Deutsche Literatur - Der literarische Treffpunkt


Philosophen biographisch

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Kautsky, Karl



Zu seinen Lebzeiten galt er den einen als »Lehrmeister der Klasse« des Proletariats , den anderen als bläßlicher »Stubengelehrter« , als Revisionist, gar Renegat des Marxismus. Das Bild K.s als maßgeblicher Ideologe und Propagandist des parteioffiziellen Marxismus der Zweiten Internationale unterhegt bis heute starken Bewertungsschwankungen, je nachdem, welche politisch-weltanschauliche Perspektive der Betrachter einnimmt. Im Ganzen überwiegt eine negativ-abwertende Haltung gegenüber Gestalt und Werk K.s. umgibt ihn doch als Theoretiker weder der intellektuelle Glanz von Marx noch die revolutionäre Aura Rosa Luxemburgs und Lenins. Erst in jüngster Zeit sind Bemühungen erkennbar, K. und seinem Wirken größere historische Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.

      1854 in Prag geboren, entstammte K. einem bürgerlich-künstlerischen Elternhaus -der Vater war Theatermaler, die Mutter Schauspielerin und Schriftstellerin. Seinen bürgerlichen Habitus hat K. auch als Intellektueller, der seine Fähigkeiten und sein Wissen in den Dienst der Arbeiterbewegung stellte, me ablegen können und wollen, weshalb ihn seine Kritiker einen »Partei gewordenen deutschen Professor« nannten. Mit der Umsiedlung der Familie K.s nach Wien wurde der lunge rasch ins deutschsprachige kulturelle Milieu integriert. Die Ablösung von religiösen Wertvorstellungen geschah früh, nicht zuletzt unter dem Einfluß der materialistischen Denkweise, die für K.. zusammen mit der zeitbedingten unbeirrbaren Wissenschafts- und Fortschrittsgläubigkeit , lebenslang prägend bheb. Die Pariser Commune wurde für den jungen K. zur politisch einschneidenden Erfahrung; entschlossen wandte er sich den umlaufenden sozialistischen Ideen zu. weil er das Bedürfnis nach »Hebung und Befreiung aller Elenden und Geknechteten" verspürte. Freilich überwand K. diesen jugendlichen »Gefühlssozialismus« bald, indem er sich ernsthaft der Lektüre vor allem der Marxschen Schnften widmete. Zu Beginn seines Studiums, 1875, trat K. der österreichischen sozialistischen Partei bei. »Der Rubicon ist überschritten, alea est jacta!«, notierte er im Tagebuch. »Ich bin in die Sozialdemokratische Partei aufgenommen, nur als Verräter kann ich sie wieder verlassen.« Bis an sein Lebensende bheb er der Partei treu. K.s Aufstieg als Parteitheoretiker und Sachwalter der «reinen Lehre« des Marxismus vollzog sich in den 80er und 90er Jahren - in London lernte er noch Marx und Engels persönlich kennen -. als es ihm als Redakteur des theoretischen Zentralorgans der SPD, Die Neue Zeit, gelang, das Deutungsmonopol des Marxismus an sich zu ziehen. In erster Linie der Wirkung K.s ist es zuzuschreiben, daß die deutsche Sozialdemokratie, die zunächst stark von den staatssozialistischen Ideen Ferdinand Lassalles beeinflußt war, sich der Marxschen Lehre vom revolutionären Klassenkampf öffnete und diese schließlich zur verbindlichen Richtschnur ihres politischen Wollens und Handels erhob. Das Erfurter Programm von 1S91. das erste Programm der SPD auf marxistischer Grundlage, trägt m seinen zentralen theoretischen Passagen eindeutig die Handschrift K.s. In zahllosen Artikeln und Büchern, in denen er zu ökonomischen, historischen und sozialen Fragen Stellung nahm, popularisierte K. eine orthodoxe Version des Historischen und Dialektischen Materialismus, deren auffälligstes Merkmal die Abstinenz gegenüber philosophischer Reflexion ist. die das in der Tradition Hegels stehende Marxsche Werk auszeichnet. Bücher wie Karl Marx ökonomische Lehren . Thomas More und seine Utopie 11887). Die Vorläufer des neueren Sozialismus , Der Ursprung des Christentums . Die proletarische Revolution und ihr Programm und Die materialistische Geschichtsauffassung stempelten K. zum Vertreter des Kautskyanismus bzw. eines »Zentrismus«, der sich einerseits gegen die revisionistischen und reformistischen Vorstellungen Eduard Bernsteins, andererseits gegen den aktionistischen Radikalismus Rosa Luxemburgs abgrenzte. Mit dem Tod des Parteiführers August Bebel , mit dem gemeinsam K. die SPD jahrzehntelang politisch und theoretisch dominierte, schwand auch sein Einfluß auf die Partei. 1917 wurde K. als Redakteur der Neuen Zeit abgelöst, im selbenjahr trat er aus Enttäuschung über die Haltung der Sozialdemokratie zur Kriegsfrage der USPD bei. Lenins und Trotzkis revolutionärem Experiment in Rußland begegnete er von Beginn an mit Mißtrauen, ja Femdschaft. Seine Schriften Terrorismus und Kommunismus und Ion der Demokratie zur Staatssklaverei enthalten eine scharfe Abrechnung mit Lenins Putschismus und der bolschewistischen Diktatur. Noch einmal gewann K. Einfluß auf die SPD, als er deren Heidelberger Programm mitformulierte. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er als freier Schriftsteller und Publizist in Wrien, das er kurz vor Hitlers Einfall in Österreich verließ. K. starb als Emigrant m Amsterdam. Seme Frau wurde von den Nationalsozialisten in Auschwitz umgebracht.
     


