. dessen Philosophie M. mit Hüte der christlichen Lehre - vor allem des Augustinus -weiter- und zuendedenken will. M. sieht. Descartes abwandelnd, einzig in Gott die wirkliche Ursache aller Ideen. Der Mensch kann lediglich ihre »gelegentliche« Ursache sein . Den menschlichen Empfindungen kommt bei der Wahrheitsfindung keine Bedeutung zu, ihre Funktion beschränkt sich aut das Biologische. Gott allein ist der Urheber der Naturphänomene - die Wirkung der Dinge aufeinander ist also nur eine scheinbare - aber zugleich auch, und hier liegt die entscheidende Neuerung M.s, Urheber der menschlichen Wahrnehmungen und Vorstellungen: »Wir sehen alle Dinge in Gott und erhebt sie sogar über den Glauben, wodurch er heftige kritische Reaktionen bei den großen Theologen und Philosophen seiner Zeit auslöste, deren Einwände M. u.a. in den Eclaircissenients , die seit der Ausgabe der erite von 1678 dem Werk als Anhang beigegeben sind, zu widerlegen sucht.
      Den Gedanken des Okkasionahsmus verfolgt M. weiter in den Meditations chretien-nes et nietaphysiques , zwanzig Gesprächen zwischen einem Schüler und Gott als seinem Lehrer. Die freiere Form des Dialogs gestattet M. stilistische Feinheiten, die sich bis hm zu einer geradezu subjektiv-lyrischen Innenschau steigern können und die die Medttatiotis zu einem literarisch-stilistischen Meisterwerk der französischen Literatur machen. Stärker als in der 1 erite steht hier das neutestamentlichc Gedankengut im Mittelpunkt der Gedankenfüh-rung. die vor allem um das Verhältnis zwischen Gott und Mensch kreist. Dieses Verhältnis wird von M. wiederum okkasionahstisch definiert: er hält auch hier an dem Hauptgedanken fest, daß alle Erkenntnis letztlich ein »Schauen in Gott«, eine »Vision en Dieu« darstellt. Ein weiterer Akzent liegt in diesem Werk auf der Gnadenlehre: die von Gott geschenkte Gnade manifestiert sich einerseits als »Fähigkeit« der Seele zur Liebe, andererseits im je und je hilfreichen Eingreifen Gottes in die von der Erbsünde belasteten Handlungen des Menschen. Der okkasionalistische Ansatz taucht auch in der Gnadenlehre wieder auf. denn die Fleischwerdung Christi stellt die »cause occasionelle« der Gnade dar.
      Gleichsam als Aussöhnung mit Bossuet kann der Tratte de l amour de Dieu angesehen werden, der zuerst im Jahre 1697 als Anhang zu M.s ethischem Hauptwerk, dem Traite de niorale . erschien. Diese Schritt ist eine scharfe Absage an den in Frankreich in Mode gekommenen Quietismus. Diese von der spanischen Mystik ausgehende religiös-philosophische Haltung propagiert die totale Passivität, die den menschlichen Willen und das menschliche Handeln verurteilt und durch die rückhaltlose, uneigennützige Liebe zu Gott das Heil erreichen will. M. reagiert mit seiner Schritt auf die Veröffentlichung des dritten Bandes von De la connaissance de sei-inetnc von F. Lamy. der Zitate M.s verfälschend im Sinne des Quietismus interpretiert. M.s Ausgangspunkt ist die These von der vollkommenen Eigenliebe Gottes. Auf selten des Menschen steht dem die Unvollkommenheit der Liebe gegenüber. Wenn nun also der Mensch Gott liebt, dann kann dies niemals -wie der Quietismus es behauptete - uneigennützig geschehen, denn eben aufgrund seiner Unvollkommenheit Hebt der Mensch in seiner Liebe zu Gott auch immer sich selbst. Der Mensch erwartet von seiner Liebe zu Gott immer etwas für ihn selbst >Nützliches


Nicolas born (i937-i979

I. Mir scheint die Vergangenheit meines Vaters wie kaum eine andere vor allem einen Ausgangspunkt zu bedeuten. Ohne daß er den Weg genau gewußt hätte dorthin, wo er sein wollte, scheint doch eine Umkehr für ihn zu jedem Zeitpunkt unmöglich gewesen zu sein. Das schreibt Katharina Born über ihren V .....
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Born, nicolas

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