Wolfskehl, karl

»Heute, ein volles Jahr nachdem das, von dem Ihr Euch als von einem Spuk oder Nachtmahr befreit fühlt, mit dem Köstlichsten der Heimat zusammengebrochen ist, hat die Heimat durchaus vergessen, daß es den deutschen Dichter Karl Wolfskehl noch gibt, wahrscheinlich vergessen, daß es ihn je gegeben hat. .....
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Bilderbuch: karlinchen (fuchshuber i995)

Eine Geschichte vom Fremdsein: Karlinchen hat durch den Krieg alles verloren und sucht in der Welt der Menschen, der Tiere und phantastischer Wesen nach einem neuen Zuhause. Ãœberall wird das Mädchen abgewiesen, weil es fremd und anders ist, weil man selbst - angeblich oder wirklich - nichts hat, bi .....
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Index » Taschenbuch der Kinder- und Jugendliteratur » MONIKA BORN

Karl neumann 'frank und irene (i964)

Kinder- und Jugendromanc von Karl Neumann gehörten zu den meistgelesenen Erscheinungen der Kinder- und Jugendliteratur der DDR. Nach dem großen Erfolg von 'Frank", in dem ein Außenseiter gleichsam in die Gemeinschaft geführt wurde, schrieb der Autor auf Drängen von Lesern und Verlag die Fortsetzung .....
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Briefe über don karlos

Die Ausführungen zeigen, daß Schiller mit der literarischen Verarbeitung der Geheimbund- und Verschwörungsthematik im Geisterseher einen Trend der Zeit aufgriff und - knapp drei Jahre vor der Erstürmung der Bastille - im politischen Kontext popularisierte. Aber nicht nur in seinem Fortsetzungsroman, .....
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Index » Friedrich Schiller: Der Geisterseher » Despotismus der Aufklärung: Marquis von Posa, Illuminaten und Jesuiten

Karl krolow (i9i5-i999): was blieb zurück? - ein lachen, eine spur

Was blieb zurück? Ein Band von Vögeln war der Herbst, das weiter nach Ägypten zog. Die Dunkelheit wächst wie die Wand durchs Zimmer. Sie nimmt überhand. Man raucht. Man schweigt. Und läßt den Rauch vorüberziehn. Das Jahr verschwindet, Bild um Bild. Das Jahr verbrennt. Aus dem Kamin steigt es noch .....
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Index » Stationen der deutschen Lyrik » Das Liebesgedicht kommt in Fahrt

Bertolt brecht (i898-i956): die pappel vom karlsplatz - das freundliche grün

Die Pappel vom Karlsplatz Eine Pappel steht am Karlsplatz Mitten in der Trümmerstadt Berlin Und wenn Leute gehn übern Karlsplatz Sehen sie ihr freundlich Grün. In dem Winter sechsundvierzig Fror n die Menschen, und das Holz war rar Und es fielen da viele Bäume Und es wurd ihr letztes Jahr. Doc .....
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Index » Stationen der deutschen Lyrik » Erneuerungs- und Warngedicht

Karl mays verwechslung von ich und »ich«

Obwohl er sich seiner Ersatzfigur sehr nah fühlte, trat Goethe nie ernsthaft als Werther auf und spielte nur dann und wann mit der Rolle. Ein anderer ging da einige Schritte weiter. Es war der Abenteuerschriftsteller Karl May , der ganz besonders unter der Verwechslung seiner selbst mit seinen Helde .....
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Index » Schreiberlust und Dichterfrust » Ich ist ein anderer

Ein psychologe seiner selbst: karl philipp moritz und sein »anton reiser«

Sehr eindrucksvoll, vielleicht unerreichbar, tut dies Karl Philipp Moritz in seinem Werk »Anton Reiser. Ein psychologischer Roman«. Hier beschreibt er die Kindheit und Jugend von Anton Reiser. Eine ganze Menge von dem, was der Held erlebt, stimmt mit dem überein, was Moritz selbst erlebt hat. Und d .....
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Index » Schreiberlust und Dichterfrust » Die Karte der »Schatzinsel«

Karl krolow (geb. i9i5)

erinnert in manchem an Georg Trakl, vor allem in der Symbolhaftigkeit seiner Bilder, aber auch dort, wo seine Gedanken schwermütig um Tod und Verwesung kreisen: Ein Spiel Karten die lyrische Landschaft -sehr leicht zu mischen Tod, ungemischt, gezinkt von Angstschweiß Und altem Gelächter, Tod mit .....
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Index » DAS ZWANZIGSTE JAHRHUNDERT » Nach 1945

Diese alten männer - karl krolow

Diese alten Männer, die niemand mehr ansieht, Hausierer mit Phantasie, reale Nullen, bei Abschaffung ihres Lebens, unter Bäumen im Park wartend auf nichts anderes als auf Vergangenheit — eine Landkarte aus Staub. Versteckte Sätze leben in ihnen weiter im trockenen Mund. Einige haben ei .....
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Index » Gedichte aus unserer Zeit - Interpretationen

Kurzes unwetter - karl krolow

Die Wolkenpferde ins Licht sich stürzen. Es qualmt die Erde von starken Würzen. 5 Die schweren Leiber den Himmel fegen. Sturm ist ihr Treiber, schlägt Staub und Regen aufs schwarze Wasser. 10 Die Gräser sausen. Die Beerenprasser befällt ein Grausen. Ahorne biegen sich in den Lüften. 15 Wildblumen .....
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Index » Gedichte aus sieben Jahrhunderten Interpretationen

Zuckmayer, karl

Die Wölfe Neis, Edgar. In: Tiergedichte, 1976, S. 106 - 108. .....
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Wolken, karl alfred

Zu früh fanden wir Wolken, Karl Alfred. In: Pausen zwischen den Worten, 1986, S. 107-111. .....
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Berger, karl-heinz

auch unter den Pseud.: K. Heinz, Charles P. Henry Biografie: *28.7.1 in Köln, +25.11.1 Berlin. K.-H. Berger studierte Germanistik, Geschichte und Anglistik an der Humboldt-Universität in Berlin. Von 1952 bis 1957 arbeitete er als Verlagslektor in Berlin, 1957/58 folgte ein Studium am Literaturin .....
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Stöppler, karl-michael

Biograhe: *14.11.1 in Alsfeld . K.-M. Stöppler arbeitete nach einem Volontariat mehrere Jahre als Redakteur bei Tages- und Wochenzeitungen. Er studierte Jura und war als Assessor in einer Anwaltskanzlei und beim Bundesvorstand einer Gewerkschaft tätig. Seit 1993 ist er Pressesprecher der Kreisverwal .....
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Valentin, karl (d. i. valentin ludwig fey)

Bertolt Brecht: »Dieser Mensch ist ein durchaus komplizierter, blutiger Witz.« Alfred Kerr: »Woraus besteht er? Aus drei Dingen. Aus Körperspaß. Aus geistigem Spaß. Und aus gewollter Geistlosigkeit.« Kurt Tucholsky: »ein selten trauriger, unirdischer, maßlos lustiger Komiker, der links denkt.« Alfre .....
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Sealsfield, charles (d. i. karl anton postl)

Der Fremde war einsam gestorben, als alter Mann war er vor wenigen Jahren in den kleinen schweizer Ort Unter den Tannen gezogen, und niemand wußte etwas über ihn zu sagen. Doch als die Eidgenossen sein Testament fanden, war der Name plötzlich in aller Munde: Mr. S. hatte ein wirres Leben geführt. Je .....
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Moritz, karl philipp

M., der erste psychologische Schriftsteller der deutschen Literatur und Mitbegründer der idealistischen Kunsttheorie, hat in seinem Anton Reiser eine Kindheit und Jugend geschildert, für deren Scheußlichkeit es in der Weltliteratur wenige Parallelen gibt; der Roman beruht auf nichts anderem als der .....
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May, karl

Seine Bücher haben einer groben Schätzung von 1975 nach eine deutschsprachige Gesamtauflage von über 50 Millionen Exemplaren erreicht und sind in mehr als 25 Sprachen übersetzt worden. M. ist damit der auflagenstärkste und zugleich populärste Autor der deutschen Literaturgeschichte. Sämtliche Medien .....
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Krolow, karl

1944 wollte K. den kurz zuvor erschienenen Gedichtband Der grüne Gott von Wilhelm Lehmann rezensieren. Es wäre eine der wenigen öffentlichen Reaktionen auf diese bald richtungsweisenden Verse gewesen, die nicht ins Konzept einer Blut-und-Boden-Literatur paßten. Die Zeitschrift Das Innere Reich konnt .....
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Kraus, karl

Als ihm 1933 »zu Hitler nichts einfiel«, hörten die zahlreichen Kritiker in diesem Wort nicht die bittere satirische Abfertigung, erkannten nicht den Sinn dieses Verdikts vor seinem ganzen Werk: daß nämlich die Sprache nicht mehr imstande sei, den nationalsozialistischen Ungeist und seine Folgen für .....
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Immermann, karl leberecht

Es gibt kaum einen Antiquariatskatalog, in dem nicht der heute so gut wie vergessene I. mit einem Werk verzeichnet ist, das bis ins erste Drittel unseres Jahrhunderts mit über 80 Auflagen sehr erfolgreich gewesen war: Der Oberhof. Die Popularität dieser Erzählung, die eine abgeschlossene, heile .....
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Ferdinand lassalle, karl marx, friedrich engels - die 'sickingendebatte

Lassalles Aufsatz über die tragische Idee Beilage zum Brief Lassalles an Marx vom 6. März 1859 Ãœber die formelle tragische Idee, die ich dem Drama und seiner Katastrophe zugrunde legte - den tiefen dialektischen Widerspruch, welcher der Natur alles Handelns, zumal des revolutionä-. ren, innewohnt .....
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Karl marx - zur kritik der hegeischen rechtsphilosophie. einleitung

Der Kampf gegen die deutsche politische Gegenwart ist der Kampf gegen die Vergangenheit der modernen Völker, und von den Reminiszenzen dieser Vergangenheit werden sie noch immer belästigt. Es ist lehrreich für sie, das ancien regime, das bei ihnen seine Tragödie erlebte, als deutschen Revenant seine .....
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Karl marx - aus: einleitung zur kritik der politischen Ökonomie

Bei der Kunst bekannt, daß bestimmte Blütezeiten derselben keineswegs im Verhältnis zur allgemeinen Entwicklung der Gesellschaft, also auch der materiellen Grundlage, gleichsam des Knochenbaus ihrer Organisation, stehn. Z. B. die Griechen verglichen mit den modernen oder auch Shakespeare. Von gewiss .....
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Kautsky,  Karl    





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